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Walter Bortolossi: "Mark Zuckerberg meets Immanuel Kant" (2011)

Künstler

Der italienische Maler Walter Bortolossi (*1961) verbindet in seinen Werken Elemente der klassischen Malerei mit der Pop-Art. Insbesondere durch die in seinen Gemälden oft präsente Koexistenz von Hoch- und Popularkultur baut er eine Spannung zwischen Vergangenem und Aktuellem auf, die typisch für seine Arbeit ist.

Werk

"Mark Zuckerberg meets Immanuel Kant" (2011), Öl auf Leinwand, 120 x 150cm.
Interpretationshinweise: Bortolossi erzeugt die Spannung zwischen Geschichte und Gegenwart auch dadurch, dass historische Themen in heutige Kontexte gebracht werden, so dass in den Gemälden Vergangenes und Aktuelles verschwimmen. Zahlreiche seiner Bilder sind philosophischen Themen gewidmet. Bortolossis Interesse ist dabei die Betonung der figurativen Dimension des Malens als eine Repräsentation von Realität. So auch in diesem Gemälde, in dem Immanuel Kant, der Philosoph der universellen Vernunft, im Gespräch mit Mark Zuckerberg, dem Gründer der virtuellen Gemeinschaft Facebook, symbolisch dargestellt wird. Das Gemälde basiert – ähnlich wie weitere Werke des Künstlers – auch auf der Gegensätzlichkeit und dem Wettbewerb der Charaktere, die in diesem Beispiel Theorien verschiedener Zeiten und Welten verkörpern.
Bortolossi erläutert:
"Generally this type of subject alludes to the competition between different ideas while in this case the painting ironically compares the guarantor of thought [=Kant] intersubjective with one of the founders of social networks [=Zuckerberg]: the background alludes to the breaking down of common values. There are references to social welfare, the crises in the Middle East and the economic values of commodities"
Following my Post Pop path, I have populated my works with important thinkers and people linked to the real world economy, juxtaposing them with celebrities from the entertainment world. The thinker, the philosopher, who is sometimes depicted at the centre of the scene or alternatively on its fringes, occurs frequently and is a particularly important figure, representing independent thought and action and providing an antidote to a cynical yet complacent acceptance of reality".
(Freundliche Mitteilungen des Künstlers vom November 2018).

Die Konfrontation der Personen Kant und Zuckerberg findet also auf einer konkreten Interpretationsebene und zugleich eingebettet in eine verzerrte und fragmentierte Umgebung statt. Kant steht für die Initiierung der Aufklärung, Zuckerberg für die Gründung von Facebook und für die heutige Social Media Kultur allgemein. In der Anordnung und der Anzahl der Figuren erkennt man unschwer eine Anspielung auf das Abendmalgemälde von Leonardo da Vinci. Die Szene ist also in einem heilsgeschichtlichen Kontext arrangiert. Somit scheinen im Hintergrund Fragen zu stehen wie: Bedeuten die "Social Media" eine zweite Aufklärung? Eine Heilsbotschaft, wie die von Jesus? Wie wird sich die Menschheit entwickeln? Die Antwort ist dynamisch, ungewiss, gesellschaftlich im Fluss, wie die ganze Umgebung, in welche die Figuren eingebettet sind.

Literatur

Walter Bortolossi: ... fino ai Quattro Continenti. Testi di Maria Campitelli e Luca Quarin. Trieste 2016; hier Abbildung des Gemäldes.
Walter Bortolossi: All that Happened had to Happen. Text by Darius A. Spieth. Lousiana State University Press 2011
Homepage des Künstlers: https://www.walterbortolossi.com

Copyright/ Aufbewahrungsort

© Walter Bortolossi. Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Das Original befindet sich im Privatbesitz.

Zitierweise

Matthias Weber: Immanuel Kant in Werken der modernen Kunst – Walter Bortolossi; https://www.bkge.de/Projekte/Kant/matthias-weber/Bortolossi_Walter.php

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