Tagung: Museen zwischen Fakten und Fiktion

12.10.2026 um 10:00 Uhr
Museum Europäischer KulturenArnimallee 25
14195 Berlin
12./13. Oktober 2026
Fake News, KI und die Vermittlung von Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa
Museen sind Orte der Bewahrung, Interpretation und Präsentation von (im)materiellen Kulturgütern. Sie eröffnen Vermittlungs‑ und Verhandlungsräume und sind zentrale Akteure im Transfer von Wissen und Erinnerung. Dieser Transfer erfolgt nicht mehr nur über Sammlungsobjekte und Ausstellungsprojekte, sondern zunehmend auch mittels digitaler Plattformen, partizipativer Formate und transkultureller Netzwerke, die Prozesse kollektiver Erinnerung neu strukturieren können (Assmann 2012). Vor diesem Hintergrund drängt sich die Frage auf, wie Museen die Potenziale neuer technischer Entwicklungen sinnvoll und reflektiert integrieren können (Fuchsberger 2025). Hierfür stehen ihnen heute eine Vielzahl neuer Interaktions- und Partizipationsformen zur Verfügung (Thiel 2023; Gasser 2023): Digitale Technologien – von KI bis VR – erweitern die Möglichkeiten innovativer und barrierearmer Vermittlung.
Zugleich gehen mit der digitalen Öffentlichkeit Risiken einher: Der virtuelle Raum ist auch ein Ort von Fake News, KI-generierten Bildern und anderen Formen der Desinformation. Museen tragen hier als Wissensinstitutionen mit hohem gesellschaftlichen Ansehen (Grotz, Rahemipour 2024) eine besondere Verantwortung. Als Akteure einer offenen Gesellschaft sensibilisieren sie für diese Gefahren und können einer Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken.
Die Tagung will die vielfältigen Dimensionen der Vermittlung von Wissen und Erinnerung in Museen vor dem Hintergrund neuer digitaler Technologien und KI-gestützter Vermittlungsformate beleuchten und interdisziplinäre Perspektiven auf dieses komplexe Feld bündeln. Im Fokus sollen die Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa stehen, ein Themenfeld der nationalen Erinnerungskultur, das zugleich die jahrhundertelange Verflechtungsgeschichte von Deutschland und seinen östlichen Nachbarn betrifft. Eingeschlossen sind die Shoa und der von Deutschland begonnene Vernichtungskrieg im Osten sowie, in Folge davon, Flucht, Vertreibung und (Spät-)Aussiedlung der Deutschen ab Herbst 1944. Die internationale Dimension ist hierbei zentral für eine gemeinsame, zukunftsgerichtete Aufarbeitung und Vermittlung.
Veranstalter
Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (Oldenburg), in Kooperation mit dem Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin
Call for Papers
Bewerbungen sind bis zum 10. April 2026 möglich.