Film: „Ein Nobody gegen Putin“

05.10.2026 um 20:00 Uhr
Cine kBahnhofstraße 11
26122 Oldenburg
5. und 6. Oktober 2026
Oscarprämierte Doku im Cine K
Über den Film
Pavel „Pasha“ Talankin ist Lehrer und Videograf an einer Schule in Karabasch, einer Industriestadt im Ural. Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine verändert sich der Schulalltag grundlegend. Patriotische Unterrichtseinheiten, Fahnenappelle und militärische Rituale halten Einzug. Pasha erhält den Auftrag, diese Entwicklung mit seiner Kamera für die Behörden zu dokumentieren. Während er die offiziellen Bilder filmt, hält er zugleich mit heimlich aufgenommenen Aufnahmen fest, wie sich die Schule Schritt für Schritt zu einem Instrument staatlicher Propaganda entwickelt.
Über zwei Jahre begleitet Pasha den Wandel des Schulalltags und dokumentiert, wie Kinder und Jugendliche auf Krieg und Gehorsam vorbereitet werden und wie sich das Leben an der Schule unter dem Einfluss des Regimes verändert.
Ausgezeichnet mit dem Oscar® und dem BAFTA als Bester Dokumentarfilm sowie eingeladen zu über hundert internationalen Filmfestivals zählt "Ein Nobody gegen Putin" zu den international meistbeachteten Dokumentarfilmen des Jahres. Mit trockenem Humor und großer Menschlichkeit erzählt der Film von Mut, Zivilcourage und der Kraft der Wahrheit – und eröffnet einen seltenen Einblick in das russische Bildungssystem.
Am Montag, 5. Oktober, stellen Pavel Talankin und der Journalist Artur Weigandt den Film im Cine K in Oldenburg vor.
Tickets gibt es über die Website des Cine K unter www.cine-k.de.
Eine Kooperation des BKGE, des Kulturbüros der Stadt Oldenburg und des Cine k.
Außerdem: Schulveranstaltung am 6. Oktober 2026 im Herbartgymnasium
in Anwesenheit von Co-Regisseur und Protagonist Pavel Talankin
Am Dienstag, 6. Oktober, sind die Veranstaltenden gemeinsam mit ihren Gästen Pavel Talankin und Artur Weigandt zu Gast bei Oldenburger Schulen. Das Herbartgymnasium hat seine Aula für eine Vorführung des Films zur Verfügung gestellt und es dankenswerterweise übernommen, weitere Schulen zu Film und Filmgespräch einzuladen. Die Schülerinnen und Schüler haben so die einmalige Gelegenheit, den Schulalltag in einer russischen Schule von heute kennenzulernen und mit einem ehemaligen Lehrer dieses Systems über Bevormundung und Indoktrination zu diskutieren. Diese Vorstellung ist nicht öffentlich.
Videos für das russische Bildungsministerium
Pavel Talankin muss den an der neuen Bildungspolitik ausgerichteten Unterricht für das Bildungsministerium mit der Kamera dokumentieren. Seine Videos, die er nach Moskau zu schicken hat, sollen die patriotische Pflichterfüllung der Schule beweisen. Gleichzeitig zeigen sie, wie unfassbar schnell sich Unterrichtsinhalte verändern lassen, damit bereits die Jüngsten politisch auf Linie gebracht und letztlich auf den Kriegsdienst eingestimmt werden. Zunehmend im ethischen Dilemma und unschlüssig, welche Rolle er in diesem von Propaganda und Gewalt geprägten System selbst spielen soll und kann, entschließt Talankin sich trotz immenser Gefahr für das eigene Leben, sein Video-Material außer Landes zu bringen und selbst aus Russland zu fliehen. Der ernüchternde und doch auch humorvolle Film entstand in einem Zeitraum von zwei Jahren und liefert einen spektakulären Einblick ins Herz der russischen Propaganda.