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Lexika und Dokumentationen

Dokumentation der Heimatsammlungen in Deutschland

Ostdeutsche Kultur- und Heimatstuben mit Schönbacher Stube

im Kurmainzer Amtshof
Amtsgasse 5
64646 Heppenheim

Kontakt
Museum Heppenheim
Luisa Wipplinger
Tel. 06252/69112
E-Mail: museum@stadt.heppenheim.de

BdV Kreisverband Bergstraße
Vorsitzender
Gerhard Kasper
Merianstraße 6
64646 Heppenheim
Tel.: 06252/3285

Öffnungszeiten
Mittwoch, Donnerstag
Samstag und Sonn- Feiertag
14:00-17:00 Uhr
und nach Vereinbarung

Montag, Dienstag, Freitag
geschlossen

Trägerschaft
BdV-Kreisverband Bergstraße, Ortsverband Heppenheim

Die Heimatstube, die sich im Dachgeschoss eines Flügels des Kurmainzer Amtshofes befindet, wird vom Kreisverband Bergstraße verwaltet. Der Zugang erfolgt auf Anfrage über das Museum Heppenheim, ist allerdings recht beschwerlich nur über die mehr als 60 Stufen einer historischen Wendeltreppe zu erreichen. Die Heimatsammlung ist jedoch Teil der virtuellen Präsentation Historischer Ostdeutscher Heimatsammlungen der Vertriebenen in Hessen, die von der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen vorgelegt wird.

Der Sammlungsschwerpunkt der Heimatstube liegt mit dem auf den früheren von Deutschen besiedelten Regionen Ost- und Südosteuropas und Schönbach [tschech. Luby].
Die Ausstellung folgt einem Gesamtkonzept, das die Raumkonstruktion mit durchgehenden Ständerreihen und Dachschrägen berücksichtigt: Die so gebildeten Nischen sind Themen zugeordnet und bilden die einzelnen Ausstellungsabteilungen. Es finden sich beispielsweise Abteilungen zu „Ostpreußen“, „Schlesien in Wort und Bild“ oder „Siebenbürgen“. Ein durchgängiges didaktisches Konzept mit einer einheitlichen Beschriftung/Betextung besteht nicht. In vielen Ausstellungseinheiten liegen Exponate ohne weitere Erläuterung, andere haben Erklärungen auf maschinenbeschriebenem DIN-A4-Papier, wiederum andere werden durch handschriftliche Hinweise erläutert.

HE Heppenheim R01b
HE Heppenheim R01a

Der Gesamteindruck des Ausstellungsraumes wurde während der Begehung im November 2010 durch eine Fotoausstellung, eine der Sonderveranstaltungen, dominiert. Zudem fällt eine Vielzahl an Trachtenpuppen auf. Eine Vitrine verweist auf andere Heimatstuben im Kreisgebiet, zum Beispiel in Lorsch oder Bensheim.

HE Heppenheim E02

Brieftasche mit persönlichen Dokumenten aus dem 'Sudetenland'

Eines der herausragenden Objekte ist eine gefüllte Lederbrieftasche mit persönlichen Dokumenten, die über einen Sammler in die Heimatstube gelangte. Der Vorbesitzer stammte aus Schönpriesen [Krásné Březno]. Ebenso zählt das um 1920 erschienene Hausbuch für christliche Familien von Pfarrer Gustav Hofelich dazu, das auf der Flucht aus Ostpreußen unter einem Mantel getragen wurde. Während eines Fliegerangriffs hielt das Buch einen Granatsplitter ab und rettete so dem Besitzer das Leben.

HE Heppenheim E04

Das Hausbuch rettete seinem Besitzer das Leben

Eine interessante Geschichte hat auch der Kurenwimpel. Diesen Wimpel erhielt General Hollidt 1943 als Abschiedsgeschenk in Königsberg. Dessen Sohn besuchte vor einigen Jahren die Heppenheimer Heimatstube und traf dort einen der Betreuer, der während des Krieges Ordonnanzoffizier bei seinem Vater war und überließ ihm den Wimpel als Dauerleihgabe.

HE Heppenheim E3

Holzwimpel eines Fischerbootes aus dem kurischen Haff

Aktualisiert: 04.03.2026

Quellen:

Fotografien:

  • Projekt des Hessischen Sozialministeriums und des Hessischen Museumsverbandes [Stand: 07.12.2012].