Ostdeutsche Heimatsammlungen (überregional)

Zweibrücken

Ostdeutsche Heimatstube Zweibrücken (aufgelöst)

Bild Ausstellung

 

 

Der Bund der Vertriebenen – Vereinigte Landsmannschaften und Landesverbände – Kreisverband Zweibrücken betrieb von 1981 bis 2019 die Ostdeutschen Heimatstuben in Zweibrücken. Die Heimatstuben waren bis 2003 im Dachgeschoss des Petrihauses (Stadtmuseum) untergebracht,
dann zogen sie in die ehemalige Maerckerschule um (heute Herzog-Christian-Musikschule in der Grinsardstraße 16). Die Räume wurden jeweils von der Stadt mietfrei zur Verfügung gestellt.  Hinzugefügt wurde schließlich noch die Sammlung der aufgelösten Heimatstube Rodalben.

Die Sammlungen wurden ehrenamtlich und sehr engagiert vom Kreisverband Zweibrücken des Bundes der Vertriebe­nen betreut, bis dieser sich 2018 auflöste. Wie vertraglich festgelegt hat die Stadt Zwei­brücken die Sammlung zu treuen Händen übernommen und 2021 endgültig aufgelöst. Die Exponate werden im Stadtmuseum eingelagert. Der umfangreiche, gut sortierte Buch- und Kartenbestand, über den die Heimatstube verfügte, wurde 2021 in die Martin Opitz Bibliothek in Herne überführt.

 

Bild Bernstein

 

Die Heimat und Herkunftsgebiete der Vertriebenen wurden jeweils vorgestellt und anhand einer großen Sammlung von Stadtansichten und Landschaftsdarstellungen aus den verschiedenen Regionen wie beispielsweise Ost- und Westpreußen, Pommern, Schlesien und Siebenbürgen präsentiert. Darunter waren auch Grafiken des Künstlers Erik Pohl-Cammin und ein Gemälde von Theodor Urtnowski, das eine Ansicht von Danzig zeigt. Verschiedene Trachten u. a. aus Schlesien, Pommern, dem Banat, jedoch auch aus der Pfalz waren nachgeschneidert worden bzw. im Original ausgestellt. Neben Erinnerungsstücken und verschiedensten Haushaltsgegenständen konnte man Bernsteinschmuck und Bergbauandenken aus Oberschlesien besichtigen.

 

Bild Ausstellung

 

Herausragendes Exponat im Bestand war eine große zweifarbige, handgewebte Decke, die im Jahr 1799 im Kreis Treuburg, Ostpreußen gefertigt wurde. Die Musterung des wollenen Doppelgewebes zeigt geometrische Formen: Lebensbaum, Hund, Hirsch und stilisierte Figuren weisen auf ihre Funktion als Brautausstattung / Hochzeitsdecke hin.

 

 

Bild Vitrine


Aktualisiert: 18.2.2021



Quellen:

  • Faltblatt des Bundes der Vertriebenen, Kreisverband Zweibrücken: Ostdeutsche Heimatstube Zweibrücken [Stand: 2009].
  • Ostdeutsche Heimatstuben Zweibrücken. In: Initiative AgrarKulturerbe. Online in Internet: http://www.agrarkulturerbe.de/ [Stand: 27.11.2020].
  • Dokumentation der Heimatsammlungen in Deutschland. Ein Projekt am Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg, 2008-2012.
  • Hiltrud Kier und Tanja Kermis: Schatzsuche. Museen in Rheinland-Pfalz. Herausgegeben vom Ministerium für Kultur, Jugend, Familie und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz. München 1999, S. 414.

Fotografien:

  • Dokumentation der Heimatsammlungen in Deutschland. Ein Projekt am Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg, 2008-2012.



HINWEIS

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