Ostdeutsche Heimatsammlungen (überregional)

Waldkraiburg - Stadtmuseum

Stadtmuseum Waldkraiburg

Braunauer Straße 10
84478 Waldkraiburg


Kontakt
Tel.: 08638/959-308
Fax: 08638/959-316
E-Mail: museum@kultur-waldkraiburg.de


Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag
12:00-17:00 Uhr
Samstag und Sonntag
14:00-17:00 Uhr
Feiertags geschlossen
Sonderöffnung für Schulklassen und Gruppen nach Vereinbarung

 

Was zunächst als Vertriebenensiedlung auf dem Gelände einer ehemaligen 'Pulverfabrik' begann, entwickelte sich innerhalb von 50 Jahren zur einwohnerstärksten Stadt im Landkreis. Ebenso wie Geretsried und Neugablonz entstand Waldkraiburg als neue Siedlung auf dem Gelände eines ehemaligen Rüstungswerkes, hier der DSG, der Deutschen Sprengchemie GmbH.[1]

 

Bild Hörstation
Hörstation zum Thema Zwangsarbeit im DSG
(Fotografie: Ukrainische Zwangsarbeiterinnen, um 1943)


Im Städtischen Museum werden in Inszenierungen und anhand von Hörstationen und Filmen sowie Fotografien, Gegenständen und Dokumenten sowohl die Vorgeschichte des Ortes, als auch Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung am Ende des Zweiten Weltkrieges beleuchtet. Die Flucht, Evakuierung, Ausweisung und Vertreibung wird über verschiedene Medien vermittelt: Vertreibungsgepäck, eine Videostation mit Zeitzeugenberichten sowie Karten und Fotografien geben Auskunft und verdeutlichen vor allem die menschliche Dimension dieses Heimatverlustes.

 

Bild Kisten
Abteilung Vertreibung, Inszenierung mit Kisten und Großfotografien


Die Ankunft der Vertriebenen im damaligen "Flüchtlingslager Pürten", einem einfachen Barackenlager und die ersten Schritte der Neuankömmlinge in ein neues Leben zeigen die Entbehrungen, aber auch den enormen Aufbauwillen der späteren Stadtgründer. Außerdem zeigt die Ausstellung den beschwerlichen Neubeginn in der frühen Nachkriegszeit. Ein Geschichtsgang, der auch den Bezug zur allgemeinen Situation im Nachkriegsdeutschland herstellt, sowie eine Auswahl an Begleitfilmen vervollständigen diesen ersten Teil.

 

Bild Flüchtlingslager
Dachdecken im Flüchtlingslager Pürten, 1949


Zentrale Themen des zweiten Museumabschnitts sind die Lebens- und Wohnkultur in den 1950er Jahren am Beispiel Waldkraiburgs, die Entwicklung von Industrie und Gewerbe mit Schwerpunkt Glasindustrie sowie einzelne Aspekte der jüngsten Vergangenheit. Darüber hinaus finden Wechselausstellungen zu stadt- und kulturgeschichtlichen Themen statt. Ergänzt wird das Museumsprogramm durch Führungen, Vorträge und Filmvorführungen. Ausstellungen zur aktuellen zeitgenössischen Kunst sowie zur Kunst des 20. Jahrhunderts runden das Museumsprogramm im Haus der Kultur ab.



Aktualisiert: 8.10.2021


Quellen:

  • Klaus Mohr (Hg.): Sudetendeutsche Heimatsammlungen von A bis Z. Online in Internet: URL: http://www.sudetendeutsches-archiv.de [Stand: 11.01.2021].
  • Michael Henker (Hg.): Die Heimatsammlungen der Sudeten- und Ostdeutschen in Bayern. München 2009, S. 103f.
  • Elke Keiper: Museen in Waldkraiburg. In: Waldkraiburg schaut zurück: Geschichte einer jungen Stadt / [Hrsg.: Stadt Waldkraiburg. Red.: Konrad Kern], 2., völlig überarb. Aufl., Waldkraiburg 2009, S. 323-333.

Fotografien:

  • Michael Henker (Hg.): Die Heimatsammlungen der Sudeten- und Ostdeutschen in Bayern. München 2009, S. 103f.


[1] Johannes Preuss, Frank Eitelberg: Das Werk Kraiburg der Deutschen Sprengchemie GmbH. In: Waldkraiburg schaut zurück: Geschichte einer jungen Stadt / [Hrsg.: Stadt Waldkraiburg. Red.: Konrad Kern], 2., völlig überarb. Aufl., Waldkraiburg 2009, S. 91-115. Siehe auch Gertraud Kesselgruber: Die Arbeitskräfte der DSC und das Kriegsende. In: Ebenda, S. 116-129.



HINWEIS

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