Sammlungen nach Herkunftsgebieten

Heimatstube Bolkenhainer Burgenland

Heimatstube Bolkenhainer Burgenland

Bild Schild

Brinkstraße 9A
im historischen Rathaus
46325 Borken

Trägerschaft
Bundesheimatgruppe Bolkenhainer Burgenland
und Stadt Borken


Öffnungszeiten
jeden 1. Mittwoch im Monat 15 - 18 Uhr
oder nach Vereinbarung (Kontakt: Hans-Jochen Meier; Tel.: 02861/4007; E-Mail: h-j.meier(Klammeraffe)web.de)

Zwischen den ehemaligen Bürgern von Stadt und Landkreis Bolkenhain und der Stadt Borken besteht seit 1965 eine Patenschaft. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt erfolgte auch die Einrichtung einer Heimatstube mit Andenken an das Bolkenhainer Burgenland. Zu betrachten sind Ansichten, Haushaltsgegenstände und Bunzlauer Geschirr. Sehenswert ist eine schlesische Tracht und eine reich bestickte Haube von 1860. Neben Originalurkunden finden sich auch die Heimatblätter von 1913-1941. Häufig frequentiertes Herzstück der "Bolkenhainer Heimatstube" ist das "Bolkenhainer Bildarchiv", das in acht Bänden historisch wertvolle, kommentierte Stiche und Fotografien zur Stadt- und Bevölkerungsgeschichte Bolkenhains und der angrenzenden Dörfer von den Anfängen bis zum Jahr 1946 enthält. Im Dokumentarzimmer finden sich alle Daten zu den Einwohnern, Immobilien, Vereinen und Verbänden und die Einwohner-Kartei.

Mit den Beständen aus der Heimatstube beteiligte sich die Heimatgruppe an verschiedenen Ausstellungen. So kam es beispielsweise zur Mitarbeit und Leihgaben für die Ausstellung „Aufbau West“ und Leihgaben zur Eröffnung des Schlesischen Museums zu Görlitz sowie zur Ausstellung „Deutsche und Polen“ im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Außerdem unterhält die Bundesheimatgruppe Bolkenhainer Burgenland eine Dauerausstellung mit alten Bolkenhainer Ansichten in der Bolkoburg im heute polnischen Schlesien.


Bild Regal


Bolkenhain [Bolków], im Jahre 1272 in einer Urkunde Herzog Boleslaus´ II. als "castrum Hain" erstmals erwähnt, befindet sich nördlich des Riesengebirges, am Fuße der Bolkoburg. Seinen vollständigen Namen erhielt der Ort durch den Sohn Boleslaus II., Herzog Bolko I. von Schweidnitz-Jauer, der 1278 Burg sowie Stadt erhielt und ausbaute. Im 14. Jahrhundert erlangte Bolkenhain wichtige stadtrechtliche Privilegien und erstarkte wirtschaftlich. Vor allem durch die Weberei erlebte die Stadt in der frühen Neuzeit einen Aufschwung, auch wenn sie im 17. Jahrhundert in Folge von Brand, Pest und Belagerung schwere Verluste erlitt. Noch im 18./19. Jahrhundert bestimmte die Leineweberei das Wirtschaftsleben; mit dem Unternehmen C.G. Kramsta & Söhne gelangten Bolkenhainer Textilien zu Weltruf.
Im Zweiten Weltkrieg blieb Bolkenhain von größeren Zerstörungen verschont. Später lebte die Textilindustrie in Bolków wieder auf; 1971 wurde die Stadt zum Kurort erklärt. Borken und Bolków gingen 1997 eine Partnerschaft ein.


Bilderwand





Quellen:

  • Dokumentation der Heimatsammlungen in Deutschland. Ein Projekt am Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg, 2008-2012.
  • Projekt "Dokumentation der Heimatstuben" am Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf, in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft "Ostdeutscher Museen, Heimatstuben und Sammlungen", gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen 2009.
  • Schlesisches Museum zu Görlitz: Projekt "Schlesische Heimatstuben in der Bundesrepublik Deutschland". 2000/2007. Online in Internet: URL: http://www.schlesisches-museum.de/hst/ [Stand 13.08.2008].
  • Herbert Schwinge: Die Bolkenhainer Heimatstube im Rahmen der Patenschaft mit der Stadt Borken. In: Kreis Borken (Hrsg.): Zusammen getragen: ostdeutsches Kulturgut im Kreis Borken. Borken 1989, S. 157.
  • Wolfgang Kessler: Ostdeutsches Kulturgut in der Bundesrepublik Deutschland. Ein Handbuch der Sammlungen, Vereinigungen und Einrichtungen mit ihren Beständen. Hg. von der Stiftung Ostdeutscher Kulturrat (OKR). München 1989, S. 274.


Fotografien:

  • Projekt "Dokumentation der Heimatstuben" am Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf, in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft "Ostdeutscher Museen, Heimatstuben und Sammlungen", gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen 2009.


HINWEIS

Das BKGE verfügt nicht über ein Archiv oder personenbezogene Dokumente. Für konkrete Anfragen, etwa zu bestimmten Personen und ihren Biographien oder zu Dokumenten wie Ortsplänen, Kirchenbüchern und historischen Fotografien, möchten wir Sie bitten, sich direkt an die Betreuer/innen der jeweiligen Heimatsammlungen zu wenden.
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