Sammlungen nach Herkunftsgebieten

Memel (Kreis)

Memelsammlungen

MARCHIVUM
Archivplatz 1
68169 Mannheim
Tel.: 0621/293-7027
Fax: 0621/293-7476
Internet: http://www.marchivum.de/


Öffnungszeiten

Montag bis Mittwoch 8:00-16:00 Uhr
Donnerstag 8:00-18:00 Uhr

 

Die Verlagsleitung der Heimatzeitung Memeler Dampfboot bat im Jahr 1953 die Stadt Mannheim um die Erneuerung der Patenschaft. Damit berief sie sich auf die im Rahmen der Ostpreußenhilfe erfolgte Unterstützung des Kriegshilfsvereins Badens für den Kreis Memel im Zeitraum von 1915 bis 1928.[1] Verbunden mit der Patenschaftsübernahme war die Bitte, eine Sammlung an Erinnerungsstücken für ein Memellandarchiv in Mannheim anzulegen. Zunächst kamen die Materialien der Memelländer nur sehr zögerlich zusammen, weshalb wiederholt Aufrufe in der Presse erschienen. Um eine geplante Sonderausstellung anlässlich des Heimattreffens in Mannheim 1955 zu bestücken, ließ die Stadt Mannheim vorwiegend Reproduktionen von Fotografien und historischen Karten anfertigen. Zeitweilig präsentierte das Reiß-Museum in Mannheim eine "Memel-Ecke mit Großfotos, Schautafeln und dem Stadtmodell von Memel".[2]

Mittlerweile befindet sich die Memelsammlung im Stadtarchiv Mannheim. Die Bestände sind in einem Findbuch erfasst. Darin werden private Dokumente, Notgeld und Briefmarken, Nachlasssplitter von Jenny Böse-Baum und Unterlagen zur Geschichte verschiedener Vereine (Memeler Eis- und Rollsport-Verein, Arbeiter-Gesang-Verein) aufgeführt. Etwa sechzig Zeichnungen von Hans Woede aus den Jahren 1956/1957 zeigen Kurenwimpel und Flaggenlisten. Im Archiv einzusehen sind verschiedene Literaturverzeichnisse, darunter eine Bibliographie des Memellandes (bis 1956) von Max Szameitat, die aufwendig gestaltet und mit Bernstein verziert als Geschenk der Memelländer an die Patenstadt Mannheim übergeben worden war. Ebenso ist die Patenschaftsurkunde im Archiv aufbewahrt. Zum Bestand gehört weiterhin eine umfangreiche Sammlung an Fotografien, die Landschaften, Stadtansichten, Portraits (NS-Politiker Dr. Neumann, Schriftsteller Rudolf Naujok, Carl Lange, Schriftstellerinnen Agnes Miegel und Charlotte Keyser) und die Memeltreffen in Mannheim und Hamburg während der 1950er Jahren darstellen.

 

Archiv der Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise e.V.

Parallel zur Mannheimer Sammlung gibt es ein Archiv der Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise e.V. (Dachverband der Memelländer), das im November 2010 nach Rastede/Wahnbek gezogen war und dort weiter inventarisiert werden sollte. 2011 erfolgte die Überlassung des Archivs als Dauerleihgabe an die Simonaitytes Bibliothek in Memel / Klaipeda in Litauen.

 

Aktualisiert am 10.03.2020


Quellen:

  • Dokumentation der Heimatsammlungen in Deutschland. Ein Projekt am Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg, 2008-2012.
  • Karin Gogolka: Feierliche Übergabe des AdM-Archivs. Online in Internet: URL: http://memelland.info/ [Stand: 27.02.2012].
  • Röder, Annemarie: Heimatmuseen, Heimatstuben und Sammlungen in Baden-Württemberg - Ein Überblick. In: Jahrbuch für ostdeutsche Volkskunde, 34 (1991), S. 400.
  • Arbeitsgemeinschaft Ostdeutscher Museen und Sammlungen in Baden-Württemberg (AGOMS) (Hg.), Werner Martin Dienel (Red.): Sammlungen deutscher Kultur in Baden-Württemberg. Ilshofen 1998, S. 49.
  • Innenministerium Baden-Württemberg (Hg.): Ostdeutsche Museen und Sammlungen in Baden-Württemberg. Sigmaringen 1988, S. 69.

 



[1] Vgl. Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise e.V. (Hg.): 70 Jahre Patenschaft 1915-1985. Mannheim Memel. Mannheim 1985. Siehe auch Stadtarchiv Mannheim, Hauptamt, Archivalienzugang: 56/1976 Nr. 499.

[2] Innenministerium Baden-Württemberg (Hg.): Ostdeutsche Museen und Sammlungen in Baden-Württemberg. Sigmaringen 1988, S. 69. Memel Stadt heißt Klaipėda, der Kreis Klaipėdos apskritis.

HINWEIS

Das BKGE verfügt nicht über ein Archiv oder personenbezogene Dokumente. Für konkrete Anfragen, etwa zu bestimmten Personen und ihren Biographien oder zu Dokumenten wie Ortsplänen, Kirchenbüchern und historischen Fotografien, möchten wir Sie bitten, sich direkt an die Betreuer/innen der jeweiligen Heimatsammlungen zu wenden.
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