Sammlungen nach Herkunftsgebieten

Landsberg (Warthe)

Heimatmuseum für Landsberg (Warthe) und die Neumark

Bild Fotografien

Parkallee 14
15517 Fürstenwalde


Öffnungszeiten
nach Vereinbarung, Eintritt frei


Kontakt
Maria Petzold
Stiftung Brandenburg
Diplom-Bibliothekarin
Tel.: 003361/310953
bibliothek@stiftung-brandenburg.de
http://www.stiftung-brandenburg.de


Anlässlich der 700-Jahrfeier Landsbergs übernahmen 1957 der Stadt- und auch der Landkreis Herford die Patenschaft über die Landsberger Körperschaften. Zwei Jahre später stellte die Stadt Räumlichkeiten für eine Heimatstube zur Verfügung. Die erste Ausgestaltung der Stube mit Bildmaterial, Landkarten, Wappen und Erinnerungsstücken unterstützte die Patenstadt und das Sozialministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie wurde am 15.11.1959 offiziell an die Bundesarbeitsgemeinschaft Landsberg (Warthe) – Stadt und Land übergeben.[1] Vorgesehen waren die Räume für die Einrichtung eines Archivs, aber ebenso zur Durchführung von Veranstaltungen. 1963 und 1984 konnte die Heimatstube räumlich erweitert und zum Museum ausgebaut werden. Nachdem die Bestände 1997 zwischenzeitlich ausgelagert waren, zog die Arbeitsgemeinschaft im Jahr 2000 in die Räume der Volkshochschule in der Stadtmitte von Herford ein.

 

Bild Ausstellung

 

Die Sammlung ist relativ umfangreich, da es immer wieder Zukäufe und Geschenke gibt. Bemerkenswert im Heimatmuseum für Landsberg sind die archäologischen Funde von F.G.F. Hobus, eine Taufschale und Abendmahlskelch, die vom Pfarrer aus der Kirche Kernein gerettet wurden, sowie neumärkisches Waldglas. Zudem haben sich Skizzen und auch Gemälde des Malers Ernst Hensel erhalten. Zum Bestand gehören unter anderem zwölf Fahnen, einige Münzen und Medaillen, Altarleuchter, Informationen und Material von Wilhelm Ogoleit, der in Landsberg eine Goethe-Sammlung angelegt hatte. Es finden sich zahlreiche Andenken und später erworbene Erinnerungsstücke, etwa alte Orgelpfeifen, die während der Restaurierung ausgebaut wurden. Polnische Souvenirs und Gegenstände zeugen von den frühzeitigen partnerschaftlichen Verbindungen, die die Bundesarbeitsgemeinschaft mit Gorzów Wielkopolski gesucht hat, darunter finden sich Geschenke und gemeinsame Publikationen. Das Kartenmaterial, welches zum großen Teil im Depot verwahrt wird, besteht aus Wandkarten, Messtischblätter und Dorfplänen. Ein Stadtmodell Landsbergs ist ebenso vorhanden. Archivordner sind gefüllt mit etwa 500 Fotografien zu Stadt- und Landkreis Landsberg. Im Archivbestand finden sich einige Unterlagen zur Schriftstellerin Christa Wolf, da sie in Landsberg (Warthe) geboren wurde. Von Carl Teike ist Notenmaterial vorhanden.

 

Bild Vitrine


Aus Berlin übernommen wurde die Heimatortskartei der Landsberger, die dort lange von der Herausgeberin des Heimatblattes betreut wurde. Relativ früh wurden Berichte über die Entwicklung Landsbergs/Gorzóws nach 1945 gesammelt. Parallel dazu wird auch die Tätigkeit der Bundesarbeitsgemeinschaft in der Bundesrepublik Deutschland dokumentiert. Die Bestände sind inventarisiert und im Heimatblatt wird regelmäßig über Neuzugänge berichtet. Häufig erstellte die Bundesarbeitsgemeinschaft Sonderausstellungen und beteiligte sich an den Tagen des Offenen Museums beziehungsweise der Kulturnacht in Herford.

Seit 1995 besteht ein Freundschaftsvertrag zwischen Herford und Gorzów [Landsberg] und gemeinsam werden deutsch-polnische Projekte durchgeführt, etwa Spenden gesammelt für den Bau des Brunnens, die Restaurierung der Orgel und Grabsteinüberführung aus Berlin nach Gorzów. Darüber hinaus verlieh das Heimatmuseum Objekte an das städtische Museum in Gorzów und Bilder an das Haus Brandenburg in Fürstenwalde.





Quellen:

  • Dokumentation der Heimatsammlungen in Deutschland. Ein Projekt am Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg, 2008-2012.
  • Museumsinitiative in Ostwestfalen Lippe e.V.: Heimatmuseum für Landsberg (Warthe) und die Neumark. Online in Internet: URL: http://www.museumsinitiative-owl.de/musen/a3_56.htm [Stand: 21.05.2009].
  • Ursula Hasse-Dresing: Neues aus dem Museum. In: Heimatblatt der ehemaligen Kirchgemeinden Landsberg/Warthe Stadt und Land 35 (2007), S. 7.
  • Walter Engel und Hans-Jürgen Schuch: Ostdeutsches Kulturerbe. Museen - Heimatstuben - Sammlungen in Nordrhein-Westfalen. Berlin 2001, S. 71f.
  • M.G.M. Antoni: Ostdeutsche Museen und Sammlungen in der Bundesrepublik Deutschland und Österreich. Hg. Vom Bundesministerium des Innern. Bonn o.J. [1990], S. 108.
  • Wolfgang Kessler: Ostdeutsches Kulturgut in der Bundesrepublik Deutschland. Ein Handbuch der Sammlungen, Vereinigungen und Einrichtungen mit ihren Beständen. Hg. von der Stiftung Ostdeutscher Kulturrat (OKR). München 1989, S. 205f.
  • Hans Beske: Am Beispiel der Patenschaft Herford - Landberg/Warthe. Eine Bilanz zwanzigjähriger partnerschaftlicher Kooperation. In: Der gemeinsame Weg 3/4 (1976), S. 9-13.
  • Erich Hecht: Die Neumärkische Heimatstube in der Landsberger Patenstadt Herford. In: Landsberger Heimat. Blätter für Geschichte und Landeskunde der Neumark. 3. Folge. Herford 1960, S. 24-28.

 

Fotografien:

  • Projekt "Dokumentation der Heimatstuben" am Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf, in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft "Ostdeutscher Museen, Heimatstuben und Sammlungen", gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen 2009.

 



[1] Vgl. Alfons Perlick: Das West-Ostdeutsche Patenschaftswerk in Nordrhein-Westfalen. Geschichte, Berichte und kulturelle Aufgaben. Mit einem Verzeichnis der west-ostdeutschen Patenschaften in der Bundesrepublik. Düsseldorf 1961 (Schriftenreihe für die Ost-West-Begegnung, Kulturheft, 38), S. 82.


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