Sammlungen nach Herkunftsgebieten

Altker-Heimatstube

Altker-Heimatstube (zwischengelagert)

ab 2024
im Museum im Fruchtkasten
Tübinger Straße 30
71083 Herrenberg


Kontakt

Tel.: 07032/924-224
E-Mail: info@herrenberg.de 
Internet: erlebnis-herrenberg.de


Öffnungszeiten ab 2024
Mittwoch und Sonntag
15:00-18:00 Uhr

1971 übernahm die Stadt Herrenberg die Patenschaft und ermöglichte 1984 die Einrichtung einer Heimatstube für die ehemalige deutsche Bevölkerung des Ortes Altker [Zmajevo / Змајево]. Die in der Volkshochschule untergebrachte Sammlung informierte über ihre Geschichte und Alltag. Zu den Sachgütern zählten Trachten, Stickereien, Münzen, Sakralien, Hausrat und landwirtschaftliche Geräte. Die traditionsreiche Hanfverarbeitung wurde mittels einer kompletten Seilereianlage mit Handwerksgeräten und Erzeugnissen eines Seilermeisters veranschaulicht. Johann Bissinger brachte seine Fachkenntnisse in der neuen Heimat ein, indem er in Hof und Schuppen an seiner Seilspinnmaschine arbeitete, während er seinen Lebensunterhalt in einer Baumwollspinnerei verdiente.

Um den Besuch der Heimatstube zu fördern entschloss sich die  VHS Herrenberg, ihre Integrationskurse in der Heimatstube stattfinden zu lassen. Insofern ist die Heimatstube zu einem Ort geworden, an dem sich Migrationsgeschichte und Migrationsgegenwart treffen. Im Rahmen dieses Prozesses erfuhr die Altker-Stube auch einen weiteren Wandel, weg von einem primär sinnstiftenden Ort für die Altkerer hin zu einer kulturhistorischen Einrichtung, die eine bedeutende Phase der Migrationsgeschichte nach Herrenberg dokumentiert. 

Im Rahmen der Diskussionen um die Errichtung eines städtischen Museums im sog. Fruchtkasten kam die Idee auf, Altker Exponate in die neue Präsentation zu übernehmen. Eine Idee, die von der losen, nicht institutionalisierten Gruppe der Altkerer, die Eigentümerin dieser Sammlung ist, unterstützt wurde. Im Juni 2020 wurde die Sammlung im Gebäude der VHS abgebaut und ist nun in einem städtischen Depot zwischengelagert. Vorausgegangen war eine ausführliche Dokumentation der Sammlung durch das Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen, die durch eine großzügige private Spende ermöglicht worden war.

Geplant ist, das neue Stadtmuseum in dem ehemaligen Lagergebäude aus der Frühen Neuzeit (errichtet 1683/84) 2024 zu eröffnen, wo dann gezielt ausgewählte Stücke aus der Altker Sammlung zu sehen sein werden.

 

 

Bild Seilspinnmaschine
Seilspinnmaschine der Firma B. C. Reutlinger, Frankfurt/M.



Aktualisiert: 20. Juli 2020


Quellen:

  • Annemarie Röder (Hg.): Gerettet - gesammelt - gesichtet: Heimatsammlungen von Vertriebenen und Flüchtlingen in Baden-Württemberg. Stuttgart 2012, S. 44.
  • Projekt zur Erfassung der Heimatstuben in Baden-Württemberg 2010. Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg in Stuttgart, im Auftrag des Innenministeriums Baden-Württemberg.
  • Röder, Annemarie: Heimatmuseen, Heimatstuben und Sammlungen in Baden-Württemberg - Ein Überblick. In: Jahrbuch für ostdeutsche Volkskunde, 34 (1991), S. 400-431.

 

Fotografie:

HINWEIS

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