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Archivführer Stettin

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Familienarchive von Dewitz

Erstmals erwähnt wird die Familie Dewitz in Pommern 1319, als Ekhard Dewitz als Zeuge in einer Urkunde des pommerschen Herzogs Wartislaw IV. genannt wird. 1353 wird Ulrich Dewitz als Herr der Stadt Daber und der umliegenden Dörfer erwähnt. 1568 wurden die Güter zwischen einzelnen Vertretern der Familie aufgeteilt. Die Bedeutung der Dewitz wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts geschwächt, u. a. infolge des Zusammenbruchs des Bankhauses Loitz (Verlust von 40 000 Talern). Erst an der Wende zum 18. Jahrhundert erlangten die Dewitz ihre Bedeutung zurück. Im 18. Jahrhundert besaßen sie schon rund 40 Güter in der Umgebung von Naugard und Daber. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gingen die Hauptgüter der Familie durch Verkauf und Teilung in fremde Hände über. Es blieben ihr aber die Güter in Meesow, Wussow und Maldewin sowie in einigen nahegelegenen Dörfern. So entstanden von den Namen der Güter abgeleitete Zweige der Familie Dewitz: von Meesow, von Wussow und von Maldewin. 1853 bildete sich der Stamm Dewitz-Krebs, als Werner von Dewitz, der Besitzer der Güter Weitenhagen und Voigtshaben, den Mädchennamen seiner Frau seinem Familiennamen hinzufügte.

Das Archiv des Geschlechts derer von Dewitz befand sich anfangs in Daber, wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert aber nach Gut Hoffelde gebracht. 1794 wurden diese Akten durch eine Verordnung Friedrich Wilhelms II. geordnet und in 12 Sachgruppen unterteilt (Tituli). In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Bestand in vier Teile aufgeteilt, wodurch später vier eigene Archivbestände entstanden: 1. Dewitz-Meesow, 2. Dewitz-Wussow, 3. Dewitz-Krebs und 4. Dewitz-Maldewin. Zwischen 1906 und 1912 bearbeitete Prof. David Gantzer die Geschichte der von Dewitz; sein Buch erschien 1912 und 1913. 1919 wurde aus den Handschriften Gantzers die Sammlung Dewitz-Gantzer gebildet.

1908 übergab Anna von Dewitz aus Wussow das Familienarchiv als Depositum an das Staatsarchiv Stettin. Die Materialien wurden geordnet und in zwei Teile geteilt: I. Familienarchiv, II. Burggericht; der Bestand hieß nun Familienarchiv von Dewitz-Wussow. 1943 wurde der Bestand nach Pansin ausgelagert, von wo aus er 1946 nach Stettin zurückkehrte.

Die Akten der Familie aus Meesow wurden 1907 von Oskar von Dewitz im Staatsarchiv Stettin hinterlegt. Nach der Ordnung wurde der Bestand Familienarchiv von Dewitz-Meesow genannt und in zwei Teile untergliedert – das allgemeine Familienarchiv und das Archiv der Familie in Hoffelde. Dieser Bestand ist im Grunde ein integraler Bestandteil des Archivs der von Dewitz-Wussow, da beide von einer Kanzlei erstellt wurden. Auch der Bestand Dewitz-Meesow wurde 1943 nach Pansin gebracht und kehrte 1946 unvollständig nach Stettin zurück.

Ebenfalls 1907 wurden die Akten der Dewitz aus Maldewin als Deposit nach Stettin gegeben. Er wurde als Familienarchiv von Dewitz-Maldewin geführt, wurde wie die anderen Dewitz-Bestände nach Pansin ausgelagert und kehrte anschließend nach Stettin zurück.

1907 deponierte Kapitän Werner von Dewitz-Krebs aus Berlin im Stettiner Archiv einen Teil des Familienarchivs, das 1913 um andere Materialien über die Güter Weitenhagen und Welheim im Herzogtum Halberstadt ergänzt wurde. Der Bestand Familienarchiv von Dewitz-Krebs kam ebenfalls nach Pansin und kehrte 1946 unvollständig nach Stettin zurück.

Das Schicksal der Handschriften D. Gantzers, das Familienarchiv von Dewitz-Gantzer, war während des Zweiten Weltkriegs identisch mit dem der anderen Dewitz-Archive.

Literatur

Gantzer, D.: Geschichte der Familie von Dewitz, 2 Bde., Halle 1912–1913.

MSz

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Stand: 30.11.2004

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