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Archivführer Stettin

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Begriff: Stettin

80 Bestände:

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0002 Herzoglich Stettiner Archiv (Rep. 4, Archiwum Książąt Szczecińskich)

[1209] 1440–1808 [1828]; 9142 AE, 213 lfm.

Die Herausbildung eines pommerschen Staates reicht bis zum Ende des 11. Jahrhunderts zurück. Als erster historischer Herrscher Pommerns gilt Wartislaw (Warcisław) I., der Gründer der Greifendynastie. Er wurde in den zwanziger Jahren des 12. Jahrhunderts polnischer Lehnsmann. Zu jener Zeit formte sich ein Staat mit einer eigenen, an polnischen Vorbildern orientierten Verwaltung heraus. Seit 1181 war das Herzogtum Pommern ein Lehen des deutschen Reiches, obschon es zwischen 1184 und 1221 vorübergehend ein dänisches Lehen war.

Im 13. Jahrhundert spielten sich in Pommern entscheidende Wandlungsprozesse ab. Ein Netz von Lokationsstädten entstand, die zu Magdeburgischem und lübischem Recht gegründet wurden. Auch das Land wurde schrittweise umgestaltet und kolonisiert. Die wirtschaftlichen Veränderungen führten zur Entstehung einer Ständegesellschaft. Im 12. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde das Herzogtum vom Herzog persönlich verwaltet, der in seinen Händen die Legislative, Exekutive und Jurisdiktion vereinte. In späterer Zeit wurden seine Rechte zugunsten der Stände eingeschränkt, die bei den wichtigsten Fragen der Außen- und Innenpolitik, vor allem aber in Steuersachen mitentschieden.

Seit den dreißiger Jahren des 13. Jahrhunderts entwickelte sich eine Kanzlei des pommerschen Herzogs. Die Produktion von Pergamenturkunden stieg an, deren Aufbewahrungsort immer sorgsamer behütet wurde.

Im Jahre 1295 wurde der Greifenstaat in die beiden Herzogtümer Wolgast und Stettin aufgeteilt, womit die Aufspaltung Pommerns ihren Anfang nahm. Gleichzeitig versuchten die Camminer Bischöfe, aus einem Teil Pommerns ein in territorialer Hinsicht eigenständiges Bistum zu bilden. Die feudale Zersplitterung Pommerns dauerte bis 1478, als es Bogislaw (Bogusław) X. gelang, das Land zu einen. Unter seiner Herrschaft bildeten sich die zentralen Staatsverwaltungsorgane endgültig heraus, deren erstes die pommersche Kanzlei mit dem Kanzler an ihrer Spitze war, welche die Aktivitäten des Herzogs bei der Außen- und Innenpolitik unterstützte. Dann ist das Marschallamt zu nennen, das die Hofräte, die herzogliche Wache, den Hof und die Dienerschaft überwachte sowie sich um die Sicherheit der herzoglichen Person sorgte und für die Einhaltung des Hofzeremoniells Sorge trug. Das dritte zentrale Organ war schließlich der Landrentmeister, dem die Erhebung der Steuern oblag. Zusätzlich richtete Bogislaw X. als höchste gerichtliche Instanz des Herzogtums ein Hofgericht ein, das bis 1575 mit der Kanzlei verbunden war. Die herzoglichen Domänen wurden von Ämtern verwaltet, an deren Spitze Amtmänner standen.

Gegen Ende der Herrschaftszeit Bogislaws X. gewann der Protestantismus in Pommern immer mehr Anhänger; 1534 wurde er Staatsreligion, als die Herzöge sich auf dem Landtag in Treptow für ihn aussprachen. 1532 wurde das Land wieder aufgeteilt – in das Herzogtum Wolgast (Philipp I.) und das Herzogtum Stettin (Barnim XI.). Eine Enklave war das protestantische Fürstbistum, das seit 1566 eine Sekundogenitur der Greifendynastie war.

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts kam es zu einem schrittweisen Aussterben der Greifen. 1625 herrschte der letzte Herzog Bogislaw XIV. wieder über das gesamte Herzogtum Pommern. Nach seinem Tod im Jahre 1637 und dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs 1648 wurde der Greifenstaat zwischen Schweden und Brandenburg aufgeteilt. Letztendlich fielen durch das Grenzabkommen von Stettin 1653 die Gebiete westlich der Oder einschließlich der Gebiete an Oder, Dammschem See, Stettiner Haff und Dievenow mit den Städten Greifenhagen, Altdamm, Gollnow und Cammin an den König von Schweden. Die Gebiete östlich davon gingen an den Kurfürsten von Brandenburg.

Die Teilung des Herzogtums 1532 zwischen Barnim XI. und Philipp I. führte zugleich zu einer Trennung des Archivs. Es wurde seinerzeit bestimmt, daß auf der Burg Wolgast jene Urkunden vereint werden sollten, die den gesamten Greifenstaat betrafen. In Stettin sollten lediglich solche Archivalien verbleiben, die das Herzogtum Stettin betrafen, und außerdem Abschriften der wichtigsten gesamtstaatlichen Dokumente. Entgegen diesem Abkommen wurde Wolgast aber nicht zum Hauptarchiv des Staates. Beide Einrichtungen waren gleichrangig, doch mit der Zeit erlangte das Archiv auf der Stettiner Burg ein Übergewicht.

1642 wurden nach dem Aussterben der Greifendynastie Repertorien für die Akten des Stettiner Archivs angefertigt. Es handelte sich damals bereits um einen abgeschlossenen Bestand aus zwei Teilen (Pars I, II). Der erste Teil zählte 133 Sachgruppen mit Bezug auf die Greifendynastie sowie auf Kontakte mit dem Ausland, der zweite umfaßte 54 Gruppen über innere Angelegenheiten des Herzogtums. Darüber hinaus wurde dem Archiv 1653 als dritter Teil (Pars III) das Archiv des Herzogtums Cammin angeschlossen.

Diese Materialien wurden von der schwedischen Verwaltung übernommen. Nach dem Frieden von Stockholm 1720 verzichtete Schweden auf Stettin und übergab die Archivalien des nicht mehr bestehenden pommerschen Staates den preußischen Behörden. Sie wurden von der 1723 entstandenen Pommerschen Kriegs- und Domänenkammer in Stettin übernommen, die sie später an die Pommersche Regierung weitergab. Die Archivalien wurden im Stettiner Schloß gelagert; eine Inventarisierung der Akten ergab zahlreiche Lücken in der alten Registratur. Der 1767 zum Archivar berufene Rat Stiege ordnete den Bestand nach dem erhaltenen Repertorium von 1642 und fügte hier auch Akten aus den laufenden Registraturen der Regierung und des Landesarchivs ein.

Weitere Arbeiten am herzoglichen Archiv wurden 1811 im Zuge der Aufteilung der Akten auf die reformierten preußischen Verwaltungsbehörden unternommen. In ihrem Ergebnis wurden die herzoglichen Archivalien sowie die von anderen ehemaligen Kanzleien erzeugten Dokumente zwischen der Regierung Stettin und dem Oberlandesgericht in Stettin aufgeteilt, wo man sie, da sie für die Arbeit der Ämter bald als nutzlos gehalten wurden, auf dem Dachboden des Stettiner Schlosses lagerte. Zu einem neuerlichen Interesse an diesen Akten kam es, nachdem Kanzler Hardenberg 1819 eine Verordnung über die Archivalien erlassen hatte. Die alten Akten wurden durchgesehen und den laufenden Registraturen entnommen, um sie dann dem in Stettin gegründeten Provinzialarchiv zu überweisen. Bei der Absonderung des Bestands betrachteten die Archivare die von der Pommerschen Regierung zwischen 1653 und 1808 erzeugten Akten als integralen Bestandteil der Registratur des Archivs der Herzöge von Stettin. Außerdem wurden seinerzeit einige Akten in das herzogliche Archiv aufgenommen, die von der schwedischen Regierung und der Pommerschen Kriegs- und Domänenkammer stammten. Bei der Ordnung der Archivalien wurde das System des Repertoriums von 1642 mit seiner Unterteilung in Pars und Titulus aufrechterhalten. 1933 wurde das Herzoglich Stettiner Archiv wegen der Neuaufstellung des Bestands in den Magazinen des Archivs als Repositur 4 (Rep. 4 Herzoglich Stettiner Archiv) bezeichnet.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Herzoglich Stettiner Archiv zerstreut. Ein Teil des Bestands gelangte nach Spantekow auf Rügen, ein Teil nach Pansin. Von diesem Aufbewahrungsort wurden die Archivalien im Mai 1947 nach Stettin zurückgebracht. Dagegen wurden die Akten aus Spantekow von den deutschen Archivaren in Greifswald gelagert. 1961 übergab das Archiv in Greifswald (damals DDR) im Zuge des Aktenaustauschs einen Teil der herzoglichen Akten an das Stettiner Archiv. Im Landesarchiv in Greifswald: Rep. 4 Herzoglich Stettiner Archiv, 2600 AE, 37,9 lfm., aus den Jahren 1564–1812. Im Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem: HA XV Pommern, Rep. 4 Herzoglich Stettiner Archiv, 2 AE, aus dem Jahre 1630.

Inhalt

Teil (Pars) I.

Religion, Einführung der Reformation, Kirchenorganisation, Zeremonien und religiöse Dispute, Angelegenheiten anderer Religionen (Juden und Katholiken), Berichte von den Beratungen der pommerschen Landtage und der deutschen Reichstage, Korrespondenz mit dem Kaiser über Religion und Schulwesen, aus den Jahren 1440–1809, 94 AE.

Rechtlich-politisches Verhältnis des Herzogtums zum Reich, Korrespondenz mit dem Kaiser, kaiserliche Mandate, Reichstage, politische Bündnisse, Einhaltung des allgemeinen Landfriedens, Schmalkaldischer Bund, Steuer für den Türkenkrieg, Militärkontingente des Herzogtums, aus den Jahren 1507–1790, 153 AE.

Finanzleistungen des Herzogtums zugunsten des Reiches, Festlegung der Höhe der Leistungen, Beschlüsse der Landtage des Herzogtums über Finanzangelegenheiten, aus den Jahren 1521–1703, 28 AE.

Landtage des Herzogtums, Sitzungsprotokolle, Debatten, Beschlüsse, aus den Jahren 1531–1721, 84 AE.

Münzprobleme, Münzprägung, Währungsparitäten, Münzvorschriften, aus den Jahren 1549–1662, 58 AE.

Lehnsabhängigkeit des Herzogtums Pommern vom Kaiser, Formeln für den Lehnseid, Lehnslisten, Forderungen der Kurfürsten von Brandenburg gegenüber den Herzögen, Verpflichtungen des Herzogtums, aus den Jahren [1417] 1541–1696, 25 AE.

Gegenseitige Erbfolge zwischen Brandenburg und Pommern, Abkommen zur Nachfolge, Verhandlungen zwischen Brandenburg und Schweden über die Teilung Pommerns, aus den Jahren 1558–1680, 21 AE.

Polonica, Abkommen und Bündnisse des Herzogtums Pommern mit Polen, Wahlen in Polen, das Lauenburg-Bütower Lehen, Grenzfragen und -händel, von Polen geführte Kriege, Beteiligung von Vertretern der Greifen bei den Reichstagen in Warschau, Handelskontakte, aus den Jahren [1325] 1525–1747, 24 AE.

Pommersche Gesandtschaften nach Polen, Berichte der Gesandtschaften, Instruktionen für die Gesandten, Anleihe für Zygmunt August, Einberufung einer Kommission für Grenzfragen, Abschriften polnischer Reichstagsbeschlüsse und Konstitutionen, aus den Jahren 1560–1787, 25 AE.

Schiffahrt auf Warthe, Netze und Oder, Abkommen über Handel und Schiffahrt, Zollfragen, aus den Jahren 1511–1773, 32 AE.

Pommersch-polnische Grenze, Beschreibungen der Grenze, Grenzhändel, Einberufung einer Kommission für Grenzfragen, Grenzerhebungen, Grenzmatrikel, Grenze zwischen Polen und der Neumark, aus den Jahren [1251] 1538–1773, 32 AE.

Andere Polonica, Breslauer Stapelrecht, Handelsbeziehungen mit Breslau und Danzig, Treffen Herzog Barnims mit Zygmunt August in Danzig (1552), Aufruhr in Danzig, Korrespondenz über Schulden, Raub, Diebstähle, Verfolgung von Verbrechern, Vermittlung, Hilfe für Polen im Krieg gegen die Türkei, polnisch-preußische Grenzabkommen, Warschauer Traktat zwischen Polen und Preußen, aus den Jahren 1512–1773, 83 AE.

Beziehungen mit Parma und dem Königreich Sardinien, Handels- und Militärfragen, aus den Jahren 1551–1751, 3 AE.

Beziehungen mit Spanien und Portugal, französisch-spanische Kriege, englisch-spanische Kriege, Niederlande, Handelsfragen, aus den Jahren 1558–1719, 8 AE.

Beziehungen mit England und Schottland, Religionskriege, Schiffahrt und Handel, aus den Jahren 1539–1801, 10 AE.

Frankreich und Navarra, Kriege in Frankreich, Reisen von Hochadligen nach Frankreich, französische Emigration, darunter die Hugenotten in Stettin und in Pommern, Handel mit Frankreich, aus den Jahren 1584–1804, 8 AE.

Niederlande, Kriege, Schiffahrt, Zollfragen, Handel, Verfolgung von Verbrechern, aus den Jahren 1557–1815, 18 AE.

Schweden, Dänemark, Lübeck und Hamburg, Abkommen und Pakte mit Dänemark und Schweden, Schiffahrt und Handel, Friedenskongreß in Stettin (1570), Durchmarsch und Einquartierung schwedischer Truppen in Pommern, Dreißigjähriger Krieg, Sundzölle, Verwaltungstätigkeit und Erbfolgerecht Schwedens in brandenburgisch Pommern, Kontakte der Behörden im schwedischen und im brandenburgisch-preußischen Teil Pommerns, aus den Jahren 1507–1801, 160 AE.

Livland, Moskau, Kurland, Gesandtschaften nach Moskau und Livland, Polens Ansprüche darauf, Korrespondenz mit den Herzögen von Kurland (Heiraten), Beziehungen Kurlands mit Polen, Durchreise einer russischen Gesandtschaft durch Stettin, Durchmarsch russischer Truppen durch Pommern (Siebenjähriger Krieg), aus den Jahren 1557–1801, 43 AE.

Österreich, Bayern, Pfalz und Sachsen, Handel, Zölle, Korrespondenz der pommerschen Herzöge mit den jeweiligen Herzogsgeschlechtern, aus den Jahren 1504–1635, 16 AE.

Pfalz, Verträge mit dem Herzogtum Pfalz, Beginn des Dreißigjährigen Kriegs, Korrespondenz mit den Herrscherhäusern in Österreich, Bayern, Nassau, Böhmen, Westfalen, Württemberg, Schlesien und Ungarn sowie mit den Magistraten von Augsburg und Regensburg, aus den Jahren 1576–1777, 28 AE.

Sachsen, familiäre Verbindungen, Reisen nach Sachsen, Handel, Zölle, die Zerstörung Magdeburgs, Desertionen, Eintreibung von Schulden, aus den Jahren 1515–1762, 43 AE.

Mansfeld, Militärfragen, Verschuldung der Grafschaft Mansfeld, Auseinandersetzungen, Schulden, Handel, aus den Jahren 1554–1774, 20 AE.

Hessen, Angelegenheiten des in Hessen regierenden Hauses, Salzerzeugung, aus den Jahren 1543–1763, 6 AE.

Jülich, innere und familiäre Angelegenheiten des Herzogshofs, Handel, Geldforderungen, aus den Jahren 1538–1771, 10 AE.

Franken, Korrespondenz mit dem Bischof von Würzburg und dem Herzogtum Nassau-Usingen über Untertanenfragen, aus den Jahren 1564–1753, 3 AE.

Baden, Informationen über die Markgrafen von Baden, aus den Jahren 1589–1774, 4 AE.

Anhalt, Personalien der Herzöge von Anhalt, Korrespondenz beider Höfe über Untertanen- und Erbfragen, aus den Jahren 1549–1765, 6 AE.

Verträge mit Brandenburg, Erbfolge zwischen Brandenburg und Pommern, aus den Jahren [1421] 1518–1632, 43 AE.

Oderzölle, Schiffahrt und Zölle, Zollauseinandersetzungen mit Frankfurt a. O., Zoll in Küstrin, Prenzlau, Schwedt und Odersburg, Schiffahrt auf Oder, Elbe und Havel, Oderregulierung, Handel mit Dänemark, Auseinandersetzungen Stettins mit Stefan Loitz, aus den Jahren 1531–1632, 43 AE.

Grenze mit der Mark, Grenzstreitigkeiten, Auseinandersetzungen, Grenzziehung, gütliche Einigungen, aus den Jahren 1510–1803, 69 AE.

Brandenburg, bilaterale Beziehungen, Reisen der Stettiner Herzöge in die Mark Brandenburg, Verfolgung von Verbrechern, Eintreibung von Schulden, aus den Jahren 1500–1782, 85 AE.

Braunschweig, Lüneburg, Personalien des in Braunschweig regierenden Hauses, herzogliche Reisen, litauische und livländische Fragen, Durchmarsch braunschweigischer Truppen zum Krieg in Preußen (1563), Auseinandersetzungen zwischen beiden Höfen, die Lüneburger Salinen, Salzhandel, aus den Jahren 1519–1749, 42 AE.

Mecklenburg, Erbabkommen, Korrespondenz über Untertanenfragen, aus den Jahren 1498–1764, 6 AE.

Mecklenburgische Zölle, aus den Jahren 1560–1636, 3 AE.

Mecklenburgische Grenze, Grenzstreitigkeiten, aus den Jahren 1530–1801, 9 AE.

Mecklenburgische Politik, Verbindungen der Herrscherfamilien, Übereinkünfte, Handel, Erbansprüche von Untertanen, Beziehungen Mecklenburgs mit Rostock, Unruhen und innere Verhältnisse in Mecklenburg, aus den Jahren 1478–1784, 55 AE.

Preußen, der Krieg in Livland, innere Verhältnisse im Herzoglichen Preußen, Umbenennung des Königlichen Preußens in Westpreußen, aus den Jahren 1556–1773, 20 AE.

Holstein, Verbindungen der Herrscherfamilien, Verfolgung von Verbrechern, aus den Jahren 1556–1774, 13 AE.

Schlesien, Liegnitz, Brieg, Personalien der schlesischen Herzöge, Siebenjähriger Krieg, die Breslauer Privilegien, die Befestigungen von Schweidnitz, Schulden schlesischer Herzöge, Erbangelegenheiten, aus den Jahren 1573–1776, 14 AE.

Kontakte mit verschiedenen Höfen, Personalien von Herrscherfamilien, Gründe für den Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs, Ehrenkonsule von Amerika und England, Informationen über Kometen, religiöse Dispute, Traktat über die Reiterei, aus den Jahren 1576–1811, 24 AE.

Bistum Straßburg, innere Angelegenheiten der Stadt und des Bistums, Personalien der Bischöfe aus den Jahren 1589–1634, 5 AE.

Landtage, Konvokationsschreiben, Verlauf der Landtagssitzungen und Landtags-Abschiede, aus den Jahren 1535–1637, 36 AE.

Dreißigjähriger Krieg, Verteidigungsgesetzgebung des Reiches, Informationen über einzelne Kriegsabschnitte, Korrespondenz der pommerschen Städte mit den militärischen Anführern, Landung schwedischer Truppen in Pommern, Eindringen der polnischen leichten Kavallerie (Lisowczycy) in Pommern, Blockade der Häfen, Eindringen kaiserlicher Truppen nach Pommern, Verteidigung von Stettin (Verzeichnisse der Munitionsvorräte), Kontributionen, Plünderungen und Raubzüge der Armeen, Einrichtung einer provisorischen schwedischen Verwaltung für Pommern und die schwedisch-brandenburgischen Abkommen, aus den Jahren 1609–1678, 85 AE.

Gesandtschaften und Abkommen, Einquartierung fremder Truppen, pommersche Gesandtschaften an Herrscherhöfe, Abkommen zwischen König Gustav Adolf und Bogislaw XIV., der Tod Gustav Adolfs, Verteidigung von Stettin, persische Gesandtschaft in Stettin (1715), aus den Jahren 1628–1715, 40 AE.

Militaria, Informationen über den Dreißigjährigen Krieg, Abkommen Herzogs Bogislaws mit den Befehlshabern der schwedischen und kaiserlichen Armeen, Forderungen der Militärbefehlshaber, aus den Jahren 1627–1635, 5 AE.

Lehnshuldigungen, Register der dem Herzog von den Städten und dem Adel geleisteten Huldigungen, Angaben über Adelsgeschlechter, darunter kaschubische, Erneuerung von Lehnsprivilegien sowie Landtagsbeschlüsse über Lehnsfragen, aus den Jahren 1494–1793, 190 AE.

Genealogie der pommerschen Herzöge, genealogische Tafeln der Greifen, Informationen über einzelne Mitglieder der Herzogsfamilie, Eigentums- und Erbfragen, Prophezeiungen zur Zukunft des Geschlechts, Horoskope, Aufstellungen von Kostbarkeiten, Bücherverzeichnisse, die Lubinus-Karte, Eheverbindungen mit anderen Herrscherhäusern, aus den Jahren 1499–1706, 70 AE.

Herzog Barnim XI., Beziehungen des Herzogs mit Brandenburg und anderen Staaten des Reichs sowie mit Polen, Auseinandersetzungen des Herzogs mit dem Adel über Lehnsgüter, Horoskop des Herzogs, aus den Jahren 1532–1602, 15 AE.

Erbe und Nachlaß Herzog Barnims XI., Testament des Herzogs, seine Schulden, Inventar der Kostbarkeiten, Streitigkeiten unter den Erben, Tod von Barnims Frau, aus den Jahren 1539–1604, 9 AE.

Teilung des Herzogtums Pommern zwischen Mitgliedern des Herrscherhauses, Abkommen der Herzöge, Kleinodien Bogislaws X., Teilung des Herzogtums (1531/1532), Gründung des Pädagogiums, Übereinkünfte zwischen folgenden Angehörigen des Geschlechts: Kasimir IX., Bogislaw XIII., Philipp II., Franz I., Bogislaw XIV., Georg II., Ulrich, Tod und Beerdigung der Herzöge Kasimir IX., Philip II., Franz I., Ulrich und Bogislaw XIV., aus den Jahren [1402] 1523–1667, 98 AE.

Herzogtum Wolgast, Tod und Testament Philipps I. sowie seiner Frau, das Zeughaus in Wolgast, Erben Herzog Philipps I., Grenzfragen des Herzogtums, aus den Jahren 1536–1617, 10 AE.

Erbverträge zwischen den Herzögen von Stettin und Wolgast, aus den Jahren 1563–1590, 3 AE.

Verwaltung des Herzogtums Wolgast, Landesverteidigung, die Kosmographie von Münster, Ordnungsvorschriften, Beziehungen zum Herzog von Kurland, Universität Greifswald, Klöster, Kirchen, Besatzung von Wolgast, Schulden des Herzogs, Ämterbesetzung, herzogliche Güter, städtische Privilegien, Lehnsfragen, Schützenbruderschaften, aus den Jahren 1538–1705, 58 AE.

Zusammenkünfte von Beratern und Beamten der Herzöge von Stettin und Wolgast, gemeinsame Abstimmungen zur Außenpolitik, darunter auch mit Polen, sowie zur Innenpolitik, aus den Jahren 1537–1606, 22 AE.

Zölle, Zollprivilegien, Zollstreitigkeiten, Handelsfragen, aus den Jahren [1424] 1551–1795, 8 AE.

Abgaben für den Fischfang, Ordnungen zum Fischfang, Fischhandel, Auseinandersetzungen und Beschwerden, aus den Jahren 1535–1625, 14 AE.

Die Herzöge von Wolgast, Studien der Herzöge, Testamente, Ableben, Versorgung der Witwen, aus den Jahren 1529–1629, 17 AE.

Familie von Wussow, Lehnsgüter der Familie, Familienangehörige, aus den Jahren 1507–1747, 14 AE.

Grenzprobleme, Grenzauseinandersetzungen und -abkommen des Herzogtums Stettin mit dem Herzogtum Wolgast sowie die Grenzen zwischen Hinter- und Vorpommern, aus den Jahren [1310] 1525–1817, 27 AE.

Familie von Schulenburg, Auseinandersetzungen mit den Herzögen, mit der Kirche und Gemeinden, aus den Jahren 1527–1666, 20 AE.

Familie von Eickstedt, Besitz- und Familienverhältnisse, aus den Jahren 1579–1764, 1 AE.

Familie von Polchow (Neuhaus), Besitz- und Familienverhältnisse, aus den Jahren 1600–1612, 1 AE.

Familie von Ramin, Besitz- und Familienverhältnisse, aus den Jahren 1574–1618, 1 AE.

Familie Trampe und Steiwehr, Besitz- und Familienverhältnisse, aus den Jahren 1519–1678, 3 AE.

Stadt Greifenhagen, Privilegien, Grenzen, Zünfte, Kriegslasten, aus den Jahren [1247] 1525–1804, 6 AE.

Wildenbruch und Schwedt, Grenzen, Auseinandersetzungen um den Urwald, Zollkammer Schwedt, Pachten, aus den Jahren 1547–1787, 4 AE.

Getreidehandel in den Städten, Stralsund, Greifswald, Anklam, Demmin, aus dem Jahre 1595, 1 AE.

Stralsund, Grenzstreitigkeiten, Jurisdiktion, Auseinandersetzungen der Bürger, Handel, Zünfte, Kirchenvisitationen, aus den Jahren 1543–1648, 20 AE.

Lehen, Lehnsgüter von Adel und Städten, Mühlen, Güterverkauf, Streitigkeiten, Steuern, Schulzenämter, die Schulden von Philipp Julius, aus den Jahren 1559–1638, 17 AE.

Beschwerden und Klagen, Suppliken und Beschwerden bei den Herzögen und ihren Beamten über folgende Angelegenheiten: Ehefragen, Zölle, Steuern, Abgaben, Kontributionen, Handel und Schiffahrt, Verleumdungen, Jurisdiktion, Religion, Testamente und Prozesse in den erwähnten Fragen, aus den Jahren 1571–1679, 18 AE.

Barth und Franzburg, Verwaltung der herzoglichen Güter, Lehnsfragen, Auseinandersetzungen, Bautätigkeit, Herzogsburg in Barth, Krankheiten und Beerdigungen von Mitgliedern der Herzogsfamilie, aus den Jahren 1503–1616, 26 AE.

Verwaltung der herzoglichen Güter in Bütow und Rügenwalde, Traktat über Lauenburg und Bütow, Tod Herzog Kasimirs IX., das Kloster in See Buckow, die Übernahme des Richteramts in Speyer durch Barnim XII., Grenzen, Visitationen der Verwaltungen, Steuern, Einkünfte, Pferdezucht, aus den Jahren 1508–1679, 32 AE.

Reisen der Herzöge, Reise Bogislaws X. ins Heilige Land, Philipps I. nach Heidelberg, Johann Friedrichs nach Prag und Ungarn, Barnims XI. nach Erfurt, Franz I. nach Dänemark und Kurland, Philipps II. nach Italien, Ulrichs und Bogislaws XIV. durch Pommern, aus den Jahren 1497–1629, 16 AE.

Ehen der Herzöge und Prinzessinnen, Korrespondenz betr. die Hochzeiten, Ehepläne, Hochzeiten von Prinzessinnen, Aussteuer, Aufstellungen von Gütern und Geschmeide, Wittümer, Tod und Beerdigung der Herzöge Kasimir IX., Barnim XI., Ulrich, Bogislaw XIV. und Ernst de Croy, aus den Jahren 1508–1695, 119 AE.

Naturalabgaben zur Aussteuer der Prinzessinnen, Festlegung der Steuer und Steuerregister, aus den Jahren 1533–1797, 7 AE.

Huldigungen der pommerschen Stände, Pläne, Termine und Aufstellungen der geleisteten Huldigungen, Huldigungsbriefe und Lehnseide (u. a. in polnischer Sprache), aus den Jahren 1500–1632, 39 AE.

Herzogliche Vasallen, Eide und Huldigungen des Adels und der Städte, Lehnsfragen, Kadukrecht, Steuern und Abgaben, Lehnsveräußerungen, Privilegien, Frondienste der Lehnsmänner, Musterungen, Finanzhilfe für den Adel, Meliorationen, Hypothekenbücher, Schulden, Güterkauf und -verkauf, Anleihen, Testamente, Witwen- und Waisenversorgung, Versteigerung von Lehnsgütern, Kirchengüter, wohltätige Stiftungen, Abgaben für Kanzleidienstleistungen, aus den Jahren 1558–1822, 510 AE.

Münzwesen, die Münze zu Stettin, Münzrecht, Währungstaxen, Parität, Verfolgung von Fälschungen, Verbot der Erzausfuhr, Münzedikte, aus den Jahren 1560–1769, 52 AE.

Hofordnungen, Organisation von Hof, Ämtern und Diensten, Bestellung von Beamten, ihre Bezüge und Deputate, Organisation der Regierung nach dem Tod Bogislaws XIV., Einrichtung der Regierung Pommern, Bestellung von Beamten, Versorgung von Beamtenwitwen, aus den Jahren 1531–1814, 275 AE.

Organisation des Gerichtswesens, Privilegien de non apellando, Organisation des Hofgerichts, Vorschriften über die Gerichtsverfahren, Bestellung von Gerichtsbeamten, Gerichtsarchive, Adelslisten, Tagebücher der Regierung (1653–1695), Edikte und Reskripte, Zensur, Reisen der Kurfürsten von Brandenburg und Könige von Preußen, Tauf-, Hochzeits- und Sterbestatistiken (1723–1749), Adreßkalender, Vasallentabellen, die Bibliothek von Herzog und Regierung, Sitzungsbücher der Regierung, Sammlung von Rechten und Vorschriften, aus den Jahren 1544–1810, 568 AE.

Bistum Cammin, Statuten des Bistums, Abschriften von Urkunden, das Bistum betreffende Abkommen, Säkularisierung, Wahl von Herzögen in das Bischofsamt, Lehnshuldigungen, Ämter im Bistum, Klöster, Kirchen und Armenhäuser, aus den Jahren [1356] 1542–1810, 43 AE.

Leistungen des Bistums Cammin an das Reich, aus den Jahren 1548–1598, 3 AE.

Bistumsgrenzen, Grenzauseinandersetzungen und -vereinbarungen, Jagden und Fischfang, aus den Jahren 1513–1669, 14 AE.

Bistum, aktueller Stand der Bischofsherrschaft, ihre Rechte und Besitzungen, der rechtliche Stand der Bauern, Gerichtswesen, Besetzung geistlicher Ämter, aus den Jahren 1547–1806, 32 AE.

Stadt Kolberg, rechtliche Beziehungen zum Bistum, städtische Güter, Gerichte, Streitigkeiten der Stadt, Ämterbesetzung, Grenzen, Handel, Steuern, Kirchen, aus den Jahren 1530–1814, 74 AE.

Domkapitel von Cammin, Statuten und Organisation des Domkapitels, Besitzungen, Steuern, Wahlen der Domherren und ihre Bestellungen, Kirchenvisitationen, aus den Jahren 1490–1784, 34 AE.

Ritterorden, die Johanniter, ihre Güter, Kontakte und Auseinandersetzungen u. a. mit den Herzögen, Besetzung von Ordensgütern durch schwedische Truppen, aus den Jahren 1464–1787, 83 AE.

Konsistorium, Kirchenorganisation in Pommern und Konsistorium, Ämterbesetzung, Präbenden, u. a. im Pädagogium, Kirchenvisitationen, Schulwesen, Spitäler, Bau und Renovierung von Kirchengebäuden, Witwenversorgung, die katholische Kirche, französische Gemeinden, Verfolgung von Verbrechern und Vergehen, aus den Jahren 1560–1810, 271 AE.

Superintendenten, Berufung von Superintendenten und anderen Geistlichen, Kirchengüter, Kirchen- und Schulvisitationen, Verordnungen über Riten, Zeremonien, Gebete, die Führung von Kirchenbüchern, Witwenversorgung, aus den Jahren 1550–1775, 74 AE.

Marienkirche und Pädagogium in Stettin, Organisation der Marienkirche und der St. Otto-Kirche, Ämterbesetzung, Besitzungen, Bibliothek, Streitigkeiten und Abgaben, aus den Jahren 1518–1704, 51 AE.

Universität Greifswald, Promotion von Doktoren, Bezüge von Professoren, Streitigkeiten mit der Stadt, aus den Jahren 1564–1633, 3 AE.

Pädagogium, Organisation und Statuten, Rechte der Studenten und Schüler von Pädagogium und Gymnasium Carolinum, aus den Jahren 1579–1682, 5 AE.

Straf- und Fiskalprozesse, Gerichtsverfahren über Raub, Friedensbruch und andere Kriminalverbrechen, Ausführung von Strafen (Hinrichtung), aus den Jahren 1522–1635, 66 AE.

Landtage, Vorbereitungen zu den pommerschen Landtagen, ihr Verlauf, Beschlüsse, Besetzungen der Landratsämter, Bücher für Verordnungen, Mandate und Ordnungen in Steuer- und Einquartierungsfragen, Ständeprivilegien, aus den Jahren [1429] 1534–1705, 159 AE.

Türkensteuer, Beschlüsse und Aufteilung der Steuern, aus den Jahren 1523–1615, 6 AE.

Landesverteidigung, Mobilisierungen, Musterungen, Kontrolle des Kriegsgeräts, Ernennung von Offizieren und Kriegskommissaren, Steuern für Verteidigungszwecke und Auseinandersetzungen darum, aus den Jahren 1523–1747, 88 AE.

Fiskus, Aufteilung und Höhe der Steuern, Steuererleichterungen und -schulden, Hufenmatrikel, Auswahl der Steuereinnehmer, Schätzung von Schäden (durch Seuchen und Brände), Hausverzeichnisse für Städte, Landvermessungen, Anlage neuer Dörfer, Schäden während des Siebenjährigen Kriegs, aus den Jahren 1574–1766, 346 AE.

Familie Loitz, Informationen über die Familie, Streitigkeiten und Ansprüche des Adels, Auseinandersetzungen wegen des von Kaiser Maximilian II. geführten Kriegs, aus den Jahren 1515–1678, 12 AE.

Edikte und Reskripte, Mandate und Verordnungen zur Innen- und Außenpolitik, aus den Jahren 1524–1812, 563 AE.

Fürsorgewesen, Freiheitsentzug, Städtesachen, Erbfolgeabkommen mit Brandenburg, Ämterbesetzung, Lehnslisten, Steckbriefe, Festnahmebescheide, Zunftprivilegien, Informationen über die Städte, Fürsorgesachen, aus den Jahren 1481–1756, 35 AE.

Privatstädte, Auseinandersetzungen mit dem Adel, Wahl der städtischen Behörden, Gerichtswesen, Grenzen, Privilegien, Zünfte, Handel, Kirchenfragen, aus den Jahren 1592–1812, 42 AE.

Schenkungen und herzogliche Notizen, Bezüge der Beamten sowie des Herzogs de Croy, Lehen, Fürsorge über Alte und Arme in Greifenhagen, Kirchenvisitationen in der Synode Greifenhagen, aus den Jahren 1541–1767, 20 AE.

Kirchen in Stettin, Visitationen, Matrikel, Bautätigkeit, Klöster, Kirchenland, Stiftungen und Spitäler, aus den Jahren 1525–1741, 34 AE.

Kirchen in Stargard i. P., Synoden, Patronatsrecht, Bautätigkeit, Spitäler und Armenhäuser, Stiftungen, Visitationen und Besetzung geistlicher Ämter, Testament und Gröningsches Collegium, aus den Jahren 1539–1786, 69 AE.

Kirchen in Pyritz, Visitationen, Kirchenbesitz, Besetzung geistlicher Ämter, Patronatsrecht, Stiftungen und Schulen, Synoden, Witwenversorgung, aus den Jahren 1536–1784, 52 AE.

Kirchen in Greifenberg, Visitationen, Kirchenbesitz, Matrikel, Ämterbesetzung, Finanzen der Kirchen, Inventar des Kirchenbesitzes, Pacht kirchlicher Güter, Spitäler, aus den Jahren 1510–1753, 23 AE.

Kirchen in Gollnow, Visitationen, Synoden, Einkünfte, Matrikel von Spitälern und Kirchen, aus den Jahren 1537–1760, 7 AE.

Kirchen in Garz a. d. O., Visitationen, Matrikel, Patronatsrecht, Besetzung geistlicher Ämter, aus den Jahren 1532–1747, 5 AE.

Kirchen in Altdamm, Matrikel, Besitz, kirchliche Einkünfte, Pacht von Kirchengütern, Spitäler, aus den Jahren 1586–1745, 4 AE.

Kirchen in Wollin, Visitationen, Matrikel, Patronatsrecht, Bautätigkeit, Besitz, Kloster und Schulen, aus den Jahren 1547–1747, 14 AE.

Kirchen in Gülzow, Matrikel, Einkünfte, rechtliche Situation der Kirchen, aus den Jahren 1592–1667, 3 AE.

Kirchen in Cammin, Streitigkeiten des Domkapitels mit der Stadt, Matrikel, Patronatsrecht, Kirchenbesitz, Verzeichnis der Kirchen, Pacht von Kirchenland, aus den Jahren 1534–1686, 11 AE.

Kirchen in Jacobshagen, Kolbatz, Marienfließ und Saatzig, Matrikel und Visitationen, Kirchenbesitz, Einkünfte, Besetzung geistlicher Ämter, Gründung neuer Pfarreien, Baufragen, Patronatsrecht, aus den Jahren 1554–1757, 27 AE.

Kirchen in Treptow a. d. R., Visitationen und Matrikel, Besetzung geistlicher Ämter, Einkünfte, Baufragen, Besitz, Spitäler, aus den Jahren 1594–1759, 12 AE.

Kirchen in Neustettin, Visitationen, Matrikel, Besitz, rechtliche Situation der Kirchen, Besetzung geistlicher Ämter, Gründung neuer Pfarreien, Patronatsrecht, Baufragen, Spitäler, Schulen, aus den Jahren 1537–1778, 33 AE.

Kirchen in Belgard, Visitationen, Matrikel, Besitz, finanzielle Situation der Kirchen, Besetzung geistlicher Ämter, Patronatsrecht, Spitäler, Schulen, aus den Jahren 1540–1700, 20 AE.

Kirchen in Schlawe, Visitationen, Matrikel, Besitz, Besetzung geistlicher Ämter, Gründung neuer Pfarreien, Patronatsrecht, Armenhäuser, Schulen, Einkünfte, aus den Jahren 1581–1699, 14 AE.

Kirchen in Rügenwalde, Visitationen, Matrikel, Besitz, Besetzung geistlicher Ämter, Patronatsrecht, Einkünfte, Bausachen, Spitäler, Schulen, aus den Jahren 1611–1784, 27 AE.

Kirchen in Stolp, Visitationen, Matrikel, Besitz, Besetzung geistlicher Ämter, Abschlußexamen, Klöster, Spitäler, Armenhäuser, Schulen, Gerichtssachen, die reformierte Gemeinde in Stolp, aus den Jahren 1465–1808, 58 AE.

Kirchen in Lauenburg, Unterstellung der Kirchen unter das Bistum Kujawien, Besetzung geistlicher Ämter, Matrikel, darunter aus dem Kreis Bütow, aus den Jahren 1590–1800, 7 AE.

Kirchen in Daber, Labes, Massow, Regenwalde und Stramehl, Visitationen, Matrikel, Besitz, Einkünfte, Patronatsrecht, Bausachen, Besetzung geistlicher Ämter, Spitäler, Schulen, aus den Jahren 1567–1789, 33 AE.

Kirchen in Freienwalde, Visitationen, Matrikel, Besetzung geistlicher Ämter, Besitz, Einkünfte, Bausachen, Gründung neuer Pfarreien, Armenhaus, aus den Jahren 1567–1812, 14 AE.

StettinHandwerk und Handel, Abschriften von Privilegien, Prozesse des Stadtrats mit den Zünften, Getreideausfuhr, Zölle, Preise, Salzhandel, Fischfang, Mühlen, aus den Jahren [1301], 1506–1608, 14 AE.

Stettin Wege, Brücken, Jagden, Bau von Wasserleitungen, Brücken, Toren und Mauern, Jagden in den städtischen Besitzungen, aus den Jahren 1552–1636, 7 AE.

Stettin Mühlen, Auseinandersetzungen mit Stargard, städtische Mühlen, Stapelrecht, Streit mit Stargard um die Schiffahrt und die Zölle auf der Ihna, aus den Jahren 1458–1623, 6 AE.

Stettin Flüsse, Seen, Grenzfragen, Schiffahrt, Holzflößerei, Oderbrücken, Zölle, Abkommen der Stadt mit Herzog Bogislaw X. über den Dammschen See, aus den Jahren 1491–1757, 9 AE.

Stettin Stapelrecht, Handel, Kaufmannschaft, Abschriften von Privilegien, Handel mit Getreide, Holz, Wein, Wolle, Bier und Heringen, Träger, Zölle, Kaufmannsgilde, aus den Jahren [13. Jh.] 1571–1641, 19 AE.

Stettin Gerichtswesen, Organisation des Stadtgerichts, Schöffen- und Vogteigerichte, Prozesse und Urteile über Schuld-, Erb-, Diebstahl- und Mordsachen, Begnadigungen, Pranger, Galgen, aus den Jahren [1321], 1516–1722, 26 AE.

Stettin Polizeiordnungen, Verordnungen, Vorschriften und Polizeiordnungen über Wucher, Hochzeitsfeierlichkeiten, Taufen, Beerdigungen, Seuchen, Gewänder, Fürsorge, Einhaltung der städtischen Verordnungen, Aufnahme in die Bürgerschaft, aus den Jahren 1535–1648, 22 AE.

Stettin Finanzwesen, Verschuldung, städtischer Fiskus, Schulden, Übereinkünfte mit den Herzögen über die Beseitigung der Verschuldung, Kontrolle des städtischen Besitzes, aus den Jahren 1543–1635, 20 AE.

Stettin Privilegien, Grenzstreitigkeiten, Zollprivilegien, Auseinandersetzung zwischen Stettin und Gollnow über die Grenze zwischen den Flüssen Krampe und Ihna, aus den Jahren 1535–1602, 3 AE.

Stettin Unruhen, Händel, Sicherheitsfragen, Sauberkeit der Straßen, Stadtwache, Streitigkeiten um Häuser, Händel mit den Herzögen, Tumulte und Unruhen in der Stadt, aus den Jahren 1507–1650, 20 AE.

Stettin Zünfte und Handwerk, Privilegien, Zunftvorschriften, Mitgliederverzeichnisse, Kassenrechnungen, Examen, Zeugnisse folgender Zünfte: Apotheker, Bäcker, Böttcher, Brauer, Buchbinder, Drucker, Fleischer, Glaser, Glockengießer, Hutmacher, Knopfmacher, Kürschner, Maler, Maurer, Müller, Musikanten, Sattler, Schmiede, Schneider, Stellmacher, Tischler, Töpfer und Zimmerleute, aus den Jahren 1525–1791, 69 AE.

Stettin Schützenbruderschaft, gerichtliche Ermittlungen über Ehebruch, Schwangerschaft, Schulden, Erbschaft, Stettiner Schützenbruderschaft, aus den Jahren 1553–1672, 6 AE.

Teil (Pars) II.

Stadt Bahn, Organisation des Gerichtswesens, aus dem Jahr 1787, 1 AE.

Stadt Belgard, Privilegien, städtische Behörden, Gerichtswesen, Landbesitz, Weiden, Erbschaften und Nachlässe, Kontributionen, Unruhen und Tumulte, Kaufmannsgilde, Handel, Zölle, Jahrmärkte, Fischfang, Zünfte: Bäcker, Brauer, Gerber, Glaser, Schneider, Schuhmacher, Töpfer und Tuchmacher, städtische Ordnungen, Familie von Versen, aus den Jahren 1555–1777, 84 AE.

Amt Belgard, Belgarder Burg, Beamte, Gerichtswesen, Einkünfte, Polizeiaufsicht, Frondienste der Einwohner, Schulden und Pfänder, Kredite, Landstreitigkeiten, Wälder, Grenzen der Verwaltungsgrenzen, Ziegeleien, Mühlen, Wirtshäuser, Schiffahrt auf der Parsente, Reparatur von Wegen und Brücken, Jahrmärkte, Familien von Kleist, von Zitzewitz, von Podewils, aus den Jahren 1550–1721, 120 AE.

Amt Bütow, Archiv für den Kirchenbau, aus den Jahren 1611–1697, 2 AE.

Stadt Tempelburg und Amt Alt Draheim, Privilegien, Gerichtswesen, Schule und Kirche in der Domäne Draheim, aus den Jahren 1699–1743, 4 AE.

Stadt Rügenwalde, Wahl der städtischen Behörden, Rathaus, Beamte, Finanzwesen, Zölle, Wirtshäuser, Apotheken, Hafen, Zünfte: Bader, Bäcker, Böttcher, Schmiede, Schneider, Schuhmacher und Tischler, Schützenbruderschaft, Brände, Einquartierungen, Informationen über Zanow, Gerichtswesen, aus den Jahren 1568–1770, 49 AE.

Amt Rügenwalde, Beamte, Grenzen, Informationen über die Ortschaften der Domäne, Lehnsbriefe, Schiffahrt, Getreidetransport, Teiche, Flüsse, Fischfang, Brücken, Wege, Brände, Gerichtswesen, Klöster, aus den Jahren [1343] 1462–1793, 34 AE.

Stadt Altdamm, Privilegien, Besitz, Stadtgrenzen, Mühlen, Brauereien, Wirtshäuser, Apotheke, Schiffahrt, Brücken, Wege, Brände, Zünfte: Böttcher, Fleischer, Gerber, Leinweber, Schneider, Schuhmacher und Töpfer, Schützenbruderschaft, Gerichtswesen, aus den Jahren 1570–1674, 34 AE.

Ämter Dölitz, Marienfließ und Saatzig, Anordnungen von Visitationen, Beamte, Grenzen, Frondienste der Untertanen, Pacht, Einquartierung, Fuhrwerke, Aussaat, Hopfenanbau, Vieh- und Fellhandel, Mühlen, Fischfang, Jagden, Jahrmärkte, Brennereien, das Kloster in Marienfließ, Reparatur von Wegen und Brücken, Gerichtswesen, Schulden, aus den Jahren 1511–1751, 150 AE.

Stadt Gartz a. d. O., Privilegien, Wahlen, städtischer Besitz, Informationen über einzelne Ortschaften, Zoll, Mühlen, Fischfang, Handel, Jahrmärkte, Post, Einquartierungen, Zünfte: Gerber, Leinweber und Weber, Krämergilde, Schützenbruderschaft, Kloster, Kirchenangelegenheiten, aus den Jahren [1262] 1550–1758, 33 AE.

Stadt Gollnow, Privilegien, Grenzen, Besitz, Steuern, Brände, Tumulte, Jagden, Brennereien, Wirtshäuser, Handel, Schiffahrt, Zölle, Apotheken, Mühlen, Fischfang, Zünfte: Bäcker, Böttcher, Brauer, Fleischer, Leinweber, Schneider und Weber, Kaufmanns- und Krämergilden, Schützenbruderschaft, Gerichtswesen, aus den Jahren [1314] 1500–1698, 36 AE.

Stadt Greifenberg, Rathaus, Beamte, Einkünfte, städtischer Besitz, Liegenschaften, Steuern, Kontributionen, Brände, Reparatur von Straßen, Brücken und Dämmen, Mühlen, Wirtshäuser, Handel, Zölle, Zünfte: Bäcker, Böttcher, Brauer, Gerber, Kürschner, Leinweber, Schneider und Schuhmacher, Schützenbruderschaft, Gerichtswesen, aus den Jahren 1488–1810, 47 AE.

Stadt Greifenhagen, Magistrat, Pflichten der Bürger, städtische Einkünfte, Gerichtswesen, aus den Jahren 1742–1809, 16 AE.

Amt Hohen-Selchow, Grenzstreitigkeiten, Steuern, Fragen von Kauf und Verkauf, Auseinandersetzungen mit der Stadt Gartz a. d. O., aus den Jahren 1528–1674, 14 AE.

Stadt Cammin i. P., städtische Beamte, Auseinandersetzungen der Stadt mit dem Domkapitel, Steuern, Akzise, Kontributionen, Militaria, Zünfte: Bäcker, Schneider und Schuhmacher, Kaufleute, Handel, Zölle, Jahrmärkte, Wirtshäuser, Apotheke, Jagden, Fischfang, Feuersbrunst in der Stadt (1709), Familie von Carnitz, aus den Jahren 1555–1718, 36 AE.

Amt Kolbatz, Beamte, Güterinventare, Einkünfte, Steuern, Grenzfragen, Reparaturen von Wegen, Jagden, Fischfang, Mühlen, Ziegeleien, Sägewerke, Gerichtswesen, das Städtchen Werben, das Kloster Kolbatz, Familie von Petersdorf, aus den Jahren [1209] 1498–1795, 98 AE.

Stadt Lauenburg, Allgemeine Angelegenheiten über die Stadt, aus den Jahren 1579–1772, 1 AE.

Amt Lauenburg, Berufungsverfahren am Gericht Stettin, Beziehungen zu Polen, Akzise, Grenzstreitigkeiten, darunter mit Polen, Mühlen, Wiesen, Fischfang, Strandrecht, aus den Jahren 1576–1782, 21 AE.

Stadt Naugard, Beamte, Renovierung des Rathauses, Gerichtswesen, Grenzstreitigkeiten, aus den Jahren 1749–1810, 9 AE.

Amt Bernstein, Finanzen, Gerichtswesen, Jahrmärkte, Kirchenfragen, Schulen, Spitäler, aus den Jahren 1736–1805, 12 AE.

Stadt Pyritz, Rechte und Statuten, Rathaus, Beamte, Informationen über einzelne Ortschaften, Zölle, Jahrmärkte, Fischfang, Mühlen und Steuern, Patronatsrecht, Wege, Brücken, Brennereien, Zünfte: Bäcker, Kürschner, Leinweber, Schneider, Stellmacher, Schuhmacher und Weber, das Frauenkloster, Gerichtswesen, aus den Jahren 1533–1802, 53 AE.

Amt Pyritz, Beamte, Visitationen, Steuern, Pacht, Jagden, Fischfang, Apotheke, Mühlen, Wege, Gerichtswesen, Tumulte, Auseinandersetzungen des Amts mit Adel, Kirche und Untertanen, aus den Jahren 1500–1698, 46 AE.

Amt Zowen, Beamte, Rechnungen, Grenzfragen, Zölle, Reparaturen von Wegen und Brücken, Mühlen, Schäfereien, Wirtshäuser, Wiesen, Bautätigkeit, Gerichtswesen, aus den Jahren 1572–1748, 30 AE.

Stadt Schlawe, Privilegien, städtische Beamte, Besitz, Finanzen, Schulfragen, Jahrmärkte, Zünfte: Bäcker, Brauer, Goldschmiede und Leinweber, Kaufleute, Apotheken, Zölle, Handel, Mühlen, Fischfang, Reparatur von Wegen, Brücken und Dämmen, Gerichtswesen, Testamente, aus den Jahren 1533–1713, 53 AE.

Stadt Stolp, Statuten, Beamte, Rathaus, Auseinandersetzungen mit den Herzögen, Grenzen und Besitz der Stadt, Regulierung des Flusses Stolpe, Brücken, Deiche, Wege, Zölle, Jahrmärkte, Mühlen, wohltätige Einrichtungen, Militaria, Gerichtswesen, Tumulte, das Frauenkloster, Brauereien, Fischfang, Steuern, der Hafen in Stolpmünde, Zünfte: Bernsteinschleifer, Gerber, Kürschner, Sattler, Schmiede, Schneider, Tischler und Weber, aus den Jahren 1538–1778, 152 AE.

Amt Stolp, Grenzen, Informationen über Ortschaften und Vorwerke, Wälder, Jagden, aus den Jahren [1496] 1539–1664, 20 AE.

Stadt Stargard i. P., Beamte, Wahlen zum Stadtrat, Steuern, Schulden der Stadt, städtischer Besitz, Wiederaufbau des niedergebrannten Rathauses, Auseinandersetzungen mit Stettin, Wollin und dem Domkapitel in Cammin, mit dem Adel und Bürgern, Handel, Zölle, Jahrmärkte, Jagden, Fischfang, Juden, Apotheke, Zünfte: Bäcker, Fleischer, Goldschmiede, Maurer, Schneider, Töpfer, Tuchmacher und Weber, Gerichtswesen, Tumulte, Fürsorgefragen, aus den Jahren [1280] 1536–1790, 214 AE.

Amt Stepenitz, Grenzfragen, Auseinandersetzungen um Wiesen, Weiden und Abgaben, Unfrieden und Tumulte, Gerichtswesen, aus den Jahren 1719–1789, 16 AE.

Amt Stettin, Gütervisitationen, Rechnungen, Informationen über einzelne Dörfer des Amts, Kupferschmiede, herzogliche Mühlen, Bau einer Wasserleitung, Umbau des Stettiner Schlosses, die Orgel in der Schloßkirche, das Loitz-Haus, das Zeughaus in Stettin, Zölle, Gerichtswesen, Schulden, Erbfragen, Grenzstreitigkeiten, Klöster, Jagden, die herzogliche Druckerei, Ordnung für Hirten, die herzoglichen Hofbedienten, aus den Jahren 1529–1698, 75 AE.

Stadt Neustettin, Privilegien, Rathaus, städtischer Besitz, Wahlen der Behörden, Grenzen der städtischen Besitzungen, Gerichtswesen, Prozesse, Kaufmannsgilde, Krämer, Apotheke, Wirtshäuser, Brennereien, Jahrmärkte, Mühlen, Zünfte: Bäcker, Brauer, Fleischer, Leinweber, Schmiede, Schneider, Schuhmacher und Tischler, religiöse und kirchliche Fragen, Familie Herzberg, aus den Jahren 1517–1757, 59 AE.

Amt Neustettin, Reskripte und Verordnungen, Beamte, Rechnungen, Grenzstreitigkeiten, Gründung neuer Vorwerke, Regulierung der Hufen, Untertanenpflichten, Fischfang, Mühlen, Wirtshäuser, Salzhandel, die Glashütte, Reparatur von Wegen und Brücken, Gerichtswesen, Prozesse, Informationen über die Stadt Ratzebuhr, Apanage der Herzoginnen, Beziehungen zum polnischen Adel, Familie von Osten, aus den Jahren 1528–1828, 196 AE.

Stadt Treptow a. d. R., Privilegien, Beamte, städtischer Besitz, Grenzen, Finanzwesen, Schulden, Störungen, Tumulte, Brände, Handel, Schiffahrt, Jahrmärkte, Apotheke, Wirtshäuser, Mühlen, Jagden, Zünfte: Böttcher, Brauer, Kürschner, Leinweber, Schmiede, Schneider und Totengräber, die Kaufmannsgilde, die Schützenbruderschaft, Bautätigkeit, Gerichtswesen, aus den Jahren [1289] 1536–1706, 63 AE.

Amt Treptow, Visitationen, Beamte, Inventare, Liegenschaften, Steuern, Pachten, Inventuren von Gütern und Dörfern, Wiesen, Weiden, Fischfang, Salzhandel, Reparatur von Straßen, Brücken und Dämmen, Gerichtswesen, die Klöster in Belbuck und Treptow, aus den Jahren 1467–1707, 54 AE.

Stadt Fiddichow, Bürgermeisteramt, Korrespondenz, aus den Jahren 1770–1785, 2 AE.

Stadt Wollin, Privilegien, Liegenschaften, Fischfang, Jagden, Handel und Schiffahrt, Zünfte: Bäcker, Brauer, Dachdecker, Kürschner, Schmiede und Schneider, Lebensmittelpreise, Gerichtswesen, aus den Jahren 1526–1637, 17 AE.

Amt Wollin, Verordnungen, Visitationen, Beamte, Rechnungen, Inventare und Liegenschaften, Mühlen, Fischfang, Grenzfragen, Reparatur von Wegen und Brücken, Jagden, Zölle, das Frauenkloster, Gerichtswesen, Familie von Apenburg, aus den Jahren 1540–1720, 48 AE.

Dreißigjähriger Krieg, Einfall der kaiserlichen Truppen in Pommern, Ankunft der schwedischen Armee, die Blockade von Kolberg, Befestigungen der Städte, Lebensmittelmagazine, Einquartierung der kaiserlichen und schwedischen Truppen in pommerschen Städten: Bahn, Belgard, Cammin, Daber, Freienwalde, Gartz, Greifenberg, Körlin, Kolberg, Labes, Lauenburg, Massow, Naugard, Neustettin, Plathe, Polzin, Pyritz, Regenwalde, Rügenwalde, Rummelsburg, Saatzig, Schlawe, Stargard, Stettin, Stolp, Treptow, Wangerin, Wollin und Zachan, Kontributionen und Steuern (in einzelnen Ortschaften Pommerns), der Vertrag von Stralsund, die von den Armeen angerichteten Schäden, Beseitigung der Schäden und Zerstörungen, aus den Jahren 1616–1687, 183 AE.

Teil (Pars) III

Stadt Kolberg, Kirchenfragen, Reformation, Kirchenvisitation in Kolberg und Köslin, Visitationen von Spitälern, Amtsbesetzung, Einkünfte, Kirchenbau, Klöster, Privilegien, Matrikel und das Domkapitel in Kolberg, seine Jurisdiktion, Rechnungen, Liturgie, Auseinandersetzungen mit den Herzögen, Anordnungen des Superintendenten, Schulen, aus den Jahren 1544–1799, 45 AE.

Die Kirche im Herzogtum Cammin, Visitationen und Matrikel der Kirchen in der Synode Kolberg, Besetzung, Einkünfte der Kirchen, Patronatsrecht, Klöster, Spitäler, Schulwesen, aus den Jahren 1501–1696, 28 AE.

Synode Freienwalde, Visitationen, Matrikel und Kircheninventare, Besetzung von Ämtern, Einkünfte, Gerichtswesen, aus den Jahren 1560–1658, 16 AE.

Kirchen in Köslin, Visitationen, Matrikel, Besetzung von Ämtern, Einkünfte, Reparaturen und Bau von Kirchen, Patronatsrecht, Gerichtswesen, aus den Jahren [1416]–1794, 32 AE.

Kirchenrecht, Durchsetzung des kanonischen Rechts, theologische Auseinandersetzungen, Bericht der Kirchensynode Stettin, Prozesse um Zaubereien, aus den Jahren 1576–1668, 4 AE.

Lehen, Vorgehen der Lehnskanzlei gegen den Adel, Lehnseide und -pflichten, Bücher der Lehnsmänner, Streitigkeiten, aus den Jahren 1515–1651, 25 AE.

Grenze des Herzogtums Cammin, Grenzstreitigkeiten des Herzogtums sowie einzelner Städte, Domänen, Vorwerke und Dörfer, Grenzbeschreibungen, aus den Jahren 1512–1754, 60 AE.

Landtage im Herzogtum Cammin, Landtagsberatungen, Kontributionen, Einquartierung von brandenburgischen, kaiserlichen und schwedischen Truppen, Steuern, Absprachen hinsichtlich der Erbfolge im Herzogtum, aus den Jahren 1547–1685, 101 AE.

Die Bischöfe von Cammin, Bischofswahlen, die Predigten der Bischöfe, Lehnshuldigungen, Forderungen der Bischöfe, Steuern zugunsten des Reichs, ein Vorschlag Zygmunts III. Wasa über die Besetzung des Camminer Bischofsamts mit seinem Sohn, aus den Jahren 1545–1636, 15 AE.

Pflichten der Stände, Privilegien, Steuern und Verteidigungsfragen, aus dem Jahre 1563, 1 AE.

Rechtliche Beziehung des Herzogtums Cammin zum Deutschen Reich, rechtliche Situation des Herzogtums, Reichstagsbeschlüsse, Musterungen und Kriegsvorbereitungen im Herzogtum, Durchmarsch fremder Truppen, Steuer für die Türkenkriege, aus den Jahren 1544–1626, 22 AE.

Probstei Kolberg, Grenzfragen, Kirchenbesitz, Besetzung des Amts des Probstes, Steuer zugunsten des Reichs, aus den Jahren 1562–1589, 5 AE.

Stadt Körlin, Privilegien, Beamte, Liegenschaften, Grenzen der Stadt, Zünfte: Brauer, Gerber, Schneider, Schuhmacher und Wagner, wohltätige Stiftung für Fräulein, Mühlen, aus den Jahren 1568–1802, 22 AE.

Kolberg, Zünfte, Zugehörigkeit und Konzessionen folgender Zünfte: Barbiere, Bernsteinschleifer, Brauer, Goldschmiede, Nadler, Sattler, Schmiede, Schuster, Töpfer, Waffenschmiede und Weber, Apotheke, Salinen, Wirtshaus, aus den Jahren 1554–1698, 21 AE.

Beziehungen des Herzogtums Cammin zum Reichskammergericht, Abgaben an das Reichsgericht, Anwälte und Staatsanwälte, aus den Jahren 1521–1628, 2 AE.

Stadt und Amt Bublitz, Stadtgrenzen, Liegenschaften, Zünfte: Brauer, Schmiede, Schuhmacher und Waffenschmiede, Apotheke, Burggericht, Grenzen der Domänenverwaltung, Visitationen, Zoll und Patronatsrecht, Beamte, Streitigkeiten um Weiden und Felder, Informationen über Ortschaften in der Domäne, aus den Jahren 1578–1775, 21 AE.

Amt Köslin, Auseinandersetzungenen der Familie Podewils um den Grundzins in Streitzker, aus den Jahren 1643–1655, 1 AE.

Varia, Register der Einkünfte des Domkapitels Kolberg, ehemalige Inventare, aus den Jahren 1472–1854, 8 AE.

Karten, handschriftliche, vielfarbige Karten, die ursprünglich Anlagen zu einzelnen Vorgängen waren und ihre Signaturen tragen. Sie informieren über die Besitztümer des Herzogs, des Adels und der Städte, über Güterteilungen, Grenzstreitigkeiten und -vermessungen, über den Grenzverlauf von Besitzungen sowie über die Ergebnisse von strittigen Eigentumsfragen, die vom herzoglichen Gericht geklärt wurden. Auf den Karten ist in der Regel der Verlauf einzelner Grenzabschnitte der Güter verzeichnet; eine Ausnahme ist die Karte der ganzen Insel Wollin aus dem Jahre 1654. Die Karten betreffen das historische Gebiet des Herzogtums Stettin. Nur sechs Einheiten besitzen einen in rheinischen Ruten ausgedrückten Maßstab, was umgerechnet ca. 1:4000 und 1:5000 ergibt, aus den Jahren [1561] 1594–1801, 28 AE (die Karten sind Teil der einzelnen Akteneinheiten und tragen ihre Signatur).

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Bestandsführer: Podralski, J.: Archiwum Książąt Szczecińskich [Das Herzoglich Stettiner Archiv], Szczecin 1991, 2 Bde.

Literatur

Medem, L. v.: Das Königliche Provinzialarchiv zu Stettin, in: Zeitschrift für Archivkunde, Diplomatik und Geschichte, Bd. 2 (1835).

Podralski, J.: Akta Archiwum Książąt Szczecińskich przejęte z Niemieckiej Republiki Demokratycznej w roku 1962 [Akten des Herzoglich Stettiner Archivs, die 1962 von der Deutschen Demokratischen Republik übernommen wurden], in: Archeion, Bd. 60 (1974).

Randt, E.: Hundert Jahre Archivpflege in Pommern im Überblick, in: Monatsblätter 1938, H. 4.

Świadectwa historii Pomorza. Księstwo pomorskie 1140–1648. Zeugnisse pommerscher Geschichte. Herzogtum Pommern 1140–1648, hg. v. K. Kozłowski u. M. Schoebel, Szczecin-Greifswald 1999.

Turek-Kwiatkowska, L.: Z dziejów służby archiwalnej. Archiwa na Pomorzu Zachodnim w latach 1808–1914 [Aus der Geschichte der Archivverwaltung. Die Archive Pommerns in den Jahren 1808–1914], Warszawa 1968.

Wielopolski, A.: Archiwum Książąt Szczecińskich [Das Herzoglich Stettiner Archiv] in: Archeion, Bd. 38 (1962).

Wielopolski, A.: Materiały źródłowe do dziejów Polski w Wojewódzkim Archiwum Państwowym w Szczecinie [Quellenmaterialien zur Geschichte Polens im Staatlichen Woiwodschaftsarchiv Stettin], in: Archeion, Bd. 27 (1957).

ED/JP

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0003 Herzoglich Wolgaster Archiv (Rep. 5, Archiwum Książąt Wołogoskich)

[1175–] 1456–1722; 1934 AE, 54,3 lfm.

Der Anfang des Herzogtums Wolgast geht auf die Teilung Pommerns im Jahre 1295 zurück. Das damals entstandene Staatswesen wurde 1478 aufgelöst, als das Land von Bogislaw X. wiedervereinigt wurde. 1532 wurde das Herzogtum Wolgast aufgrund des Vertrags zwischen Barnim XI. und Philipp I. wieder ins Leben gerufen. 1625 trat Bogislaw XIV. als letzter Herzog der Greifendynastie auch die Herrschaft im ganzen Herzogtum Wolgast an (bis 1637). Dies änderte aber nicht die Prinzipien, nach denen der Wolgaster Landesteil regiert wurde, waren hier doch auch weiterhin alle bisherigen Zentralbehörden tätig, darunter die Kanzlei. Es fanden zudem reguläre Sitzungen des herzoglichen Rats statt, der Regierung genannt wurde und dessen Beschlüsse vom Herzog selbst bestätigt wurden. Durch den Westfälischen Frieden (1648) sowie den Grenzvertrag (1653) teilten die Schweden Pommern und übernahmen die Herrschaft über die Gebiete des einstigen Herzogtums Wolgast sowie über den Westen des Herzogtums Stettin.

Nach dem Vertrag von 1532 sollte das Archiv in Wolgast zum Hauptaufbewahrungsort für die herzoglichen Akten aus ganz Pommern werden. 1572 wurde eine Inventarisierung des Wolgaster Archivs vorgenommen, das seinerzeit 1934 AE zählte. Während weiterer Inventarisierungsarbeiten im Jahre 1603 wurden bereits 2361 AE gezählt, die in 60 Sachgruppen (Tituli) zusammengefaßt waren. Nach dem Tod von Philipp Julius (1625) wurde das Archiv in den Jahren 1628–1642 nach Stettin gebracht. 1642 wurden die Wolgaster Bestände ein drittes Mal geprüft; sie umfaßten nunmehr zusammen 3797 AE in 90 Sachgruppen. Von nun an teilte das Herzoglich Wolgaster Archiv (AKW) das Schicksal des Herzoglich Stettiner Archivs. Nach der Übernahme des AKW durch das Provinzialarchiv Stettin in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Bestand nach einem sachlichen System geordnet, das sich am Repertorium von 1642 orientierte.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das AKW in die Burg Pansin (Pęzino) sowie wahrscheinlich nach Spantekow evakuiert. Nach dem Krieg kehrte nur ein Teil der AKW-Akten nach Stettin zurück – ca. 80 % der nach Pansin gebrachten Bestände. Heute im Landesarchiv Greifswald: Rep. 5 Herzoglich Wolgaster Archiv, aus den Jahren 1258–1706, 674 AE.

Inhalt

Religion, der Schmalkaldische Krieg, Vorschläge des Kaisers bezüglich der Religion, Unstimmigkeiten zwischen dem Kaiser und den Herzögen aufgrund des Schmalkaldischen Kriegs, Korrespondenz Philipps I. mit dem Markgrafen von Brandenburg über religiöse Angelegenheiten, Religionsordnung für die Stadt Prenzlau, aus den Jahren 1546–1556, 9 AE.

Reichstage, Mandate der Kaiser über Einberufung der Reichstage, kaiserliche Vorschläge, Antworten der Stände und einzelner Reichsherzöge (sog. Repliken, Tripliken), Instruktionen für die herzoglichen Gesandten, die sich zu den Reichstagssitzungen begaben, Beschlüsse, Reichs- und Landtage in Regensburg (1541, 1556, 1559, 1567, 1576, 1582, 1602, 1603, 1607, 1608, 1613), Speyer (1544, 1560, 1570, 1574, 1600), Worms (1549, 1554), Jüterbog (1544, 1561, 1563, 1564, 1567, 1568, 1594, 1599), Augsburg (1547, 1548, 1551, 1559, 1566), Ulm (1553), Nürnberg (1543), Visitationen des Reichskammergerichts, Kaiserwahlen, aus den Jahren 1529–1631, 71 AE.

Reich, Reichstage in Worms (1539), Nürnberg (1543–1544), Speyer (1542–1544), Worms (1545, 1557, 1590), Augsburg (1550), Frankfurt a. M., Regensburg (1557), Hilfssteuern für den Krieg mit der Türkei, Beziehungen mit anderen Herzogtümern des Reichs, Salzhandel, Kaiserwahlen, aus den Jahren 1521–1616, 27 AE.

Gesandtschaften, Konvente der Reichsgesandten in Worms (1557, 1578, 1586), Speyer (1595), Regensburg (1622–1623), aus den Jahren 1557–1623, 5 AE.

Kreislandtage des Reichs, in: Worms (1521, 1544), Speyer (1549), Wismar (1588), Jüterbog (1569, 1571, 1599–1603, 1605, 1606), Leipzig (1597, 1598, 1599), Frankfurt a. O. (1598), Lüneburg (1568), Türkenkriege, polnisch-schwedische Kriege, Steuer- und Münzfragen, aus den Jahren 1521–1607, 21 AE.

Herzogliche Familie, Verlobungen und Heiraten: von Prinzessin Georgia, der Tochter von Herzog Georg, mit Stanisław Latalski, von Prinz Georg, von Prinzessin Sophia, der Tochter Bogislaws X., von Prinzessin Margarete, der Tochter Herzog Georgs, von Prinzessin Anne, der Tochter Herzog Barnims XI., von Prinz Georg I., von Prinzessin Margarete, der Tochter Philipps I., von Prinzessin Hedwig Maria, der Tochter Ernst Ludwigs, von Prinzessin Elisabeth Magdalena, von Prinz Philipp Julius, Begräbnisse von Prinzessin Hedwig Maria, der Tochter Ernst Ludwigs, von Prinzessin Amelia, der Tochter Philipps I., Erbteilungen, Erbantretungen, Aussteuern, „Prinzessinen“-Steuern, aus den Jahren 1512–1629, 26 AE.

Polonica, Tod des polnischen Königs Zygmunt August, Wahl von Henri Valois, ein dem polnischen König gewährter Kredit, der Reichstag in Stężyca (1575), in Warschau (1577, 1578), Durchmarsch polnischer Truppen während des Kriegs gegen Schweden, aus den Jahren 1572–1603, 7 AE.

Schweden, schwedisch-dänischer Frieden (1570), Angelegenheiten von Reval, Kurland, Korrespondenz, Gesandtschaften, aus den Jahren 1570–1635, 6 AE.

Dänemark, Abkommen über die Schiffahrt, Streit um das Kloster in Reinfeld, Zölle, Werbung zur dänischen Armee, Rügener Fragen, Raub von Wolgast (1628), aus den Jahren 1535–1633, 19 AE.

Sachsen, Beziehungen zwischen Sachsen und Pommern sowie Westfalen, der Landtag in Torgau (1612); Tod des Herzogs von Sachsen; innere Verhältnisse in Sachsen, aus den Jahren 1544–1624, 16 AE.

Pfalz, Tod des Pfalzgrafen Philipp Ludwig; Übertritt seiner Söhne zum Katholizismus; Beziehungen zum Kloster in Keyscheim und mit den pommerschen Herzögen, aus den Jahren 1610–1625, 3 AE.

Braunschweig, Heirat der Herzöge, Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Goslar und Braunschweig; Abkommen zwischen Braunschweig, Mecklenburg und Pommern, Abkommen des Herzogs von Braunschweig mit den Herrschern von Lüneburg, Durchmarsch von braunschweigischen Truppen durch Pommern nach Danzig, Streit mit Hamburg; Korrespondenz des pommerschen Herzogs Philipp Julius mit den Höfen in Braunschweig und Lüneburg, aus den Jahren 1542–1623, 13 AE.

Mecklenburg, innere Verhältnisse, Eheschließungen der mecklenburgischen Herzöge, Krieg um Rostock, Besuche der mecklenburgischen Herzöge an den pommerschen Höfen, Beziehungen zwischen beiden Höfen, Handel, Steuern, aus den Jahren 1526–1634, 18 AE.

Livland, Beziehungen zwischen dem Bischof von Riga und dem Livländischen Ordensmeister, Bischofswahl, Briefe Herzog Albrechts an die Reichsherzöge über Werbungen zur Armee, Auseinandersetzungen mit Moskau, Beziehungen zu Schweden, aus den Jahren 1544–1572, 9 AE.

Reichsherzogtümer, Bestimmung von Kommissaren durch den Kaiser zur Entscheidung der Streitigkeiten zwischen dem Herzog von Anhalt und dem Bischof von Halberstadt, Korrespondenz Herzog Albrechts von Hohenzollern mit den pommerschen und schlesischen Herzögen, aus den Jahren 1548–1571, 6 AE.

Brandenburg, Erbverträge zwischen Brandenburg und Herzog Bogislaw X. sowie seinen Nachfolgern, Auseinandersetzungen darüber, aus den Jahren 1493–1577, 7 AE.

Grenze mit der Mark, Grenzstreitigkeiten, Auseinandersetzungen mit der Stadt Hamburg über das Stapelrecht sowie über die Schiffahrt auf der Elbe, aus den Jahren 1554–1583, 2 AE.

Erbverträge und Familienabkommen der pommerschen Herzöge, Barnim XI. mit Philipp I. (1541, 1546, 1556, 1569), Barnim XII. mit Johann Friedrich (1571–1575), Barnim XII. mit Kasimir IX. (1601), Vertrag der pommerschen Herzogin Agnes mit Cornelius Klaus von Gadebusch, aus den Jahren 1532–1616, 20 AE.

Lehnsabhängigkeit vom Kaisertum, Reichstag in Prag (1557), Zölle in Küstrin, Lehnsbriefe des Kaisers, Erneuerung des Lehens, Bestätigung des Lehens durch den Kaiser, Delegationen, Gesandteninstruktionen, Berichte, Bestätigungen von Privilegien, aus den Jahren 1541–1626, 19 AE.

Finanzwesen des Herzogtums, Hofordnung für das Herzogtum Wolgast (1541), Anordnungen für einzelne Ämter, Rechnungen des Herzogtums, Güterverkauf, Ständeversammlungen der Herzogtümer Wolgast und Stettin, Sitzungen und Beschlüsse, Grenzfragen mit Polen, aus den Jahren 1495–1624, 15 AE.

Bistum Cammin, Meinungen von Theologen und dem Kaiser über die Wahl von Bischöfen und des Domkapitels, die Stände des Bistums, Bischofswahlen: Johann Bugenhagen, Erasmus von Manteuffel, Ludwig von Eberstein, Wolf von Borck, die Herzöge Johann Friedrich, Franz und Philipp Julius, Beschreibung der Präbenden des Bistums, Abkommen in Angelegenheiten des Bistums, Privilegien des Domkapitels und der Kirche (Abschriften von 1175), Tausch von Dörfern im Besitz des Domkapitels, den neugewählten Bischöfen geleistete Huldigungen, aus den Jahren [1175] 1525–1623, 19 AE.

Cammin und der Zehnt aus Schwerin, Beschreibung des von Mecklenburg an das Bistum Cammin gezahlten Zehnten, aus den Jahren 1527–1588, 6 AE.

Domkapitel Cammin, Vereidigungen von Bischöfen, Privilegien des Kaisers für das Domkapitel und die Kirche, Statut der Camminer Kirche, Steuern von Untertanen, Präbenden und Benefizien aus dem Gebiet des Herzogtums Wolgast zugunsten des Domkapitels, aus den Jahren 1538–1636, 4 AE.

Kirche in Kolberg, Präpositur in Kolberg, Angaben zur Probstei, bona communia des Kolberger Domkapitels, Kirchenordnung in Kolberg, aus den Jahren 1546–1626, 4 AE.

Stadt Kolberg, Frauenkloster und Streitigkeiten mit der Stadt, aus den Jahren 1579–1585, 1 AE.

Stadt Stettin, Schiffahrt auf der Oder, Streitigkeiten über die Zölle in Küstrin, Zölle auf dem Dammschen See, Grenzauseinandersetzungen mit den Ämtern des Herzogs von Wolgast, Streitigkeiten der Herzöge mit Stettin, Zunftprivilegien, das Schloß in Stettin, Streitigkeiten der Stadt mit den Kirchen, städtische Liegenschaften, die Münze in Stettin, Handel, Streitigkeiten zwischen der Stadt und Ernst von Ramin, aus den Jahren 1535–1632, 17 AE.

Marienstift und Pädagogium, Patronatsrecht und Jurisdiktion gegenüber den Kirchen, Kirchengüter, Schenkungen und Stiftungsgüter, Kirchenlehen, Streitigkeiten des Domkapitels mit dem Adel um Holz, Präbenden, Güter und Schenkungen der Stiftung, Pachten, Untertanen der Stiftung und ihr zugutekommende Präbenden im Herzogtum Wolgast, Übereinkunft zwischen Barnim XI. und Philipp I. über die Gründung und Verwaltung der Stiftung, aus den Jahren 1541–1632, 14 AE.

Hofhaltung und Kanzlei, Hofordnungen, Ordnungsvorschriften, Kanzler, Kanzlei, Sekretäre, Taxen in der Kanzlei, Ordnung und Visitationen der Kanzlei, Hofgericht, Gerichtsbeamte, niedere Gerichte, Verordnungen der Kanzlei, die herzogliche Schatzkammer, Archiv, Stallungen, Engagements von Beamten und Hofbedienten, Entlohnungen, Deputate, Streitigkeiten zwischen Beamten, Entlassungen aus disziplinären Gründen, Heiraten von Beamten, Vereidigungen, Korrespondenz der Beamten mit den Herzögen, Versorgung von Beamtenwitwen, Bücher der geplanten Ausgaben, Ausgaben, Schulden der Herzöge, Gläubiger der Herzöge, Schloßinventare, Bau von Mauern und Wällen, Hoffeierlichkeiten, Bibliothek, Bezüge der Prinzessinnen, Versorgung der herzoglichen Witwen, Tafelgüter der Herzöge, Bezirksverwaltungen, ehemaliger Klosterbesitz, Ordnungen für Amtsleute, Kauf und Verkauf von Land, Steuern, Wege, Visitationen von Wäldern, Sitzungsprotokolle, herzogliche Verordnungen, Handel mit Salz, Wein und Mühlsteinen, die Schiffahrt auf dem Narew, der Arrest von Stettiner Schiffen, Zölle, Militär und seine Organisation, Orchester, Brauerei, Gefängnis, Korrespondenz mit den Reichsfürstentümern, Privatleuten sowie zwischen den pommerschen Herzögen, aus den Jahren 1503–1637, 170 AE.

Militaria, Beziehungen zum Kaiserreich, Einquartierung kaiserlicher Truppen in Pommern, Exzesse, Raub, Drangsal, die Belagerung von Stralsund, Einquartierung schwedischer Truppen, Kriegsordnungen, Steuern, Kontributionen, die Kapitulation von Franzburg, der Krieg in Böhmen und Ungarn, Beziehungen zwischen Pommern und Dänemark, die Verstärkung der Burg Wolgast, die Befestigung der Städte, Beschäftigung eines Waffenschmieds und eines Gießers aus Hamburg, Bau eines Kriegsschiffes, aus den Jahren 1539–1637, 96 AE.

Musterungen, Dienst zu Pferd und Reitübungen, Pferderegister der Lehnsmänner, Ernennung von Anführern, Gießereiwesen, Bemerkungen von Theologen über den Krieg und seine Folgen, aus den Jahren 1521–1636, 12 AE.

Landfiskus, Steuern, Aufnahme von Krediten, Gläubiger, Zölle, Besetzung des Amts eines Landsteuereinnehmers, aus den Jahren 1568–1636, 20 AE.

Steuern, Beseitigung von Schulden, Gläubiger, Schatzregister, Landesverteidigung, Landratsrechnungen, Jahresabrechungen, Entlohnungen der Räte, Sekretäre und Hofbedienten, aus den Jahren 1570–1632, 11 AE.

Landtage des Herzogtums Pommern, Schreiben zur Einberufung der Landtage, Mandate und Reskripte, Verhandlungen der Herzöge mit dem Adel, den Städten und den Hofräten, Berichte von den Landtagen, Konventen und Ständeberatungen, Entschließungen, aus den Jahren 1538–1634, 62 AE.

Münzen, Münzsorten, die Münze in Franzburg, aus den Jahren 1551–1624, 2 AE.

Polizei, Unstimmigkeiten der Stände auf dem Landtag in Wollin, Polizeiordnungen, Kaufmanns-, Zunft-, Handels-, Schiffahrts- und Stadtordnungen, Anordnungen über Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen, Bettler, Hirten und Bauern, Konferenz der Hansestädte mit den holländischen Städten, aus den Jahren 1543–1634, 12 AE.

Stadt Wolgast, Landbesitz, Streitigkeiten, Verordnungen gegen Seuchen, Polizeiaufsicht, Holzverkauf, Zünfte: Brauer, Kürschner, Weber, aus den Jahren 1589–1636, 13 AE.

Stadt Anklam, Streitigkeiten, Kloster, Damm und Fährstelle, Spitäler, Mühlen, aus den Jahren 1557–1636, 16 AE.

Stadt Pasewalk, Streitigkeiten, Zölle, Holzdeputate für die Kirchen, Grenzen und Landbesitz der Stadt, Kirchengüter, Zünfte: Bäcker, Böttcher, Glaser, Kürschner, Leinweber, Maurer, Schmiede, Schneider, Schuhmacher, Stellmacher und Tischler, Kloster, Schützenbruderschaft, Brände, Jahrmärkte, aus den Jahren 1560–1636, 19 AE.

Stadt Demmin, Streitigkeiten, Mühlen, Wirtshäuser, Zölle, Fischfang, städtischer Besitz, aus den Jahren 1525–1635, 6 AE.

Stadt Barth, Beamte, Brände, Wirtshäuser, Seeleute, Landbesitz der Stadt, Holzdeputate, Münzfragen, Streitigkeiten, Zölle, Zünfte: Bäcker, Drucker, Gerber, Krämer, Kürschner, Pantoffelmacher, Sattler, Schuhmacher und Tuchmacher, Schützenbruderschaft, Polizeiverordnungen, Apotheke, Gerichtswesen, Prozeßablauf bei Zauberei, Privilegien der Stadt, Streitigkeiten mit Herzog Philipp Julius, aus den Jahren 1562–1636, 31 AE.

Stadt Ueckermünde, Streitigkeiten, Schiffahrt auf dem Fluß Uecker, Zölle, Zünfte: Brauer, Schmiede und Schneider, Notizen über die Stadt, aus den Jahren 1552–1636, 7 AE.

Stadt Neuwarp, Privilegien, Bäckerzunft, Notizen über die Stadt, aus den Jahren [1442], 1611, 2 AE.

Stadt Treptow a. T. (Altentreptow), Streitigkeiten, Grenzfragen, Gärten, städtische Felder, Korrenspondenz der Herzöge mit der Stadt, Zünfte: Bäcker, Brauer, Kürschner, Musiker, Schmiede, Schneider, Tischler und Tuchmacher, Spitäler, aus den Jahren 1556–1636, 9 AE.

Stadt Loitz, Schulden der Herzogin Sophia Hedwig, Wollhandel, Schuhmacherzunft, aus den Jahren 1605–1636, 5 AE.

Stadt Grimmen, Landbesitz der Stadt, Brände, Ziegelei, Armenfragen, Handwerkerprivilegien, aus den Jahren 1546–1627, 7 AE.

Stadt Damgarten, Grenzstreitigkeiten, Zölle, Privilegien, Zünfte: Bäcker, Brauer und Schuhmacher, aus den Jahren [1258] 1592–1722, 6 AE.

Stadt Bahn, Schützenbruderschaft, Kirchenfragen, Zünfte: Schneider und Weber, Mühlen, Streitigkeiten, Privilegien, Verträge der Stadt mit dem Johanniterorden über Zinsen und Pachten, Schäfereien, Zölle, Schöffen, Komturei in Wildenbruch, Kriminalfälle, Brände, Gerichtswesen, aus den Jahren [1480–1483] 1501–1636, 33 AE.

Stadt Usedom, Streitigkeiten über Weiden und Wald, Angelegenheiten der Weber, städtische Pferde, aus den Jahren 1587–1635, 4 AE.

Stadt Franzburg und Richtenberg, Privilegien, Zünfte: Schneider, Schuhmacher und Weber, Sitz des Herzogs in Franzburg, aus den Jahren 1593–1622, 6 AE.

Stadt Jarmen, Notizen über die Stadt, Privilegien, Mühlen, aus den Jahren 1611–1626, 4 AE.

Stadt Gützkow, Notizen über die Stadt, Privilegien, Kirchengüter, städtischer Besitz, Schuhmacherzunft, aus den Jahren 1597–1632, 4 AE.

Stadt Lassan, Schiffahrt, Informationen über die Stadt, Gerichtswesen, aus den Jahren 1605–1627, 3 AE.

Streitigkeiten, Streitigkeiten und Gerichtsprozesse der Herzöge mit dem Adel: von Mörder, von Wussow, von Osten, von Rauschen, von Sasse, von Bugenhagen, von Podewils, von Kamecke, von Moltke, von Schwerin, von Koller, Auseinandersetzungen des Adels untereinander über Schulden, Lehen, Güter, Testamentsvollstreckung und Erbteilung, Kirchengüter, Eintreibung von Schulden, Kriminalsachen, Streitigkeiten der Städte mit dem Adel, der Berzirksamtsleute mit den Städten, Streit Paul von Wieses mit der Komturei in Wildenbruch, Überfälle, Ansprüche der herzoglichen Beamten, Jurisdiktion der Städte und Vögte, Klagen an den Kaiser, aus den Jahren 1491–1648, 165 AE.

Ermittlungen in Geldfragen, Kriminal- und Fiskalfälle, aus den Jahren 1548–1624, 3 AE.

Reskripte und Verordnungen, Korrespondenz zwischen den Herzögen, zwischen den Herzögen und Adel bzw. Beamten, Reskripte des Herzogs von Wolgast, Gratulationsschreiben, aus den Jahren 1568–1626, 16 AE.

Kirche und Kirchenvisitationen, Kirchenordnungen, Patronatsrecht, Bestellung von Geistlichen und ihre Bedienung, Kirchenfilialen, Kirchengüter und Benefizien, Kirchenvisitationen und -matrikel, Superintendenturen, Auseinandersetzungen zwischen Kirchen und Adel sowie Bezirksamtsmännern, Kirchenrechnungen, Klöster und Provisoren, Arme, Spitäler, Schulen, Erzdiakonat, aus den Jahren 1537–1661, 80 AE.

Lehnshuldigungen, Lehnshuldigungen im Herzogtum Stettin, Huldigungen unter den Herzögen Philipp Julius, Barnim XII. und Kasimir IX., von den Städten abgelegte Lehnshuldigungen, aus den Jahren 1574–1626, 19 AE.

Lehnsfragen und Stadtprivilegien, Huldigungen, Erneuerungen von Lehen durch den Adel, herzogliche Entscheidungen über Lehnsgüter, Lehnsbriefe, vor den Herzögen von Stettin geleistete Huldigungen, Huldigungen und Erneuerungen von Stadtprivilegien, Anwartschaften, Komturatslehen, vor dem Herzog von Croy geleistete Huldigungen, Lehnshuldigungen aus dem Land Lauenburg-Bütow, Suppliken, Schenkungen, aus den Jahren 1524–1663, 63 AE.

Herzogliche Entscheidungen, Einverständnis mit Hypotheken und Veräußerungen von Lehnsgütern, Einschlag von Bauholz, Verträge, Finanzprozesse, Entlohnungen, Güter- und Bauerntausch, Testament, Schenkungen, Güterverpfändungen, Anwartschaften, Betreibung von Wirtshäusern, Waisenfürsorge, aus den Jahren 1547–1649, 21 AE.

Stadt Stralsund, städtische Jurisdiktion, Privilegien, Auseinandersetzungen mit den Herzögen, dem Adel, der Bürger mit dem Stadtrat, Reichstagsprotokolle, an die schwedische Königin Christine geschickte Bitte und Protest, Landgüter, Tafelgüter der Herzöge in der Nähe der Stadt, Gerichtswesen und Gerichtsprozesse, Verträge und Abkommen der Bürger, Einnahmen und Kollekten, Steuern, Zünfte, Kaufmannschaft, Handel und Schiffahrt, Zehnt, Mühlen, Fischfang, Gesundheit und Apotheken, Unruhen der Bürger, Schulden, Auseinandersetzungen der Stadt mit dem Herzog um 35 000 Gulden, Belagerung der Stadt (1628), Registratur, Berchmann-Chronik, aus den Jahren 1535–1636, 125 AE.

Universität Greifswald, Privilegien und Jurisdiktion, Auseinandersetzung der Universität mit dem Greifswalder Stadtrat sowie mit dem Domänenverwalter in Eldena und Wolgast, Bedienstete, Ämterbesetzung, Entlohnung der Professoren, Einkünfte und Güter, Rechte des Camminer Domkapitels gegenüber der Universität, Vorschlag zur Übersiedlung der Universität nach Stettin, Pacht der Güter Eldena, Korrespondenz mit Melanchthon, Visitation der Universität, aus den Jahren 1456–1652, 19 AE.

Konsistorium Greifswald, Amtsorganisation, Streitigkeiten mit dem Stadtrat Greifswald, Stadt Usedom, Streitigkeiten mit dem Generalsuperintendenten, Dispens, Schulden, Streitigkeiten Greifswalds mit dem Kloster Eldena, aus den Jahren 1535–1642, 12 AE.

Stadt Greifswald, Privilegien, Jurisdiktion der Stadt, Gerichtswesen, Prozesse über Zauberei, Henker, Finanzwesen, Zünfte, Handel, Schiffahrt, Jahrmärkte, Schafzucht, Fischfang, Torfabbau, Streitigkeiten der Stadt mit Herzog Philipp Julius, mit Lübeck, mit den Zünften, mit den Bürgern, mit dem Adel, mit der Geistlichkeit, mit Wolgast, Verwaltung der städtischen Güter, Streitigkeiten der Kirche um Schulden, Rechte der Pfarrer, Küster und Lehrer, Brücken, Dämme, Wege, Befestigungen, Einquartierung, Fourage, Bürgermeisterbuch, Fall von Bigamie, Visitation der Stadt, aus den Jahren 1534–1634, 49 AE.

Herzogliches Eigentum auf Rügen, Rügener Privilegien, Verwaltung des Bezirks Rügen, Amtsvisitationen, Landgüter, Rechnungen, Entlohnungen der Beamten, Eide, Einkünfte, Gerichtswesen, Adelsgüter, Auseinandersetzungen des Amts mit dem Adel, Grenzstreitigkeiten, Dienst zu Pferd, Schulzenamt, Ämterbesetzung, Auseinandersetzungen mit dem Adel und der Stadt Berg, Protest der Stände von Rügen, Zünfte und Handwerk, Handel, Mühlen, Fischfang, Brauereien, Holzordnung, Wege, Türkensteuer, herzogliches Einverständnis, Suppliken, Kirchenfragen, Zehnt, Reformation des Klosters in Bergen, Stadt Bergen: Privilegien, Apotheke, Brände, aus den Jahren 1565–1637, 89 AE.

Grafschaft Sonnenburg, Wildenbruch und Putbus, Familie von Putbus, Auseinandersetzungen mit dem Adel, Empfehlung von Putbus zum Komtur von Wildenbruch, Grafschaft Sonnenburg, Besetzung des Meisters, Auseinandersetzungen mit den pommerschen Herzögen, Auseinandersetzungen mit dem Adel, Komturei Wildenbruch, Auseinandersetzungen mit dem Adel, Ämterbesetzung, Landgüter, Auseinandersetzungen mit der Stadt Bahn, Schulden, Gutachten der juristischen Fakultät der Universität Frankfurt/O. über einen Streit zwischen Komturei und den Herzögen, Auseinandersetzungen mit den Markgrafen von Brandenburg, Abkommen Herzog Ernst Ludwigs mit der Komturei, Lehen, Untertanen, Güterinventar, Abgaben, Rechnungen, aus den Jahren 1490–1638, 61 AE.

Grenzstreitigkeiten zwischen Pommern und Mecklenburg, Grenze beider Länder, Grenzstreitigkeiten einzelner Orte, Ermittlungen in Streitfällen, Zeugen, Kommissionsprotokolle, Streit um Fischfang, Auseinandersetzungen der Kreisverwaltungen, Grenzhändel, Körperverletzungen, Morde, Streit um die Brücke in Trebel, Bistum Schwerin, Kloster in Stolpe, in Dargun, Zehnt, Auseinandersetzungen um Mühlen und Fuhrwerke, Instruktionen für die Grenzkommissare, Grenzabkommen, Protokolle, Grenzbeschreibungen, Burg und Gut Wolde, aus den Jahren 1500–1664, 65 AE.

Visitationen der herzoglichen Güterverwaltungen, Anordnungen, Visitationen der herzoglichen Beamten in einzelnen Verwaltungen, Register, Belastungen der Verwaltungen, Zeugnisse, Aufstellungen von Getreide, Entlohnungen, Deputate der Beamte, aus den Jahren 1560–1626, 11 AE.

Amt Wolgast, Amtsfragen, Grenzen des Besitztums, Streitigkeiten, Bautätigkeit, Visitationen, Beschreibung der Güter der Verwaltung, Schäfereien, Wirtshäuser, Mühlen, Anordnungen, Einkünfte und Rechnungen, Gerichtswesen, aus den Jahren 1543–1662, 22 AE.

Amt Barth und Franzburg, Register, Auseinandersetzungen um Grenzen und Besitzungen, Inventare von Dörfern, Verträge zwischen den Herzögen über die Aufteilung der Einkünfte, Handel, Klöster, Angelegenheiten der Kirche in Franzburg, Pachten, Rechnungen, aus den Jahren 1532–1642, 29 AE.

Amt Loitz, Verchen und Lindenberg, Gutspachten, Visitationen, Bau des Schlosses in Loitz, Beschreibung der zum Amt gehörigen Dörfer, aus den Jahren 1554–1634, 9 AE.

Amt Eldena, Schäfereien, Visitationen, Schulden, Güterbeschreibungen, aus den Jahren 1571–1637, 8 AE.

Ämter Treptow a. T. und Clempenow, Inventare, Auseinandersetzungen, Visitationen, Anordnungen, Beschreibung der zum Amt gehörigen Dörfer, Gebühren, Pachten, Meliorationen, Schäfereien, Mühlen, aus den Jahren 1560–1633, 24 AE.

Ämter Grimmen und Triebsee, allgemeine Informationen über das Amt, Pachtverträge, Auseinandersetzungen, aus den Jahren 1551–1610, 4 AE.

Amt Stolpe, Visitationen, Mühlen, Auseinandersetzungen, Landbesitz, Güterverpfändungen, Kloster Stolpe, Jagdwesen, Pachtverträge, Anordnungen, Güterinventar, Schulzenämter, aus den Jahren 1543–1669, 23 AE.

Amt Torgelow, Visitationen, Steuern, Handel, Beschreibungen von Gütern und Dörfern, Wirtshäuser, Schulden, Jagdwesen, Hütte, Holzgewinnung, aus den Jahren 1557–1636, 22 AE.

Amt Ueckermünde, Visitationen, Verwaltung, Güterbeschreibungen, aus den Jahren 1548–1632, 6 AE.

Amt Jasenitz, Pachten, Grenzstreitigkeiten, Visitationen, Mühlen, Schmiede, Feuerholz, Jagdwesen, aus den Jahren 1551–1678, 12 AE.

Varia, Anordnungen, Mühlen, Felder, Visitationen, Beschreibungen von Dörfern und Gütern, Adelsgüter im Bereich der Ämter, Schulden der Ämter, Güterverkauf, Kloster, Pachtverträge, Fourage, aus den Jahren 1555–1636, 32 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

Literatur

Medem, L. v.: Das Königliche Provinzialarchiv zu Stettin, in: Zeitschrift für Archivkunde, Diplomatik und Geschichte, Bd. 2 (1835).

Randt, E.: Hundert Jahre Archivpflege in Pommern im Überblick, in: Monatsblätter 1938, H. 4.

Świadectwa historii Pomorza. Księstwo pomorskie 1140–1648. Zeugnisse pommerscher Geschichte. Herzogtum Pommern 1140–1648, hg. v. K. Kozłowski, M. Schoebel, Szczecin-Greifswald 1999.

Turek-Kwiatkowska, L.: Z dziejów służby archiwalnej. Archiwa na Pomorzu Zachodnim w latach 1808–1914 [Aus der Geschichte der Archivverwaltung. Die Archive Pommerns in den Jahren 1808–1914], Warszawa 1968.

JP

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0004 Kriegs- und Domänenkammer in Stettin (Rep. 12a, 12b, 13a, Kamera Wojenno-Skarbowa w Szczecinie)

1560–1824; 560 AE, 11,8 lfm.

Die Pommersche Kriegs- und Domänenkammer zu Stettin entstand im Januar 1723 und begann ihre Tätigkeit in Stargard. Das neue Amt übernahm die Zuständigkeiten der im brandenburgischen Pommern seit 1653 bestehenden Domänenkammer, die sich mit der Verwaltung der königlichen Besitzungen befaßte, sowie des seit 1713 existierenden Kriegskommissariats, das die städtische Verwaltung und hierbei u. a. die Steuererhebung überwachte. Nach einigen Monaten wurde die Kriegs- und Domänenkammer nach Stettin in das ehemalige Herzogsschloß verlegt. Sie übernahm alle Aufgaben der Provinzverwaltung, Polizeiaufsicht, dazu Wirtschafts-, Steuer- und Sicherheitsfragen in Stadt und Land. Nicht in ihren Kompetenzbereich fielen lediglich Fragen der staatlichen und lehnsrechtlichen Überordnung, das allgemeine Gerichtswesen sowie kirchliche und schulische Angelegenheiten, die der Regierung und dem Konsistorium oblagen. In den Jahren 1765–1766 wurden aus der Kammer noch die Zölle, die Akzise (Regie) und das Tabakmonopol (Tabaks-Compagnie) ausgegliedert, die eigens gebildeten Ämtern anvertraut wurden. Die Kammer versah zudem die Kompetenzen des Sondergerichtswesens, das u. a. Steuer- und Wirtschaftsfragen betraf, in denen der Staat eine der Parteien war. 1782 wurde für diese Fragen innerhalb der Kammer eine eigene Kammer-Justiz-Deputation gegründet. Direkte Ausführende der von der Kammer erlassenen Anordnungen waren für die Städte die Steuerräte, für die Landkreise die Landräte. Dem Amt unterstanden außerdem das 1709 eingerichtete Provinzial-Sanitäts Collegium und das seit 1724 bestehende Kollegium Medicum. Die Kriegs- und Domänenkammer selbst unterstand dem General-Ober-Finanz-Kriegs- und Domainen Direktorium in Berlin. Sie existierte bis 1808, als sie als Ergebnis der Stein-Hardenbergschen Reformen aufgelöst wurde; ihre Kompetenzen wurden gemeinsam mit den Akten von den neugebildeten Ämtern der Provinzialverwaltung übernommen – den Regierungen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Akten der Kriegs- und Domänenkammer in mehreren Schüben von der Regierung Stettin an das Staatsarchiv Stettin übergeben. 1902 wurde der Bestand geordnet; er bestand aus: Kriegs-Archiv Stettin (Rep. 12a) mit 12 Sachgruppen, Domänen-Archiv Stettin (Rep. 12b) mit 25 Sachgruppen, Kriegs-Archiv Köslin (Rep. 13a) mit 11 Sachgruppen sowie aus dem heutzutage selbständig geführten Domänen-Archiv Köslin (Reb. 13b). Dem Bestand wurde außerdem die Interimistische Kriegs- und Domänenkammer in Treptow und Kolberg (Rep. 20) mit 17 Sachgruppen angegliedert. Er war rund 852 lfm. groß. Seit 1942 wurden die Akten der Kriegs- und Domänenkammer schrittweise nach Pansin, Ralswick, Schlemin, Schwerinsburg sowie Spantekow ausgelagert. Die Mehrzahl der Archivmaterialien wurde während der Kämpfe oder in der unmittelbaren Nachkriegszeit zerstört. Nur ein kleiner Teil kehrte in die Stettiner Archivmagazine zurück. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 12a, 12b, 13a, 13b aus den Jahren 1529–1847, 3861 AE, 61,1 lfm.

Inhalt

Kommissionen und Domänenvisitationen in: Kolbatz, Dölitz, Bernstein, Friedrichswalde, Gülzow, Marienfließ, Massow, Naugard, Pyritz, Saatzig, Stepenitz, Treptow a. d. R., Stargard i. P., Pinnow, Spantekow, Stolp, Clempenow, Verchen, Treptow a. Tollense, Lindenberg, Loitz, Ueckermünde, Torgelow und Wollin. Es handelt sich vor allem um Güterrevisionen, Abschriften von Dokumenten aus herzoglicher Zeit, Verordnungen, Urbare, Pachtverträge, Pachtgebühren, Abgaben, Steuern, Kauf- und Verkaufsverträge, Fragen von Straßen- und Brückenreparatur sowie Flußregulierung, außerdem Aufstellungen von Mobilien und Immobilien, u. a. des Stettiner Schlosses sowie anderer herzoglicher Häuser, aus den Jahren 1560–1824, 283 AE.

Beschreibungen von Domänen und Inventare in: Cammin i. P., Kolbatz, Alt-horst, Gülzow, Marienfließ, Massow, Saatzig, Stolpe, Treptow a. T., Stettin, Jasenitz, Lindenburg, Loitz, Ueckermünde, Torgelow und Wollin. Diese Akten beziehen sich auf organisatorische Fragen der einzelnen Domänen, auf ihre Rentabilität und Landvermessungen, aus den Jahren 1560–1811, 107 AE.

Varia, Streitfälle, Kauf- und Verkaufsverträge, Pacht einzelner Vorwerke und Mühlen, Erbermittlungen, Testamente, Siedlungswesen und Bautätigkeit in den Domänen, Kirchenvisitationen, Fragen der Kirchen-, Schul- und Fürsorgeverwaltung, aus den Jahren 1680–1816, 170 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Gaziński, R.: Akta Pomorskiej Kamery Wojenno-Skarbowej przechowywane w Vorpommersches Landesarchiv Greifswald [Die im Vorpommerschen Landesarchiv Greifswald aufbewahrten Akten der Pommerschen Kriegs- und Domänenkammer], SIA, Nr. 10 (1996).

Hintze, O.: Einleitende Darstellung der Behördenorganisation und allgemeinen Verwaltung in Preußen beim Regierungseintritt Friedrichs II., Berlin 1901 [= Acta Borussica, Sechster Band, Erste Hälfte].

Stelmach, M.: Kancelaria pruskich urzędów administracji państwowej na przykładzie rejencji w latach 1808–1945 [Die Kanzlei der preußischen Staatsverwaltungsbehörden am Beispiel der Regierung von 1808 bis 1945], Szczecin 1981.

JP

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0073 Oberpräsidium von Pommern in Stettin (Rep. 60, Naczelne Prezydium Prowincji Pomorskiej w Szczecinie)

1632–1945; 7285 AE, 163,5 lfm.

Von den Reformen des preußischen Staates am Beginn des 19. Jahrhunderts, die in der Historiographie als die Stein-Hardenbergschen Reformen bekannt sind, waren auch die Provinzverwaltungen betroffen. Den Verordnungen vom Dezember 1808 zufolge war der Oberpräsident höchstes Verwaltungsorgan der Provinz. Die Kom-petenzen, die diesem neuen Amt eingeräumt wurden, machten den Oberpräsidenten erstens zum Vertreter der Zentralgewalt, der die ganze Provinzverwaltung kontrollierte, zweitens zum Ausführer von Anweisungen der Zentrale sowie seiner eigenen, im Rahmen seiner Aufgaben getroffenen Entscheidungen, drittens zu einem Beratungsorgan der Regierung. In Pommern wurde ähnlich wie in den anderen preußischen Provinzen das Amt des Oberpräsidenten tatsächlich erst 1815 aufgrund der Verordnung vom 30. April eingerichtet; nun wurde auch sein territoriales Einflußgebiet erst genau bestimmt. Anfangs repräsentierte er die Zentralbehörden und kontrollierte die Verwaltung, unterstützte aber auch die Regierung. Aus Kostengründen wurde das Amt des Oberpräsidenten personell mit dem des Präsidenten der Regierung Stettin zusammengelegt. Die Kompetenzen der Oberpräsidenten wurden durch die Instruktion vom 23. Oktober 1817 wesentlich gestärkt. Von nun an hatten sie das Recht, die Arbeit der Regierungsbeamten zu überwachen und zu kontrollieren, ohne direkt in die von ihnen bearbeiteten Fragen einzugreifen. Dadurch wurden die Kontrollrechte der Oberpräsidenten über die gesamte Provinzialverwaltung verstärkt. Gleichzeitig wurde jeder von ihnen zu direkten Vorgesetzten aller provinziellen Institutionen. Trotz seiner evidenten Aufwertung war das Amt aber von seinem Charakter her ein koordinierendes, kontrollierendes und repräsentierendes Organ, das noch keine Ebene in der direkten Verwaltungshierarchie Landrat–Regierung–Zentralbehörden darstellte. Ein deutlicher Wandel erfolgte erst 1825 (Instruktion vom 31. Dezember). Von diesem Moment an repräsentierte der Oberpräsident im Territorium seiner Provinz den König, er war Vertreter des Staates in Ständefragen (im Provinziallandtag), vertrat die Interessen der Provinz gegenüber dem König und den Zentralbehörden, leitete alle für die Provinz gemeinsamen Angelegenheiten, beaufsichtigte die Staatsverwaltung und die Tätigkeit der Selbstverwaltungen, entschied Beschwerden und Klagen über niedrigere Verwaltungsorgane, führte die Anweisungen der Zentralbehörden aus, war eine Instanz bei Kompetenzstreitigkeiten und hatte schließlich alle Ämter von provinziellen Charakter unter sich. Die Instruktion von 1825 führte dazu, daß das Amt des Oberpräsidenten offiziell zu einer zwischen dem Innenministerium und den Regierungen vermittelnden Instanz wurde. Von nun an kam ihm eine Machtfülle zu, die jener des Regierungsdepartements für Provinzialfragen (das bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts existierte) entsprach. Außerdem nahm der Oberpräsident an den Beratungen des Staatsrates teil und wurde als Vertrauensmann zu einem Werkzeug des bürokratischen Zentralismus mit großem Einflußbereich. Während der folgenden Jahre wurde die Verwaltung auf Provinzebene nicht wesentlich verändert und behielt die in der Mitte der 1820er Jahre erlangten Aufgaben. Zu deutlichen Wandlungen kam es erst in den 1870er Jahren, als die Kompetenzen des Staates und des Konsistoriums im Provinzialschulkollegium voneinander abgegrenzt wurden. Das Kollegium wandelte sich aus einer Abteilung des Konsistoriums zu einem eigenen Provinzialschulkollegium. Darüber hinaus nahm in dieser Zeit in der hier behandelten Institution ein Referat für Fabrikaufsicht seine Arbeit auf, das sich um die Verhältnisse in den größeren Firmen Pommerns kümmerte. Schließlich trennten die Gesetze der Jahre 1880 und 1883 das Amt des Oberpräsidenten von jenem des in der Provinzhauptstadt residierenden Regierungspräsidenten. Durch diese Beschlüsse wurde die Existenz zweier intermediärer Verwaltungsebenen endgültig besiegelt. Auf der anderen Seite forderten schon in den 1880er Jahren liberale Politiker, daß man sich, um die Arbeit der Bürokratie zu verbessern, zwischen dem Erhalt einer zweiten Verwaltungsinstanz entweder auf Ebene der Provinz oder des Regierungsbezirks entscheiden müsse. Dennoch wurde das Amt des Oberpräsidenten nicht verändert; am Ende des 19. Jahrhunderts übte er die Kontrolle über die gesamte Provinzverwaltung (administrative Gewalt) aus und hatte außerdem die politische und gerichtliche Gewalt inne (Verwaltungsgerichtsbarkeit). Im Falle einer Kriegsgefahr oder bei Naturkatastrophen wurde der Oberpräsident zum obersten zivilen Entscheidungsträger in seinem Tätigkeitsgebiet. In der Verwaltungsgerichtsbarkeit nahm der Oberpräsident die Rolle der zweiten Instanz bei Streitigkeiten zwischen den Regierungen untereinander, zwischen Regierungen und politischen Behörden sowie schließlich zwischen politischen Behörden und Landräten ein. Auf Kreis-, Stadt- oder Gemeindeebene waren die Entscheidungen des Amts endgültig. Das Oberpräsidium übte in seinem Territorium auch die Oberaufsicht über die protestantische und die katholische Kirche, über die Judengemeinden, verschiedenerlei Provinzialverbände und -institutionen sowie über das Schulkollegium und das gesamte Schulwesen aus. Erst während der Weimarer Republik wurden Versuche unternommen, u. a. das Oberpräsidium der Provinz zu reformieren, doch hatten sie aus Geldmangel keinen Erfolg. Auf Provinzebene sollte damals aus den zusammengefaßten Ämtern des Oberpräsidenten und der Regierung eine Instanz geschaffen werden, die sich zwischen den Kreisbehörden und den Ministerien befunden hätte. Vor diesem Hintergrund kam es bei der Organisation der hier zu behandelnden Behörde in den 1930er Jahren zu einschneidenden Änderungen. Durch die Verordnung vom 3. September 1932 wurde der Oberpräsident ständiger Vertreter der Regierung in der Provinz. Er überwachte sämtliche politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Fragen. Alle Provinzbehörden wurden dazu verpflichtet, ihm Informationen zu sämtlichen Themen zu liefern, die ihn interessierten. Der Oberpräsident überwachte unter Aufsicht des Ministers sowie in Zusammenarbeit mit dem Provinzialrat auch die Selbstverwaltung und alle Ämter, deren Tätigkeitsgebiet über die Grenzen eines Regierungsbezirks hinausreichte. In der NS-Zeit hatte wegen der Verbindung von Staatsämtern und Parteifunktionen der Gauleiter das Amt des Oberpräsidenten inne.

Die Akten des Oberpräsidiums von Pommern gelangten in mehreren Schüben in das Stettiner Archiv. Die ersten kamen 1871 in die Magazine. Weitere Aktenpartien wurden schrittweise in den Jahren 1883, 1925, 1931, 1939 (zwei Partien), 1942 und 1944 (Landeskulturabteilung) übergeben. Gleichzeitig wurde aus Furcht vor alliierten Bombenangriffen seit 1942 damit begonnen, die Bestände des Stettiner Archivs auszulagern. Die Akten des Oberpräsidiums von Pommern wurden in den Jahren 1943–1944 mehrheitlich nach Nippoglense und Endingen gebracht. Nach 1945 wurden die in Nippoglense liegenden Archivalien nach Stettin zurückgeführt, wo sie schließlich 1971 geordnet wurden. Dagegen gelangten die Archivalien aus Endingen nach Greifswald, wo sie bis zum heutigen Tage aufbewahrt werden. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 60 Oberpräsident von Pommern, aus den Jahren 1815–1934, rund 3130 AE, 76 lfm. Im Geheimen Staatsarchiv PK in Berlin-Dahlem: HA XV Pommern, Rep. 60 Oberpräsident der Provinz Pommern, 31 AE aus den Jahren 1817–1944.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, königlicher Hof, Reisen und Hochzeiten von Mitgliedern der königlichen Familie, Huldigungen, Wahlen zum Reichstag und zu den Landtagen, Kontakte mit verschiedenen Ministerien, Außenpolitik, Kontakte mit Frankreich, Schweden, England, Dänemark und Rußland, Arbeitsämter, Versicherungen, Arbeitslose, öffentliche Arbeiten, Programme für den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit in einzelnen Kreisen, aus den Jahren 1802–1934, 189 AE.

Selbstverwaltung und Kommunalwirtschaft, Provinzialselbstverwaltung, Landtage, Abgeordnetenwahlen, Eröffnung und Schließung der Sitzungen der pommerschen Landtage, Landtage in anderen Provinzen des Reiches: Ostpreußen, Westpreußen, Westfalen, Brandenburg, Provinz Posen, Hannover, Rheinprovinzen, Hessen, Schleswig-Holstein und Schlesien, Kreistage nach Kreisen, Organisation der Provinzialämter, pommersche Beamte aller Ebenen, Wahlen, Entlohnungen, Pflichten, laufende Kosten, Personalakten, Organisation und Tätigkeit von Kreis- und Gemeindeämtern, kommunale Fragen, Auszeichnungen, aus den Jahren 1793–1934, 1000 AE.

Jurisdiktion, Organisation und Tätigkeit der Gerichtsverwaltung, rechtliche Vorschriften, Verordnungen, Prozeßfragen, aus den Jahren 1818–1932, 33 AE.

Finanzen, Finanzämter und ihr Personal, Münzsystem, Wertpapiere, Kredite und kreditvergebende Institutionen, Anleihen, Verschuldung, Zuschüsse, Zölle und Steuern, Grenzkontrollen, neues Steuersystem, Grund- und Gebäudesteuern, Handwerks-, Tabak-, Verbrauchs-, Import- und Kommunalsteuern, Steuerreformen, Banken und Bankbeamte, Landbanken und Stadtkassen, Ritterschaftliche Bank, Sparkassen und ihre personelle Besetzung, Provinzial-Hilfs-Kasse, Revisionen und Kontrollen von Sparkassen, Organisation und Tätigkeit von Kreis-, Gemeinde- und Stadtsparkassen, aus den Jahren 1780–1934, 372 AE.

Bautätigkeit, Vorschriften und Verordnungen, Bauaufsicht und ihre Beamten, Bau von Schulen und Lehrerwohnhäusern in Stettin und Pölitz, von Häfen in Cammin, Jasmund, Leba, Stepenitz, Stettin und Swinemünde, von Kirchen, Denkmälern und dem Stettiner Theater, Wiederaufbau und Erhaltung des Stettiner Schlosses, aus den Jahren 1798–1934, 82 AE.

Handwerk, Industrie, Verordnungen und Vorschriften, Handwerker, Aufsicht über das Handwerk, Zunftfragen, Gesellen, Kredite für Handwerk und Industrie, Fabriken in der Provinz, rohstoffördernde Industrie und Hütten, Lagerstätten von Braunkohle und Torf, Mühlen, Brauereien, Brennereien, Zuckerraffinerien, Tuchherstellung, Salinen, Tabakindustrie, Unterstützung des Schiffsbaus, Schwarzmarktpreise, aus den Jahren 1816–1934, 127 AE.

Handel, ökonomische Gesellschaften, Börse, Binnen- und Hochseeschiffahrt, der Handel Stettins, Tarife, Transportkosten, Binnenhandel mit Leinsamen, Wein, Holz, Wolle und Kohle, Märkte und Jahrmärkte, Restaurants, Hotelwesen, kaufmännische Vereinigungen, seewärtiger Handelsverkehr, Häfen, Zölle, Sundzölle, Hafengebühren und ihre Regelung, Handel und Schiffahrt in verschiedene Länder Europas und der Welt, aus den Jahren 1816–1934, 126 AE.

Kommunikation, Post, Telegraph, Bau und Reparatur von Chausseen und Wegen, Finanzierung einzelner Bauvorhaben, Autobahn, Bau, Nutzung und Reparatur von Eisenbahnlinien, Schmalspurbahnen, Brücken und Dämme, ihr Bau und ihre Erhaltung, Fähren, Auto- und Flugzeugverkehr, die Post und ihre Organisation, Postgebühren, Telegraph, Bau von Telegraphenleitungen, Meteorologisches Institut, aus den Jahren 1816–1939, 286 AE.

Hochsee- und Küstenschiffahrt, Hafen in Kolberg, Wasserweg Stettin–Swinemünde, Seeämter, Schiffahrtsversicherungen, Dampfschiffahrt, Versicherung von Kapitänen und Steuerleuten, Leuchttürme, Markierung der Wasserwege, Dampfschiffahrts- und Seeschiffahrtsgesellschaften, Unfälle auf dem Meer, Seerettung, aus den Jahren 1815–1934, 45 AE.

Medizin, Veterinärmedizin, Sanitärfragen, Anordnungen und Vorschriften, Gesundheitsdienst, Ärzte, Ärztekammern, medizinisches Kollegium, Hebammen, ihre Schulung und Prüfungen, Veterinärmediziner, Vereinigung der Veterinärmediziner, Unfälle, Krankenversicherung, Rettungswesen, gesundheitliche Betreuung, Krankenhäuser, Heilanstalten, Erholungsheime, Badeorte, Körperertüchtigung, Sport, Sportvereine, Apotheken, Apothekergesellschaften, Gründung und Tätigkeit der Apotheken in verschiedenen pommerschen Ortschaften, ansteckende Krankheiten und ihre Bekämpfung, Epidemien, Quarantäne, Tierkrankheiten, Sanitär- und Veterinäraufsicht, aus den Jahren 1816–1934, 381 AE.

Sozialfürsorge, Stiftungen, Ämter der Sozialfürsorge in einzelnen Ortschaften und ihre Tätigkeit, Armen-, Familien- und Jugendfürsorge, Beihilfen, Unterstützung von Witwen und Waisen, Spenden für Arme und Krüppel, Waisenhäuser und Erziehungsanstalten in verschiedenen Ortschaften, Stiftungen und Legate, aus den Jahren 1780–1937, 356 AE.

Presse, Verlage, amtliche Tageszeitungen, Buch- und Pressehandel, Pressetitel, verbotene Drucke, Schul-, Adreßbücher, kulturelle Institutionen, Kartographie, hydrographische Karten, Karten der Wasserwege, Kreise und der ganzen Provinz, das Stettiner Archiv, die Erarbeitung einer Geschichte Pommerns, Theater, Kinos, musikalische, wissenschaftliche und kulturelle Gesellschaften, Denkmalschutz (auch Naturdenkmalschutz), Museen, aus den Jahren 1769–1934, 226 AE.

Statistik, Statistisches Büro, Volkszählungen, Standesämter, Statistiken von Schulen, Landwirtschaft, Wirtschaft, Verkehr auf den Wasserstraßen, Landvermessungen, aus den Jahren 1832–1931, 25 AE.

Versicherungen, Kranken-, Unfall- und Rentenversicherungen, Versicherungsanstalten, Beamte, Witwen- und Waisenkassen, Unterstützungs- und Sterbekassen in verschiedenen Orten, ihre Organisation und ihr Wirken, Satzungen, Feuerversicherungen, Versicherungsgesellschaften, Brandschäden, Schiffsversicherungen, aus den Jahren 1782–1945, 283 AE.

Polizei und Sicherheit, Vorschriften und Verordnungen, Polizeiämter und -beamte in der Provinz, die Polizeischule in Treptow a. d. R. und ihre Finanzen, Ausländerpolizei, Konsulate in Stettin, Vizekonsulate in Stralsund, Emigration aus Pommern, politische und kriminelle Verbrecher, Überwachung verschiedener gesellschaftlicher und politischer Organisationen, Propaganda, Zensur, verbotene Drucke, Kontrolle der Bühnen, Lotterien, Polizeivorschriften, Ermittlungen, Tumulte und Unruhen, Gefängnisse, Besserungsanstalten, Arbeitslager, aus den Jahren 1812–1944, 256 AE.

Militaria, Militärbehörden und -schulen, Quartiere, Übungsplätze, Mobilisierung, Verproviantierung der Armee, Lieferung von Lebensmitteln und Fourage für die Napoleonischen Truppen, Lebensmittellager, Entschädigungen und Kriegsschulden sowie ihre Beseitigung, Lazarette und Krankenhäuser, Versorgung der Verwundeten, Kriegsversehrte, Versorgung demobilisierter Soldaten, Rotes Kreuz und andere Organisationen der Verwundeten- und Kriegsversehrtenbetreuung, Kriegsgefangene, Geldsammlungen für das Militär, Jahrestage und Militärparaden nach Kreisen, aus den Jahren 1788–1936, 232 AE.

Schulwesen, Vorschriften und Verordnungen, Schulverwaltung, Prüfungskommissionen, finanzielle Fragen, Überwachung von Schulen unterschiedlicher Typen, pommersches Schulkollegium, Lehrer, ihre Ernennung und Entlohnung, Gymnasien und Progymnasien, Lehrerseminare, Weiterbildungskurse, Marienstift, Berufsschulen, Sonderschulwesen, Stipendien, Schul- und Volksbibliotheken, aus den Jahren 1815–1944, 218 AE.

Religionen und Bekenntnisse, Verordnungen, Verzeichnisse der Synoden, kirchliche Stiftungen, die neue Liturgie, Seminare, Visitationen, Bau und Reparatur von Kirchen, protestantische Geistliche und Kirchenbeamte, katholische Pfarreien und Geistliche, Kirchenbesitz, Steuern, Kollekten, Friedhöfe, religiöse Vereinigungen, jüdische Gemeinden in den einzelnen pommerschen Städten, aus den Jahren 1811–1941, 292 AE.

Landwirtschaft und Grundbesitz, Vorschriften und Verordnungen, übergeordnete Institutionen, Generalkommissionen, Beamte, Eigentumsverhältnisse, Parzellierung, Grenzziehung, Domänen, Vermessungen, neue Siedlungen, Steuern, Verschuldung, Entschuldung, landwirtschaftliche Kredite, Kreditgesellschaften, Zuschüsse für einzelne Güter, Mißernten, Naturkatastrophen, Lebensmittelpreise, Ackerbaukultur, landwirtschaftliche Ausstellungen, Schulen und Kurse für Landwirte, Kartoffelkrankheiten, Setzlinge, Gemüseanbau, Obstanbau, Pferde-, Vieh- und Borstenviehzucht, landwirtschaftliche Gesellschaften, aus den Jahren 1773–1944, 595 AE.

Meliorationen und Überschwemmungen, Meliorationsfonds, Kredite, Kosten der Meliorationsarbeiten, Melioration einzelner Güter, Verwaltung der Wasserwirtschaft, Vorschriften und Verordnungen, Entwässerungsgenossenschaften, ihre Organisation und Tätigkeit, Flußregulierung, Fonds für die Flußregulierung, Überschwemmungen, Sturmschäden, aus den Jahren 1818–1942, 166 AE.

Forst- und Jagdwesen, Vorschriften und Verordnungen, Verwaltung der Wälder, Holzlieferungen, Jagdwesen, Jagdtermine, Bau von Forsthäusern, Vogelschutz, aus den Jahren 1813–1933, 28 AE.

Fischfang, Verordnungen und Vorschriften, Fischfang in Binnen- und Hochseegewässern, Beamte, Häfen und Fischerhäfen, Heringsfang, Fischbesatz, Fischer und ihre Organisationen, Kontrollen, aus den Jahren 1816–1935, 52 AE.

Abteilung für Ackerbaukultur, Verwaltung und ihre Kompetenzen, Kontakte mit den Ministerien, Kompetenzstreitigkeiten, Beamte, Räumlichkeiten für die Bedürfnisse der Beamten, Siedlungswesen in verschiedenen Gegenden und Orten Pommerns, Pachten, Pläne neuer Siedlungen, Programm für die Stärkung der Bauernhöfe, Landkauf und -verkauf, Rentengüter, Grenzen und Vermessungen von Gütern, jüdische Güter und ihre Enteignung, Fonds für die Entwicklung der Landwirtschaft, Sparkassen, Regulierung einzelner Flüsse, Meliorationen, Überschwemmungen, Entwässerungsgenossenschaften, Ansiedlungskredite nach Kreisen, Grundrente, Staatsfonds zur Hebung der Ackerbaukultur, Streitfragen zwischen Landwirten und Ämtern, Entschuldung der Landwirtschaft, Personalakten von Beamten, aus den Jahren 1907–1945, 1519 AE.

Varia, Verordnungen und Vorschriften, Provinziallandtage, Reglementierung und Verteilung von Lebensmitteln während des Ersten Weltkriegs, Schulwesen und Bibliotheken, Internate, Hebung der Qualifikationen von Lehrern, Unterstützungen, Rechnungen und Kassenfragen, Sterbekassen, Beamte des Oberpräsidiums, ihre Pflichten und Entlohnung, Kosten der laufenden Verwaltung, Personalakten der Beamten, Bau und Erhalt von Straßen, Krankenhäuser, Verwaltung und Besitzungen der Krankenhäuser, Einkünfte der Krankenhäuser und ihre Kontrolle, Hebammenausbildung, Stiftungen, aus den Jahren 1632–1945, 396 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Białecki, T., Mazurkiewicz, T., Muszyński, M.: Podziały administracyjne Pomorza Zachodniego w latach 1800–1970 [Die Verwaltungsgliederung Pommerns in den Jahren 1800–1970], Szczecin 1970.

Branig, H.: Die Oberpräsidenten der Provinz Pommern, BSt NF, Bd. 46 (1959).

Fenske, H.: Die Verwaltung Pommerns 1815–1945, Köln, Weimar u. Wien 1993.

Frankiewicz, B.: Przegląd zawartości treściowej Naczelnego Prezydenta Prowincji Pomorskiej [Übersicht über den Inhalt der Akten des Oberpräsidenten der Provinz Pommern], SIA, Nr. 2 (1986).

Gierszewski, S.: Naczelne władze Prus Zachodnich (1772–1920). Zmiany administracyjne a sukcesje registratur [Die Oberbehörden Westpreußens (1772–1920). Änderungen der Verwaltung und Abfolge der Registraturen], in: Archeion, Bd. 33 (1960).

Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945, Bd. 3, Pommern, hg. v. W. Hubatsch, Marburg 1975.

Poniatowska, A.: Źródła do dziejów Pomorza Zachodniego w zespole akt Pruskiego Naczelnego Prezydenta Prowincji Pomorskiej [Quellen zur Geschichte Pommerns im Bestand des Preußischen Oberpräsidenten der Provinz Pommern], in: Archeion, Bd. 42 (1965).

Salmonowicz, S.: Administracja i prawo w prowincjach pomorskich [Verwaltung und Recht in den pommerschen Provinzen], in: Historia Pomorza [Geschichte Pommerns], Bd. IV, Teil 1 (1850–1918), hg. v. S. Salmonowicz, Toruń 2000.

Salmonowicz, S.: Podziały terytorialne i ustrój polityczny ziem pomorskich w latach 1815–1850 [Territoriale Gliederung und politisches System der pommerschen Gebiete in den Jahren 1815–1850], in: Historia Pomorza [Geschichte Pommerns], Bd. III, Teil 1, hg. v. G. Labuda, Poznań 1993.

Stelmach, M.: Kancelaria pruskich urzędów administracji państwowej na przykładzie rejencji w latach 1808–1945 [Die Kanzlei der preußischen Staatsverwaltungsbehörden am Beispiel der Regierung in den Jahren 1808–1945], Szczecin 1981.

Szukała, M.: Akta Naczelnego Prezydenta Prowincji Pomorze w zasobie Landesarchiv Greifswald [Die Akten des Oberpräsidenten der Provinz Pommern in den Beständen des Landesarchivs Greifswald], SIA, Nr. 11 (1997).

Wielopolski, A.: Ustrój polityczny Pomorza Zachodniego w XIX wieku [Das politische System Pommerns im 19. Jahrhundert], Poznań 1966.

RG

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0092 Regierung Stettin (Rep. 65a, Rejencja Szczecińska)

[1377] 1567, 1684, 1692–1945; 33374 AE, 722,3 lfm.

Die Niederlage Preußens im Krieg gegen Frankreich 1806 machte die innere Schwäche des Hohenzollernstaates deutlich. Ein Teil der regierenden Elite sah nun ein, daß der einzige Weg zur Rettung des Königreichs Preußen in tiefgreifenden Reformen bestand. Im Rahmen dieser Reformen wurde auch die territoriale Verwaltung umgebaut. Mit Anordnung vom 26. Dezember 1808 wurde die bisherige Kriegs- und Domänenkammer durch neue Ämter ersetzt, die sog. Regierungen, deren Organisation, Kompetenzen und Tätigkeitsgebiete präzisiert wurden. Die in Stettin ins Leben gerufene Regierung war anfangs für ganz Pommern zuständig; ihr Sitz war seit Februar 1809 wegen der in Stettin residierenden französischen Garnison Stargard. Mit ihrer eigentlichen Arbeit begannen die Regierungsbeamten im März 1809. Zu den Aufgaben des neuen Amts gehörten unter anderem die Verwaltung des anvertrauten Gebiets, die Aufsicht über Schulen, Kirche, Post, Industrie, Handwerk und Handel. Nach innen wurde die Regierung in fünf Deputationen (Abteilungen) unterteilt, und zwar in die Polizei-, Militär-, Geistliche und Unterrichts-, Finanz- und Abgaben-Deputation. Jede Deputation zählte 3 bis 10 Mitglieder und beriet kollegial. Die Arbeiten der ganzen Regierung wurden von einem Regierungspräsidenten geleitet. Nachdem die französischen Truppen aus Pommern verdrängt worden waren, wurde (seit Juli 1814) das Herzogsschloß in Stettin zum Sitz der Regierung. Die innere Unterteilung Preußens (Gesetz vom 30. April 1815) in Provinzen und Regierungen sicherte die Existenz der Stettiner Regierung endgültig ab. Gleichzeitig hob dieses Gesetz die Aufteilung der Regierung in 5 Deputationen auf und führte eine Zweiteilung ein. An der Spitze jeder Abteilung stand ein Direktor. Abteilung I befaßte sich mit Fragen der Staatsverwaltung, mit Sicherheit und öffentlicher Ordnung, Medizin und Gesundheitsschutz, Fragen der Ackerbaukultur, Kommunal-, Kirchen-, Schul- und Militärangelegenheiten sowie mit Statistik, Zensur und Bautätigkeit. Abteilung II unterstanden alle Einkünfte des Staates (Steuern, Abgaben, Zölle u. ä.), Industrie, Jagd- und Forstwesen, alle Angelegenheiten der Bereiche Haushalt, Kasse und Rechnungen sowie schließlich die Aufsicht über die Hauptkasse. Die Unterteilung der Regierung in zwei Abteilungen sollte die Bearbeitung der anfallenden Arbeiten erleichtern. Die beiden Abteilungen bildeten keine eigenständigen Ämter innerhalb der Regierung, obwohl sie einige Entscheidungen in Eigenverantwortung treffen konnten. Wichtigere Fragen wurden auf gemeinsamen Sitzungen unter Vorsitz des Präsidenten entschieden. Als im Jahre 1815 in jeder Provinz das Amt des Oberpräsidenten eingerichtet wurde, wurde die Regierung zu einer Staatsverwaltungsbehörde der mittleren Ebene, deren Aufgabenbereich endgültig durch die Instruktion vom 23. Oktober 1817 geregelt wurde. Ab 1817 verlor die Regierung die Aufsicht über das Mittelschulwesen sowie über die Geistlichkeit (diese Aufgaben gingen an das Konsistorium sowie an das Provinzialschulkollegium über), von 1823 bzw. 1826 an auch über die Verwaltung der mittelbaren Steuern (diese wurde von der Provinzialsteuerdirektion übernommen). 1825 erschienen zwei Verordnungen, welche den Kompetenzbereich und die innere Struktur der Regierung Stettin erneut änderten. Sie wurde in drei Abteilungen gegliedert – die Abteilung des Inneren, die Abteilung für die Kirchenverwaltung und Schulwesen sowie in die Abteilung für die direkten Steuern und die Domänen und Forsten. Die Abteilung des Inneren befaßte sich unter anderem mit Verwaltungsfragen, öffentlicher Sicherheit, Medizin und Gesundheitsschutz, Industrie, kommunalen und militärischen Fragen, mit dem Bauwesen, der Zensur sowie mit Statistik. Die Abteilung für Kirchenverwaltung und Schulwesen beaufsichtigte das Schulwesen, die Kirchen und die Erziehungsanstalten, aber auch die Gemeinden der unterschiedlichen Bekenntnisse. Zu den Aufgaben der Abteilung für die direkten Steuern und die Domänen und Forsten zählten die Eintreibung der direkten Steuern, Fragen der Finanzverwaltung sowie die Aufsicht über die staatlichen Domänen und Wälder. 1825 wurde in den Regierungen, in denen die Funktion eines Präsidenten vom Oberpräsidenten der Provinz ausgeübt wurde, die Stelle eines Stellvertretenden Präsidenten geschaffen, der den Präsidenten während dessen Abwesenheit oder Krankheit vertrat. 1850 wurden die Kompetenzen der Abteilung für die Kirchenverwaltung und Schulwesen eingeengt und einige Aufgaben dem evangelischen Konsistorium anvertraut. 1880 wurde das Amt des Regierungspräsidenten von jenem des Oberpräsidenten getrennt. 1883 wurde das kollegiale System der Abteilung des Inneren aufgehoben und alle Befugnisse des Kollegiums auf den Präsidenten übertragen. Von nun an hieß diese Abteilung auch Präsidialabteilung. In den beiden übrigen Abteilungen wurde weiterhin kollegial entschieden. In seiner neuen Form beschäftigte sich Abteilung I (die Präsidialabteilung) mit der Staatsverwaltung, mit öffentlicher Sicherheit und Ordnung, Medizin und Gesundheitsschutz, Industrie, Handwerk, Handel und Kommunikation, mit militärischen und kommunalen Fragen, mit der Aufsicht über die Religionsgemeinschaften, Zensur, Bautätigkeit sowie Statistik. Abteilung II (für Kirchenverwaltung und Schulwesen) bearbeitete Patronatsfragen, Kirchenbau, die Ausweisung von Friedhöfen, beaufsichtigte den Kirchenbesitz, das staatliche und private Schulwesen. Abteilung III (für Domänen und Forsten) überwachte die Staatseinnahmen aus Grundsteuern, verwaltete die Domänen und staatlichen Forsten sowie die Bautätigkeit auf den Domänen. Im Jahre 1919 wurde der Abteilung III die Aufsicht über die direkten Steuern genommen; 1924 verlor sie die Kontrolle über Katastersachen, die an die Präsidialabteilung gingen. Gleichzeitig wurden im selben Jahr Direktoren an die Spitze der Abteilungen II und III gestellt, ohne aber die kollegiale Entscheidungsfindung der Abteilungen aufzuheben. Zu wesentlichen Änderungen kam es in den Jahren 1932–1933. Im Oktober 1932 wurde die Kollegialität der Abteilungen II und III aufgehoben und die Stellung des Regierungspräsidenten gestärkt. Zugleich wurde die Zahl der Abteilungen auf vier erhöht: Allgemeine Abteilung, Abteilung für das Kirchen- und Schulwesen, Landwirtschaftliche Abteilung sowie Forstabteilung. Von nun an beschäftigte sich die Allgemeine Abteilung unter anderem mit Personal-, Rechnungs-, Finanz-, Polizei- und Gendarmeriefragen, mit Kommunikation, Wegen und Brücken, Handwerk und Handel sowie mit Problemen der Selbstverwaltung, des Siedlungswesens, Wohnungsbaus, der Sozialfürsorge, öffentlichen Gesundheit, Medizin, Tiermedizin, Statistik, mit Katasterfragen und der Hauptkasse. Zu den Kompetenzen der Abteilung für das Kirchen- und Schulwesen gehörte unter anderem die Aufsicht über die evangelische und die katholische Kirche, über Grundschulen, weiterführende Schulen und Berufsschulen sowie schließlich über die Jugend selbst. Die Landwirtschaftliche Abteilung verwaltete die staatlichen Domänen und überwachte die gesamte Produktion und Ackerbaukultur. Die letzte Abteilung, jene für das Forstwesen, befaßte sich mit den staatlichen, kommunalen und privaten Forsten. Von 1933 an wurde der Regierungspräsident vom preußischen Ministerrat ernannt. In dieser Form war das Regierungspräsidium bis 1945 tätig.

Mit der Übergabe von Akten an das Provinzialarchiv begann die Regierung Stettin 1860, als in der Behörde Akten aussortiert wurden. Weitere Zugänge gab es in den Jahren 1872–1875. Seit 1882 legte der Regierungspräsident regelmäßige Termine für das Aussortieren von Akten fest, an denen Archivare einen Teil der Akten aussonderten und in das Staatsarchiv überwiesen. Nach 1900 erfolgte die Übernahme von Regierungsakten durch das Archiv aufgrund anderer Prinzipien. Im Regierungspräsidium entstand nun eine große Registratur, in der Akten aufbewahrt wurden, die nicht zur Aussortierung vorgesehen waren, für das Amt aber noch von aktuellem Wert waren. Von nun an gelangten die Archivalien aus dieser Registratur direkt in das Stettiner Archiv. Derartige Zugänge (nach den neuen Grundsätzen) gab es 1901, 1911, 1929–1930, 1936, 1938 und 1940. Ab 1942 wurde aus Furcht vor alliierten Bombenangriffen damit begonnen, die Regierungsakten auszulagern. Der größte Teil kam nach Pansin, Spantekow, Groß Tychow und Nippoglense. Nach dem Ende der Kampfhandlungen begann in den Jahren 1946–1948 die polnische Archivverwaltung damit, den verstreuten Bestand wieder zusammenzutragen. In die Archivlager gelangten in mehreren Partien auch die Regierungsakten. 1946 waren in Stettin die Akten aus Pansin und Groß Tychow vorhanden, während die Archivalien aus Nippoglense in das Archiv in Bromberg kamen und erst 1948–1950 nach Stettin gebracht wurden. Die in Spantekow ausgelagerten Faszikel gelangten nach Greifswald und wurden dem dortigen Archiv eingegliedert. 1948 wurden auch Regierungsakten übernommen, die sich noch im Gebäude der einstigen Regierung Stettin befanden. 1950 wurde der Bestand abgeglichen, anschließend wurde der aus dem Regierungspräsidium übernommene Teil inventarisiert. 1974 wurde der Bestand endgültig bearbeitet und erhielt ein Findbuch. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 65a Stettin, aus den Jahren 1897–1947, 223 AE, 19,0 lfm.

Inhalt

Präsidialabteilung

Gesetzgebung, Anordnungen der Staatsbehörden, Abschriften von Gesetzen und Rundschreiben, Polizei- und Finanzverordnungen, aus den Jahren 1809–1921, 61 AE.

Verwaltung des Staates, Kontakte mit anderen Staaten, Grenzen, staatliche Oberbehörden, aus den Jahren 1803–1921, 111 AE.

Organisation des Regierungsbezirks, Verordnungen und Vorschriften, Beschäftigung von Beamten, Finanzfragen, Personalakten, Überwachung der Kreisverwaltung und der Polizeiämter, Disziplinarfragen, aus den Jahren 1808–1895, 345 AE.

Königlicher Hof, Reisen, Ableben und Hochzeiten von Mitgliedern der königlichen Familie, Auszeichnungen, Jubiläen, Verleihung des Adelstitels, aus den Jahren 1810–1917, 65 AE.

Verwaltung der Regalien, Solegewinnung, Post, Lotterien, Fiskalabgaben, Steuern, Informationen über die Industrieproduktion, aus den Jahren 1809–1875, 94 AE.

Aufsicht über Korporationen, Güterverschuldung, Sicherheit in den Dörfern, Müller, Staatszuschüsse, Kommunalverbände, Veteranenvereinigungen, Landwirtschaften, aus den Jahren 1810–1902, 62 AE.

Aufsicht über Stiftungen und Vereinigungen, Kreiskrankenhäuser, Stiftungen, Schulen, Waisenhäuser, Rechnungskontrolle, Stipendien, Vereinsregister, aus den Jahren 1762–1943, 368 AE.

Statistik, Karten, Ortsnamenswechsel, statistische Tabellen nach Kreisen, Bevölkerung, Karten des Regierungsbezirks, ihre Anfertigung und Aufbewahrung, aus den Jahren 1809–1938, 626 AE.

Provinziale Selbstverwaltung, Ständeverzeichnisse, Aufteilung von Landgütern, Beamtenverzeichnisse, Kommunalverwaltung, aus den Jahren 1809–1928, 11 AE.

Landtage, Verordnungen und Vorschriften, Wahlen zu den Kommunal- und Provinzialparlamenten, zum preußischen Landtag und zum Reichstag, Präsidentschaftswahlen, aus den Jahren 1806–1935, 129 AE.

Gesetzgebung der Selbstverwaltung, Anordnungen und Gesetze zu den Provinzen und Kreisen, Grenzen von Kreisen und Gemeinden, Grenzregulierung auf dem Wasser, aus den Jahren 1814–1944, 81 AE.

Aufsicht über die Selbstverwaltung in Staatsdomänen (Ämtern), Gerichte, Schulzen, neue Steuern, Polizei, kommunale Angelegenheiten, aus den Jahren 1811–1877, 151 AE.

Aufsicht über die Selbstverwaltung in den Kreisen, Kreistage, Sitzungen und Beschlüsse der Kreisausschüsse, Berichte, Beamte der Kreis- und Gemeindeverwaltungen, Kasse und Haushalt, Verschuldung, Kredite, Steuern, Zölle, aus den Jahren 1810–1943, 377 AE.

Aufsicht über die dörfliche Selbstverwaltung, Beschluß über die dörfliche Selbstverwaltung, Schulzen, Dorfgerichte, Rittergüter, Gemeindebeschlüsse, aus den Jahren 1786–1892, 65 AE.

Aufsicht über die städtische Selbstverwaltung, städtische Ordnungen, Verordnungen, Wahl der Selbstverwaltungskörperschaften, Abgeordnete, Wirtschaft, Zünfte, Bürgerrechte, Archive und Bibliotheken, die Finanzen der Städte, Kassen, Zuschüsse, Finanzpläne, Steuern, Aufsicht über die Selbstverwaltung in den einzelnen Städten, aus den Jahren 1763–1944, 1197 AE.

Schiffahrt, Wasserbau, Häfen, Pilotenamt, Schiffsbewegung, Verwaltung der mit dem Meer zusammenhängenden Fragen, Binnenschiffahrt, Vertiefung von Wasserwegen, Wasserstände, medizinische Versorgung, Verwaltungsabgaben, Wasserpolizei, Personenschiffahrt, Segeln, Wracks, Seerettung, Schulwesen, Bau des Hafens in Swinemünde, Schiffsbau, Sturm- und Kriegsschäden, aus den Jahren 1801–1935, 494 AE.

Handel, Jahrmärkte, Preiskontrolle, Vereinigungen, Jahrmärkte in einzelnen Kreisen, Handelsverkehr mit dem Ausland, Warentransport über die See, aus den Jahren 1823–1944, 66 AE.

Handwerk, Verordnungen und Vorschriften, Berufsschulwesen, Kriegsversehrtenschulungen, Handwerkerweiterbildung, Zuschüsse für Berufsschulen, Lehrer, Lehrpläne, Prüfungskommissionen, Lehrlinge, Gesellen, Handwerkerkarten, Handwerkskammer, das Handwerk in einzelnen Städten und Kreisen, aus den Jahren 1794–1944, 666 AE.

Kommunikation, Breitspurbahnen, Tarife, Arbeiter, Eisenbahnverwaltung, Fahrpläne, Bau von Eisenbahnlinien zwischen einzelnen Ortschaften, Schmalspurbahnen, Staatsanleihen, Zuschüsse, Unfälle, Militärtransport, Privateisenbahnen, Bau, Reparatur sowie Instandhaltung von Wegen und Brücken in einzelnen Kreisen und Städten, Anordnungen, Finanzen, Straßenverkehr, Straßenbeleuchtung, Straßendienste, Pläne für den Autobahnbau, Polizeiüberwachung der Straßen, Transitstraßen, Autobusverkehr, Fahrschulen, Transportgesellschaften, Straßenbahnlinien, Flugverkehr, aus den Jahren 1752–1944, 1410 AE.

Post, Verordnungen und Vorschriften, Postgebühren, aus den Jahren 1809–1880, 5 AE.

Telegraph, Bau und Nutzung staatlicher Telegraphenlinien, aus den Jahren 1845–1942, 10 AE.

Landwirtschaft, Verordnungen, Parzellierung, Getreidepreise, Anbau und Ernten, Beihilfen, Versuchsanbau, Landverkauf, landwirtschaftliche Organisationen und Gesellschaften, Landwirtschaftliche Hochschule, Landwirtschaftskammern, Kolonisierung und Siedlungswesen, Landbank, landwirtschaftliche Kassen, Regulierung von Eigentumsbeziehungen, Regulierung von Abgaben, Enteignungen, Gemüse- und Obstanbau, landwirtschaftliches Schulwesen, Kriegsgefangene im landwirtschaftlichen Arbeitseinsatz, Bienenzucht, Zucht, Tierkrankheiten, Dorfhandwerk, aus den Jahren 1784–1931, 394 AE.

Forstwesen, Jagdwesen, Holzausfuhr, Aufforstung, Zuschüsse, Schutzwaldungen und Jagdgenossenschaften, Erlaubnis zum Abschuß von Wild, von Wildschweinen angerichtete Schäden, aus den Jahren 1809–1920, 29 AE.

Meliorationen, Meliorationsfonds, Bewirtschaftung von Ödland, Torfmoore, Meliorationskanäle, Regulierung von Flüssen und Bächen, Finanzen, Entwässerungsgenossenschaften, Meliorationen in einzelnen Kreisen, Instandhaltung von Meliorationsgräben, Melioration von Ihna, Plone und Randow, Beschwerden, aus den Jahren 1779–1928, 381 AE.

Wasserwirtschaft, Wasserstände, Verschmutzungen, Befestigung der Oderufer, aus den Jahren 1806–1908, 48 AE.

Kanalisation, Kanalisationsbau, Wasserleitungen, aus den Jahren 1895–1932, 14 AE.

Wasserverkehr, Zuschüsse zur Instandhaltung der Wasserstraßen, Binnen- und Hochseeschiffahrt, Wasserstraße Stettin–Swinemünde, Instandhaltung der Ufer, Schiffsverkehr, aus den Jahren 1863–1943, 9 AE.

Bauwesen, Verordnungen, Bauaufsicht, Beamte, Berichte, Kontrolle von Bauarbeiten, Pläne, Kostenvoranschläge, Beschwerden, Industriebauten, Wohnungsbauten, ländliche Bauten, Bau von Rathäusern, öffentlichen Gebäuden, Schulen und Gerichten, Baudenkmäler, Denkmäler, Schloß der Pommerschen Herzöge, aus den Jahren 1736–1942, 527 AE.

Industrie, Fabriken, Manufakturen, Seidenraupenzucht, Maulbeerbäume, Wollpreise, Tabak, Zuckerraffinerien, Hütten, Mühlen, Landesausstellung, Fabrikaufsicht, Arbeitsunfälle, aus den Jahren 1808–1944, 83 AE.

Elektrizitätswerke, Einrichtung eines Stromnetzes, Hochspannungsnetz, Umspannwerke, aus den Jahren 1886–1942, 26 AE.

Medizin und Tiermedizin, Organisation der Gesundheitsämter, Finanzen, Berichte, Apotheker, Sterilisationen, Beihilfen, Erbkrankheiten, sanitäre Fragen in den Häfen, Organisation des Gesundheitsdienstes, Krankenhäuser und Heilanstalten, private Krankenversorgung, Apotheken und Drogerien, Seebäder, Hebammen, Säuglingsbetreuung, sanitäre Zustände, Kampf gegen den Alkoholismus, Tiermedizin, aus den Jahren 1742–1945, 358 AE.

Lebensmittelaufsicht, Transport, Versorgung, Preise, Lager, Bier- und Weinherstellung, Fisch-, Fleisch- und Milchhandel, Brotverkauf und Brotpreise, aus den Jahren 1802–1935, 87 AE.

Sozialfürsorge, Verordnungen, Unterhaltung von Armenhäusern, Beihilfen, Geldsammlungen, Betreuung von geistig Kranken, Waisenhäuser, Stipendien, Betreuung von Kindern und Jugendlichen, Besserungsanstalten, jugendliche Verbrecher, Versicherungen, Hilfskassen, Aufsicht über Moral und gute Sitten, aus den Jahren 1802–1944, 76 AE.

Presse, Zensur, Kultur, verbotene Drucke, Zensur von Schriften, Verlage, Theater, Zirkus, Vergnügungslokale, Versammlungsschutz, Aufsicht über Veranstaltungen und Konzerte, Baudenkmäler, Museen, Denkmäler, aus den Jahren 1806–1933, 44 AE.

Gerichtswesen, Streitigkeiten, Erbsachen, aus den Jahren 1842–1943, 37 AE.

Fischfang, Gesetze, Verordnungen, Fischfang in Binnen- und Hochseegewässern, Fischfanggeräte, Fischervereinigungen, Fischerkähne, Fischhandel, Preise, Versicherungen, Fischbesatz, Fischmarkt in Stettin, Fischverarbeitung, aus den Jahren 1813–1931, 202 AE.

Polizei, Verordnungen, Staatswappen, Flaggen, Reisen staatlicher Würdenträger, Landesverrat, Einteilung in Polizeibezirke, Ernennung von Beamten, Auszeichnungen, Waffenkontrolle, Unruhen, Polizeiämter, Organisation und Reorganisation der Polizei, Polizeiverwaltung in den Kreisen, Städten und Erholungsorten, Badeanstalten, Grünanlagen, Obdachlose, Polizeibeamte, Beschwerden, Ausstellung von Personalausweisen, Erwerb der preußischen Staatsbürgerschaft, Abschiebung aus dem Reich, Ausländer, Ausländeraufsicht, Arbeitserlaubnis für Ausländer, Auswanderung in einzelne Länder, Pässe, Herumtreiberei, Gefängnisse, Besserungsanstalten, Kinderheime, aus den Jahren 1811–1943, 1170 AE.

Brandschutz, Verbot des Tabakrauchens, Absicherung von Schornsteinen, Entschädigungen, Feuerwehr, Versicherungen, Statistik, aus den Jahren 1805–1914, 83 AE.

Standesämter, Bevölkerungserfassung, Statistik, Adoption von Kindern, Änderung von Nachnamen, aus den Jahren 1813–1945, 35 AE.

Arbeiterfürsorge, Gesetzgebung, Arbeitslose, Versicherungen, Unfälle, Renten, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bei der Melioration, öffentliche Arbeiten beim Bau von Straßen, Eisenbahnen, Flughäfen, Sportanlagen und Kanalisation, aus den Jahren 1901–1932, 277 AE.

Sicherheitspolizei, Waffenhandel, Strafregister, politische Umtriebe, Kriegsgefangenentransport, Versammlungen politischer Parteien, innere Polizei, Spionage, Asyl, Flugschriften, Organisation der Sicherheitsdienste, Niederschlagung von Unruhen, Streiks, die Sozialdemokraten, Anarchisten, Kommunisten, politische Parteien, Polizeiaufsicht in den Städten, aus den Jahren 1806–1944, 288 AE.

Kommunale Institutionen, Kontrolle der Wasserleitungen, Sozialfürsorge, Banken, Anleihen, aus den Jahren 1917–1941, 6 AE.

Schützenbruderschaften, Organisation und Tätigkeit der Schützenbruderschaften in Altdamm, Anklam, Bahn, Cammin i. P., Daber, Demmin, Fiddichow, Freienwalde, Gollnow und Pasewalk, aus den Jahren 1810–1930, 13 AE.

Wilde Ehen, Polizeiaufsicht, aus den Jahren 1810–1928, 3 AE.

Münzwesen, Pfandbriefe, Fälscherei, Rückzug beschädigten Geldes aus dem Umlauf, aus den Jahren 1810–1867, 12 AE.

Jüdische Gemeinden, jüdische Bevölkerung in Pommern, Verzeichnisse, Synagogenbau, Riten, Ehen, Anteil an Handel und Handwerk, aus den Jahren 1808–1938, 43 AE.

Dienstboten, Angelegenheiten des häuslichen Dienstpersonals, aus den Jahren 1882–1906, 3 AE.

Finanzen, Steuern, Banken, Depositen, Anleihen, Erbschaften, Beschlagnahme von Besitz, Aufhebung der Mehlsteuer, Einkommens- und Umsatzsteuer, Zuschüsse, Regierungshauptkasse, Sparkassen, Katastersachen, aus den Jahren 1805–1939, 579 AE.

Konzessionen, Industriesachen, Berichte, Mühlenverzeichnisse, Holzhandel, Konzessionen für Hausierer, Fabriken, Sägewerke, Brauereien, Weinkeller, Druckereien, Ölmühlen, Ziegeleien, Konzessionen zum Verfolg unterschiedlicher wirtschaftlicher Tätigkeiten, aus den Jahren 1792–1871, 596 AE.

Politische Polizei, politische Versammlungen, Auseinandersetzungen zwischen Parteien, Spionage, Tätigkeit polnischer Organisationen, Erlaubnis zum Waffenbesitz, aus den Jahren 1924–1943, 256 AE.

Gendarmerie, Gestapo, Personalakten von Gendarmerieoffizieren, Schulungen, personelle Besetzung, Dienstverlauf, Anordnungen der Gestapo, Suchen, Verhaftung von Kommunisten in Stettin, aus den Jahren 1849–1945, 24 AE.

Militaria, Gesetzgebung, Vorschriften über den Militärdienst, Sterbeakten von Soldaten, Demobilisierung, Offiziere, Auszeichnungen, Disziplin, Strafen für Spionage und Verbrechen, Kriegsversehrte, Beihilfen, Kriegsentschädigungen, Kantone, Verzeichnisse von Deserteuren, Medizinische Betreuung von Soldaten, Ausmusterungen, Einberufungen, Offiziersverzeichnisse, Quartiere, Befestigungen, Verproviantierung und Versorgung der Armee, Durchmarsch und Fuhrwerke, militärische Übungen, Finanzen und Rechnungen, Erster Weltkrieg, Veteranenvereinigungen, aus den Jahren 1692–1945, 1090 AE.

Abteilung für das Kirchen- und Schulwesen

Allgemeine Verwaltung, Instruktionen, Aufteilung der Tätigkeiten, Verzeichnisse von Büchern und Karten, Schulverzeichnisse, finanzielle Kontrollen, Lehrerverzeichnisse, Schulverbände, aus den Jahren 1814–1931, 14 AE.

Synoden, Synoden der protestantischen Kirche in verschiedenen Städten Pommerns: Altenkirchen, Altdamm, Anklam, Bahn, Barth, Cammin i. P., Daber, Demmin, Franzburg, Freienwalde, Garz a. O., Garz a. R., Gollnow, Greifenberg, Greifenhagen, Greifswald, Grimmen, Gülzow, Jakobshagen, Kolbatz, Labes, Loitz, Naugard, Pasewalk, Penkun, Pyritz, Regenwalde, Richtenberg, Stargard i. P., Stettin, Stralsund, Treptow a. R., Treptow a. T., Usedom, Ueckermünde, Werben, Wolgast und Wollin, aus den Jahren [1377] 1567–1944, 7119 AE.

Schulen, Grund- und Volksschulen, Schuldisziplin, Visitationen, Bibliotheken, Schulinspektionen, Schuldeputationen in den Städten, Lehrerfortbildung, Lehrerexamen, Krankenversicherung, Leibesertüchtigung, Mädchenschulwesen, Lehrerseminare, aus den Jahren 1811–1945, 171 AE.

Einkünfte von Lehrern und Geistlichen, Pacht von Schul- und Kirchenland, Schulgärten, Seidenraupenzucht, Belastungen von Schulen und Kirchen, Militärdienst von Lehrern, aus den Jahren 1816–1944, 27 AE.

Entlohnung von Lehrern und Geistlichen, Kontrolle von Kirchen- und Schulrechnungen, Entlohnung von Lehrern, Haushaltspläne der Schulen, Stiftungen und Beihilfen, Gebühren, Verwaltungsetats in den Schulen, aus den Jahren 1810–1929, 165 AE.

Schulbau, Bau, Reparatur und Instandhaltung von Schul- und Kirchenbauten, Mittel zu ihrem Bau, Verzeichnisse der Kirchen unter königlichem Patronat, Versicherungen, aus den Jahren 1814–1911, 10 AE.

Kollekten und Beihilfen für Lehrer und ihre Familien, pensionierte Lehrer, Hilfsfonds, Mädchenheim, Blindenanstalt, Stiftungen, Stipendien, aus den Jahren 1811–1932, 63 AE.

Kanzleihilfen, Tagebücher für Entwürfe und Korrespondenz, aus den Jahren 1857–1928, 8 AE.

Abteilung für Domänen und Forsten

Allgemeine Verwaltung, Gesetzgebung, Begutachtung von Verordnungen, Pacht und Verkauf von Grund, Feuerversicherungen, Abgaben zu kirchlichen und schulischen Zwecken, Melioration, Pächterregister, Parzellierung von Gütern, landwirtschaftliches Schulwesen, aus den Jahren 1811–1933, 78 AE.

Beschreibung von Gütern, Inventare von Gebäuden und Baumbestand, aus den Jahren 1811–1876, 17 AE.

Kirchen in den Domänen, Instandhaltung der Kirchen und Unterhalt der Geistlichen, aus den Jahren 1829–1913, 2 AE.

Visitationen und Kontrollen der Domänen, Revision der Staatsgüter, Dorfkrüge und Pachten, aus den Jahren 1807–1861, 6 AE.

Verpachtung von Vorwerken, Verzeichnisse von Vorwerken, Zustand der Landwirtschaft in den Domänen, Meliorationsfonds, Mühlen, Brennereien, Ziegeleien, Bodenbewirtschaftung, Fischfang, aus den Jahren 1764–1932, 218 AE.

Leistungen und Abgaben, Befreiung der Landbevölkerung von Lasten und Diensten, Änderungen in den Grundbüchern, aus den Jahren 1809–1916, 86 AE.

Gerichtswesen, Verhandlungen und Ausführung von Urteilen über Personen, die mit ihrer Pacht in Rückstand sind, Schuldner, Hypotheken, Landverkauf auf gerichtlichem Wege, Gerichtsverwaltung, Gerichtswesen in Städten und auf dem Lande, aus den Jahren 1809–1852, 66 AE.

Straf- und Finanzermittlungen, Ermittlungen und Verfahren in Disziplinar-, Straf- und Finanzsachen gegen Domänenbeamte, aus den Jahren 1837–1863, 34 AE.

Bauwesen, Baupläne, Brückenbau, Vorkehrungen gegen Feuer und Hochwasser, Entschädigungen für Abgebrannte, aus den Jahren 1813–1890, 98 AE.

Personalfragen, personelle Besetzung von Ämtern, Akten der Beamten, Ernennungen und Einstellungen, aus den Jahren 1811–1912, 174 AE.

Brandschutz, aus den Jahren 1810–1827, 1 AE.

Entschädigungen, Vorschriften, Naturkatastrophen, aus den Jahren 1812–1873, 5 AE.

Haushalt, Haushaltspläne und Haushalte einzelner Domänenämter, Domänenkassen, aus den Jahren 1824–1923, 50 AE.

Rechnungen der Domänenverwaltung, aus den Jahren 1842–1899, 8 AE.

Vermessungen, Katastersachen, Anfertigung von Karten, Organisation und Tätigkeit der Plankammer, aus den Jahren 1809–1901, 12 AE.

Kautionen, Sicherung der von den Magistraten gezahlten Kautionen, aus dem Jahre 1802, 1 AE.

Requisitionen, Leistungen der Domänen an die staatlichen Behörden, Schäden, Unfallversicherungen, aus den Jahren 1827–1905, 10 AE.

Erbrecht, Nachlässe, Übernahme von Gütern durch den Fiskus, aus den Jahren 1873–1919, 37 AE.

Domänenämter in: Cammin i. P., Dölitz, Friedrichswalde, Gülzow, Jasenitz, Klempenow, Kolbatz, Marienfließ, Massow, Naugard, Pudagla, Pyritz, Saatzig, Schwedt, Stepenitz, Stettin, Treptow, Ueckermünde, Verchen und Wollin, aus den Jahren 1710–1945, 4897 AE.

Vorwerkspacht im Regierungsbezirk Stralsund, Kauf- und Verkaufsverträge, Pacht aus den Jahren 1823–1945, 99 AE.

Torfabbau bei Karolinenhorst und Swinemünde, Rechnungen, Eisenbahnlinie von Stettin nach Stargard, aus den Jahren 1815–1947, 25 AE.

Pachtverträge in der Domäne Spantekow, Pachtrechnungen, aus den Jahren 1806–1839, 24 AE.

Vorwerkspacht in den Kreisen: Anklam, Cammin i. P., Demmin, Greifenberg, Greifenhagen, Pyritz, Randow, Regenwalde, Saatzig, Ueckermünde, Usedom-Wollin, aus den Jahren 1817–1944, 594 AE.

Forsten, Forstverwaltung in einzelnen Domänenämtern: Cammin i. P., Dölitz, Friedrichswalde, Gülzow, Kolbatz, Marienfließ, Massow, Naugard, Saatzig, Stepenitz, Treptow und Wollin, aus den Jahren 1684, 1801–1930, 1451 AE.

Prozesse, Rechtsstreitigeiten zwischen Domänenverwaltungen, Grundbesitzern, Bauern und der Selbstverwaltung in unterschiedlichen Fragen, aus den Jahren 1770–1923, 1124 AE.

Steuern, Berichte über Steuern und Einkünfte einzelner Domänenämter, Haushaltspläne, Gebühren für allgemeine Pachten, Regulierung der Grundsteuererhebung, aus den Jahren 1800–1867, 1880–1944, 638 AE.

Varia, Vermessungen von Vorwerken und Dorfland, Bodenklassifikation, Forstreviere, schwedische Matrikel, Dorfschulen, Kirchenrechnungen, Fischfang, Pachten, Prozesse, Nachlässe, Holzdeputate, Separationen, Rechnungen und Kassensachen, Kauf- und Verkaufsverträge für Land, Eigentumsurkunden, Separationsrezesse, Hypothek, Bausachen, Bau und Reparatur von Häusern, Wegen und Kanalisation, Entschädigungen, Meliorationen, Straßenverzeichnisse, Waldarbeiter, aus den Jahren 1692–1944, 2851 AE.

Karten, vielfarbige und einfarbige, handschriftliche, gedruckte, Verwaltungs- und topographische Karten von Städten und ihrer Umgebung (im Maßstab 1:200 000, 1:100 000, 1:25 000 und 1:10 000), Domänen und Forsten, Karten von Straßen, Eisenbahnlinien, Städten, Wehrmauern, wichtigeren Objekten (Kirchen, Bahnhöfen, Fabriken, Flugplätzen), Pläne für Hochspannungsleitungen, Kanalisationen, Straßenbahngleise, Autobuslinien, Kreuzungen, Meliorationspläne, Pläne für den Wasserbau, Pläne für Maschinen und technische Vorrichtungen (im Maßstab 1:50 000, 1:1000, 1:500, 1:100 und 1:50), aus den Jahren 1808–1945, 2595 AE (die Karten sind Teil der einzelnen Akten und tragen ihre Signatur).

Archivalische Hilfsmittel Findkartei, Karten; Findbuch.

Literatur

Białecki, T., Mazurkiewicz, M., Muszyński, A.: Podziały administracyjne Pomorza Zachodniego w latach 1800–1970 [Die Verwaltungsgliederung Pommerns in den Jahren 1800–1970], Szczecin 1970.

Fenske, H.: Die Verwaltung Pommerns 1815–1945, Köln, Weimar u. Wien 1993.

Gierszewski, S.: Naczelne władze Prus Zachodnich (1772–1920). Zmiany administracyjne a sukcesje registratur [Die Oberbehörden Westpreußens (1772–1920). Änderungen der Verwaltung und Abfolge der Registraturen], in: Archeion, Bd. 33 (1960).

Knemeyer, R.: Regierungs- und Verwaltungsreformen in Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts, Köln u. Berlin 1970.

Namslau, G.: Geschichte der Königlichen Regierung zu Stettin, in: Festschrift zur Einweihung des neuen Regierungsgebäudes in Stettin, Stettin 1911.

Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945, Bd. 3, Pommern, hg. v. W. Hubatsch, Marburg 1975.

Salmonowicz, S.: Administracja i prawo w prowincjach pomorskich [Verwaltung und Recht in den pommerschen Provinzen], in: Historia Pomorza [Geschichte Pommerns], Bd. IV, Teil 1 (1850–1918), hg. v. S. Salmonowicz, Toruń 2000.

Salmonowicz, S.: Podziały terytorialne i ustrój polityczny ziem pomorskich w latach 1815–1850 [Territoriale Gliederung und politisches System der pommerschen Gebiete in den Jahren 1815–1850], in: Historia Pomorza [Geschichte Pommerns], Bd. III, Teil 1, hg. v. G. Labuda, Poznań 1993.

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Wielopolski, A.: Ustrój polityczny Pomorza Zachodniego w XIX wieku [Das politische System Pommerns im 19. Jahrhundert], Poznań 1965.

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0093 Polizeipräsidium in Stettin (Rep. 79, Prezydium Policji w Szczecinie)

1852–1945; 48 933 AE, 124,8 lfm.

Das heutige Verständnis von Polizei setzt sich in Preußen am Ende des 18. Jahrhunderts mit dem von König Friedrich Wilhelm II. 1794 erlassenen Allgemeinen Landrecht durch. Hier wurde die Rolle der Polizei im Staat genau beschrieben. Im Sinne dieses Rechts sollte die Polizei eine Institution zur Sicherstellung von Frieden, öffentlicher Ordnung und Sicherheit der Bürger sein. Sie unterstand den Verwaltungsbehörden und war ihre Exekutive. Diese rechtliche Definition der Polizei galt bis in die Zeit der Stein-Hardenbergschen Verwaltungsreformen. Die Reformbestimmungen ordneten die Polizei eigenständigen Organen der Staatsgewalt unter. Man setzte voraus, daß die Polizei einzig und alleine dem Staat gehöre und die Aufsicht über sie von eigenen, eigens zu diesem Zweck ins Leben gerufenen Organen der Staatsverwaltung ausgeübt werden müsse. In einigen Fällen wurden örtliche Behörden mit dieser Aufsicht betraut, die sie im Namen des Staates ausübten. Dies betraf hauptsächlich kleine Ortschaften bis 10 000 Einwohner. In großen Städten bzw. an den Sitzorten der Regierungen und in den Zentren von Industriebezirken wurden Polizeipräsidien geschaffen. Nach 1850 wurden wesentliche Änderungen bei der Kompetenz der Polizei sowie dem Aufbau ihrer inneren Struktur vorgenommen. Man trennte nun die Kriminal- von der Ordnungs- und Verwaltungspolizei. Dieses System behielt die Polizei gemeinsam mit der Kompetenzaufteilung und mit den durch das Gesetz vom 1. Juni 1931 eingetretenen Änderungen bis 1933 (Machtübernahme Hitlers).

Aufgrund des Gesetzes vom 26. April 1933 wurde in Preußen ein Geheimes Staatspolizeiamt eingerichtet. Nachdem Premierminister Hermann Göring die Leitung dieser Behörde übernommen hatte, wurde es zu einem eigenständigen Organ der Polizeiverwaltung ausgebaut, das unabhängig vom preußischen Innenministerium arbeitete. Durch eine Verordnung Görings vom 14. März 1934 wurden Staatspolizeistellen gegründet, die der preußischen Gestapo-Zentrale unterstanden und von den Behörden der einzelnen Regierungen sowie der mit ihnen verbundenen polizeilichen Staatsbehörden unabhängig waren. Das Dekret Adolf Hitlers vom 17. März 1936 gab die Leitung über die gesamte Polizei in die Hände Heinrich Himmlers, der am 28. August 1936 in allen Ländern des Reichs die Organisationsformen der preußischen Gestapo einführte (Staatspolizeileitstellen und Staatspolizeistellen). Die Amtsleiter der Gestapo in den Bundesländern (Staatspolizeileitstellen) übten die gesamte Polizeigewalt aus. Zentrale Behörde der Gestapo war das Berliner Geheime Staatspolizeiamt. Am 16. Juni 1936 wurde es mit dem Hauptamt der Kriminalpolizei zusammengelegt und erhielt die Bezeichnung Hauptamt Sicherheitspolizei, später entstand durch seine Fusion mit dem Hauptsicherheitsamt der SS am 27. September 1939 das Reichsicherheitshauptamt (RSHA).

Das Polizeipräsidium in Stettin bestand von 1809 bis 1945. Die Organisationsstrukturen dieser Behörde lassen sich nicht auf der Grundlage der erhaltenen Akten, sondern nur durch die Adreßbücher der Stadt rekonstruieren. Sie enthalten Informationen über die Gliederung des Polizeipräsidiums in Abteilungen, über ihre jeweiligen Kompetenzen und erlauben es, organisatorische Änderungen zu erfassen. 1943 besaß das Polizeipräsidium in Stettin folgende Organisationsstruktur:

  1. Präsidialabteilung (Verwaltung, Personal, Beschwerden gegen Polizisten, Schirmherrschaften, Jubiläen, Auszeichnungen)

  2. Vorsteher des Untersuchungsgefängnisses

  3. Abteilung I (Haushalt, Etat, wirtschaftliche Fragen, Transport)

  4. Abteilung II (Verleihung von Staatsbürgerschaften, Erlaubnis zur Ein- und Ausreise aus dem Reich, Paßfragen, Änderung von Nachnamen, Kennkarten, Anmeldungen)

  5. Abteilung III (Verkehr, Straßensicherheit, Brände, Fischfang, Jagd, Führerscheine, Autoanmeldung)

  6. Abteilung IV (Handwerk, Schenken, Vergnügungslokale, Straßenhandel, Glücksspiele, Überwachung des Wirtschaftslebens)

  7. Abteilung V (Strafen, Strafregister, Stiftungen, medizinische und tiermedizinische Vorsorge, Ackerbaukultur, Umweltschutz, Versicherungen)

  8. Hafenpolizei (Überwachung der Strände und Kontrolle des Handels auf den Stränden, Schiffahrt auf der Oder und auf Seen, Kontrolle des Hafens)

  9. Kommissariat der Schutzpolizei (Exekutivorgan des Polizeipräsidenten, dem Kommissariat unterstanden 16 Polizeireviere mit Posten in den einzelnen Stadtteilen)

  10. Kriminalpolizei (sie bestand aus sieben Kommissariaten und einer Stelle für verschiedene Angelegenheiten. Zu ihren Aufgaben zählten folgende Fälle: Mord, ungeklärte Sterbefälle, Prügeleien, Feststellung von Unglücksursachen, Bekämpfung von Rauschmitteln, Drohungen, Diebstahl, Einbruch, Erpressung, Hehlerei, Wilderei, Verbrechen gegen die Kriegswirtschaft, Betrug, Veruntreuung, Ausweisfälschung, Meineid, Verbrechen und Vergehen gegen die guten Sitten).

Der Polizeipräsident war von den Provinz- und Regierungsbehörden unabhängig und unterstand direkt dem Innenministerium.

Das Staatsarchiv Stettin übernahm die Polizeiakten in zwei Partien in den Jahren 1935 und 1940, während des Zweiten Weltkriegs wurden sie nach Ralswick auf Rügen ausgelagert und befinden sich derzeit im Landesarchiv Greifswald: Rep. 79, Polizeipräsidium Stettin, 641 AE, aus den Jahren 1804–1933. Die heute im Staatsarchiv Stettin aufbewahrten Materialien waren bei Kriegsende noch in der Registratur und wurden 1957 vom polnischen Innenministerium übergeben (größtenteils Personalakten, ca. 55000 AE).

Inhalt

Präsidialabteilung, Polizeiverordnungen, Organisation, Disziplin, Schulungen, Paßfragen, Grenzen, Änderung von Nachnamen, Jahrgänge von Dienstberichten, die von Gestapo und Polizei herausgegeben wurden und organisatorische Fragen behandeln, aus den Jahren 1852–1945, 52 AE.

Ausländeramt, Personalfragen der Beamten, Ermächtigungen zur Nutzung von Verkehrsmitteln in Stettin, fragmentarische Angaben über Lager, in denen sich Zwangsarbeiter aufhielten, Vorschriften zur Überwachung der Zwangsarbeiter, Sammlung von Plakaten mit Bekanntmachungen von Todesurteilen, die von Sondergerichten gefällt wurden, aus den Jahren 1926–1945, 71 AE.

Kriminalpolizei, Organisationsfragen der Kriminalpolizei, Hafenpolizei, Morde und Selbstmorde während des Zweiten Weltkriegs, Bekämpfung heimlicher Schwangerschaftsunterbrechung, Handel mit Rauschmitteln, Brände, Überwachung des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens der Stadt, aus den Jahren 1922–1945, 20 AE.

Ausländische Arbeiter, Personalakten, „Karteien“ und „Personalakten“ von ausländischen Zwangsarbeitern, die in der Industrie und in Dienstleistungsbetrieben in Stettin, Pölitz sowie in der Landwirtschaft am Rand von Stettin sowie im Kreis Cammin i. P. beschäftigt waren. Die Dokumente ermöglichen auch die Lokalisierung von Orten, an denen Zwangsarbeiter in Sammellagern einquartiert wurden, sie enthalten die Deportationsorte, Altersstruktur und andere demographische Daten. In diesem Bestand haben sich Akten erhalten, welche die namentliche Identifikation von Zwangsarbeitern der folgenden Nationalitäten ermöglichen: 18 600 Polen, 9000 Franzosen, 5000 Russen und Ukrainer, 4000 Belgier, 2800 Italiener, 2500 Letten, 2500 Tschechen und Slowaken, 1700 Jugoslawen, 600 Holländer, 600 Dänen, 600 Schweden, 490 Litauer, 200 Rumänen, 200 Ungarn sowie kleinere Gruppen anderer Nationalitäten.

Kartei der Mitglieder von Freimaurerlogen, aus den Jahren 1920–1940, 20 lfm.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch, Datenbanken auf Computer, Findkartei.

Literatur

Frankiewicz, B.: Praca przymusowa na Pomorzu Zachodnim w latach drugiej wojny światowej [Die Zwangsarbeit in Pommern in den Jahren des Zweiten Weltkriegs], Poznań 1969.

WM

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26

0107 Landratsamt Randow (Rep. 66, Starostwo Powiatowe w Szczecinie)

1702–1939; 1770 AE, 44,1 lfm.

Die Akten des Stettiner Landratsamts gelangten in vier Partien an das Archiv: zunächst 1889, dann 1929 (52 AE), 1937 (31 AE) und schließlich 1940. Im Juni 1944 wurden die Archivalien dieses Bestandes nach Tütz gebracht. Nach 1945 wurden sie von polnischen Archivaren übernommen (2096 AE) und nach Stettin geschickt. 1970 wurden bei Ordnungsarbeiten 345 AE ausgesondert, die keinerlei historische Bedeutung besaßen.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Verordnungen und Vorschriften, französisch-preußische Beziehungen, Reichstags- und Landtagswahlen, Hofangelegenheiten, Reisen von Mitgliedern der königlichen Familie sowie höherer Beamter, staatliche Feiertage, Auszeichnungen, Nationalfarben, Erinnerungsmünzen, finanzielle Hilfe für die östlichen Staatsgebiete, aus den Jahren 1705–1939, 127 AE.

Selbstverwaltung und Kommunalwirtschaft, Organisation der Kreis-, Patrimonial- und Bezirksgerichte, Gerichtspersonal, Petitionen an den Provinziallandtag und an die Kommunalparlamente, Kreistagswahlen, Sitzungen der Kreisdeputierten, Wahlen und Tätigkeit der Landräte, Beamte auf Kreisebene, Dienstanweisungen, Aufsicht über die Gemeinden, Registratur, Unterstützung für Beamtenwitwen, Regulierung kommunaler Lasten, Straßen- und Wegereinigung, Bau von Brunnen und Wasserleitungen, Wohnungsangelegenheiten, Instandhaltung der Stadtmauern, Hausnumerierung, Organisation der Gemeinden und Wahl der Gemeindeabgeordneten, Gemeindevorsteher, aus den Jahren 1721–1937, 200 AE.

Polizei, Sicherheit, Organisation der Polizeibezirke, Staatsbürgerschaft, Paßfragen, Visa, Staatsangehörigkeitsdokumente, Auswanderung aus Deutschland, Saisonarbeiter (darunter auch polnische), Ausländeraufsicht, Spionage, Streiks, Anarchisten, polnische Aufständische von 1831, politische Parteien: Sozialdemokraten und Kommunisten, gesellschaftliche Organisationen, Inkraftsetzung der Verordnung über die Parteien (vom 28. Februar 1933), Arbeiter- und Soldatenräte, Veteranenvereinigungen, Unruhen im „Völkerfrühling“ (1848), Sammlung von Mitteln zum Bau einer Kriegsflotte, Sportvereine, berufsständische Organisationen, Festnahmen, aus den Jahren 1813–1937, 235 AE.

Medizin, Veterinärmedizin, Patente und Verordnungen, Epidemien u. a. von Cholera und Pocken, Viehseuchen, Ärzte, Verzeichnisse des medizinischen Personals, Tiermediziner, Organisation der Krankenhäuser, Augenklinik, Taubstummenanstalten, Hebammenschule, Apotheken, aus den Jahren 1772–1935, 63 AE.

Sozialfürsorge, Stiftungen, Gesellschaft zur Schülerhilfe, Beihilfen, Witwen-, Waisen- und Armenfürsorge, verwahrloste Kinder, Kreisinspektion des Roten Kreuzes, aus den Jahren 1793–1939, 16 AE.

Presse, Bibliotheken, Kultur, Organisation des Kreisarchivs, Sammlung und Sicherstellung von Dokumenten, Briefen und Tagebüchern aus dem Ersten Weltkrieg, Volkslieder, Denkmalsbau, Erhaltung von Kunstdenkmälern, Natur- und Kulturdenkmäler, archäologische Denkmäler, Naturschutzgebiete, aus den Jahren 1763–1939, 17 AE.

Schulwesen, Schulstatistik, Schulbau, Organisation von Bibliotheken, Kirchen- und Privatschulen, Schulräte, Hilfskassen für die Familien verstorbener Lehrer, Sonder- und Berufsschulwesen, Lehrer, Schulen in einzelnen Ortschaften, aus den Jahren 1767–1939, 67 AE.

Kirche, Bau und Reparatur von Kirchen sowie Wohn- und Wirtschaftsgebäuden im Besitz der Kirche, Feuerversicherung von kirchlichen Gebäuden, Friedhöfe, Pacht von Kirchenland, Gemeinderäte, Kirchen in einzelnen Ortschaften, Baptistengemeinde, aus den Jahren 1721–1937, 53 AE.

Juden, Gründung von Bekenntnisgemeinden durch die im Kreis lebende jüdische Bevölkerung, Haushaltspläne der Judengemeinden, Ansiedlung ausländischer Juden, Schulwesen, aus den Jahren 1816–1927, 12 AE.

Verkehr, Post, Telegraph, Verordnungen und Vorschriften, Verkehrspolizei, Wegeverwaltung, Bau, Reparatur und Instandhaltung von Wegen, Straßen, Normal- und Schmalspurbahnen sowie Brücken, Bepflanzung der Straßenränder mit Bäumen, Landkauf für geplante neue Straßen, Dämme, Eisenbahnverwaltung, Einrichtung von Post- und Telegraphenämtern, aus den Jahren 1797–1939, 190 AE.

Hochsee- und Küstenschiffahrt, Wasserpolizei, Binnenschiffahrt, Beamte, Steuermänner, Kennzeichnung von Wasserwegen, Hochsee-, Küsten- und Binnenschiffe, Motorboote, Rettungsgerät, aus den Jahren 1814–1939, 16 AE.

Bauwesen, Bauvorschriften, Erteilungen der Bauerlaubnis, Konzessionen, Bau von Brennereien, Brauereien und Mühlen in verschiedenen Orten sowie von Ölmühlen, aus den Jahren 1798–1938, 63 AE.

Industrie und Handwerk, Einrichtung einer Handwerkskammer, rechtliche Vorschriften, Handwerksstatistik, Handwerkergerichte und -räte, Zünfte: Bäcker, Fischer und Fleischer, Meisterprüfungen, Einrichtung von Schmieden, Beschäftigung Minderjähriger, Einstellung und Entlassung von Arbeitern, Hilfskassen, Gesellenausbildung, Manufakturen, Kalköfen, Fabrikgründung und -verzeichnisse, Mühlen, Nutzung, aus den Jahren 1797–1939, 78 AE.

Handel, Woll-, Vieh- und Salzhandel, Märkte, Jahrmärkte, Einrichtung von Schenken, aus den Jahren 1811–1880, 12 AE.

Landwirtschaft und Grundbesitz, Pommersche Landwirtschaftskammer, Lehns-, Ritter- und Rentengüter, Domänenverwaltungen, Adelsverzeichnisse, Aufstellungen von Adelsgütern, Hofverzeichnisse, Landgemeinden, Gemeindevorsteher, Nachtwächter, Weiden und Wiesen, Regulierung von Land und Abgaben in einzelnen Dörfern, Parzellierungen und Grundteilungen, Pachten, Siedlungswesen, Ackerbaukultur, Gemüsebau, Maulbeerbäume, Schaf-, Ziegen-, Vieh- und Schweinezucht, Pelztierfarmen, Tabakanbau, aus den Jahren 1702–1939, 359 AE.

Meliorationen, Hochwasser, Vorschriften und Verordnungen, Hochwasserschäden, Regulierung, Befestigung und Säuberung von Flüssen (Oder, Plone, Randow) und Entwässerungsgräben, Wassermühlen, Meliorationen, aus den Jahren 1772–1936, 78 AE.

Forstwesen, Jagd, Vorschriften und Verordnungen, Forstverwaltung, Jagdverträge und -pachten sowie ihre Revision, aus den Jahren 1731–1927, 9 AE.

Fischfang, Verordnungen, Fischer, Fanggröße, aus den Jahren 1872–1932, 4 AE.

Brandschutz, Brandschutzverordnungen und -vorschriften, Freiwillige Feuerwehr, Feuerstatistik, Feuerversicherungen, aus den Jahren 1753–1939, 37 AE.

Statistik, Bevölkerungsverzeichnisse, Kreisstatistik, Tabellen der Geburten und Sterbefälle, Namensänderung, Landvermessung, aus den Jahren 1815–1938, 17 AE.

Finanzen, Kommunalfonds, Steuerlisten, Streitigkeiten, Steuereinnehmer, Bürgersteuern, Grund- und Gebäudeabgaben, aus den Jahren 1805–1938, 16 AE.

Militaria, französische Besatzung, von den Franzosen auferlegte Kontributionen und Lasten, Kriegsschulden aus den Napoleonischen Kriegen und ihre Beseitigung, während des Ersten Weltkriegs erlassene Polizeiverordnungen, Organisation der Gendarmerie, Demobilisierung, Kriegsversehrtenfürsorge, Kriegsgefangene, Quartiere, aus den Jahren 1806–1929, 83 AE.

Varia, Fischfang, politische Parteien, Bauerlaubnis, Jagdwesen, Wahlen zu den jüdischen Gemeindevertretungen, Brunnen, Wälder, Armeeangelegenheiten, aus den Jahren 1816–1938, 18 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

RG

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0078 Staatsarchiv in Stettin (Rep. 48, Archiwum Państwowe w Szczecinie)

1826–1945; 1109 AE, 14,1 lfm.

Vor dem Hintergrund des grundlegenden Wandels Preußens zu Beginn des 19. Jahrhunderts bildeten sich die Archive zu öffentlichen Einrichtungen des Staates heraus. Ihre Entstehung wurde grundlegend beeinflußt durch die Ideen der Romantik, das Interesse für die Vergangenheit des Landes und die Entwicklung der historischen Wissenschaften. Initiator der Neuorganisation der Archive, deren wichtigste Funktion darin bestehen sollte, Quellenmaterial für wissenschaftliche Ziele zu sammeln und zugänglich zu machen, war Herzog Karl August von Hardenberg, einer der entscheidenden Reformer des preußischen Staates. Anfangs plante er, in Berlin ein Zentralarchiv einzurichten, an das alle Akten aus allen preußischen Provinzen abgegeben werden sollten, die für die laufende Verwaltungsarbeit nicht mehr nötig waren. Mit der Aufarbeitung der Materialien sollte sich die Preußische Akademie der Wissenschaften beschäftigen. Am Ende setzte sich aber eine Konzeption durch, in jeder preußischen Provinz ein Archiv einzurichten. Dieser Prozeß erfolgte schrittweise und wurde durch die Verordnung über die Kompetenzveränderung der höchsten Behörden vom 27. Oktober 1810 sowie durch die späteren Kabinettsordres vom 3. Juni 1814 und 11. Januar 1819 geregelt. Die letzte Ordre erkannte die entstehenden Archive als eigenständige Institutionen an. Als Ergebnis der Staatsreform kam es zu einer Trennung zwischen den Organen von Verwaltung und Rechtsprechung; entsprechend entstanden für sie getrennte Registraturen. Die neue preußische Verwaltung in Pommern setzte eine Kommission ein, welche die Bestände der alten Archive klassifizieren sollte. In den Jahren 1810–1814 unterteilte der Stettiner Schulrat Prof. Johann Sell das bei der Regierung befindliche Archivmaterial der pommerschen Verwaltungsbehörden aus der Zeit vor 1720 in: 1. Herzoglich Stettiner Archiv und Herzoglich Wolgaster Archiv, 2. Archiv der schwedischen Behörden aus den Jahren 1648–1720, 3. Allgemeine Aktensammlung (Akten, die bei laufenden Regierungsgeschäften nützlich sein könnten), 4. Akten der brandenburgisch-preußischen Zeit zwischen 1654 und 1720, 5. Akten zu Kirchen- und Schulangelegenheiten, 6. Lehns- und Prozeßakten. Der größere Teil des solcherart aufgeteilten Archivmaterials wurde der Regierung sowie dem Oberlandesgericht zugewiesen. Bei allen Bemühungen gelang es nicht, die Mehrzahl der älteren Archivalien klar zuzuordnen; sie blieben ihrem Schicksal überlassen. Gemeinsam mit ihnen aufbewahrt wurden nicht benötigte Akten des ehemaligen Hofgerichts in Stargard, vom Staat von den säkularisierten Kirchengütern, Stiftungen und Kirchen aufgekaufte Archivalien sowie eine große Sammlung von Pergamenturkunden des Camminer Domkapitels. All diese Materialien stellten den Grundstock des späteren Provinzialarchivs dar.

1827 beauftragte der pommersche Oberpräsident Johann August Sack Baron Friedrich Ludwig von Medem (1799–1885) damit, das Stettiner Archiv zu organisieren. Er erwies sich in den folgenden Jahren als fähiger Praktiker und Theoretiker der Archivarbeit. In seinen gedruckt erschienenen Überlegungen definierte Medem das Archiv als eine Institution, die einen Archivbestand mit öffentlichem Charakter besitze, der von Wissenschaft und Verwaltung benötigt werde. Dies waren für seine Zeit neuartige Ansichten, die bei Sacks Nachfolgern auf kein Verständnis stießen. Durch eine Verordnung vom 1. Januar 1831 wurden die Provinzialarchive der Verwaltung der Provinzialarchive in Berlin unterstellt, direkt dem Oberpräsidenten der Provinz; gleichzeitig wurden sie als Organe der Staatsverwaltung mit besonderem Charakter, rechtlicher Persönlichkeit und eigenem Budget anerkannt. Archivmitarbeiter wurden wie untere Regierungsbeamte behandelt. Die Archivarbeiten bestanden in der Anfangszeit der Institution vor allem in der Ordnung des wachsenden Bestands. Medem begann mit der Ordnung bei den herzoglichen Archiven und bei der Urkundensammlung. 1844 erhielt das Archiv im Stettiner Schloß größere Räumlichkeiten, die es erlaubten, weitere Bestände zu übernehmen, so u. a. die Akten des Hofgerichts in Köslin.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ordnete sich die Tätigkeit des Archivs trotz der Anstrengungen Medems im Grunde den laufenden Bedürfnissen der Regierungsverwaltung unter und war nur in geringem Maße wissenschaftlichen Dingen gewidmet. Zwischen 1832 und 1852 erhielten nur wenige Forscher Einsicht in die Akten, und auch dies nur mit Einwilligung des Oberpräsidenten. Für eine breitere Zugänglichkeit von Archivalien zu wissenschaftlichen Zwecken setzte sich seinerzeit die Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde ein. Doch seit den 1850er Jahren wurden die Archive mit der neuen Konzeption des Direktors der Provinzialarchive, Karl Wilhelm Lancizolle, langsam zu wissenschaftlichen Institutionen. 1856 trat nach einer mehrjährigen, durch den Rücktritt Medems verursachten Stagnation Dr. Robert Klempin (1816–1874) an die Spitze des Stettiner Archivs, ein Historiker und Mediävist, Schüler Leopold von Rankes und Dozent an der Universität Greifswald. Den neuen Tendenzen folgend, gliederte er dem Archiv auf der Grundlage einer Verordnung des preußischen Ministerpräsidenten Otto von Manteuffel die Bibliothek und die Aktensammlung der erwähnten historischen Gesellschaft an (u. a. die Sammlung Loepers). In den folgenden Jahren übernahm er von der Gesellschaft die Stadtakten von Stettin, einen Teil der Zunftakten sowie die Akten der Lehnskanzlei. Klempin und sein Mitarbeiter Dr. Gustav Kratz (1829–1864) bearbeiteten Tausende von Urkunden und erstellten neue Repertorien, welche Quellenpublikationen ermöglichten, wie sie Klempin mit einer neuen Edition des Pommerschen Urkundenbuchs begann.

1867 wurden die Königlichen Provinzialarchive in Königliche Staatsarchive umbenannt und es wurde festgelegt, daß die Archive staatliche Behörden mit besonderer Bedeutung sind, die der Wissenschaft und der Verwaltung dienen. Sie wurden dem Ministerpräsidenten unterstellt und damit von der Fachverwaltung unabhängig. Die direkte Verwaltung der Archive übte das Directorium der Staats-Archive aus, das 1905 in Generaldirektor der Staatsarchive umbenannt wurde. Am 31. August 1867 kam die erste von Otto von Bismarck unterschriebene Archivinstruktion heraus. Sie umschrieb die Ziele der Archive und normierte die Pflichten ihrer Mitarbeiter als Staatsbeamte. Eine Instruktion vom 1. Juli 1881 ordnete die Einführung von Repositurnummern an, eine weitere vom 12. Oktober 1896 die Einhaltung des Herkunftsprinzips.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zu einem großen Zugang von Akten in das Stettiner Archiv, und zwar sowohl von Staats- wie auch von Selbstverwaltungsorganen. 1876 beschloß auf Antrag des Archivdirektors Gottfried von Bülow (1831–1901) der pommersche Städtetag, die Stadtakten im Staatsarchiv zu deponieren. Bülow interessierte sich auch für die Sicherstellung der Kirchenakten. Auf der Provinzialsynode in Greifswald 1881 schlug er vor, die für die laufende Amtsführung der Superintendantur und der Pfarrämter nicht benötigten Akten an das Stettiner Archiv abzugeben.

Der Zustrom an Akten führte dazu, daß der bisherige Personaletat des Archivs, der zwei wissenschaftliche Mitarbeiter vorsah, nicht mehr ausreichte. Ab 1875 wurde ein dritter Mitarbeiter beschäftigt, der sog. Hilfsschreiber. Durch eine 1876 ergangene Anweisung des zwischen 1875 und 1895 amtierenden Generaldirektors der Staatsarchive, Heinrich von Sybel, wurden die wissenschaftlichen Mitarbeiter dazu verpflichtet, sich zu habilitieren und wissenschaftlich zu arbeiten. Sein Nachfolger von 1895 bis 1914, Reinhold Koser, strebte eine personelle Vergrößerung und eine finanzielle Stabilisierung der Archive an. Im Stettiner Archiv wuchs die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter an der Wende zum 20. Jahrhundert auf drei. 1901 wurde der Sitz des Archivs aus dem Südflügel des Schlosses und einem angemieteten zweiten Stock in der Petrihofstraße 5 in ein neues Gebäude an der Karkutschstraße 13 verlegt, dessen Lager über 7300 lfm. Akten beherbergen konnte. 1903 beschäftigte das Archiv einschließlich des Direktors bereits vier wissenschaftliche Mitarbeiter sowie einen Hilfsarbeiter. Daran änderte sich bis 1918 nichts. Allerdings stieg in jener Zeit das Sozialprestige des Archivars, was sich u. a. an seinem rasch steigenden Einkommen zeigte. Hatte der Leiter (seit 1901 Direktor) des Stettiner Archivs 1877 3600 Mark im Jahr verdient, so waren es 1897 7200 und 1914 8400 Mark; ein wissenschaftlicher Mitarbeiter verdiente entsprechend 1800, 6000 und 6800 Mark, ein Hilfsarbeiter 270, 1800 und 3000 Mark. In der Zwischenkriegszeit befanden sich in den Magazinen rund 8000 lfm. Akten, einige zehntausend kirchliche, herzogliche und städtische Urkunden, einige zehntausend Karten und Pläne; die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter (Archivassistent, Archivassessor, Archivrat) wuchs einschließlich Direktor auf sechs (1940). Bis September 1942 gingen sie den grundlegenden archivalischen Aufgaben nach – Sammlung, Bearbeitung, Zugänglichmachung der Akten. In den beiden folgenden Jahren wurden die Bestände aus Furcht vor den alliierten Bombenangriffen an 15 ausgewählte Orte ausgelagert. Als deutsche Institution beendete das Staatsarchiv Stettin im Frühling 1945 seine Tätigkeit.

Die eigenen Akten des Archivs befanden sich stets im Archivgebäude. Während des Zweiten Weltkriegs blieben sie in Stettin und wurden zusammen mit dem Gebäude von der polnischen Archivverwaltung übernommen.

Inhalt

Verordnungen, Einheitsregeln, Runderlasse, Fragen von Grenzänderungen und Übergaben von Archivalien, Abteilung Schneidemühl, Pläne und Berichte, aus den Jahren 1861–1944, 46 AE.

Wirtschaftsverwaltung, Bau eines neuen Archivgebäudes, Diensträume, Inventar der Mobilien, Buchhaltung, Einbau einer Zentralheizung, Luftschutz, aus den Jahren 1844–1945, 24 AE.

Übernahme von Akten, Übergabe von Akten an das Archiv durch staatliche Behörden: Oberpräsident, Regierungen, Gerichte (Oberlandesgericht, Landgericht, Bezirksgerichte), Domänen- und Rentenämter, Landratsämter, Finanz-, Zoll- und Katasterämter, aus den Jahren 1831–1944, 382 AE.

Deponierung von Akten, Übergabe von Depositorien durch Magistrate, Zünfte, katholische und evangelische Pfarreien, Depositorien von Familienakten und jüdischen Akten, Übernahme von Büchern und Drucken, aus den Jahren 1832–1943, 260 AE.

Bearbeitung des Bestands, Inventarisierung des Bestands der nichtstaatlichen Archive, Arbeitspläne und ihre Ausführung, Aussonderungen, Informationen über die Archive anderer Provinzen, „polnische Liste Publikationsstelle“, aus den Jahren 1826–1944, 51 AE.

Verlegerische Tätigkeit, zum Druck vorbereitete, handschriftliche Arbeiten der Archivare, Edition des „Pommerschen Urkundenbuchs“, Publikationen der Historischen Kommission für Pommern, Ausstellungen von Archivalien, aus den Jahren 1855–1943, 69 AE.

Zugänglichkeit, Nutzung der Akten durch Behörden, wissenschaftliche Institute und Gesellschaften, Privatpersonen, Juden, Sammlung von Vorschriften, aus den Jahren 1836–1943, 160 AE.

Personalien, Beschäftigung (allgemein), Personalakten von wissenschaftlichen Archivmitarbeitern: Völkerling, Klempin, Kratz, Kupke, Lulves, Belleé, Diestelkamp, Hölk, Branig, Seeberg–Elverfeldt, Morré, Engel, Reuter, Zimmermann und Gollub, sowie von Hilfs- und Verwaltungspersonal: Bracht, Dittberner, Gehm, Harder, Hildebrandt, Holtz, Jantzen, Kauling, Kienahs, Kiehl, Nemitz, Savio, Schönfeldt, Schultz-Frenzel (Schröder), Thomas und Weber, aus den Jahren 1847–1945, 79 AE.

Varia, Sippenforschung, Verzeichnis der Repertorien, Historikerkongreß in Warschau, Evakuierung der Bestände, Verzeichnis der Zugänge, Geheimkorrespondenz, aus den Jahren 1829–1945, 38 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Brenneke, A.: Archivkunde. Ein Beitrag zur Theorie und Geschichte des europäischen Archivwesens, Leipzig 1953.

Diestelkamp, A.: Das Staatsarchiv Stettin seit dem Weltkriege, in: Monatsblätter 1938.

Frankiewicz, B.: Akta z NRD przejęte przez WAP w Szczecinie [Die vom WAP Stettin aus der DDR übernommenen Akten], in: Archeion, Bd. LXXVI (1983).

Gollmert, L.: Die Preußischen Staatsarchive, in: Archiv für Landeskunde der Preussischen Monarchie, Bd. 4 (1856).

Grzelak, J.: Budynki Archiwum Państwowego w Szczecinie 1900–2000 [Die Gebäude des Staatsarchivs in Stettin 1900–2000], SIA, Nr. 14 (2002).

Grzelak, J.: Charakterystyka zasobu niemieckojęzycznego Archiwum Państwowego w Szczecinie [Charakteristik des deutschsprachigen Bestands des Staatsarchivs Stettin], SIA, Nr. 13 (1999).

Grzelak, J.: Vor 100 Jahren: Bezug des neuerbauten Staatsarchivs in Stettin. Zur Baugeschichte des pommerschen Provinzialarchivs in Stettin im 19. und 20. Jahrhundert, in: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte, Jg. 39 (2001).

Gut, P.: Procesy archiwotwórcze akt sądowych pruskiej prowincji Pomorze do 1945 roku [Archivbildende Prozesse der Gerichtsakten in der preußischen Provinz Pommern bis 1945], in: Archiwa instytucji wymiaru sprawiedliwości w służbie państwa i obywateli [Die Archive von Institutionen des Justizwesens im Dienste des Staates und der Bürger], hg. v. J. Baranowski u. U. Zarzycka-Sutter, Łódź 2001.

Kupczyński, T.: [Archiwum szczecińskie] [Das Stettiner Archiv], in: Roczniki Dziejów Społecznych, Bd. 13 (1951).

Leesch, W.: Die deutschen Archivare 1500–1945, Bd. 1-2, München (u. a.) 1985–1992.

Medem, L. von: Das Königliche Provinzialarchiv zu Stettin, in: Zeitschrift für Archivkunde, Diplomatik und Geschichte, Bd. II (1835).

Musial, T.: Staatsarchive im Dritten Reich. Zur Geschichte des staatlichen Archiv-wesens in Deutschland 1933–1945, Potsdam 1996.

Podralski, J.: Zasada pertynencji terytorialnej w świetle materiałów Archiwum w Szczecinie [Das Prinzip der territorialen Zugehörigkeit im Lichte der Materialien des Archivs Stettin], in: Archeion, Bd. LXXI (1981).

Randt, E.: Hundert Jahre Archivpflege in Pommern im Überblick, in: Monatsblätter 1938.

Schoebel, M.: Pommern und seine historische Überlieferung zwischen Zäsur und Kontinuität. Strukturen und Wandel im pommerschen Archivwesen des 20. Jahrhunderts, in: Pommern zwischen Zäsur und Kontinuität 1918–1933–1945–1989, Schwerin 1999.

Schoebel, M.: Uczoność i biurokracja – Archiwum Państwowe w Szczecinie i jego dyrektorzy (1900–1940) [Gelehrtheit und Bürokratie – Das Staatsarchiv Stettin und seine Direktoren (1900–1940)], in: Archiwista Polski, Nr. 4 (2000).

Stelmach, M.: Archiwalia szczecińskie do 1945 roku a współczesne potrzeby badawcze nad dziejami regionu [Die Stettiner Archivalien bis 1945 und der zeitgenössische Forschungsbedarf zur Geschichte der Region], in: Pół wieku państwowej służby archiwalnej na ziemiach zachodnich i północnych [Ein halbes Jahrhundert staatliche Archivverwaltung in den West- und Nordgebieten], hg. v. K. Kozłowski, Warszawa u. Szczecin 1997.

Stelmach, M.: Losy archiwaliów szczecińskich w okresie II wojny światowej [Das Schicksal der Stettiner Archivalien während des Zweiten Weltkriegs], SIA, Nr. 9 (1995).

Stelmach, M.: Zarys działalności Archiwum Państwowego w Szczecinie w latach 1918–1939 [Überblick über die Tätigkeit des Staatsarchivs Stettin in den Jahren 1918–1939], SIA, Nr. 8 (1993).

Świadectwa historii Pomorza. Księstwo pomorskie 1140–1648. Zeugnisse pommerscher Geschichte. Herzogtum Pommern 1140–1648, hg. v. K. Kozłowski u. M. Schoebel, Szczecin, Greifswald 1999.

Tuhan-Taurogiński, B.: Archiwum Państwowe w Szczecinie [Das Staatsarchiv Stettin], in: Roczniki Dziejów Społecznych, Bd. 12 (1950).

Tuhan-Taurogiński, B.: Archiwum szczecińskie [Das Stettiner Archiv], in: Zapiski TNT, Bd. 13 (1947).

Turek-Kwiatkowska, L.: Narastanie zasobu Archiwum Państwowego w Szczecinie w wieku XIX [Das Anwachsen der Bestände des Staatsarchivs Stettin im 19. Jahrhundert], in: Archeion, Bd. 47 (1967).

Turek-Kwiatkowska, L.: Z dziejów służby archiwalnej. Archiwa na Pomorzu Zachodnim w latach 1808–1914 [Aus der Geschichte der Archivverwaltung. Archive in Pommern in den Jahren 1808–1914], Warszawa 1968.

Wächter, J.: Die Archive im vorpommerschen Gebiet und ihr historisches Quellengut, in: Greifswald-Stralsunder Jahrbuch, Bd. 2 (1962).

Wächter, J.: Die Entwicklung des pommerschen Provinzialarchivs in Stettin im Zusammenhang mit der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde, in: BSt. NF, Bd. 86 (2000).

Weiser, J.: Geschichte der Preußischen Archivverwaltung und ihrer Leiter. Von den Anfängen unter Staatskanzler von Hardenberg bis zur Auflösung im Jahre 1945, Köln, Weimar u. Wien 2000.

Wojewódzkie Archiwum Państwowe w Szczecinie [Das Staatliche Woiwod-schaftsarchiv Stettin], bearb. v. I. Okoń u. A. Wielopolski, in: Archiwalny Biuletyn Informacyjny, Warszawa 1953.

Wojewódzkie Archiwum Państwowe w Szczecinie oraz jego Oddział Terenowy i archiwa powiatowe [Das Staatliche Woiwodschaftsarchiv Stettin sowie seine Außenstelle und die Kreisarchive], bearb. v. Kollektiv, in: Archiwalny Biuletyn Informacyjny, Warszawa 1957.

Wojewódzkie Archiwum Państwowe w Szczecinie. Przewodnik [Das Staatliche Woiwodschaftsarchiv Stettin. Führer], hg. v. H. Lesiński, Warszawa 1964.

MSz

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31

0075 Wasserbaudirektion in Stettin (Rep. 60a, Dyrekcja Budownictwa Wodnego w Szczecinie)

1896–1941; 211 AE, 3,3 lfm.

Das Wasserbauamt in Stettin entstand am 1. Oktober 1922 und übernahm die bisherigen Aufgaben der Regierungsabteilungen, die sich mit der Bauverwaltung der Binnen- und Hochseegewässer beschäftigten, u. a. mit Wasserwegen, Häfen und Flußregulierung (darunter der Oder). In organisatorischer Hinsicht war das Wasserbauamt an das Oberpräsidium angegliedert, in dessen Namen es auftrat; sein Tätigkeitsgebiet umfaßte die gesamte Provinz Pommern. Bei der Aufsicht über Regulierung und Schiffahrt auf der Oder verwaltete es auch deren in der Provinz Brandenburg gelegene Abschnitte. Das Wasserbauamt in Stettin befaßte sich auch mit dem Bau von Navigationszeichen, Brücken, Kanälen, Dämmen sowie mit der Flußregulierung. Ihm unterstanden unmittelbar die Hafenbauämter, die seit 1939 Wasserstraßenämter hießen und in Kolberg, Stralsund, Stettin, Swinemünde und Stolpmünde bestanden, außerdem zwei Seeämter in Stettin und Stralsund, 13 Seemannsämter sowie acht Strandämter. 1939 erhielt das Wasserbauamt in Stettin die Bezeichnung Wasserbaudirektion und bestand als solche bis zum Frühjahr 1945.

Die Akten der Behörde wurden in zwei Schüben an das Staatsarchiv abgegeben, 1935 (Erwerbung 60) und 1944 (Erwerbung 25). Die erste erfolgte gemeinsam mit Akten des Oberpräsidiums. Die Akten wurden als Repositur 60a geführt (Rep. 60a Wasserbaudirektion Stettin). Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Bestand wahrscheinlich nach Tütz ausgelagert. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 80, Wasserbaudirektion, 2207 AE, 62,2 lfm., aus den Jahren 1770–1950.

Inhalt

Regulierung der Oder, allgemeine Fragen zur Regulierung der Oder unterhalb von Fiddichow, Planungen, Bau wassertechnischer Anlagen, Bau von Schiffahrtskanälen, Verkürzung von Flußläufen, Regulierung der Eigentumsverhältnisse bei Parzellen längs der Oder, archäologische Untersuchungen, Bau und Instandhaltung von Schutzdeichen, Dämmen, Poldern, Kanalisation in Schwedt, Abflußkanäle, Oderbrücken Nieder Kränig/Schwedt, Schwedt/Friedrichsthal, Greifenhagen/Mescherin, Gartz/Marwitz und Fiddichow, Oderschleusen in Garz und Greifenhagen, Fischfang, Klagen der Fischer, Pläne zur Regulierung einzelner Abschnitte der Oder, Hafen Sydowsau, Seebad Greifenhagen, Streitfälle und Prozesse über Eigentums-, Bau- und Rechtsfragen, Schiffahrt auf der östlichen und der westlichen Oder sowie auf dem Hohenzollernkanal, aus den Jahren 1899–1938, 174 AE.

Wasserstraßenverwaltung Oder, Flußbrücken in Stettin, darunter technische Pläne der Brücken, Seeordnung, Musterung der Seeleute, Statistik der Flußschiffahrt, aus den Jahren 1896–1939, 10 AE.

Verwaltung anderer Wasserstraßen in der Provinz, Verkehrsabgaben, Dokumentation und technische Pläne von Brücken über den Chaust-Bach, Wasserkraftwerk an der Drage in Altspringe, Profilzeichnungen der Drage, aus den Jahren 1916–1923, 4 AE.

Technische Dokumentationen und Pläne, Pläne des Hafens Stettin, Bau von Brücken über die Ihna in Unter-Kahrlsbach und Mescherin, technische Dokumentation von wasserbautechnischen Einrichtungen, Grunderwerb, Chaussee von Altdamm nach Gollnow, Hafen Swinemünde, Pläne von Ufer- und Hafenanlagen, Sozialhilfe für Arbeiter, Brückenbau auf der Strecke Stettin–Altdamm, Pläne für hydrotechnische Bauwerke, Häfen und Hafengebäude in Rügenwaldermünde, Kolberg, Stralsund und Stolpmünde, Ausbau der Wasserstraße in Stettin, aus den Jahren 1901–1941, 23 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

PG

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57

0067 Domänenrentamt Stettin (Rep. 71, Urząd Domenalno-Rentowy w Szczecinie)

1640–1916; 168 AE, 2,65 lfm.

Die Akten des Bestandes wurden 1940 an das Stettiner Archiv abgegeben. Während des Zweiten Weltkriegs wurden sie wahrscheinlich nach Bonin oder Tütz evakuiert, von wo aus sie 1945 unvollständig zurückkehrten.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung und Finanzen, Domänenmatrikel in Jasenitz, Stettin, Torgelow und Wollin, Ausgaben und Einnahmen der Domäne, Kopfsteuer, Kätner, Akten zu einzelnen Dörfern, aus den Jahren 1640–1784, 7 AE.

Kirche und Schulwesen, Bau und Reparatur von Schulen und Kirchen, Verordnungen, Sondereinnahmen der Marienstiftung in Stettin, aus den Jahren 1732–1740, 1833, 3 AE.

Jagd und Fischfang, Jagdwaffen, Fischfang und Einnahmen daraus, Jagdpachten durch Trawler, Wilderei, Sammlung von Flechtbinsen aus dem Dammsee, Streitfragen in Zusammenhang mit dem Fischfang, aus den Jahren 1716–1916, 22 AE.

Bauwesen, Mühlen in Altdamm und Gollnow, Baufonds der Ämter in Jasenitz und Stettin, aus den Jahren 1703–1810, 1850–1915, 2 AE.

Varia, geordnet nach Ortschaften, Organisation der Dorfgerichte, Einführung eines Reglements über die Aufhebung der Reallasten, Bau, Reparatur und Instandhaltung von Gebäuden, Kirchen und Schulen, Separation des Kirchenbesitzes, Glocken in Bismarck, Boblin und Polchow sowie Glocke und Uhr in Neuenkirchen, Schulzenamt, Pacht von Vorwerken, Bauernhöfen und Kirchenland, Landstreitigkeiten, Unterhalt von Pastorenwitwen, Fischfang in Neuwarp, Einzug von Kontributionen, Aufteilung der Allmenden der Gemeinde und Domänen, Brand und Wiederaufbau der Kirche in Podejuch, Jagdprivilegien in Pölitz und Messenthin, Pfandbriefe auf Kirchenland, Forstordnung, Bauholz, Rechnungen für Holz und Futter, aus den Jahren 1716–1872, 134 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

PG

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60

0070 Domänenrentamt Wollin (Rep. 71, Urząd Domenalno-Rentowy w Wolinie)

1720–1912; 162 AE, 1,3 lfm.

Die Akten des Bestandes wurden gegen Ende der 1930er Jahre an das Stettiner Archiv abgegeben. Während des Zweiten Weltkriegs wurden sie wahrscheinlich nach Bonin oder Tütz evakuiert, von wo aus sie 1945 unvollständig zurückkehrten.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Verordnungen, Vorschriften über den Ablauf der Dienstgeschäfte, Organisation der Registratur, Hypothek, Umzäunung von Feldern und Wiesen, Kommunalvorschriften und -verordnungen, Kreis- und Gemeindeordnungen, Porto für Dienstsendungen, aus den Jahren 1825–1905, 11 AE.

Finanzen, Befreiungen von der Grundsteuer, Kassenfragen, Rechnungen, Haushaltspläne der Domäne, aus den Jahren 1832–1910, 7 AE.

Varia, geordnet nach Ortschaften, Verkauf von Holz und Land, Brand und Wiederaufbau der Ziegelei Kodram, Erhebung von Abgaben zugunsten verschiedener Pfarreien, Unterstützung für die Pfarrei Kunow, Angelegenheiten einzelner Bauernwirtschaften, Eigentumsrecht an Eichen in Warnow, Beschäftigung von Dienstpersonal in der St. Nikolaikirche in Wollin, Fischfang im Camminer und Stettiner Haff, in der Dievenow und in anderen angrenzenden Gewässern, Einkünfte aus dem Fischfang, Streitigkeiten um den Fischfang, Trawler-Gilde Wollin, Beschwerden, Bau neuer Fischerboote (Trawler), Prozeßfragen (hauptsächlich zu Fischfang), u. a. mit den Trawler-Gilden Stettin und Neuwarp, Fischbesatz von Seen, Besetzung von Bauernwirtschaften, Sammeln von Schilfrohr und Flechtbinsen, Aufhebung von Gutsdiensten, Waldverzeichnisse, aus den Jahren 1720–1912, 144 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

PG

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65

1148 Katasterbüro Stettin (Biuro Katastralne w Szczecinie)

1865–1944; 3010 AE, 60,2 lfm.

Die Akten des Katasterbüros Stettin bestehen aus Materialien, die bei der Ordnung des Archivmaterials in den Katasterämtern Cammin, Greifenhagen, Labes, Naugard, Swinemünde und Ueckermünde ausgesondert wurden. Die aus dem Büro stammenden Akten, welche die oben genannten Kreise betreffen, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg unter ungeklärten Umständen den Archivbeständen der Katasterämter angegliedert. Nach 1945 teilten sie das Schicksal der in den Kreisen aufbewahrten Materialien (siehe Katasterämter Cammin, Greifenhagen, Labes, Naugard, Swinemünde und Ueckermünde), um schließlich in mehreren Zugängen in den 1960er und 1970er Jahren an das Archiv in Stettin zu gelangen.

Inhalt

Handrisse von Ergänzungsmessungen, Auszüge und Abschriften von Parzellenbüchern, Bereichsakten, Koordinatenberechnungen, Vermessungsakten, Kopiender Handrißbücher, Akten zur Veränderung der Grund- und Gebäudesteuer, polygonometrische Akten, Steuerschätzbücher, neue Vermessungen, Verzeichnisse der Grundveränderungen, Steuerabkommen, aus den Jahren 1865–1944, 3010 AE.

Zu dem Bestand gehören außerdem einige hundert Originalzeichnungen von Gemarkungskarten sowie von Supplementkarten bzw. Ergänzungskarten.

Archivalische Hilfsmittel Fehlen.

RG

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74

0133 Katasteramt Stettin (Rep. 68, Urząd Katastralny w Szczecinie – miasto)

1668–1945; 1415 AE, 20,1 lfm.

Die Akten des Katasteramts Stettin befanden sich bis 1945 im Amtsgebäude, wo sie vom Kreisvermessungsbüro übernommen wurden. Als die archivalische Überlieferung 1952 praktisch an Bedeutung verlor, wurde sie als Hilfsmaterial an das örtliche geodätische Büro übergeben, das sie in den 1970er Jahren an das Stettiner Archiv weitergab.

Inhalt

Vermessungs-, Grenz- und Separationsrezesse, Parzellenbücher der Gemeindefluren, Grundsteuermatrikel, Artikellisten der Matrikel, alphabetische Besitzerverzeichnisse, Schätzbücher, Handrißbücher, Handrisse von Ergänzungsvermessungen, polygonometrische Akten, neue Vermessungen, Berechnung von Koordinaten, Verzeichnisse von Flurveränderungen, Koordinatenverzeichnisse, Bereichsakten, Vermessungen und Luftbilder für die Katasterbereiche Altdamm, Armenheide, Arnimswalde, Augustwalde, Bollinken, Bredow, Brunn, Buchholz, Cavelwisch, Daber, Eckerberg, Finkenwalden, Franzhausen, Frauendorf, Friedensburg, Glinken, Gotzlow, Grabow, Güstow, Warsow, Hohenzahden, Hökendorf, Karow, Klein Reinkendorf, Klütz, Kolpin, Krekow, Mandelkow, Messenthin, Möhringen, Nemitz, Neuendorf, Podejuch, Polchow, Pölitz, Pommerensdorf, Pritzlow, Retzowsfelde, Scheune, Schmellenthin, Scholwin, Schwarzow, Stettin, Stolzenhagen, Stuthof, Sydowsaue, Torney, Völschendorf, Wussow, Zabelsdorf, Züllchow, aus den Jahren 1668–1945, 1415 AE.

Zu dem Bestand gehören außerdem 1000 Originalzeichnungen von Gemarkungsreinkarten sowie neue Originalzeichnungen.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

RG

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77

0079 Denkmalamt in Stettin (Urząd Ochrony Zabytków w Szczecinie)

1895–1944; 22 AE, 0,2 lfm.

Im Jahre 1835 wurde durch Kabinettsordre Friedrichs Wilhelms III. im Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten eine Sektion für Denkmalpflege eingerichtet. Der nächste Schritt war 1843 die Bildung des Amts eines Denkmalpflegers für den Preußischen Staat durch Friedrich Wilhelm IV., an dessen Spitze Ferdinand von Quast (1807–1877) stand. 1887 entstand ein Plan, auf Provinzebene Denkmalschutzämter einzurichten, doch erst 1894 berief der Provinzialausschuß auf Initiative des Oberpräsidenten der Provinz Pommern Hugo Lemcke (1835–1925) zum Provinzialkonservator für die Provinz Pommern; gleichzeitig entstand die Provinzialkommission zur Erforschung und Erhaltung der Denkmäler in der Provinz Pommern. Ziel dieser Kommission war vor allem die Erforschung und Instandhaltung der historischen Baudenkmäler Pommerns sowie die Erweckung des allgemeinen Verständnisses für die Bedeutung und den kulturellen Wert der Denkmäler sowie für die Notwendigkeit ihres Schutzes. Der Denkmalpfleger beriet die Kommission und übte zugleich exekutive Funktionen aus. Seine Amtszeit dauerte so wie jene der Kommissionsmitglieder sechs Jahre. Lemcke kam seinen Pflichten mehrere Amtszeiten hindurch nach, ohne dafür eine Entlohnung zu beanspruchen. Sein Nachfolger war zwischen 1924 und 1931 Julius Kothe. Als Franz Balke, der Kustos des Provinzialmuseums für Pommersche Altertümer (seit 1934: Pommersches Landesmuseum), das Amt übernahm, änderte das Amt des Provinzialkonservators seinen Charakter. Es wurde von einem Ehrenamt zu einer eigenständigen Funktion, die mit einer genau festgelegten Entlohnung verbunden war. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde die Provinzialkommission zur Erforschung und Erhaltung der Denkmäler aufgelöst und ihre Kompetenzen dem Oberpräsidenten der Provinz übertragen. Es entstand nun innerhalb der Kulturpflegeabteilung (Abt. 6) des Oberpräsidiums ein Denkmalamt mit dem Provinzialkonservator an seiner Spitze. Von 1936 bis 1945 war Paul Viering Provinzialkonservator.

Das Denkmalamt wurde mit seinen Akten und einer umfangreichen photographischen Dokumentation (22 000 Negative) Anfang 1945 auf Burg Schmuggerow im Kreis Anklam ausgelagert. Diese Materialien werden heute im Landesarchiv Greifswald aufbewahrt, Rep. 55, 870 AE und rund 8000 Photographien. Die im Staatsarchiv Stettin befindlichen Akten wurden nach 1945 wahrscheinlich zusammen mit dem Bestand des Oberpräsidiums der Provinz Pommern übernommen.

Inhalt

Allgemeine Akten zur Denkmalpflege, nationales Kunstwerkeverzeichnis, Korrespondenz, aus den Jahren 1927–1944, 10 AE.

Denkmalakten, Kirche in Bargischow, Kirche und Schmiede in Gersdorf, Kirche in Ehrbardorf, Dom in Cammin, St. Gertrudskapelle in Köslin, Kirche in Ribbekardt, Kirche in Hohenzahden, Schloßkirche in Stolp, Kloster in Stralsund, St. Jakobskirche in Stettin, aus den Jahren 1895–1944, 11 AE.

Photographien, das Innere der St. Johannes-Kirche Stettin, Restaurierungsarbeiten, um 1930, 1 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Frankiewicz, B.: Źródła dotyczące ochrony zabytków w zasobie Archiwum Państwowego w Szczecinie [Quellen zum Denkmalschutz im Staatsarchiv Stettin], SIA, Nr. 4 (1988).

Grzelak, J.: Urząd Konserwatora Zabytków Prowincji Pomorze (Provinzialkonservator für die Provinz Pommern 1894–1945). Z dziejów ochrony zabytków na Pomorzu Zachodnim [Der Provinzialkonservator für die Provinz Pommern 1894–1945. Aus der Geschichte des Denkmalschutzes in Pommern], SIA, Nr. 6 (1990).

Kohte, J.: Ferdinand von Quast. Zu seinem hundertsten Geburtstage, in: Die Denkmalpflege, Nr. 8 (1907).

Ochendowska-Grzelak, B.: Akta Prowincjonalnego Konserwatora Zabytków w zasobie Vorpommersches Landesarchiv Greifswald [Die Akten des Provinzialkonservators im Vorpommerschen Landesarchiv Greifswald], SIA, Nr. 10 (1996).

Viering, P.: Denkmalpflege in Pommern 1936–1945, in: BSt. NF, Bd. 46 (1959).

MSz

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86

1337 Reichspostministerium (Rep. 136, Ministerstwo Poczty Rzeszy)

1837–1929; 63 AE, 2,1 lfm.

Laut der Verfassung des vereinten Deutschlands von 1871 waren die Aufgabenbereiche der Post Sache des Reichs. Auf der Grundlage dieser Vorschriften sowie des Postgesetzes von 1871 wurde das Reichspostamt eingerichtet, in dem jene Behörden aufgingen, die bislang in den einzelnen Bundesländern tätig gewesen waren. Deutschland wurde in Oberpostdirektionen aufgeteilt, die in Preußen für gewöhnlich einen Regierungsbezirk umfaßten. Den Oberpostdirektionen unterstanden die in drei Klassen gegliederten Postämter sowie die Posthaltereien. Zur Verwaltung des Telegraphen- und Telephonbetriebs, später auch für den Funkverkehr, wurden in den Direktionsbezirken eigene Telegraphentechnische Reichsämter gegründet. In der Zwischenkriegszeit wurde anstelle des Reichspostamtes ein Reichspostministerium geschaffen; die Postverwaltung erhielt den Namen „Deutsche Reichspost“.

Die im AP Stettin aufbewahrten Akten sind ein fragmentarischer Bestand der Registratur des Reichspostamts, seit 1919 des Reichspostministeriums, der 1981 im Rahmen des Archivaustauschs aus der damaligen DDR übernommen wurde.

Inhalt

Bau, Ausbau, Reparatur und Instandhaltung von Postgebäuden und Wirtschaftsgebäuden der Post in Cammin i. P., Daber, Freienwalde, Gollnow, Grambow, Greifenberg, Greifenhagen, Gülzow, Kolbitzow, Labes, Liebeseele, Massow, Misdroy, Naugard, Neuwarp, Plathe, Pölitz, Pyritz, Richtenberg, Ruhnow, Stargard i. P., Stettin, Stettin-Kratzwiek, Stettin-Finkenwalde, Swinemünde, Treptow a. R., Treptow a. T., Wangerin, Wollin und Zachan, Diensträume im Bezirk der Oberpostdirektion Stettin, Zuteilung von Mitteln für die Bautätigkeit, aus den Jahren 1837–1929, 63 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

PG

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93

1380 Versorgungsamt Stettin (Rep. 151, Urząd Zaopatrzenia w Szczecinie)

1915–1932; 8 AE, 0,28 lfm.

Das Versorgungsamt Stettin übergab 1939 einen Teil seiner Akten an das Stettiner Archiv, sodarunter auch zwei Bände mit Garnisons-Lageplänen des II. Armee korps, die sich heute in der kartographischen Sammlung/Sammlung von Atlanten befinden. Während des Zweiten Weltkrieg blieben diese Akten in den Stettiner Magazinen.

Inhalt

Behördenorganisation, Verordnungen, Kontakte mit der Kontrollkommission der Entente-Staaten, Amtsgebäude in Stettin und seine Pläne, aus den Jahren 1915–1932, 8 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

MSz

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96

0083 Sonderkommissionen Kolberg, Stettin, Neustettin – Bestandsreste

1872–1918; 10 AE, 0,4 lfm.

Es haben sich Reste der Akten dreier Sonderkommissionen in Kolberg, Stettin und Neustettin erhalten. Sie betreffen Landkauf, die Anlage von Kolonistenwirtschaften sowie Ausführungsbestimmungen zum Gesetz über die Auflösung der Allmenden. Die Archivalien der Sonderkommissionen sind nach dem Zweiten Weltkrieg in das Stettiner Archiv gelangt.

Inhalt

Sonderkommission Kolberg, aus den Jahren 1904–1918, 2 AE.

Sonderkommission Neustettin, aus den Jahren 1909–1914, 5 AE.

Sonderkommission Stettin, aus den Jahren 1872–1914, 3 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

PG

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98

0084 Kulturämter Köslin, Neustettin, Schlawe, Stargard, Stettin und Stolp – Bestandsreste

1905–1940; 58 AE, 1,3 lfm.

In den 1920er Jahren bestanden in der Provinz Pommern 12 Kulturämter. 1938 wurde diese Zahl auf neun verringert; jedes Amt war nun für zwei bis vier Kreise zuständig. Heute werden im Stettiner Archiv Bestandsreste von sechs pommerschen Kulturämtern aufbewahrt. Die Akten der Kulturämter sind nach dem Zweiten Weltkrieg an das Stettiner Archiv abgegeben worden. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 81a, Kulturamt Stettin, 1 lfm.

Inhalt

Kulturamt Köslin, Finanzfragen, Gehälter, Dienstreisekosten, Fragen des ländlichen Siedlungswesens, aus den Jahren 1909–1936, 9 AE.

Kulturamt Neustettin, Organisation der Büroarbeit, Siedlungswesen, Flurbereinigung, Krediterteilung, Gesetz zur Neubildung deutschen Bauerntums, Ausbau der Viehzucht und des Pflanzenanbaus, aus den Jahren 1919–1940, 10 AE.

Kulturamt Schlawe, Personalfragen der Mitarbeiter, Bürofragen, Finanzen des Amts, Rentengüter, ländliches Siedlungswesen und seine Kosten, aus den Jahren 1910–1930, 21 AE.

Kulturamt Stargard, Bildung und Zuteilung von Landwirtschaften auf der Grundlage der Aktion „Neubildung deutschen Bauerntums“, finanzielle Belastungen dieser Höfe (1933–1939), Regulierung des Flusses Ihna, aus den Jahren 1920–1928, 10 AE.

Kulturamt Stettin, Verfahrensfragen, Finanzen des Amts, aus den Jahren 1919–1928, 4 AE.

Kulturamt Stolp, Viehzucht, Kauf von Bauernhöfen, Eigentumsregulierung in Borntuchen, aus den Jahren 1905–1927, 4 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

PG

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100

0085 Oberzolldirektion für die Provinz Pommern in Stettin (Rep. 64a, Naczelna Dyrekcja Cel Prowincji Pomorskiej w Szczecinie)

1786–1929; 290 AE, 7,8 lfm.

In den Jahren 1905–1907 gelangten die ersten Akten der Finanzverwaltung an das Stettiner Archiv; sie wurden von der Provinzialsteuerdirektion überwiesen. Ein Teil der Materialien, welche die Salinen in Kolberg betrafen, mußte das Archiv allerdings an das Hauptbergamt abgeben. 1911 überwies die Zolldirektion eine weitere Partie. Als 1919 die Hauptzolldirektion der Provinz Pommern aufgelöst wurde, wurde ihre Registratur vom Landesfinanzamt Stettin übernommen. Diese Behörde übergab 1939 die Akten der Steuer- und Zolldirektion an das Stettiner Archiv. Während des Zweiten Weltkriegs verschwand ein Teil der Akten unter unbekannten Umständen. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 64, Provinzialsteuerdirektion, 3,5 lfm., aus dem 19. Jh.

Inhalt

Zoll- und Steuerverwaltung, Steuerverzeichnisse, Hafenzollordnungen, Bezeichnung von Handelswegen und ihre Zollkontrolle, Zollager, Organisation des Freihafens Stettin, Handel und Zollpolitik mit der Schweiz, der Türkei, Rumänien, Monaco, Serbien, Bulgarien, Schweden, Brasilien, Costa Rica, Ägypten, Chile, der Dominikanischen Republik, Nicaragua, Uruguay, Haiti, El Salvador, Equador, Puerto Rico, Venezuela, Kolumbien, Bolivien, Togo und Samoa, der Ukraine und Finnland, Zolltarife für Bücher, Bilder und Seide, aus den Jahren 1786–1928, 77 AE.

Spiritusmonopol, Produktionskontingente für Spiritus, Hefefabrikation, Alkohol für den Apothekenbedarf, aus den Jahren 1821–1929, 4 AE.

Salzmonopol, Befreiungen von der Salzsteuer, Versorgung der Fischindustrie mit Industriesalz (Fischsalz), aus den Jahren 1822–1921, 16 AE.

Finanzverwaltung, innere Organisation der Zolldirektion, Amtsgeschäfte und Rechte des Generaldirektors, Organisation der Hauptzoll- und Steuerämter in Kolberg, Rügenwalde, Schivelbein, Stargard, Stettin, Stolp, Swinemünde und Wolgast sowie der Steuer- und Zollämter in Belgard, Bublitz, Bütow, Cammin, Daber, Dramburg, Fiddichow, Freienwalde, Gartz a/O., Greifswald, Greifenberg, Greifenhagen, Jastrow, Köslin, Lauenburg, Naugard, Richtenberg, Rummelsburg, Saßnitz und Schlawe, aus den Jahren 1825–1928, 50 AE.

Finanzen, Verkauf von Akten als Makulatur, Reichsbank, Verzeichnis von Staatsschulden Preußens und des Kaiserreichs, Seehandlungsinstitut, Geldwechsel, aus den Jahren 1799–1928, 5 AE.

Hilfsbeamte der Zolldirektion Stettin, aus den Jahren 1859–1919, 3 AE.

Amtsgebäude der Finanzverwaltung, Gebäude in Wolgast (Licent Haus), Stolp, Organisation der Grenzstation in Kreuz, Schule, Bau eines Motor- und Segelboots für die Kontrolle der Schiffahrt im Greifswalder Bodden, Organisation der Zollverwaltung an der polnischen Grenze, aus den Jahren 1798–1924, 16 AE.

Dienstsiegel, aus den Jahren 1840–1943, 1 AE.

Beamte der Finanzverwaltung, Umzugsanträge, Vorschriften über (private) Schußwaffen für Grenzbeamte, Korruptionsfälle, Auszeichnungen und Beförderungen, Benennung von Beamten zur Ziehung der neuen Reichsgrenze, aus den Jahren 1812–1920, 19 AE.

Transportgebühren, Hafenlotsen, Vermessungen von Schiffen und Bestimmung der Hafengebühren, Zollschloß und Brücke zwischen Stettin und Altdamm, Brückenbau über die Dievenow, Gebühren für die Hebung der Brücke, Hafentarife, Gebühren für den Verkehr zwischen Rügen und dem Festland, Verkehr mit Schweden, Gebühren für regelmäßige Verbindungen, aus den Jahren 1815–1922, 41 AE.

Rechtliche Vorschriften, Einführung des Gesetzes über Verwaltungsstrafen, Organisation der Gerichte in Neuvorpommern, gerichtliche Ermittlungen in Zoll- und Steuerämtern, aus den Jahren 1787–1865, 22 AE.

Stempelgebühren, Einführung eines Gesetzes über die Stempelabgaben und seine Novellisierung, Konkurs der Spielkartenfabrik in Stralsund, aus den Jahren 1822–1871, 6 AE.

Verwaltung des Salzmonopols in Pommern, Eingliederung des Salzmonopols in den Aufgabenbereich der Zolldirektion, Verwaltung der Salzsteuer, Statistik des Salzverkaufs, Salzdiebstahl, Kauf und Verteilung von Salz, aus den Jahren 1823–1871, 30 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

PG

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101

0090 Landesfinanzamt in Stettin (Rep. 126, Krajowy Urząd Skarbowy w Szczecinie)

1819–1928; 228 AE, 3,3 lfm.

Das Landesfinanzamt in Stettin übergab seine Akten seit 1939 an das Staatsarchiv. Insgesamt wurden bis 1943 vier Partien übernommen, die in die Repositur 126 (Oberfinanzpräsident) aufgenommen wurden. Die vor 1943 erhaltenen Akten blieben den gesamten Krieg über im Archivgebäude. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. Landesfinanzamt Stettin, 2 AE, aus den Jahren 1935–1936.

Inhalt

Verwaltung von Zöllen und indirekten Steuern, Zollgesetzgebung, Zollverein, Verkehrswege in der Provinz Pommern, Zollager in Swinemünde, Organisation von Zoll- und Finanzbezirken, Überwachung von Häfen und Warenlagern in Saßnitz, Stralsund, Stettin und Swinemünde, Kampf gegen den Schmuggel, Handelsbeziehungen mit Jugoslawien, Rußland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Belgien, Holland, Portugal, Spanien, Griechenland, China, Japan, Südafrika, USA, Abessinien, Finnland, Litauen und Estland, tschechoslowakische Zone im Hafen Stettin, Lieferungen für diplomatische Vertretungen und Mitglieder herrschender Häuser, Zoll- und Fischstatistiken, Kontrolle des Verkehrs fremder Schiffe an der Hochseegrenze, Handelsbeziehungen mit Polen, Transit von und nach Ostpreußen durch Polen, Organisation der Grenzübergänge nach Polen, Kohlentransport, Schmuggel, hauptsächlich von Alkohol aus Polen und den Ostsee-Anrainerstaaten, Bier-, Wein-, Tabak- und Zuckersteuer, aus den Jahren 1829–1928, 143 AE.

Organisation der Finanzverwaltung, Landesfinanzamt in Stettin und die ihm unterstellten Zoll- und Finanzämter in Anklam, Bad Polzin, Barth, Bärwalde, Demmin, Dölitz, Greifenhagen, Groß Boschpol, Hammerstein, Jastrow, Kolberg, Köslin, Kreuz, Labes, Lauenburg, Löcknitz, Nawitz, Neustettin, Pasewalk, Pyritz, Regenwalde, Roslasin, Rügenwalde, Schlawe, Schönlanke, Stargard, Stettin, Stolp, Stolpmünde, Stralsund und Tempelburg, Zollmuseum und -schule in Stettin, Verkauf von Akten zur Makulatur, Bargeldumlauf, Motorboote, Legalisierung von Maßen und Gewichten, aus den Jahren 1819–1928, 56 AE.

Personalien, Beamte der Finanz- und Zollverwaltung, Beschäftigung, Schulungen, Entlohnungen, aus den Jahren 1914–1928, 25 AE.

Verwaltungsstreitigkeiten, Strafgesetz über die illegale Kapitalflucht, aus den Jahren 1922–1925, 1 AE.

Grenzkommissariat Schneidemühl, aus den Jahren 1920–1921, 2 AE.

Verkehrssteuer, Berichte, aus dem Jahre 1922, 1 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

PG

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106

0087 Hauptsteuerämter in Stargard und Stettin – Bestandsreste

1756–1890; 22 AE, 0,45 lfm.

Die Sammlung von Bestandsresten der Steuerämter in Stargard und Stettin gelangte unter ungeklärten Umständen in das Stettiner Archiv.

Inhalt

Hauptsteueramt Stargard, Brennerei Kniephof, aus den Jahren 1828–1882, 1 AE.

Hauptsteueramt Stettin, Zollverein, Vorschriften über den Packhof und andere Lager in der Stadt, Außenhandel mit Mecklenburg, Salzsteuer, Schiffahrt, Kontakte mit fremden Staaten, Hafen- und Schiffahrtsabgaben, aus den Jahren 1756–1890, 21 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

PG

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109

0091 Finanzämter in Kolberg und Stettin – Bestandsreste

1919–1944; 71 AE, 1 lfm.

Im Staatsarchiv Stettin haben sich von den Materialien aus 13 Finanzämtern, die bis zum Zweiten Weltkrieg übernommen worden waren, nur Akten aus Kolberg und Stettin erhalten. Darüber hinaus ist ein Teil der Akten beider Ämter nach dem Krieg von polnischen Archivaren sichergestellt worden. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 90a, Finanzamt Stettin, 0,9 lfm., aus den Jahren 1890–1921.

Inhalt

Finanzamt Kolberg, Akten über natürliche und juristische Personen (Ärzte, Kaufleute, Handwerker) bezüglich Einkommens-, Vermögens- und Umsatzsteuer, aus den Jahren 1919–1938, 42 AE.

Finanzamt Stettin-Nord, Steuerfragen (Einkommens- und Vermögenssteuer), Berichte von Gesellschaften und Kontrollen verschiedener Firmen der Stadt: Brauerei Elysium, Überlandzentrale Pommern, Industrie-Treuhandgesellschaft, Schütt-Ahrens, Groß-Kraftwerk Stettin AG, Stoewer, Ferd. Rückforth Nachf. AG, Stettiner Hafengesellschaft, Pommersche Provinzial-Zucker-Siederei AG, aus den Jahren 1920–1944, 29 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

PG

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242

0672 Standesamt Stettin-Stadtkreis (Urząd Stanu Cywilnego w Szczecinie)

1874–1901; 540 AE, 16,80 lfm.

Inhalt

a – 1874–1901 (1893 – keine Einträge vom 1.11 bis zum 6.12., 1900 – keine Einträge vom 10.6. bis zum 13.7.),

b – 1874–1880, 1882–1901 (1880 – keine Einträge vom 1.10. bis zum 31.12., 1882 – keine Einträge vom 27.7. bis zum 30.8., 1890 – keine Einträge vom 14.9. bis zum 14.11.),

c – 1874–1880, 1883–1890, 1892–1901 (1895 – keine Einträge vom 21.11. bis zum 29.11., 1896 – keine Einträge vom 3.08. bis zum 18.09.).

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279

0074 Provinzialschulkollegium für die Provinz Pommern in Stettin (Rep. 62, Kolegium Szkolne Prowincji Pomorskiej w Szczecinie)

1815–1945; 1472 AE, 18,7 lfm.

Während der Regierungszeit des Freiherrn vom und zum Stein wurde die völlige Trennung der Bildungsfragen von den Religionen zur Forderung erhoben. Doch die Reform des Fürsten Karl August Hardenberg beließ den Kirchen in der Praxis einen großen Einfluß auf das Schulwesen. Durch Verordnung vom 23.10.1817 wurde die Aufsicht über das höhere Schulwesen an die Konsistorien gegeben. Erst am 31.12.1825 übernahm durch Kabinettsordre Friedrich Wilhelms III. das aus dem Stettiner Konsistorium ausgegliederte Provinzialschulkollegium für die Provinz Pommern die Verwaltung der höheren Schulen in Pommern. Dennoch kam es zu keiner völligen Trennung der Kompetenzen zwischen Kollegium und Konsistorium. Die eingesetzte Verwaltung des Kollegiums bestand zunächst aus drei Personen, eine Zahl, die später parallel zur Entwicklung des Schulwesens vergrößert wurde. Der Vorsitzende der Verwaltung war kraft seines Amtes der Oberpräsident der Provinz, der zugleich (bis 1845) an der Spitze des Konsistoriums stand. Zu dem Zeitpunkt, als das Kollegium entstand, gehörte zu seinen Aufgaben die Aufsicht über 16 pommersche Gymnasien, vier Realgymnasien, zwei Progymnasien und fünf Realprogymnasien, später dann auch über die neugegründeten Lehrerseminare in Bütow, Cammin, Dramburg, Franzburg, Köslin, Pölitz, Pyritz und Stettin sowie über die Sonderschulen für behinderte Jugendliche. Die von dieser Behörde ausgeübte Aufsicht beruhte in der Praxis darauf, Schulvisitationen durchzuführen, die Finanzen zu kontrollieren, Lehrpläne aufzustellen, Baupläne, Schulordnungen und -statuten zu bestätigen und Lehrbücher zu akzeptieren. Trotz allem hielt sich der Einfluß der Kirche auf das Schulwesen, da es sich bei den Visitatoren in den Gymnasien und Lehrerseminaren meist um Konsistorialräte handelte. Erst im März 1872 wurde der Geistlichkeit in Preußen das Recht aberkannt, die Aufsicht über öffentliche und private Schulen auszuüben. Die Kontrolle über das höhere Schulwesen übernahmen nun gänzlich die Schulkollegien, während für die Volksschulen die Schulinspektoren von Kreisen und Gemeinden zuständig waren. Die Schulkollegien bestanden bis September 1932 ohne größere Änderungen, als sie im Zuge der Vereinheitlichung der Staatsverwaltung aufgelöst wurden; ihre Aufgaben wurden von der zweiten Abteilung für höheres Schulwesen beim Oberpräsidium der Provinz Pommern übernommen.

Die ersten Akten des Provinzialschulkollegiums für die Provinz Pommern gelangten vor 1932 in das Stettiner Archiv, weitere in den Jahren 1932 und 1936. 1944 wurde der Bestand nach Endingen evakuiert. Ein Teil der Archivmaterialien konnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zurückgewonnen werden. Die Akten der zweiten Abteilung des Oberpräsidiums wurden während des Kriegs nach Labes ausgelagert, von wo sie 1953 an das Archiv in Stettin abgegeben wurden. Es handelte sich überwiegend um Personalakten von Lehrern, die zu einem eigenen Bestand vereint wurden. Im Landesarchiv Greifswald: 2180 AE, 44,1 lfm., aus den Jahren 1809–1930.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Aufbau und Organisation der Behörde, Disziplinarfragen, Lehrervereine, der Erste Weltkrieg und seine Folgen, Verwaltungsberichte, aus den Jahren 1850–1945, 26 AE.

Organisation des Schulwesens, Lehrerseminare, Präparandenschulen, Konferenzen der Direktoren und Schulräte, Schließung der Schulen während Epidemien, pädagogische Akademien, aus den Jahren 1882–1944, 35 AE.

Reform des Schulwesens, reformierte Mädchenschulen, Bestimmung der Lehrerpflichten, aus den Jahren 1890–1938, 6 AE.

Lehr- und Unterrichtspläne, Einführung des Englischunterrichts, Religionsunterricht für Juden, Unterricht im Zeichnen, Singen, in Musik, Handarbeiten und Gymnastik, Möglichkeiten der Hilfe für die Jugend, aus den Jahren 1829–1943, 22 AE.

Lehrbücher und unterrichtsbegleitendes Material, Richtlinien zur Einführung von Lehrbüchern in den höheren Mädchenschulen, aus den Jahren 1909–1928, 4 AE.

Prüfungen, Prüfungen in Latein und Griechisch, Abiturprüfungen, aus den Jahren 1901–1929, 6 AE.

Lehrer, Beschäftigung, Entlohnung, Beteiligung an Ferien- und Auslandskursen, Beteiligung von Lehrern an öffentlichen Feierlichkeiten, Lehrerprüfungen, aus den Jahren 1842–1944, 44 AE.

Personalabbau, Haushaltspräliminarien, Entlassungen von Personal der höheren Schulen, aus den Jahren 1915–1943, 7 AE.

Personal des Provinzialschulkollegiums, Haushalt, Entlassungen, aus den Jahren 1923–1941, 5 AE.

Finanz- und Wirtschaftsverwaltung der Schulen, Verschuldung der Schulen, Dienstwohnungen für Lehrer, Internate, Jugendherbergen, Hilfskassen, Stiftungen und Stipendien, Finanzberichte, Ausstattung mit Radioapparaten, aus den Jahren 1823–1944, 37 AE.

Statistik, Lehrer- und Schulverzeichnisse, aus den Jahren 1875–1941, 6 AE.

Bauwesen, Verordnungen zum Bau von Schulen, aus den Jahren 1847–1937, 4 AE.

Politische Vereine und Sportvereine in den Schulen, Beteiligung von Schülern an verschiedenen Vereinigungen, aus den Jahren 1913–1929, 5 AE.

Feierlichkeiten, Feier- und Jahrestage, aus den Jahren 1931–1944, 2 AE.

Schulen, Gründung von höheren Schulen, Statuten, Haushaltspläne, Lehrer, Disziplin der Schüler, Prüfungen, Bau und Reparatur von Schulen in einzelnen Ortschaften: Anklam, Arnswalde, Barth, Belgard, Bergen a. R., Bütow, Cammin, Demmin, Deutsch Krone, Dramburg, Eldena, Flatow, Franzburg, Friedeberg i. N., Gartz a. O., Gollnow, Greifenberg, Greifswald, Jastrow, Kallies, Karow, Kolberg, Köslin, Kummerow, Lauenburg, Misdroy, Neustettin, Pasewalk, Pölitz, Pyritz, Reckow, Rienow, Schivelbein, Schlawe, Schlochau, Schneidenmühl, Schönlanke, Stargard i. P., Stettin, Stolp, Stralsund, Streckenthin, Swinemünde, Treptow a. R., Wolgast, Wollin und Zühlsdorf, aus den Jahren 1815–1945, 1263 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Bitter, R. v.: Handwörterbuch der Preußischen Verwaltung, Berlin u. Leipzig 1928.

Hue de Grais, Graf R.: Handbuch der Verfassung und Verwaltung in Preußen und dem Deutschen Reiche, Berlin 1926.

Fenske, H.: Die Verwaltung Pommerns 1815–1945, Köln, Weimar u. Wien 1993.

Wielopolski, A.: Ustrój polityczny Pomorza Zachodniego w XIX wieku [Das politische System Pommerns im 19. Jahrhundert], Poznań 1966.

BF

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281

0120 Kreisschulinspektion Randow (Powiatowa Inspekcja Szkolna w Szczecinie)

1835–1932; 80 AE, 0,45 lfm.

Die Akten wurden dem Stettiner Archiv 1938 übergeben. Während des Zweiten Weltkriegs waren sie in Tütz ausgelagert.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Verzeichnisse der Inspektoren, Lehrer und Schüler, Statistik, Kreislehrerkonferenzen, aus den Jahren 1885–1928, 12 AE.

Schulen, nach Ortschaften geordnet: Barnimslow, Bismark, Blumberg, Boblin, Gartz a. O., Geesow, Grambow, Grünhof, Grünz, Güstow, Hohen Selchow, Hohenholz, Hohenreinkendorf, Hohenzahden, Janickow, Karow, Kasekow, Kolbitzow, Krackow, Kummerow, Kunow, Ladenthin, Lebehn, Luckow, Mandelkow, Mescherin, Möhringen, Nadrensee, Neuenkirchen, Neulienken, Pargow, Pinnow, Pommerensdorf, Pritzlow, Radekow, Radewitz, Ramin, Retzin, Rosow, Scheune, Schmellenthin, Schönfeld, Schöningen, Schönow, Schwennenz,Sommersdorf, Sonnenberg, Stöven, Tantow, Wartin, Wollin und Woltersdorf, aus den Jahren 1835–1932, 68 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

BF

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283

0583 Oberversicherungsamt in Stettin (Wyższy Urząd Ubezpieczeniowy w Szczecinie)

1901–1933; 85 AE, 3,0 lfm.

Die Akten wurden 1948 vom Stettiner Archiv direkt aus dem Gebäude der einstigen Regierung Stettin übernommen.

Inhalt

Dienstordnungen und -anweisungen, Sammlungen von Vorschriften und Anweisungen, Wahl zur Abteilung für Registrierung und Anträge, Wahl zum Amt eines Schiedsmanns, Entscheidungen über die Befreiung von Boten und Landarbeitern von der Versicherungspflicht, aus den Jahren 1901–1931, 15 AE.

Beschlüsse, Krankenversicherung, Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung, aus den Jahren 1925–1933, 5 AE.

Beschwerden und Klagen gegen die Entscheidungen der Behörde, Befreiungen von der Versicherungspflicht, Höhe der Beiträge, aus den Jahren 1912–1928, 16 AE.

Krankenkassen, Hauptverband der Krankenkassen, Provinzialkassen, Veränderungen in den Krankenkassenstatuten, Wahl zu den Abteilungen für Anträge in den Versicherungsämtern, aus den Jahren 1914–1927, 7 AE.

Krankenversicherung und Krankenkassen in einzelnen Kreisen, aus den Jahren 1911–1928, 42 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

PG

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284

0584 Versicherungsgericht in Stettin (Sąd Ubezpieczeniowy w Szczecinie)

1935–1939; 1252 AE, 2,3 lfm.

Die Akten wurden 1948 vom Stettiner Archiv direkt aus dem Gebäude der einstigen Regierung Stettin übernommen.

Inhalt

Prozeßverfahren, Streitfragen wegen Entschädigungen bei Unfällen unter Beteiligung höherer Gewalten, aus den Jahren 1935–1939, 1252 AE.

Archivalische Hilfsmittel Fehlen.

PG

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285

0311 Wehrkreisverwaltung II in Stettin (Okręg Wojskowy w Szczecinie)

1934–1944; 11 AE, 0,15 lfm.

In Preußen wurden 1820 die bisherigen fünf Militärkreise, die von Gouverneuren verwaltet wurden, durch acht Armeekorpsbezirke ersetzt. In Stettin wurde seinerzeit das Kommando des 2. Armeekorps angesiedelt, dessen Bezirk die gesamte Provinz Pommern sowie den Norden der Provinz Posen (Regierungsbezirk Bromberg) sowie einen kleinen Teil von Westpreußen (Festung Thorn) umfaßte. In der Zwischenkriegszeit änderten sich die Grenzen des Bezirks durch die Änderung der politischen Grenzen und die sinkende Zahlenstärke der Armee; auch der Name wurde geändert (Wehrkreiskommando II). Das Kommando umfaßte zu jener Zeit Pommern, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Lübeck und Hamburg. 1935 kam es zu einer weiteren Reform der Militärverwaltung. In Stettin wurde der Armeekorpsbezirk II eingerichtet, der sich auf Pommern, Mecklenburg, die Grenzmark und Ostbrandenburg (Neumark) erstreckte. Jedes Kommando hatte eine eigene Verwaltung, die von der Zivilverwaltung unabhängig war und direkt dem Kriegsminister unterstand.

Die Akten der Behörde wurden nach 1945 in ihrer Registratur von polnischen Archivaren sichergestellt.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Personalakten von Baubeamten, die in der Militärverwaltung beschäftigt waren, aus den Jahren 1934–1944, 11 AE.

Archivalische Hilfsmittel Fundkartei.

Literatur

Bitter, R. v.: Handwörterbuch der Preußischen Verwaltung, Berlin u. Leipzig 1928.

Fenske, H.: Die Verwaltung Pommerns 1815–1945, Köln, Weimar u. Wien 1993.

Salmonowicz, S.: Administracja i prawo w prowincjach pomorskich [Verwaltung und Recht in den pommerschen Provinzen], in: Historia Pomorza [Geschichte Pommerns], Bd. IV, Teil 1 (1850–1918), hg. v. S. Salmonowicz, Toruń 2000.

Salmonowicz, S.: Podziały terytorialne i ustrój polityczny ziem pomorskich w latach 1815–1850 [Territoriale Gliederung und politisches System der pommerschen Gebiete in den Jahren 1815–1850], in: Historia Pomorza [Geschichte Pommerns], Bd. III, Teil 1, hg. v. G. Labuda, Poznań 1993.

PG

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286

139 Militärbauamt in Stettin (Wojskowy Urząd Budowlany w Szczecinie)

1902–1920; 19 AE, 0,44 lfm.

Militärbauämter entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und unterstanden den Intendanturen in den Korpskommandos. Bis 1905 trugen sie die Bezeichnung Garnisonsbauinspektionen. Zunächst gab es im Bezirk des 2. Armeekorps in Stettin vier derartige Inspektionen in Kolberg, Stettin, Stralsund und Thorn. Sie verfügten über Remontedepot-Administrationen, die sich direkt mit Bau, Renovierung oder Instandhaltung von militärischen Baulichkeiten beschäftigten.

Die Akten des Bestands wurden nach 1945 von polnischen Archivaren in der Registratur der Behörde vorgefunden.

Inhalt

Remontedepotadministration Dölitz, Korrespondenz, Pläne, Skizzen, Kostenvoranschläge für neue und renovierte Wohn- und Wirtschaftsgebäude, d. h. Ställe, aus den Jahren 1902–1920, 13 AE.

Remontedepotadministration Krauzen, Korrespondenz, Pläne, Skizzen, Kostenvoranschläge für neue und renovierte Wohn- und Wirtschaftsgebäude, aus den Jahren 1914–1917, 6 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Bitter, R. v.: Handwörterbuch der Preußischen Verwaltung, Berlin u. Leipzig 1928.

Fenske, H.: Die Verwaltung Pommerns 1815–1945, Köln, Weimar u. Wien 1993.

Jahrbuch der Provinz Pommern 1887, Stettin 1887.

PG

Zum Anfang

287

1151 Personalakten von Regierungs- und Polizeibeamten sowie Lehrern

1809–1944; 4114 AE, 36,52 lfm.

Diese Sammlung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aus Akten angelegt, die folgenden Beständen entnommen wurden: Regierung Stettin, Provinzial-Schulkollegium für Pommern, Polizeipräsidium Stettin.

Inhalt

Personalakten von Lehrern, aus den Jahren 1819–1944, 1565 AE.

Personalakten von Polizisten, aus den Jahren 1921–1938, 957 AE.

Personalakten von Regierungsbeamten, aus den Jahren 1809–1944, 1592 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

MSz

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289

0183 Verwaltung des Provinzialverbandes (Rep. 60e, Związek Samorządu Prowincji Pomorskiej)

1800–1944; 432 AE, 8,4 lfm.

Der Provinzialverband Pommern wurde 1875 als Selbstverwaltungsorganisation eingesetzt, um mit der Staatsverwaltung zusammenzuarbeiten. Dem geltenden Recht entsprechend wurde der Provinzialverband als Korporation der Selbstverwaltungsorgane in der Provinz Pommern verstanden. Ihm verbunden waren der Provinziallandtag und der Provinzialausschuß. Die größten Kompetenzen aller Selbstverwaltungsorgane hatte faktisch der Landtag. Dagegen war der Provinzialausschuß nur ausführende Behörde. Der Aufgabenbereich des Provinzionalverbands beschränkte sich auf Fragen von Straßen- und Brückenbau und -reparatur, Meliorationen sowie auf eine weit verstandene Armen- und Krankenbetreuung (für Geisteskranke, Blinde und Taubstumme). Zu den vom Verband überwachten Einrichtungen gehörten u. a. die Armenanstalten in Ueckermünde und Neustettin, Arbeitshäuser in Stralsund und Greifswald, das Waisenhaus in Stargard, Krankenhäuser in Stettin und Treptow a. T., Irrenanstalten in Ueckermünde, Rügenwalde, Stralsund und Greifswald, das Hebammeninstitut in Stettin, das Blindenhaus in Stettin-Torney sowie Häuser für Blinde in Stettin und Köslin. Außerdem überwachte der Provinzialverband die Verwaltung des Straßenbaus, Feuerversicherungen, den Meliorationsfonds sowie schließlich die Provinzialsparkasse.

Die Akten des pommerschen Provinzialverbands wurden in fünf Partien vom Stettiner Archiv übernommen. Der erste Zugang war 1927 (über 150 AE), weitere Zugänge erfolgten in den Jahren 1936, 1940, 1941 (rund 60 AE) und 1943 (rund 500 AE). Die genannten Archivalien befanden sich bis 1945 in Stettin, wo sie am Ende des Zweiten Weltkriegs teilweise zerstreut wurden. Die erhaltenen Faszikel wurden von polnischen Archivaren sichergestellt und den Beständen des Stettiner Archivs einverleibt. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 54, Provinzialverband von Pommern, 1438 AE, 9,3 lfm., aus den Jahren [1826] 1873–1946. Das Stettiner Archiv besitzt einen Mikrofilm des in Greifswald aufbewahrten Bestands.

Inhalt

I Selbstverwaltung

Allgemeine Verwaltung, Armenfürsorge in Pommern, Geisteskranke, Vorbereitung von Betreuungsanstalten und Krankenhäusern für Geisteskranke, Fonds für Arme und Behinderte, Salzlager, Grundstücke im Stettiner Oberwieck, Feuersicherung des früheren Proviantlagers, aus den Jahren 1803–1876, 23 AE.

Anstalt Rügenwalde, Verordnungen und Instruktionen, Vorbereitung der Anstalt für Geisteskranke, Kosten von Bau, Umbau und Reparatur, Verwaltung, Direktor, medizinisches Personal, Dienstwohnungen, Krankenhausgrundstück, aus den Jahren 1830–1930, 32 AE.

Anstalt Neustettin, Dienstanweisungen, Bau und Ausbau der Armenanstalt, Kassenrevisionen, Verwaltung, geistliche Betreuung, Beschäftigung eines Lehrers, Streit um Grundstücke im Besitz der Anstalt, Pacht von Fischfang und Land, Bau eines neuen Krankenhauses, Verkauf von Land im Besitz der Anstalt, Organist, aus den Jahren 1818–1937, 41 AE.

Anstalt Ueckermünde, Instruktionen, Beamte, Bau, Ausbau und Reparatur der Armenanstalt, Rechnungen für ausgeführte Bauarbeiten, Reorganisation der Anstalt, Grundstückskauf für Bauzwecke, Haushaltspläne, Wohnhaus für den Direktor, Bau eines Wohngebäudes, aus den Jahren 1800–1929, 25 AE.

Taubstummenschulen, Gründung und Auflösung von Taubstummenschulen in verschiedenen Orten, Ärzte und medizinisches Personal, Verwaltung, Grundstücke im Besitz der Schule, Anstalten für Geisteskranke, Dienstanweisungen, aus den Jahren 1833–1922, 37 AE.

Besamung, Verordnungen und Vorschriften zur Hengstzucht in Pommern, aus den Jahren 1879–1899, 4 AE.

Hilfe für demobilisierte Soldaten, Umsiedler aus den verlorenen Gebieten, Betreuung von Kriegs- und Zivilgefangenen, Kriegsschäden, Einrichtung eines Sammellazaretts, Reservelazarett, Betreuung von entlassenen Offizieren, Rotes Kreuz, Kriegszeitungen, Ansiedlung von Kriegsgeschädigten, aus den Jahren 1915–1930, 25 AE.

Finanzen, Verordnungen und Vorschriften, Provinzialsteuern, Kreditinstitute, Haushalt von Provinz und Kreisen, Banken, Vereine, aus den Jahren 1833–1943, 19 AE.

Hebammeninstitut, Haushaltspläne, Organisation und Tätigkeit des Stettiner Hebammeninstituts, Hebammenkurse, neues Institutsgebäude, Rechnungen, Bau und Reparatur des St. Georgs- und des St. Peters-Krankenhauses, aus den Jahren 1811–1920, 21 AE.

Kultur, Museum, Schule für Kunstweberei, Volksbibliotheken und fahrende Bibliotheken, Denkmäler, Vereine, Landesmuseum, aus den Jahren 1887–1944, 8 AE.

Berichterstattungswesen, Umbau und Inventar des Gebäudes des Provinzialverbandes (Landhaus), Landkauf, Rechtsstreitigkeiten, Vorbestraftenregister, Listen von Steuerzahlern, Statistik, Verwaltungsberichte, aus den Jahren 1833–1934, 21 AE.

II Provinziallandtage

Personalien, Wahl des Direktors und der Mitglieder des Ausschusses, Private Ritterbank, Berechnung und Rückzahlung von Reisekosten und Diäten der Deputierten von Kommunallandtagen, Beamte und ihre Entlohnung, Einberufung von Selbstverwaltungsbeamten zur Armee, Verordnungen, Vorschriften, Uniformen, Personalakten, aus den Jahren 1825–1876, 21 AE.

Streitigkeiten, Kompensation von Kriegsschulden, Prozesse um Holz, Beschwerden und Denunziationen in Sachen Holzhandel, aus den Jahren 1823–1845, 10 AE.

Fürsorgeverwaltung, Verordnungen und Vorschriften, Armenverwaltung, Kreisfürsorgeverwaltungen, Tätigkeitsberichte und Kontrolle der Landesarmenhäuser in Neustettin und Ueckermünde, Ausbau, Reparatur und Ausstattung beider Anstalten, Eigentumsansprüche auf Grundbesitz, Dienstanweisungen für die Mitarbeiter, Vorwerke, Herumtreiber, Haushaltspläne der Landesarmenkasse, Armenfonds, Finanzaufsicht, Haushalte der Anstalten in Neustettin und Ueckermünde, aus den Jahren 1827–1877, 55 AE.

Besserungsanstalten, Organisation und Tätigkeit der Besserungsanstalten für Kinder und Jugendliche in verschiedenen Ortschaften, aus den Jahren 1829–1876, 19 AE.

Finanzen, Berichte und Revisionen der Provinzialsparkasse, Anträge, Wahlen von Mitgliedern des Sparkassenvorstands, Diäten und Reisekosten, Seidenraupenzucht, Diakonissenhaus in Bad Polzin, aus den Jahren 1851–1876, 8 AE.

Feuerversicherungsgesellschaften, Verordnungen und Vorschriften, Revisionen der Ordnungen, Verwaltung, Rechnungen und ihre Revision, Auszahlungen von Entschädigungen, Versicherungen, Prämien, Konzessionen zur Gründung von Feuerversicherungen, Wahlen zu den Gremien der Gesellschaften, Beamte, Verwaltung der Zentralkasse, Tätigkeitsberichte, aus den Jahren 1827–1876, 49 AE.

Verzeichnisse ausgezahlter Entschädigungen, Entschädigungen für Feuerverluste, Sitzungsprotokolle des Landtags, Rücktritte, aus den Jahren 1831–1874, 4 AE.

Genealogisches Referat, genealogische Recherchen, aus den Jahren 1943–1944, 1 AE.

Varia, Organisation der Sozialfürsorge, Berichte über die Landesarmenanstalt in Neustettin, aus den Jahren 1799–1869, 9 AE,

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Fenske, H.: Die Verwaltung Pommerns 1815–1945, Köln, Weimar u. Wien 1993.

Lutter, H.: Zur verfassungsgeschichtlichen Stellung des Provinzialverbandes Pommern und seiner ständischen Vorformen, in: BSt NF 80 (1994).

Salmonowicz, S.: Administracja i prawo w prowincjach pomorskich [Verwaltung und Recht in den pommerschen Provinzen], in: Historia Pomorza [Geschichte Pommerns], Bd. IV, Teil 1 (1850–1918), hg. v. S. Salmonowicz, Toruń 2000.

Wielopolski, A.: Ustrój polityczny Pomorza Zachodniego w XIX wieku [Das politische System Pommerns im 19. Jahrhundert], Poznań 1966.

RG

Zum Anfang

292

0072 Französische Okkupation in Stettin (Rep. 19, Francuskie Władze Okupacyjne w Szczecinie)

1798–1842; 225 AE, 4,5 lfm.

Nach der Niederlage im Krieg gegen Frankreich 1806 wurde Preußen eine Kontribution von 140 Mio. Franken auferlegt. Bis zur Bezahlung dieser Summe sollten französische Einheiten die preußischen Ostprovinzen besetzt halten. Pommern mußte über 20 Mio. Franken (5,5 Mio. Taler) bezahlen. Bis 1807 wurden davon ca. 3 Millionen Taler entrichtet. Im Mai 1807 wurde auf dem Provinziallandtag eine Kommission für Kriegslasten gebildet, welche die pommerschen Stände gegenüber der Kriegs- und Domänenkammer sowie den Besatzungsbehörden vertrat. Aufgabe der Kommission war es, die weitere Bezahlung der Schulden und eine größtmögliche Senkung der Kontributionen zu überwachen. Eine preußisch-französische Übereinkunft über die Kriegsschulden wurde im November 1808 unterzeichnet. Bald darauf wurden die Napoleonischen Truppen aus den besetzten Gebieten abgezogen; nur in den Festungen Glogau, Küstrin und Stettin blieben französische Garnisonen bestehen. Nach dem Abzug eines Großteils der französischen Kräfte waren noch Kriegsschulden in Form von Leistungen an die Besatzungsarmee zu verrechnen, die den Kontributionen hinzugefügt wurden. Im Dezember 1810 setzten die pommerschen Stände ein Komitee zur Regulierung des Kriegsschuldenwesens und dessen Rechnungslegung ein. Seine Aufgabe war es, alle Rechnungen für Zahlungen in Geld und Naturalien entgegenzunehmen und zu prüfen. Vorsitzender des Komitees wurde ein Regierungsrat. Die Regulierung der Kriegsschulden der einzelnen preußischen Provinzen wurde schließlich von der im Juli 1812 in Berlin gegründeten Generalkommission zur Regulierung der Provinzial- und Kommunalkriegsschulden in Angriff genommen. Sie berief vier Vertreter der pommerschen Stände in ihren Kreis, die fortan als Kriegsschuldenkommission für Pommern fungierten. Repräsentant der Kommission innerhalb der Provinz war der Kommissarius in Provinzialkriegsschuldenangelegenheiten. Im Oktober 1815 wurden die Kommission wie auch das Amt des Kommissars abgeschafft und ihre Aufgaben der Polizeideputation des Regierungsbezirks Pommern übertragen. 1831 wurde die Regulierung der Kriegsschulden von der Altpommerschen Landstube übernommen.

Die Akten wurden 1911 an das Stettiner Archiv abgegeben. 1944 wurde der Bestand nach Marthenthin ausgelagert, wo er direkt nach Kriegsende stark zerstört wurde. Er kehrte in schlechtem Erhaltungszustand in das Archiv zurück und besteht nur aus rund 10 % des vor dem Krieg vorhandenen Materials.

Inhalt

Belagerung, Ansprüche der Witwe Borchard aus Köslin und ihres Sohnes wegen der Lieferung von Flausch für das die Festung Kolberg belagernde Armeekorps, aus den Jahren 1813–1814, 1 AE.

Versorgung der Armee, Versorgung der Garnison Stettin und verschiedener Abteilungen der französischen Armee mit Lebensmitteln und Futter, aus den Jahren 1806–1817, 11 AE.

Andere Leistungen, Requirierung von Tuch, Schuhen sowie Pferden, aus den Jahren 1807–1828, 10 AE.

Durchmärsche und Spanndienste, Durchmarsch des Korps von Marschall Soult durch Pommern, Durchmärsche französischer Truppen aus Magdeburg und Hamburg nach Stettin, Versorgung, Organisation von Spanndiensten, Transport von Wein und Früchten, von Munition aus Torgelow nach Stettin, Anträge der Magistrate auf Verlegung oder Auflösung eines Etappenpunkts, Verbot von Marschall Davout zum Export von Getreide aus dem Herzogtum Warschau nach Pommern, aus den Jahren 1807–1819, 26 AE.

Unterhalt des Offizierskorps, Leistungen an die Generalität, an die Offiziere und Militärkommandanten von Swinemünde und Daber, diesbezügliche Rechnungen von Behörden und Privatpersonen, aus den Jahren 1808–1821, 6 AE.

Polizeiliche Aufsicht, Einsetzung der preußischen Gendarmerie, Verfolgung politischer Verbrecher durch die Franzosen, Lebensmittelpreise, Jahrmärkte, aus den Jahren 1806–1811, 6 AE.

Lasten, Beschwerden wegen unvorschriftsmäßig erbrachter Leistungen, aus den Jahren 1808–1824, 24 AE.

Provinzial- und Kommunalschulden, Vorschriften zur Begleichung finanzieller Kriegslasten aus dem Provinzialfonds, Verrechnung von Kommunalschulden, Rückzahlung eines von den pommerschen Ständen aufgenommenen Kredits, aus den Jahren 1806–1827, 3 AE.

Konventionen und Friedensverträge, Unterhalt preußischer Gefangener, aus den Jahren 1806–1808, 2 AE.

Liquidationsfragen, Verzeichnisse von Lieferungen und Leistungen an die französische Armee, Reklamationen bei den französischen Behörden wegen Getreidelieferung, Berichte und Rechnungen der Städte Regenwalde, Rügenwalde, Rummelsburg, Schlawe und Stargard i. P., aus den Jahren 1807–1823, 18 AE.

Finanzen und Kasse, Abrechnungen von Einnahmen und Ausgaben der Provinzialkriegskasse, Beteiligung einiger Kreise, Domänenverwaltungen und Städte an den Geldleistungen der Provinz bezüglich der Sondersteuer zum Unterhalt der Festung Stettin, aus den Jahren 1807–1824, 76 AE.

Rechnungen, Ausgabenbelege für die gesamte Provinz, Ausgaben und Einnahmen der pommerschen Kriegskasse, aus den Jahren 1798–1842, 23 AE.

Verschiedenes, Formalitäten in Zusammenhang mit Naturallieferungen für die französische Armee, Berichte über geliefertes Getreide, über entrichtete Steuern, Lieferung von Hafer, Einquartierungen, Unterhalt von Gefangenen im Berliner Tor zu Stettin, Abriß von Gebäuden im Festungsbereich vor dem Frauentor, die schwedische Flotte vor Jasenitz, Übergabe der Lagerverwaltung von französischen an preußische Beamte, aus den Jahren 1806–1814, 19 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

Literatur

Frankiewicz, B.: Garnizony wojsk francusko-polskich na Pomorzu Szczecińskim w latach 1807–1813 [Die französisch-polnischen Garnisonen im Stettiner Pommern in den Jahren 1807–1813], in: PZP, Bd. 13 (1969), H. 2.

Stelmach, M.: Pruskie władze administracyjne miasta Szczecina w okresie okupacji francuskiej 1806–1813 [Die preußischen Verwaltungsbehörden der Stadt Stettin während der französischen Besatzung 1806–1813], in: PZP, Bd. 24 (1980), H. 1.

Wehrmann, M.: Geschichte von Pommern, Bd. 2, Gotha 1921.

BF

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293

0077 Chausseebaukommission in Pommern (Komisja Budowy Szos na Pomorzu)

1828–1842; 38 AE, 1,3 lfm.

Die Chausseebaukommission in Pommern unterstand der Provinzialverwaltung und entstand 1828 als Kontrollorgan für die Straßenverbindung Anklam–Stettin–Danzig über Gollnow, Köslin, Stolp und Lauenburg. Initiator für ihre Einrichtung war die Ritterschaftliche Privatbank in Stettin, von der die Baumaßnahme mitfinanziert wurde. Die Kommission war zur Zusammenarbeit mit jenen Beamten der Regierung und des Oberpräsidiums verpflichtet, die für den Straßenbau zuständig waren, außerdem mit dem 1828 eingesetzten Bauinspektor für die Chaussee für Pommern. An der Spitze der Kommission stand der Kommissar für den Chausseebau in Pommern, dem ein gutes Dutzend Kontrolleure unterstand. Zu den Aufgaben der Institution gehörte die Bestimmung des Straßenverlaufs, der Ankauf des für den Straßenbau nötigen Lands, die Abstimmung der Baupläne, die Überwachung einzelner Bauabschnitte, die technische Abnahme der fertiggestellten Chausseestücke, Brücken und anderer technischer Bauten sowie die Ausgabenkontrolle.

Die Kommission sollte bei ihrer Arbeit eng mit dem Bauinspektor für die Chaussee in Pommern zusammenarbeiten, der als staatliches Überwachungsorgan das Recht zur technischen wie auch finanziellen Baukontrolle hatte, da die Berliner Zentralbehörden das Unternehmen mitfinanzierten. 1842 wurde die Chausseebaukommission nach der Fertigstellung der Chaussee Anklam–Stettin–Danzig aufgelöst und die von ihr erzeugten Akten an die Regierung Stettin abgegeben (179 AE), die wiederum jene Akten nach Köslin weitergab, die den im dortigen Bezirk liegenden Chausseeabschnitt betrafen (38 AE).

Die Akten der Kommission befanden sich bis 1945 in der Registratur der Regierung Stettin und gelangten erst nach dem Zweiten Weltkrieg unvollständig an das Staatsarchiv Stettin.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Aufgaben der Kommission, Vertrag mit der Ritterschaftlichen Bank, Bauverordnungen, Rechnungskontrolle, Harmonogramm und Bautermine einzelner Chausseeabschnitte, ministerielle Verordnungen über den Wegebau, Bau- und Planvorschriften, Enteignung, Schätzung der Entschädigungen, Rechnungen, Straßenführung durch pommersche Städte (Reparatur von Straßen), Inanspruchnahme polnischer Gefangener aus dem Novemberaufstand beim Straßenbau, Einsäumung der Straße mit Obstbäumen, Beschwerden und Streitfragen, aus den Jahren 1828–1842, 13 AE.

Bauarbeiten, Korrespondenz über den Bau, Unterteilung in Abschnitte, Baupläne, Arbeiten beim Bau und bei der Abnahme der Abschnitte Pasewalk–Anklam, Löcknitz–Stettin, Schlawe–Stolp, Bau und Reparatur von Brücken über die Parsente, Wipper und Leba, Reparatur von Straßen in einzelnen Städten: Altdamm, Gollnow, Naugard und Plathe, aus den Jahren 1828–1841, 18 AE.

Bauaufsicht, Kontrolle der gebauten Chaussee, Korrespondenz mit dem Innenministerium, Berichte über den Arbeitsfortschritt, Kontrolle und Abnahme einzelner Abschnitte der Chaussee, Kostenpläne, Bankkredite, aus den Jahren 1828–1841, 7 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Gaziński, R.: Akta Komisji Budowy Szos na Pomorzu (1828–1842) [Die Akten der Chausseebaukommission in Pommern (1828–1842)], SIA, Nr. 5 (1990).

Wielopolski, A.: Gospodarka Pomorza Zachodniego w latach 1800–1918 [Die Wirtschaft Pommerns in den Jahren 1800–1918], Szczecin 1959.

PG

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295

0581 Bezirksausschuß zu Stettin (Wydział Obwodowy w Szczecinie)

1872–1942; 718 AE, 8,2 lfm.

Die Akten des Bezirksausschusses zu Stettin wurden von den polnischen Archivaren 1948 direkt aus den Räumlichkeiten der Regierung Stettin übernommen.

Inhalt

Selbstverwaltung, Aufsicht über Kommunalangelegenheiten nach einzelnen Kreisen, Grenzänderungen, Zuschlagung oder Abtrennung von Landgütern zu einzelnen Kreisen oder Gemeinden, aus den Jahren 1872–1937, 18 AE.

Polizei, Bauaufsicht, Ausbau des Amtsgebäudes, Wasserpolizei, rechtliche Absicherung von hydrotechnischen Bauten, Anträge auf Sicherstellung, aus den Jahren 1908–1935, 8 AE.

Finanzen, Pommersche Kreditverbände, Darlehnsanträge, aus den Jahren 1911–1930, 7 AE.

Kultur, Theaterfragen, Bewilligungen für Vorführungen, aus den Jahren 1885–1935, 4 AE.

Vereinigungen, Vereinigung der Rechtsberater, aus den Jahren 1925–1933, 1 AE.

Wasserwirtschaft und Fischfang, Einführung des Wasser- und Fischereigesetzes, Einträge in das Wasser- und Fischereibuch nach einzelnen Kreisen über: Genehmigungen für Wasserbauten, Entwässerungs- und Bewässerungskanäle, Staudämme, Dämme, Meliorationen sowie den Fischfang auf Flüssen, Seen und auf dem Stettiner Haff, aus den Jahren 1914–1942, 671 AE.

Kommissar für Streiks und Unruhen, Eisenbahnerstreik, Abschiebung von Ausländern, Unruhen und Beseitigung der dabei entstandenen Schäden, aus den Jahren 1920–1939, 9 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

RG

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303

0108 Kreisausschuß Randow (Rep. 66a, Wydział Powiatowy w Szczecinie)

1850–1940; 90 AE, 2,5 lfm.

Die Akten des Kreisausschusses Randow wurden in zwei Partien an das Stettiner Archiv übergeben: 1938 und 1940. Während des Zweiten Weltkriegs blieb der Bestand in Stettin.

Inhalt

Selbstverwaltung und Kommunalwirtschaft, Verwaltung des Kreisausschusses und Wahlen von Beamten, kommunale Angelegenheiten, Streitfälle, die Abgeordneten des Kreistags, Wahlen auf Gemeindeebene, Kriegswirtschaft, aus den Jahren 1850–1939, 11 AE.

Polizei und Sicherheit, Bauaufsicht, Bauernräte, in der Landwirtschaft beschäftigte russische Kriegsgefangene, aus den Jahren 1918–1933, 4 AE.

Bauwesen, Burg in Warsow, Wohnungsbau, Bergrutsch in Stettin-Stolzenhagen, Bismarckturm, aus den Jahren 1908–1939, 5 AE.

Industrie, Handwerk, Konzessionen für den Betrieb von Werkstätten, Seifenfabrik, Ziegelei in Stolzenhagen, aus den Jahren 1874–1935, 9 AE.

Landwirtschaft, Rittergüter, Verkauf von Bauernhöfen, Melioration, Befestigung von Bachufern, Bachregulierung, Hochwasserschutz, Deichbau, Forstwesen, aus den Jahren 1853–1935, 19 AE.

Kommunikation, Verordnungen, Instruktionen und Vorschriften, Straßenaufsicht, Bau und Reparatur von Straßen, Autobahn Berlin–Stettin, Schmalspurbahnen, aus den Jahren 1883–1940, 15 AE.

Medizin, Verwaltung des Krankenhauses Kolbitzow, Diakonissen, Kreisarzt, aus den Jahren 1893–1934, 4 AE.

Sozialfürsorge, Gründung einer Blindenanstalt, Kinderheim in Warsow und seine Verwaltung, Fürsorge für Waisen und behinderte Kinder, Armenhilfe während des Ersten Weltkriegs, aus den Jahren 1879–1939, 6 AE.

Presse, Zeitungen und Zeitschriften, „Das Kreisblatt des Kreises Randow“, aus den Jahren 1874–1928, 3 AE.

Schulwesen, Beschlüsse über Grundschulen sowie Leistungen zu ihrem Unterhalt, aus den Jahren 1893–1926, 10 AE.

Varia, Umbau von Wegen und Brücken, Einrichtung eines Telegraphen, aus den Jahren 1925–1940, 4 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

RG

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334

0211 Magistrat Neuwarp (Rep. 38b, Akta miasta Nowego Warpna)

1713–1944; 379 AE, 3,6 lfm.

Erstmals urkundlich als Stadt (civitas) erwähnt wird Neuwarp in den Jahren 1317 und 1352. Das genaue Datum der Stadtgründung ist aber nicht bekannt. Man weiß nur, daß der Ort 1397 das Recht zum freien Handel bis zum Meer erhielt. Nach einer Feuersbrunst bestätigte Herzog Joachim I. 1442 den Bürgern das lübische Stadtrecht, die Zoll- und Handelsfreiheiten sowie die Fischfangrechte auf dem Neuwarper See. 1556 erhielt Neuwarp von Herzog Philipp I. eine weitere Bestätigung seiner bisherigen Privilegien und Freiheiten. Den gesamten Zeitraum hindurch beschäftigte sich die Einwohnerschaft hauptsächlich mit Landwirtschaft, Viehzucht und Fischfang. Außerdem wurden Boote gebaut und Netze hergestellt. Nach dem Aussterben der Greifendynastie (1637) und der Teilung Pommerns (Rezeß von 1653) zwischen Brandenburg und Schweden lag Neuwarp in den der schwedischen Krone unterstehenden Gebieten. Die Schweden machten sich die Lage der Stadt auf einer Halbinsel zunutze und versuchten sie gegen Ende des 17. Jahrhunderts in eine Grenzfestung umzuwandeln. Seit 1720 befand sich Neuwarp unter preußischer Verwaltung. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich der lokale Schiffsbau; die Neuwarper Werften konnten bis in die 1780er Jahre erfolgreich mit den Stettiner Werften konkurrieren. Hier lebten viele Kapitäne, Steuermänner und Seeleute (außerdem Fischer), und der hiesige Hafen spielte für den lokalen Handel eine gewisse Rolle. Parallel zum deutlichen Aufschwung Neuwarps stieg auch seine Bevölkerungszahl, und zwar von 990 im Jahre 1740 auf 1181 im Jahre 1782. Der Anfang des 19. Jahrhunderts brachte den Bürgern Reformen (Gesetz von 1808), durch die eine in freien Wahlen bestimmte Stadtverordnetenversammlung eingesetzt wurde, aus der wiederum ein Magistrat gewählt wurde. Im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren in der Stadt einige handwerkliche Betriebe, eine kleine Fischkutterwerft, eine Netzproduktion sowie eine Fischräucherei tätig. 1905 erhielt der Ort einen Eisenbahnanschluß nach Daber. In dieser Zeit stieg die Bevölkerungszahl und betrug 1816: 1412 Personen, 1857: 1812, 1900: 1951 und 1939: 2055 Personen.

Die Akten der Stadt Neuwarp gelangten in den 1930er Jahren in das Stettiner Archiv. Im Juni 1944 wurde der Bestand geteilt. Ein Teil der Archivalien wurde nach Ralswick ausgelagert, von wo sie nach Greifswald kamen, während ein anderer Teil in Stettin blieb und 1945 von polnischen Archivaren im Archivgebäude sichergestellt werden konnte. 1958 wurden in Neuwarp 237 Faszikel mit städtischen Akten gefunden, hauptsächlich vom Ende des 19. und aus dem 20. Jahrhundert. Sie kamen ebenfalls nach Stettin. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 38b Neuwarp, 1236 AE, 7,35 lfm., aus den Jahren [1512, 1646] 1652–1938.

Inhalt

Teil I

Kirche und Sozialfürsorge, Verordnungen, Kirchengut, Witwen, Waisenhaus, Kollekten, Fürsorgewesen, aus den Jahren 1732–1808, 10 AE.

Handel, Getreide- und Salzumschlag, Bier- und Schnapstaxen, Buchhandel, Kontakte zwischen Preußen und England, Vorschriften über den Bernsteinhandel in Stolp, aus den Jahren 1736–1796, 10 AE.

Gerichtswesen, Verordnungen, Diebstähle, Ehebruch, Verkauf von Weiden, aus den Jahren 1714–1795, 6 AE,

Verwaltung, Lebensmittellieferungen für das Magazin in Stettin, Verordnungen in Sterbefragen, Kohleneinfuhr, Ausfuhrverbot für einige Güter aus Preußen, Beamte, aus den Jahren 1729–1796, 6 AE.

Bauwesen, Vorschriften und Privilegien für Personen, die Schiffe bauen und reparieren, Bau einer Sakristei, Post, Kommission zur Regulierung der Grenzen der städtischen Besitzungen, aus den Jahren 1723–1885, 8 AE.

Pässe, Erlaubnisse für Schiffe unter neutraler Flagge, Maße und Träger, Repertorium, aus den Jahren 1744–1872, 8 AE.

Land- und Forstwirtschaft, Grenzen der Forstreviere, Befestigung der Ufer von Bächen und Gräben, Meliorationen, Viehseuchen und -zucht, städtische Grundstücke, Edikte über Leinen und Flachs, aus den Jahren 1724–1796, 9 AE.

Polizei, Edikte, Münzfragen, Meereskatastrophen, Bestrafung illegalen Kaffeeimports, Rekrutenlisten, Streitigkeiten und Beschwerden, aus den Jahren 1715–1889, 10 AE.

Städtische Kämmerei, Steuerfragen, Wirtschaftstabellen, aus den Jahren 1767–1797, 7 AE.

Salzhandel, Kauf und Verkauf von Salz, Preise, Siederei, Aufhebung der Meilengelder, aus den Jahren 1787–1806, 6 AE.

Steuern, Finanzen, Vorschriften und Instruktionen, Akzise, Zölle, Manufaktursteuern, Auszahlungsbelege, Rechnungen, Bezahlungen, Stadtkasse, aus den Jahren 1715–1806, 16 AE.

Militaria, Edikte, Verordnungen gegen Deserteure, Rekrutenaushebung, Verbot der Ausfuhr von Munition nach Frankreich, Erwerb von Zugpferden, Kriegsversehrtenfürsorge, Kantonslisten, Unruhen während der Werbungen, Fourage, Soldaten am Ende ihrer Dienstzeit, Kontributionen, Kasse für Kriegsversehrtenbeihilfen, Korrespondenz, aus den Jahren 1713–1824, 26 AE.

Teil II

Allgemeine Verwaltung, Vorschriften, Beschwerden, städtische Beamte, Gründung einer Bibliothek, Büromaterial, Heizung und Reinigung der Büroräume, Versorgung von Beamtenwitwen, Registratur, Porto, Telefonleitungen und elektrische Kabel, Urlaub der Mitarbeiter, aus den Jahren 1865–1936, 19 AE.

Städtische Körperschaften, Wahlen und Bestätigungen von Stadtverordneten sowie Landtagsabgeordneten, Beamte, Hilfsarbeiter, Stadtkasse, Magistratskommissionen, Sitzungsprotokolle der Stadtverordnetenversammlung, Beschlüsse der städtischen Körperschaften, Schulstatistik, aus den Jahren 1869–1944, 29 AE.

Forstwesen und Fischfang, Verordnungen, Gewinnung von Feuerholz, Bewirtschaftung der Wälder und Anhebung der Forstkulturen, Forsthaus, Sümpfe, Fischfang im Neuwarper See, Wälder auf der Eisenbahnlinie von Glashütte nach Neuwarp, aus den Jahren 1872–1936, 19 AE.

Liegenschaften, Verpachtung von Grundstücken, Gärten, Wiesen, Sümpfen, Jagden, Fischgründen, Gemeindesteuern, städtische Plätze, Straßen, Friedhofsaufsicht, Mieten, Streitigkeiten, aus den Jahren 1822–1937, 26 AE.

Gerichtswesen, Klagen, Streitigkeiten zwischen Bürgern und Stadt um Land und Steuern, Friedhofsvorschriften, Kassenrevisionen, städtische Uhr, Käufe und Verkäufe, Entschädigungen für Wildschäden, aus den Jahren 1887–1943, 15 AE.

Stadtkasse, Schulden, Stadtsparkasse, Revision der Hauptkasse, Kassenpersonal, Darlehen, Wertpapiere, Pommerscher Sparkassenverband, aus den Jahren 1884–1941, 14 AE.

Schulwesen, Schulprogramme, Turnen, Privatschulen, Gründung einer Berufsschule für Mädchen, Försterschule, Schulkasse und -deputation, Lehrer, Schulstatistik, Spielplätze, Volksschule, Einrichtung und Pflege eines Turnplatzes und von Turngeräten, Schulbücherei, Renten und Hilfszahlungen, aus den Jahren 1870–1936, 38 AE.

Sozialfürsorge, Arme, Vorbereitung von Krankenstuben, Hinterlassenschaften, Totengräber, Hebammen, Wohnbeihilfe, Gründung und Unterhaltung einer Diakonie, aus den Jahren 1876–1936, 12 AE.

Kommunales Bauwesen, Baupläne, Bau und Instandhaltung des Rathauses, von Schulen, Armenhäusern, Bezirksgericht, Forsthaus, Beinhaus, Hafenanlagen, Straßenreparatur, Instandhaltung von Wegen und Gräben, Straßenbeleuchtung, Reinigung von Rinnsteinen, Vertiefung der Wasserstraße zum Hafen, Verladekai, Promenade, Bau einer städtischen Badeanstalt, Bau von Wegen in der Nähe der Stadt, Wohnungsbau, Bau einer Eisenbahnlinie nach Neuwarp, Abgrenzung eines neuen Friedhofs, aus den Jahren 1836–1936, 48 AE.

Fremdenverkehr, Vorbereitung eines Zentrums für Lungenkranke, Sommergäste, Badeanstalt, Versuche zur Gründung eines Seebads, gesellschaftliche Organisationen in der Stadt, aus den Jahren 1895–1943, 22 AE.

Varia, Kauf- und Verkaufsverträge, Feuerversicherungen, Wahlen, Eisenbahn, Grundbuch, Pachten, Kredite der Pommerschen Bank, Vermietung von Wohnungen, aus den Jahren 1759–1936, 15 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Deutsches Städtebuch, hg. v. E. Keyser, Bd. 1, Stuttgart u. Berlin 1939.

Gaziński, R.: Akta miasta Nowe Warpno w zasobie Archiwum Krajowego w Greifswaldzie [Akten der Stadt Neuwarp im Bestand des Landesarchivs Greifswald], SIA, Nr. 11 (1997).

Gaziński, R.: Akta miast pomorskich i nowomarchijskich z terenu Polski w zasobie Archiwum Krajowego w Greifswaldzie [Die Akten der pommerschen und neumärkischen Städte auf polnischem Gebiet im Landesarchiv Greifswald], in: Szczecińskie Studia Historyczne, Nr. 13 (2000).

Kratz, G.: Die Städte der Provinz Pommern, Berlin 1865.

Miasta polskie w tysiącleciu [Polnische Städte im Millenium], Bd. 2, Wrocław u. a. 1967.

RG

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343

0219 Magistrat Stettin (Rep. 38b, Akta miasta Szczecina)

1811–1945; 21503 AE, 357 lfm.

Stettins Anfänge hängen mit der Entstehung einer Siedlung auf dem Burgberg zusammen, die dank günstiger wirtschaftlicher Verhältnisse im 10. und 11. Jahrhundert zu einem bedeutenden Ort für Handel und Handwerk sowie zu einem wichtigen politischen und religiösen Zentrum wurde. Im 12. Jahrhundert war es die wichtigste Vorlokationsstadt Pommerns. Die weitere Entwicklung Stettins verbindet sich bereits mit der Gründung einer deutschrechtlichen Stadt durch Herzog Barnim I. im Jahre 1243 (Magdeburger Recht). Die Stadt erhielt nun nicht nur großen Landbesitz, wirtschaftliche und Handelsprivilegien, sondern auch eine Selbstverwaltung, zunächst in Form einer Schöffenbank, zu der sich mit der Zeit in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ein Stadtrat gesellte. Zu Beginn des folgenden Jahrhunderts, als das herzogliche Schulzenamt gekauft und zu einem Bürgermeisteramt umgewandelt wurde, wurde der vom Bürgermeister geführte Stadtrat zum rechtmäßigen Verwalter der Stadt. Grundlage für den politischen Rang Stettins in den sich am Ende des 13. Jahrhunderts ausbildenden pommerschen Ständen sowie auf der internationalen Bühne waren die wirtschaftliche Entwicklung, u. a. des Seehandels, sowie die Emanzipation von der Herzogsmacht. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Stadt Mitglied des Hansebundes und betrieb gemeinsam mit anderen Städten eine eigenständige Ostseepolitik. Ausschlaggebend für die wirtschaftliche Entwicklung Stettins war der Seehandel, vor allem mit Heringen, Getreide und Waldprodukten, darunter nicht nur mit Holz aus den Ostseehäfen, sondern auch aus dem Nordseegebiet. In der Stadt entwickelte sich das Handwerk, es gab über 40 Zünfte und Gilden. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die Stadt Hauptresidenz der pommerschen Herzöge, die teilweise ihre Souveränitätsrechte gegenüber der Stadt zurückerwarben. Im 16. Jahrhundert erlebte Stettin die größte wirtschaftliche Blüte, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts durch die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges deutliche Einbußen erlitt. Der Tod des letzten Greifenherzogs Bogislav XIV. 1637 und die Teilung des Landes zwischen Brandenburg und Schweden in den Jahren 1648–1653 vertieften die Krise der Stadt weiter, die durch die schwedisch-brandenburgische Grenze von ihrem natürlichen Hinterland abgeschnitten war. Ein weiterer ungünstiger Faktor war der Umbau Stettins zu einer schwedischen Festung, die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts mehrmals belagert wurde. Zu einer neuerlichen, schrittweisen Entwicklung des Gemeinwesens kam es erst im 18. Jahrhundert, nachdem es 1720 dem preußischen Staat angegliedert worden war. Die neuen Herrscher reorganisierten die Verwaltung der Stadt und ihres Landbesitzes, indem sie die Selbstverwaltung aufhoben und sie der staatlichen Verwaltung unterordneten; Stettin wurde nun zu einer mächtigen Festung und zur Hauptstadt der Provinz Pommern. Durch zahlreiche Änderungen in den Vorschriften zu Wirtschaft und Handel, u. a. durch die Aufhebung des Stapelrechts, der Zunftprivilegien, durch die Ansiedlung vieler Kolonisten (hauptsächlich Hugenotten) und die Subventionierung von Manufakturen wurde die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt auf eine neue Grundlage gestellt. Außerdem wurde Stettin zu einem der wichtigsten preußischen Seehäfen, vor allem nach dem Bau einer Wasserstraße durch die Swine. Die Stadt betrieb Handel nicht nur mit europäischen Häfen, sondern auch Überseehandel. Im Zuge der 1806 angegangenen Reformierung des preußischen Staates erhielt die Stadt die Selbstverwaltung zurück. Durch die Städteordnung vom 19.11.1808 bekam Stettin eine aus freien Wahlen hervorgehende Stadtverordnetenversammlung. Diese wählte die Exekutive: den Bürgermeister, den Magistrat und zahlreiche Deputationen. Weitere Vorschriften aus den Jahren 1831 und 1853 stärkten die Magistratsverfassung. Die während der Napoleonischen Kriege eingeführten Verfassungsänderungen beeinflußten die Entwicklung Stettins anfangs nicht. Ein Grund dafür war, daß die Stadt weiterhin Festung blieb; erst 1873 wurde die Festung aufgehoben. Seit den 1840er Jahren war ein deutliches Wirtschaftswachstum der Stadt festzustellen. Die Schleifung eines Teils der Befestigungsanlagen erlaubte die räumliche Entwicklung Stettins. Es entstand der Stadtteil Neustadt, anschließend begann der Ausbau der städtischen Infrastruktur: Kanalisation, Wasserleitungen, Gaswerk. Stettin wurde mit den umliegenden Ortschaften zu einem wichtigen Zentrum der Werft-, Maschinenbau-, Chemie- und Lebensmittelindustrie sowie ein großer Verkehrsknotenpunkt. Neben dem See- und dem Flußhafen erhielt die Stadt 1843 eine Eisenbahnverbindung mit Berlin, 1848 mit Posen, anschließend mit Stralsund, Köslin und Danzig; nach dem Ersten Weltkrieg kamen noch feste Flugverbindungen hinzu. 1939 wurde der Bau der Autobahn Berlin–Stettin beendet. Das gesamte 19. und die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hindurch war Stettin Hauptstadt der Provinz Pommern. Seit der Wende zum 20. Jahrhundert entwickelte sich Stettin in wirtschaftlicher und räumlicher Hinsicht besonders dynamisch. Der Höhepunkt war mit dem am 15.10.1939 eingerichteten Groß-Stettin erreicht, das einige Dutzend Landgemeinden sowie zwei Städte umfaßte – Altdamm und Pölitz. Die Industrialisierung führte zu einem großen Bevölkerungsanstieg. Die Einwohnerzahl betrug 1800: 18 430, 1820: 21 760, 1840: 35 338, 1865: 65 000, 1888: 100 000, 1905: 222 000, 1938: 273 000 und 1940: 380 000.

Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts befanden sich die Akten der Stadt Stettin in der Registratur des Magistrats. Erst 1879 erklärte sich die Stadt auf der Grundlage eines Beschlusses des Pommerschen Städtetags über die Abgabe von Archivalien damit einverstanden, alle bis 1650 entstandenen Akten als Depositum an das Provinzialarchiv abzugeben, jedoch ohne die Urkundensammlung. In den folgenden Jahren übergab der Magistrat weitere Archivalien, 1911 schließlich die größte Partie historischer Akten – einige zehntausend AE. Die Akten der Stadt Stettin wurden in die Repositur 38b (Stadtdeposita) aufgenommen, die alle städtischen Archivalien umfaßte. 1924 erhielt das Stettiner Archiv zusätzlich eine Sammlung von 515 Urkunden, die sich bislang in der Stadtbibliothek befunden hatten. Sie wurden ebenso wie die Akten inventarisiert, bearbeitet und der Sammlung Herzoglicher Urkunden (Rep. 2) als eigene Untergruppe zugeschlagen.

Die Stettiner Stadtakten sowie die Urkundensammlung befanden sich bis 1942 im Stettiner Archiv. Dann zogen die städtischen Behörden aus Angst vor Luftangriffen das Depositum zurück und lagerten es im Keller des Neuen Rathauses ein. 1944 wurde die gesamte Sammlung historischer Archivalien wahrscheinlich auf das rechte Oderufer verlegt, um sie besser sichern zu können. Von diesem Moment an gelten die Akten als verloren. Unter ungeklärten Umständen hat sich nur ein einziges Dokument erhalten (eine von Bogislav IV. ausgestellte Bestätigung der Lokation), außerdem ein gutes Dutzend AE der Hafenverwaltung zur Schiffahrt. Die heute im Archiv aufbewahrten Archivalien der Bauaufsicht, des Tiefbauamts sowie des Städtischen Vermessungsamts befanden sich bis 1945 in der laufenden Registratur der Stadtverwaltung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Akten von der polnischen Verwaltung übernommen, die sie bis zum Ende der 1970er Jahre nutzte und in den Jahren 1977/78 an das Staatsarchiv Stettin übergab.

Inhalt

Bauaufsicht, Baupläne und technische Pläne von Wohngebäuden, öffentlichen Gebäuden, Industriegebäuden sowie oberirdischen technischen Anlagen (Brücken, Viadukte, Straßen, Gleisbauten) aus dem Gebiet von Groß Stettin in den Grenzen vom 15. Oktober 1939. Die Findkartei ist nach Straßen und Stadtteilen alphabetisch geordnet, aus den Jahren 1839–1945, 15 000 AE.

Tiefbauabteilung, technische Pläne der Tiefbaunetze: Kanalisation, Gas, Strom sowie ihre Anschlüsse an einzelne Gebäude in der Stadt in den Grenzen von Groß Stettin, aus den Jahren 1900–1944, 6410 AE.

Städtisches Vermessungsamt, Luftvermessungen, Beobachtungen, Bezugshöhen, Koordinatenberechnungen für Punkte in Stettin selbst sowie für die nächste Umgebung: Altdamm, Brunn, Buchholz, Cavelwisch, Eckerberg, Franzhausen, Frauendorf, Glambeck, Güstow, Hökendorf, Kratzwieck, Messenthin, Neuendorf, Pölitz, Polchow, Rosegarten, Scheune, Scholwin, Stolzenhagen, Stutthof, Völschendorf, Warsow und Wussow, Festlegung der Grenzen des Stadtkreises, Handrißbücher der Grenzveränderungen, Ergänzungen und topographische Erläuterungen, Ausweisung von Baugrundstücken an Straßen, Straßenverzeichnisse, Kataster, Vermessungsakten, Beobachtungsbücher, aus den Jahren 1907–1943, 53 AE.

Historische Akten, Kontakte mit Gericht und Staatsanwaltschaft über Schifffahrt und Hafen, Hafenverwaltung, polizeiliche Aufsicht der Schiffahrt im Hafen, Überwinterung von Schiffen in Stettin, Kollisionen und Schiffsunglücke, Seerettung, Suche nach Vermißten, Seeleute: Heuer, Gesundheitsschutz sowie Isolation und Quarantäne von Kranken, Ernennung von Maklern, aus den Jahren 1811–1939, 40 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei; PC-Datenbank (Bauaufsicht); Informator dotyczący budownictwa miasta Szczecina i Świnoujścia [Register des Bauwesens der Städte Stettin und Swinemünde], bearb. v. M. Stelmach, 2 Bde., Szczecin 1978.

Literatur

Das älteste Stettiner Stadtbuch 1305–1352, hg. v. M. Wehrmann, Stettin 1921.

Deutsches Städtebuch, hg. v. E. Keyser, Bd. 1, Stuttgart u. Berlin 1939.

Dzieje Szczecina [Geschichte Stettins], 4 Bde., hg. v. G. Labuda, Warszawa (u. a.) 1963–1999.

Grzelak, J.: Charakterystyka i wartość źródłowa akt szczecińskiej Policji Budowlanej [Charakter und Quellenwert der Akten der Stettiner Baupolizei], SIA, Nr. 4 (1988).

Kratz, G.: Die Städte der Provinz Pommern, Berlin 1865.

Miasta polskie w tysiącleciu [Polnische Städte im Millenium], Bd. 2, Wrocław u. a. 1967.

Niessen, P.: Das älteste Stettiner Bürgerbuch, in: Monatsblätter 1923, Nr. 1-2.

Regesty dokumentów miasta Szczecina aus den Jahren 1243–1856 [Regesten der Urkunden der Stadt Stettin aus den Jahren 1243–1856], bearb. u. übers. v. R. Gaziński, J. Grzelak u. J. Podralski, Szczecin 1993.

Regestenbuch der Urkundensammlung der Stadt Stettin 1243–1856. Auf Grund des Manuskriptes von K. O. Grotefend zum Druck vorbereitet von B. Frankiewicz u. J. Grzelak, 2 Bde., Szczecin 1996.

Wehrmann, M.: Die Geschichte der Stadt Stettin, Stettin 1911.

PG

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408

0277 Innungen Stettin (Rep. 38e, Cechy miasta Szczecina)

1554–1935; 342 AE, 5,6 lfm.

Im Landesarchiv Greifswald: Kaufmannsgilde Stettin, 0,18 lfm., aus den Jahren 1735–1933.

Böttcherinnung (Cech Bednarzy)

Inhalt

Privilegien und Notizen über die Zunft, Beitritte zur Zunft und Austritte aus ihr, Protokollbücher, Lehrzeugnisse, Meisterbuch, aus den Jahren 1625–1880, 12 AE.

Bauinnung (Cech Budowlanych)

Inhalt

Zeugnisse der guten Geburt und Lehrzeugnisse, Privilegien, Ordnungen, Edikte, Protokoll- und Gesellenbücher, aus den Jahren 1715–1935, 13 AE.

Zimmererinnung (Cech Cieśli)

Inhalt

Meister-, Gesellen-, Lehrlingsbücher, Protokoll- und Rechnungsbücher, Zunftwahlen, Gesellenprüfungen, Ordnungen, Lehrverträge, Privilegien und Zunftvorschriften, Lehrzeugnisse, Streitigkeiten, aus den Jahren 1593–1933, 23 AE.

Schiffszimmererinnung (Cech Cieśli Okrętowych)

Inhalt

Generalprivileg, Protokollbücher, Ordnung, Korrespondenz, aus den Jahren 1765–1934, 5 AE.

Friseurinnung (Cech Fryzjerów)

Inhalt

Protokollbuch, aus den Jahren 1852–1874, 1 AE.

Buchbinderinnung (Cech Introligatorów)

Inhalt

Meister- und Lehrlingsbücher, Zeugnisse der guten Geburt und Lehrzeugnisse, Kassenbuch, aus den Jahren 1759–1893, 9 AE.

Korbmacherinnung (Cech Koszykarzy)

Inhalt

Allgemeine Angelegenheiten der Zunft, Protokoll- und Gesellenbücher, Lehrverträge, Rechnungen, Druckschriften, aus den Jahren 1845–1934, 18 AE.

Kesselschmiedeinnung (Cech Kotlarzy)

Inhalt

Zeugnisse der guten Geburt und Lehrzeugnisse, Ordnungen, Kassen- und Protokollbücher, aus den Jahren 1708–1906, 4 AE.

Schmiedeinnung (Cech Kowali)

Inhalt

Zeugnisse der guten Geburt und Lehrzeugnisse, Privilegien und Ordnungen, Prozesse und Auseinandersetzungen, allgemeine Angelegenheiten der Zunft, Beitritte zur Zunft und Austritte aus ihr, Protokoll- und Kassenbücher, aus den Jahren 1684–1924, 31 AE.

Schneiderinnung (Cech Krawców)

Inhalt

Beitritte zur Zunft und Austritte aus ihr, Rechnungsbücher, Verträge über Angelegenheiten der im Besitz der Zunft befindlichen Liegenschaften, Meister-, Gesellen- und Lehrlingsbücher, Verordnungen, Beschwerden, Protokollbücher, Ordnungen, Zunftvorschriften, Personalfragen, Privilegien, Patente, Sterbekasse und ihre Rechnungen, allgemeine Organisationsfragen, Quittungen, Kassenbuch, Zunftverwaltung, Brandschutzverordnungen, aus den Jahren 1649–1934, 80 AE.

Kürschnerinnung (Cech Kuśnierzy)

Inhalt

Meister-, Kassen- und Protokollbücher, Lehrverträge, allgemeine Angelegenheiten der Zunft, Rechnungen, Beitritte zur Zunft und Austritte aus ihr, aus den Jahren 1589–1934, 21 AE.

Malerinnung (Cech Malarzy)

Inhalt

Privileg, aus dem Jahre 1781, 1 AE.

Fischergilde (Cech Rybaków)

Inhalt

Privilegien und allgemeine Informationen über die Zunft, Sterbekasse, Verordnungen und Zunftvorschriften, Korrespondenz, Finanz- und Kassenfragen, Liegenschaften der Zunft, aus den Jahren 1554–1926, 14 AE.

Fleischerinnung (Cech Rzeźników)

Inhalt

Privilegien und Edikte, Mitgliederverzeichnis der Zunft, Protokollbücher, Ordnungen, Stipendien, der Zunft gehörender Landbesitz, Eiskeller, Hypotheken auf den Immobilienbesitz der Zunft, Wahl der Aldermänner, Schlachthof, Meisterprüfungen, Zeugnisse der guten Geburt und Lehrzeugnisse aus Gartz a. O., Gesellenorganisation, aus den Jahren 1614–1934, 35 AE.

Sattlerinnung (Cech Siodlarzy)

Inhalt

Privilegien, Informationen über die Zunft, Lehrzeugnisse, aus dem 16. Jh. bis 1805, 5 AE.

Tischlerinnung (Cech Stolarzy)

Inhalt

Protokoll- und Rechnungsbücher, Meister- und Lehrlingsbücher, Prüfungskommission, Lehrzeugnisse, aus den Jahren 1777–1869, 9 AE.

Schuhmacherinnung (Cech Szewców)

Inhalt

Privilegien und Patente, Verkauf von Immobilienbesitz der Zunft, Zunftvorschriften, Sterbekasse, ihre Rechnungen und Ordnung, Sterbelisten, Verordnungen, Hypothek, Einnahmen und Ausgaben, Meisterverzeichnisse, Krankenkasse und Krankenfürsorge, Beitritte zur Zunft, Ordnungen, aus den Jahren 1557–1932, 24 AE.

Glaserinnung (Cech Szklarzy)

Inhalt

Rechnungsbücher, Privilegien, Gesellenbuch, aus den Jahren 1723–1890, 8 AE.

Schlosserinnung (Cech Ślusarzy)

Inhalt

Ordnungen, Protokoll-, Rechnungs- und Lehrlingsbücher, Sterbekasse, Feiertag der deutschen Schlosser, Zeugnisse der guten Geburt, Lehrzeugnisse, aus den Jahren 1749–1905, 24 AE.

Drechslerinnung (Cech Tokarzy)

Inhalt

Generalprivileg, Lehrzeugnisse, Beitritte zur Zunft und Austritte aus ihr, Zunftbücher, aus den Jahren 1633–1903, 5 AE.

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427

0141 Oberlandesgericht Stettin (Rep. 75, Wyższy Sąd Krajowy w Szczecinie)

1862–1940; 919 AE, 24,5 lfm.

Im Zuge der Vewaltungsreformen in Preußen zwischen 1807 und 1815 wurde anstelle der aufgelösten Regierung (Provinzial-Gerichtskollegium) 1809 in Stettin ein Oberlandesgericht gebildet. Es wurde erstinstanzliches Gericht für alle privilegierten Personen, insbesondere für den Adel, sowie Berufungsgericht für Urteile niederer Gerichte (königliche Gerichte und Patrimonialgerichte). Außerdem war das Gericht zweite oder dritte Instanz für einige vor dem Oberlandesgericht Köslin verhandelte Fälle. Außerdem diente es als Lehnskanzlei für die gesamte Provinz Pommern. Als Provinzialbehörde überwachte es zudem die niederen Gerichte und die Gerichtsbeamten in seinem Departement. 1849 änderte es mit der Reform des Justizwesens seinen Namen in Appelationsgericht Stettin. Es war nun nicht mehr erstinstanzliches Gericht für privilegierte Personen, sondern nur noch Berufungsinstanz, blieb aber weiterhin Aufsichtsbehörde für die Verwaltung der niederen Gerichte und der hier arbeitenden Beamten. 1879 wurde die bisherige Gerichtsorganisation bei einer neuerlichen Justizreform aufgelöst und durch eine neue Struktur ersetzt. In Stettin entstand nun (innerhalb dieser Strukturen) ein Oberlandesgericht, das drittinstanzliches Gericht für die gesamte Provinz Pommern war und einen Teil der Aufgaben der Appelationsgerichte übernahm. Es behandelte Anfechtungen, Berufungen, Wiederaufnahmen und Beschwerden von Landes- und Amtsgerichten und war höchste Aufsichtsbehörde der Provinz für das pommersche Justizwesen. Außerdem verwaltete das Oberlandesgericht Stettin nach wie vor die Lehnsfragen, das Gerichtswesen für Personen von unzweifelhaft hohem Stande und beaufsichtigte die ihm vom Justizministerium anvertrauten Stiftungen. Dieses Gericht war wie seine Vorgänger in Zivil- und Strafkammern unterteilt und hatte seinen Sitz im Stettiner Herzogsschloß. Die Ende des 19. Jahrhunderts festgelegte Gerichtsorganisation blieb ohne größere Änderungen bis 1945 bestehen.

Die Akten des Oberlandesgerichts wurden dem Stettiner Archiv in mehreren Partien übergeben – 1908, 1910, 1914, 1928, 1931, 1934, 1941 und 1943. Diese Archivalien wurden während des Zweiten Weltkriegs nach Marthentin, Tütz und Ralswik (Rügen) evakuiert. Außerdem wurde ein kleiner Teil der laufenden Registratur in Sicherheit gebracht. Ein Teil des Gerichtsakten wird im Landesarchiv Greifswald aufbewahrt, Rep. 72 Oberlandesgericht Stettin, 324 AE, 5,1 lfm., aus den Jahren 1808–1849; Rep. 74 Appellationsgericht Stettin, 16 AE, 0,35 lfm., aus den Jahren 1849–1879; Rep. 75 Oberlandesgericht Stettin, 477 AE, 2,85 lfm., aus den Jahren 1879–1945.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Organisation und Tätigkeit des höheren Gerichtswesens, Auflösung des Hofgerichts Stargard, Arbeitsorganisation und Kanzlei der Pommerschen Regierung Stettin, des Oberlandesgerichts, des Appellationsgerichts, Kanzleipersonal, Gerichtspraktikanten, aus den Jahren 1733–1855, 71 AE.

Personalien, Personalakten der Beamten, aus den Jahren 1836–1940, 137 AE.

Landesrecht, Vormundschaftskollegium, Berichte des Gerichtspräsidiums, Pläne des Provinzial- und des Landesrechts, Anträge und Bemerkungen, aus den Jahren 1764–1826, 80 AE.

Niedere Gerichte, Arbeit der privaten Gerichtsbarkeit (Patrimonial- und Stadtgerichte) und ihre Auflösung, Einrichtung eines staatlichen Gerichtswesens, Aufsicht über die niederen Gerichte, ihre Organisation, Personal, Beschwerden über die Gerichte, aus den Jahren 1723–1855, 217 AE.

Verordnungen, Vorschriften, Anordnungen über Depositen- und Gerichtskassen, Schiedsrichter, Einrichtung von Haftanstalten, Anlegung von Hypothekenbüchern im Stettiner Gericht, Einrichtung der Gerichte in den neuen Provinzen, Einstellung von Referendaren, Aufbewahrung von Testamenten, Regelung der Nachlässe von Mitarbeitern des Gerichts, personelle Besetzung des Gerichts, Prüfungen, öffentliche Vorwürfe gegen das Gerichtswesen, Strafprozeßverfahren, Vergehen gegen das Presserecht, Schöffengerichte, Advokaten und Notare, Verleihung der Staatsbürgerschaft an Juden, aus den Jahren 1746–1931, 137 AE.

Hypotheken, Hypothekenfragen, Kaufverträge, Verkäufe, Güterverzeichnisse, Jahresberichte der Gerichte, Verzeichnisse der Gerichte und Beamten, Lehnseide, Instruktionen in Vormundschaftssachen, Güterschätzungen, Auflösung von Allmenden, Einrichtung von Hypotheken und Grundbüchern, Sozialfürsorge, aus den Jahren 1682–1861, 117 AE.

Urkundliche Beglaubigungen für Dissidenten, Führung und Beglaubigung von Geburts- und anderen Registern von Dissidenten durch die niederen Gerichte, aus den Jahren 1851–1875, 33 AE.

Prozesse, Berufungen und Anfechtungen gegen Urteile niederer Instanzen, Testamente, aus den Jahren 1773–1931, 30 AE.

Varia, Berichte über Berufungen, Personalakten, Vormundschaftskollegium, Protokoll-, Depositen- und Kassenbücher, Organisation von Gerichten: Seegericht, Gericht des Klosters St. Johannis, des Krankenhauses St. Peter, Hypotheken in Stettin, Reglements, Visitationen, Prozeßsachen, Zwangsverkauf, einvernehmliche Lösungen, Landrecht, Magdeburger Recht, aus den Jahren 1719–1920, 101 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Bornhak, C.: Preußische Staats- und Rechtsgeschichte, Berlin 1903.

Hue de Grais, Graf R.: Handbuch der Verfassung und Verwaltung in Preußen und dem Deutschen Reiche, Berlin u. Leipzig 1897.

Gut, P.: Akta sądów z Pomorza Zachodniego w zasobie Archiwum Krajowego w Greifswaldzie [Gerichtsakten aus Pommern im Bestand des Landesarchivs Greifswald], SIA, Nr. 11 (1997).

Gut, P.: Organizacja sądownictwa w pruskiej prowincji Pomorze w latach 1806/1808–1848/1849 [Die Organisation des Gerichtswesens in der preußischen Provinz Pommern zwischen 1806/1808 und 1848/49], Szczecin 2002.

Gut, P.: Organizacja sądownictwa w pruskiej prowincji Pomorze w latach 1808–1945 [Die Organisation des Gerichtswesens in der preußischen Provinz Pommern in den Jahren 1808–1945], SIA, Nr. 11 (1997).

Gut, P.: Procesy archiwotwórcze akt sądowych pruskiej prowincji Pomorze do 1945 roku [Archivbildende Prozesse der Gerichtsakten aus der preußischen Provinz Pommern bis 1945], in: Archiwa instytucji wymiaru sprawiedliwości w służbie państwa i obywateli [Die Archive von Institutionen des Justizwesens im Dienste des Staates und der Bürger], hg. v. J. Baranowski u. U. Zarzycka-Sutter, Łódź 2001.

Turek-Kwiatkowska, L.: Narastanie zasobu Archiwum Państwowego w Szczecinie w wieku XIX [Das Anwachsen der Bestände des Staatsarchivs Stettin im 19. Jahrhundert], in: Archeion, Bd. 47 (1967).

PG

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432

0143 Landgericht Stettin (Rep. 76, Sąd Krajowy w Szczecinie)

1892–1944; 229 AE, 3,65 lfm.

Der Bestand ist fragmentarisch erhalten. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 76, 76a Stettin, 1056 AE, 22 lfm., vom Beginn des 19. Jh. bis 1945.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Organisation und Verwaltung des Gerichts, Personalakten der Beamten, Rechtsanwälte und Notare, Ariernachweise, jüdische Rechtsanwälte, aus den Jahren 1892–1944, 55 AE.

Zivilprozesse, um die Anerkennung von Eigentum, Grenzen, Pfänder, Schulden, Pachten, Privilegien, Patronatsrecht und Entschädigungen, aus den Jahren 1892–1937, 163 AE.

Scheidungen, Scheidungssachen, aus den Jahren 1907–1918, 11 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

PG

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466

0162 Amtsgericht Stettin (Rep. 77, Sąd Obwodowy w Szczecinie)

1721–1937; 8071 AE, 33,6 lfm.

Der Bestand ist fragmentarisch erhalten. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 77 und 77a Stettin, 2042 AE 13,3 lfm., aus den Jahren 1787–1945; im Geheimen Staatsarchiv Berlin-Dahlem: HA XV Pommern, Rep. 77 Stettin, 2 AE, aus den Jahren 1935–1938.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Personalakten der Beamten, aus den Jahren 1874–1937, 3 AE.

Strafprozesse, Ermittlungen in Raubfällen, aus den Jahren 1872–1875, 5 AE.

Testamente, Erbverfahren, Testamente, aus den Jahren 1796–1879, 8009 AE.

Hypotheken, Hypotheken- und Grundbücher sowie -akten der Stadt Stettin, der Schloßgerichtsbarkeit, der französichen Gemeinde (in französischer Sprache), des Marienstifts, der städtischen Güter und Domänen aus der Umgebung der Stadt, aus den Jahren 1721–1870, 35 AE.

Register, Registerakten von Aktiengesellschaften und Schiffen der Küstenschiffahrt, aus den Jahren 1856–1912, 19 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

PG

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473

0182 SS- und Polizeigericht Stettin (Sąd SS i Policji w Szczecinie)

1939–1944; 30 AE, 0,2 lfm.

Das Sondergericht wurde bei der SS eingerichtet, um Mitglieder dieser und anderer Polizeiorganisationen zu bestrafen. Die Umstände und das Datum für die Übernahme des Bestands durch das Stettiner Archiv sind unbekannt.

Inhalt

Strafverfahren wegen Schlägereien, Diebstahl, Plünderung, Ungehorsam gegenüber den Vorgesetzten in Polizei und SS, aus den Jahren 1939–1944, 30 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

PG

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474

0181 Kriegsgericht in Stettin (Sąd Wojenny w Szczecinie)

1914–1918; 20 AE, 0,1 lfm.

Das Kriegsgericht war in den Jahren 1914–1918 tätig. Es war ein vorübergehend eingesetztes Sondergericht, das Sachen behandelte, die aus der Anwendung des Kriegsrechts auf die Zivilbevölkerung entstanden. Die Umstände und das Datum für die Übernahme des Bestands durch das Stettiner Archiv sind unbekannt.

Inhalt

Strafprozesse, Spionage, Verrat, Fehlinformation, aus den Jahren 1914–1918, 20 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

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475

0167 Oberstaatsanwaltschaft Stettin (Rep. 73, 75, Prokuratura przy Wyższym Sądzie Krajowym w Szczecinie)

1844–1940; 28 AE, 0,9 lfm.

Der Bestand ist fragmentarisch erhalten. Die Umstände und das Datum für seine Übernahme durch das Stettiner Archiv sind unbekannt.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Strafanstalten, Aufsicht über die Strafanstalt Gollnow und die Beschäftigten dieses Gefängnisses, aus den Jahren 1844–1940, 28 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

PG

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478

1160 Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht zu Stettin (Rep. 74, Prokuratura przy Sądzie Krajowym w Szczecinie)

1892–1929; 25 AE, 0,3 lfm.

Der Bestand ist fragmentarisch erhalten. Die Umstände und das Datum für seine Übernahme durch das Stettiner Archiv sind unbekannt.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Strafanstalt in Stettin, aus den Jahren 1927–1929, 1 AE.

Strafverfahren, Majestätsbeleidigung, Verstöße gegen das Presserecht, finanzielle Veruntreuungen, aus den Jahren 1892–1904, 24 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

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479

1179 Pommersche Anwälte: Greifswald, Stolp, Stralsund, Stettin, Friedeberg, Neustettin – Sammlung von Bestandsresten

1849–1929; 32 AE, 0,3 lfm.

In dieser Sammlung befinden sich die Bestandsreste von 17 Anwaltskanzleien aus sechs pommerschen Städten.

Inhalt

Rechtsanwalt Barkow in Stolp, aus den Jahren 1873–1883, 1 AE.

Rechtsanwalt Coste in Stettin, aus den Jahren 1892–1893, 1 AE.

Rechtsanwalt Engelke in Stettin, aus den Jahren 1888–1889, 1 AE.

Rechtsanwalt Gutjahr in Greifswald, aus den Jahren 1849–1861, 2 AE.

Rechtsanwalt Haeckermann in Greifswald, aus den Jahren 1900–1904, 1 AE.

Rechtsanwalt Hirsch in Stettin, aus dem Jahre 1910, 1 AE.

Rechtsanwalt Jakoby in Stolp, aus den Jahren 1898–1902, 4 AE.

Rechtsanwalt Just in Neustettin, aus den Jahren 1852–1854, 1 AE.

Rechtsanwalt Krey in Stralsund, aus den Jahren 1893–1894, 1 AE.

Rechtsanwalt Lenz in Stralsund, aus den Jahren 1870–1872, 1 AE.

Rechtsanwalt Massow in Friedeberg/Neumark, aus den Jahren 1857–1867, 2 AE.

Rechtsanwalt Obuch in Stolp, aus den Jahren 1894–1895, 2 AE.

Rechtsanwalt Pflanz in Stolp, aus den Jahren 1909–1910, 1 AE.

Rechtsanwalt Runde in Stolp, aus dem Jahre 1898, 1 AE.

Rechtsanwalt Skopnik in Stolp, aus den Jahren 1894–1897, 4 AE.

Rechtsanwalt Tamms in Stralsund, aus den Jahren 1879–1882, 7 AE.

Rechtsanwalt Treuenfeld in Stralsund, aus den Jahren 1925–1929, 1 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

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490

0170 Notarkanzleien in Stettin (Kancelarie notariuszy w Szczecinie)

1920–1945; 382 AE, 6 lfm.

Inhalt

Braun, aus den Jahren 1932–1942, 13 AE.

Dellbrück, aus den Jahren 1926–1935, 29 AE.

Dolzaner, aus den Jahren 1930–1942, 20 AE.

Eberchardt, aus den Jahren 1924–1940, 19 AE.

Ehrlich, aus den Jahren 1934–1943, 15 AE.

Engel, aus den Jahren 1930–1942, 11 AE.

Fischer, aus den Jahren 1931–1943, 50 AE.

Frymark, aus den Jahren 1929–1940, 55 AE.

Goetsch, aus den Jahren 1929–1943, 17 AE.

Heinrich, aus den Jahren 1924–1944, 20 AE.

Hirsch, aus den Jahren 1920–1941, 22 AE.

Hübner, aus den Jahren 1938–1941, 2 AE.

Klotzin, aus den Jahren 1940–1944, 10 AE.

Lüdtke, aus den Jahren 1939–1945, 4 AE.

Massow, aus den Jahren 1939–1943, 1 AE.

Ohly, aus den Jahren 1940–1942, 5 AE.

Riedel, aus den Jahren 1928–1940, 33 AE.

Schierholt I, aus den Jahren 1928–1935, 22 AE.

Schierholt II, aus den Jahren 1928–1940, 26 AE.

Unger, aus den Jahren 1932–1943, 8 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

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494

0009 Domkapitel Cammin (Rep. 8, Kapituła Katedralna w Kamieniu Pomorskim)

[1338] 1488–1834; 1510 AE, 17,55 lfm.

Das 1175 gestiftete Domkapitel Cammin war eine kanonische Korporation, deren Mitglieder ein gemeinschaftliches Leben führten. In der Anfangszeit besaß es keinen Grundbesitz und wurde direkt vom Bischof unterhalten. Erst nach einigen Jahrzehnten erhielt es erste Schenkungen und die volle Jurisdiktion über seine Güter. Die Einkünfte aus den Präbenden wurden in gemeinschaftliche und individuelle Ausgaben aufgeteilt. An der Spitze des Kapitels stand der Prior, der Verwalter der gemeinschaftlichen Güter. Im 12. Jahrhundert entstand das Amt des Dekans, der die Gottesdienste und Zeremonien im Dom beaufsichtigte. Der Dekan war außerdem Vorgesetzter des niederen Klerus in der Stiftskirche. Zu den Beamten des Domkapitels zählten außerdem ein Thesaurius, der die Ausstattung und Einrichtung der Kathedrale überwachte, der für Gesang und Musik verantwortliche Kantor sowie der Scholastiker als Notar des Domkapitels und Rektor der Domschule. Im 13. Jahrhundert begegnet unter den Beamten des Domkapitels auch ein Vicedominus, der vom Bischof dazu ausersehen war, an den Beratungen der Domherren teilzunehmen. Die Zahl der Domherren schwankte zwischen vier und sechzehn. Zu den wichtigsten Privilegien des Domkapitels gehörte das Recht der Bischofswahl und der Wahl der Beamten des Domkapitels. Herzog Bogislaw X. setzte der Bedeutung des Domkapitels Grenzen, indem er vom Papst das Privileg erwirkte, Kanoniker und Bischof selbst zu ernennen. Im Gegenzug erhielt das Kapitel das Recht, an den pommerschen Landtagen teilzunehmen, doch mußte es dafür nun Steuern zahlen. Die Reformation beeinflußte die Stellung des Domkapitels nicht; 1569 bestätigte der Landtag in Wollin alle seine älteren Privilegien. 1578 erhielt es neue Statuten, die seine Strukturen aber nicht veränderten. Von nun an waren die Herzöge lediglich Patrone und Stifter des Domkapitels mit dem Recht, die Stellen einzelner Kanonikate zu besetzen. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts bestand das Kapitel aus Dekan, Domprobst, Kantor, Kämmerer, Scholastiker, Vicedominus, Syndikus und sieben Kanonikern. 1669 bestätigte die schwedische Königin Eleonore alle bisherigen Privilegien. Im 18. Jahrhundert besaß das Domkapitel 24 Dörfer und zwei Vorwerke; es gab hier 6 Schulzenwirtschaften, 118 Halbbauern und 68 Kätner. Außerdem lebten in den Besitzungen 26 Fischer und 8 Häusler. 1689 bestätigte Kurfürst Friedrich III. alle Privilegien des Domkapitels, erlegte ihm aber zugleich die Pflicht auf, die Universität in Frankfurt/Oder zu finanzieren (1000 Taler jährlich). 1810 erließ der preußische König Friedrich Wilhelm III. das Edikt über die Säkularisierung von Klostergütern und Kirchenstiftungen. Das Domkapitel wurde aufgelöst und sein Besitz fiel an den Fiskus.

1818 wurden die teilweise zerstörten Akten des Domkapitels an das Regierungsarchiv in Stettin überwiesen. 1831 gab die Regierung diese Akten an das Provinzialarchiv Stettin weiter. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Bestand nach Pansin und Schlemin ausgelagert. Nur ein Teil dieser Akten kehrte nach dem Krieg nach Stettin zurück; ein anderer Teil gelangte in das Landesarchiv Greifswald: von wo er 1962 nach Stettin überführt wurde.

Inhalt

Beziehungen der Herzöge zu anderen Herrschern sowie Privilegien des Domkapitels, Korrespondenz mit den von Eberstein, mit den Herzögen von Mecklenburg, den Markgrafen von Brandenburg, den Herrschern von Schweden, Auseinandersetzungen mit den Ständen, Privilegien, Übereinkunft Brandenburgs und Schwedens mit Bogislaw von Croy hinsichtlich des Bistums Cammin, Grenze zwischen dem schwedischen und dem brandenburgischen Teil Pommerns, religiöse Privilegien des Domkapitels sowie Fragen seiner Reform, Ständeprivilegien, Statuten des Domkapitels (1714–1751), Gebete, Danziger Getreidehandel, aus den Jahren 1520–1810, 23 AE.

Lehnshuldigungen, Reise preußischer Könige nach Stettin, aus den Jahren 1717–1798, 6 AE.

Pommersche Landtage, Kontributionen, Kontingente, Reparatur der Häfen in Rügenwalde, Kolberg und Stolpmünde, Ständerecht, Delegierte auf den Landtagen, aus den Jahren 1625–1815, 11 AE.

Verordnungen der vorgesetzten Behörden, Resolutionen des Markgrafen, Reskripte, Verordnungen der Kriegs- und Domänenkammer, aus den Jahren 1655–1809, 14 AE.

Statistik, Vasallentabelle, genealogisches Handbuch, historische Daten, Adreßkalender, Bevölkerungszahl, aus den Jahren 1722–1810, 8 AE.

Tätigkeit der Kapitelverwaltung, Handel mit Getreide, Bernstein und anderen Waren, Bauernordnungen, Dienstpersonal, Arme, Suppliken, Untertanen des Domkapitels, Eide, Patente und Reskripte, Münzfragen, Handwerk, Gespanndienste, Maße, Rechnungen des Domkapitels, Karte von Pommern (1718), Musik, Gerichtswesen, Witwen, Bauernbefreiung (1788), aus den Jahren 1488–1788, 40 AE.

Lehen der Klöster, des Adels und der Domherren, Lehnspflichten, Allodien, aus den Jahren 1500–1821, 7 AE.

Militaria, Musterungen, Einquartierung von Militär, Räubereien, Kontributionen und durch den Unterhalt der Armee entstehende Lasten, Dreißigjähriger Krieg, Befestigungen, Blockade von Kolberg, Einmarsch russischer Truppen, Steuern, Werbung zur Armee, Kriegsschäden, aus den Jahren 1563–1821, 82 AE.

Universität Frankfurt/Oder, finanzielle Leistungen zugunsten der Universität, aus den Jahren 1658–1707, 2 AE.

Kreis Wollin, Amtsgewalt im Kreis, aus den Jahren 1700–1715, 3 AE.

Jagd, Fischfang und Holzeinschlag, Auseinandersetzungen um Fischfang, Fischereirecht, Recht zum Holzeinschlag, aus den Jahren 1560–1799, 16 AE.

Angestellte auf dem Land, Wachmänner, Henker, Schweinekastrierer, aus den Jahren 1500–1814, 7 AE.

Gehälter, Verdienste der Beamten und des Dienstpersonals, aus den Jahren 1641–1798, 4 AE.

Bauwesen, Bau und Reparatur von Baulichkeiten im Besitz des Domkapitels, aus den Jahren 1576–1728, 6 AE.

Konvent, Protokolle, Einberufung des Konvents, Registratur, aus den Jahren 1541–1792, 20 AE.

Präbenden, Benefizien, Register der Bedienungen für die Kanoniker, Besetzung der Ämter des Prälaten und der Kanoniker, Kollegiatsstatuten, Register der Einnahmen, Unterhalt von Ämtern, Expectativen für das Amt des Prälaten und der Kanoniker, Gehälter, Register der gemeinsamen Güter der Camminer Kirche, aus den Jahren 1500–1823, 67 AE.

Beamte und Stellen im Domkapitel, Wahlen und Einführungen der Bischöfe, Vorschlag Zygmunts III. Wasa über die Wahl seines Sohns zum Bischof, Bischof von Croy, Schulden des Domkapitels, Vicedominat, Ämterbesetzung, Streitigkeiten, Dekanat und Steuern, Kantorat, Bauwesen, Expectativen, Landbesitz des Domkapitels, Einnahmeregister, Pachten, Schulden, Domkapitel Kolberg, Archidiakonat Demmin, aus den Jahren 1500–1815, 132 AE.

Auszeichnungen und Orden, Orden und Auszeichnungen für Prälaten und Kanoniker, Auseinandersetzungen um Orden, aus den Jahren 1755–1812, 7 AE.

Schulden und Schuldner, Schuldlisten, Güterregister, Schuldenregister, Kirchenschulden, Obligationen, Gerichtsverfahren in Schuldfragen, aus den Jahren [1338] 1482–1777, 34 AE.

Testamente und Nachlässe, Testamente einzelner Personen, Nachlässe, Inventare und Verzeichnisse von Nachlässen, Schulden, aus den Jahren 1529–1807, 24 AE.

Judicialia, Prozesse und Gerichtsverfahren, Patronat, Verordnungen über das Oberlandesgericht, Organisation des Kapitelgerichts, Diebstähle, Morde, Schlägereien, Vergiftungen, Zaubereien, versuchte Brandstiftung, Kindesmord, Vergewaltigungen, Schulden, Grenzen, Zinsen, Gehälter, Pfuscher, Präbenden, Güter, Schenken, Gärten, Auseinandersetzungen zwischen dem Domkapitel und der Stadt Cammin, Getreidehandel, Lehen, Nachlässe, Verlobungen, Schäfereien, Untertanen, Pachten, Dienstpersonal, Zehnt, Weiderecht, Allodien, Kontributionen, aus den Jahren 1496–1775, 181 AE.

Stadt Cammin, Schenkungen des Domkapitels, Gärten, Kirchenmatrikel, kirchliche und Schulgebäude, Register der Camminer Kirche, Schul- und Kirchenbedienstete, Klöster, Schiffahrt auf der Rega, Armenhaus, aus den Jahren 1496–1775, 78 AE.

Landbesitz, Register gemeinsamer Güter, Feldwächter, Einkünfte, Nachrichten und Daten über einzelne Dörfer, Güter und Vorwerke, Pläne des Kapitelbesitzes, Pachten, Pfandgüter, Jagden, Schulzenämter, Mühlen, Feldvermessungen, Hochwasser, Scheunen, Schäfereien, Torfgewinnung, Schenken, Jurisdiktion über die Untertanen, Pflichten der Untertanen, Gespanndienste, Bauernhöfe, Fischfang, berittene Wächter, Kapitelgericht, Schulzenämter, Auseinandersetzungen um Land, Felder, Grenzen, Weiden und Wiesen, Suppliken, Unruhestiftung, Schlägereien, Diebstahl, Mord, Vergewaltigungen, Vergiftungen, Zauber, Brandstiftung, Kontributionen und von den sächsischen und russischen Truppen verursachte Schäden (1711–1713), Steuern, ländliches Bauwesen, Feuerholz, Verwüstung der Wälder, Kirchenvisitationen, Patronat, Berufung von Predigern und Küstern, Kirchenbesitz, Auseinandersetzungen der Kirchen um Land, Kapellen, Rechnungen, Kircheninventare und -bücher, Stipendien, Kirchenbauwesen, Witwen, Reskripte und Verordnungen der Kriegs- und Domänenkammer, Beamte des Bogislaw von Croy, aus den Jahren 1494–1800, 491 AE.

Visitationen und Inventare, Visitationen von Beamten des Domkapitels, Beschreibungen von Dörfern, Register der Kontributionen zahlenden Personen, Generalvisitation, Inventare dörflicher Pfarrhäuser, Kirchenrechnungen, Untertanenverzeichnisse, aus den Jahren 1576–1787, 16 AE.

Privilegien, Beschwerden, Aufruhr, Korrespondenz über Gnadenbeweise, aus den Jahren 1617–1752, 4 AE.

Areal und Steuern, Hufenmatrikel und -tabellen, Grundsteuern, Bodenklassifikation, Verbesserung der Weiden, aus den Jahren 1633–1760, 18 AE.

Einkünfte des Domkapitels, Register der Einnahmen, Auszüge aus den Hufenmatrikeln, Register der Einnahmen und Schulden, der Bediensteten und Dienste, der gemeinsamen Güter und Pachten, Zehnt, Unfallregister, Zinsen, Verzeichnisse von Naturalabgaben, Kontributionen, Verwaltungsrechnungen, Register der Getreideeinkünfte und Schuldner, Reskripte, Verordnungen, Streitigkeiten des Domkapitels mit der Armenkasse, Register für Strafen wegen nicht gezahlter Steuern, aus den Jahren 1478–1808, 124 AE.

Rechnungen, Rechnungen einzelner Kanoniker und Prälate, Einnahmen und Ausgaben, Verzeichnisse in Verzug stehender und freiwilliger Steuern, Kassenakten und Kaufprotokolle, Kassenbücher, aus den Jahren 1507–1808, 12 AE.

Ausgaben, Ausgabenregister der Herzogin Sophia, geheime Ausgaben, Ausgabenregister des Domkapitels, aus den Jahren 1518–1683, 4 AE.

Steuern, Patente und Steuerverordnungen, Reichs-, Kopf-, Viehsteuer, Stempelabgabe, „Türken“-, Hufensteuer, Kontributionen, Zehnt, Steuerzulage, Steuer- und Akziseregister, Quittungen, Salzimport, aus den Jahren 1551–1820, 41 AE.

Repartitionen, Einteilung der Städte in Viertel, aus den Jahren 1708–1777, 2 AE.

Varia, Adelsgeschlechter, Streitigkeiten, Pfarrchöre, Verzeichnisse geschlossener Ehen, Assekuranz des Domkapitels, Brände in Wollin, Reliquien in Cammin, Angaben zu einzelnen Dörfern, Verkauf eines Schulzenamts, Camminer Matrikel (1496), Verzeichnisse der Kanoniker des Kolberger Domkapitels (1172–1501), Volkszählungen, aus den Jahren 1172–1825, 26 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Heyden, H.: Kirchengeschichte von Pommern, 2 Bde., Stettin 1937–1938.

Hoogeweg, H.: Die Klöster und Stifter der Provinz Pommern, 2 Bde., Stettin 1924–1925.

Marciniak, J.: Dobra kapituły kamieńskiej do połowy XV wieku. Studium z dziejów społecznych gospodarstwa feudalnego [Die Güter des Camminer Domkapitels bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts. Studien zur Sozialgeschichte der Feudalwirtschaft], Poznań u. Szczecin 1970.

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0036 Stettiner Evangelisches Konsistorium (Rep. 33, Konsystorz Szczeciński)

1556–1939; 12364 AE, 202 lfm.

1534 entschlossen sich die pommerschen Herzöge auf dem Landtag in Treptow, den lutherischen Protestantismus als herrschende Religion anzunehmen. Die Kirchenordnung von 1535 wurde zur Grundlage der Bildung einer neuen Kirchenorganisation in Pommern. Diese Ordnung wurde 1542 um eine sog. Kirchenagende und 1556, 1569 und 1591 um zusätzliche Verordnungen ergänzt. Haupt der neuen Kirche war der Herrscher. Das Land wurde in drei Superintendenturen unterteilt (in Stettin, Stolp und Wolgast). An der Wende zum 17. Jahrhundert entstanden Superintendenturen noch in einigen weiteren Städten Pommerns. Gesetzgebendes Organ waren die jährlichen Synoden. 1545 wurde auf der Synode in Stettin die Einrichtung eines Konsistoriums als Kollegium für Schulen und Fragen der kirchlichen Gerichtsbarkeit beschlossen. Zu seinem Sitz wählte man Greifswald und Stettin. Im 18. Jahrhundert wurde auch in Köslin ein Konsistorium eingerichtet. Nach dem Untergang des Herzogtums Pommern griffen die schwedischen Behörden in ihrem Herrschaftsgebiet stark in Religionsfragen ein und wollten die örtliche Kirchenorganisation an das orthodoxe Vorbild der lutherischen Kirche Schwedens anpassen. Dagegen konzentrierte sich im brandenburgisch-preußischen Landesteil die kalvinistische Hohenzollerndynastie auf die verwaltungstechnische Kontrolle der Kirche. Nach der Einnahme Stettins durch die Preußen wurde die Stadt 1738 Sitz der aus Stargard verlegten Behörden für Kirchen- und Schulverwaltung: des Generalsuperintendenten und des Konsistoriums, das Kandidaten für das Pfarramt sowie Lehrer prüfte und bestätigte. Letzteres war auch Gericht für Kirchen- und Ehefragen. Dem Konsistorium gehörten der Regierungspräsident als Direktor, zwei weltliche und drei geistliche Räte an, darunter der Generalsuperintendent. 1808 wurde die Leitung der religiösen Angelegenheiten an die neugebildete Regierung in Stargard überwiesen. Mit Verordnung vom 30.4.1815 wurden für jede Provinz eigene Konsistorien gebildet, die unter der Verwaltung des Oberpräsidenten der jeweiligen Provinz standen. Dem Konsistorium unterstand neben inneren Fragen der Kirche das Grund- und Mittelschulwesen. Mit der Verordnung vom 23.10.1817 wurde aus dem Konsistorium die Schulverwaltung ausgegliedert, es war nun lediglich für Bekenntnisfragen zuständig. Dennoch blieb ein Einfluß des Konsistoriums auf die Schulprogramme auch weiterhin bestehen, da die Gymnasien und Lehrerseminare unter der Aufsicht der Konsistorialräte blieben. Seit 1845 waren die Oberpräsidenten der Provinzen nicht mehr gleichzeitig auch Vorsitzende der Konsistorien, doch wurden auch später in der Regel weltliche Personen in dieses Amt berufen. Zum Konsistorium gehörten neben dem Vorsitzenden ein Superintendent sowie sieben weltliche und geistliche Mitglieder. Im März 1872 wurden die Aufgabenbereiche von Staat und Konsistorium beim Schulwesen endgültig voneinander getrennt. Das Konsistorium wurde in der Kirchenstruktur zu einem Organ, das einerseits die Tätigkeit des Generalsuperintendenten, des Superintendenten und der Pfarrer, andererseits der Kollegialorgane koordinierte – der Provinzialsynode, der Kreissynoden und der Gemeindekirchenräte. Seit 1877 unterstand das Konsistorium einer Oberbehörde: dem 1850 gebildeten Evangelischen Oberkirchenrat in Berlin. Im Nationalsozialismus kam es zu einer Änderung bei der Verfassung der protestantischen Kirche, die mit einer starken Einschränkung der Kompetenzen des Konsistoriums einherging. Aufgrund der Kirchenverfassung vom 11. Juli 1933 entstanden in den einzelnen Provinzen Landeskirchen, die vom Reichsbischof abhängig waren, der wiederum auf Antrag des Innenministers eingesetzt wurde. Höchste legislative Behörde war die Nationalsynode, an der Spitze der Verwaltung stand die Kirchenkanzlei der Deutschen Evangelischen Kirche. Diese Strukturen hatten ohne größere Änderungen bis 1945 Bestand.

1881 wurde auf der Provinzialsynode in Greifswald auf Antrag des damaligen Staatsarchivdirektors Dr. Gottfried von Bülow entschieden, jene Kirchenakten (von Superintendentur, Pfarreien und Konsistorium) im Archiv zu deponieren, die für die laufende Verwaltung nicht mehr gebraucht wurden. Die erste Erwerbung von Konsistorialakten durch das Staatsarchiv Stettin gab es 1891, eine weitere 1901. 1936/37 wurden die Erwerbungen zusammengefaßt und der Bestand geordnet, er erhielt seine heutige Form (Rep. 33) und wurde in drei Sektionen unterteilt: Generalia, Synodalia und Specialia. Während des Krieges wurden die Konsistorialakten im März, Juni und November 1943 auf das Schloß von Graf Schlieffen in Klein Soltikow im Kreis Schlawe evakuiert. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kehrten diese Archivalien ins Staatsarchiv Stettin zurück. Im Landesarchiv Greifswald: Konsistorium Stettin, 70 AE, 0,8 lfm., aus den Jahren 1590–1816.

Inhalt

I. Generalia

Allgemeine Rechte, Kirchenverordnungen und Verordnungen des Konsistoriums, Edikte und Reskripte, Verordnungen über wirtschaftliche Angelegenheiten, aus den Jahren 1569–1809, 63 AE.

Verfassung des Stettiner Konsistoriums, Statut und Organisation, Ernennung der Superintendenten und Konsistorialräte, ihr Verdienst, Dienstreisen der Superintendenten, Verlegung des Konsistoriums von Stargard i. P. nach Stettin, aus den Jahren 1569–1810, 66 AE.

Kirchenämter, Verzeichnisse von Geistlichen, Verzeichnisse von Pfarrern und Kirchen in Vorpommern, Wahlen von Pfarrern, Visitationskosten, Bildung von Pfarreien in Kolonistendörfern, Eingaben zur Erlaubnis, seelsorgerische Betreuung zu leisten, Prüfungskommissionen, theologische Prüfungen für Predigerkandidaten, aus den Jahren 1598–1809, 47 AE.

Bekenntnisse, Dissidenten und Katholiken in Polen, Beziehungen zwischen der lutherischen Kirche und der französisch-reformierten Kirchengemeinde, Böhmische Brüder, Annahme des lutherischen Bekenntnisses durch Juden, Kalvinisten und Katholiken, katholische Messen in lutherischen Kirchen, katholische Priester und ihre Beziehung zu Regierung und Konsistorium, Edikte über die Mennoniten, aus den Jahren 1715–1809, 12 AE.

Kirchenaufsicht, Visitationen von Pfarreien und Stiftungen, Protokolle der Generalsynoden, Kontrolle der Kirchenmatrikel, Verordnungen über die rechtmäßige Führung der Kirchenbücher, Gutachten über Pfarrer und andere Pfarrbeamte, aus den Jahren 1556–1809, 48 AE.

Seelsorge, Kirchenagenden, Verordnungen über die Einführung neuer Gebete, neuer Feiertage und Kirchenlieder, Festlegungen zum Termin von Taufen, Hochzeiten und Bestattungen in den Kirchen, aus den Jahren 1566–1809, 58 AE.

Schulwesen und Erziehung, Schulverordnungen, Einrichtung eines theologischen Seminars, Liste der Stipendiaten an den Universitäten, lutherische Studien in Frankfurt/Oder, Lehrerbesoldung, Vakanzen von Lehrerstellen, Schulbau, Schulen für Soldatenkinder, Judenschulen, aus den Jahren 1699–1810, 104 AE.

Sozialfürsorge, Anstalten der Sozialfürsorge, Abführung von Geldstrafen an die Sozialfürsorgekasse, Fürsorge für Pfarrerwitwen und -kinder, aus den Jahren 1778–1809, 6 AE.

Juristische und ökonomische Angelegenheiten kirchlicher Institutionen, Befreiung von Zöllen, Akzisen und Einquartierungen, Seidenraupenzucht, Seidenanstalten, Feuerversicherungen, Verordnungen über die Zensur kirchlicher Drucke, aus den Jahren 1728–1811, 88 AE.

Rechte und Pflichten der Geistlichen, Kirchenmatrikel und Visitationsberichte, Aufstieg von Kandidaten für das geistliche Amt, Verpflichtungen der Pfarrer gegenüber Erben, Deputate und andere den Pfarrern zustehende Leistungen, Veränderung des Patronatsrechts über Gemeinden, Lieferungen der Pfarreien an die französischen Truppen, aus den Jahren 1590–1812, 57 AE.

Kirchengüter, Verordnungen, Bau von Kirchengebäuden und ihre Reparatur, Pfarrgüter in Vor- und Hinterpommern, Stiftungen, aus den Jahren 1735–1810, 73 AE.

II. Synodalia

Anklam, Visitationen, Landbesitz von Kirchen und Stiftungen, Pfarrinventare, Bewertungen von Pfarrern und Pfarrpersonal, Schulen, Seidenraupenzucht, Hilfskasse für Pfarrerwitwen und -kinder, aus den Jahren 1739–1808, 36 AE.

Bahn, Visitationen, Kirchenbesitz, Berichte über die Führung von Kirchen und Schulen, Bewertungen von Pfarrern, Gemeindeinventare, Seidenraupenzucht, aus den Jahren 1739–1846, 19 AE.

Freienwalde, Visitationen, Schulwesen, Landgüter, Seidenraupenzucht, Ackerland, Wiesen, Gärten, Armenhäuser, aus den Jahren 1729–1809, 31 AE.

Daber, Visitationen, Landgüter, Bewertungen von Pfarrern und Pfarrpersonal, Seidenraupenzucht, Ackerland, Wiesen und Gärten im Besitz der Kirchen, Kapellen und Armenhäusern, Gemeindeinventare, aus den Jahren 1732–1809, 38 AE.

Demmin, Visitationen, Landgüter, Bewertungen von Pfarrern und Pfarrpersonal, Kirchen- und Gemeindeinventare, Organisation von Pfarreien in Kolonistendörfern, aus den Jahren 1664–1809, 26 AE.

Jakobshagen, Visitationen, Synodalgüter, Schulwesen, Seidenraupenzucht, Bewertungen von Pfarrern und Pfarrpersonal, Unterstützungskasse, aus den Jahren 1611–1809, 46 AE.

Gartz a. O., Visitationen, Güter, Bewertungen von Pfarrern, Gemeindepersonal und Pfarramtskandidaten, Seidenproduktion, Schulkataloge, aus den Jahren 1682–1809, 10 AE.

Gülzow, Visitationen, Landgüter, Synodalstatuten, Schulwesen, Unterstützungskasse, Seidenraupenzucht, Gemeindeinventare, aus den Jahren 1734–1809, 43 AE.

Gollnow, Visitationen, Landgüter, Bewertungen von Pfarrern und Pfarrpersonal, Spitäler, Gemeindeinventare, Schulwesen, Seidenraupenzucht, Gründung von Pfarreien in Kolonistendörfern, aus den Jahren 1739–1809, 20 AE.

Greifenberg, Visitationen, Schulwesen, Landgüter, Bewertungen von Pfarrern und Pfarrpersonal, Gründung von Pfarreien in Kolonistendörfern, Seidenraupenzucht, Ackerland, Wiesen, Gärten, Inventare, aus den Jahren 1672–1808, 33 AE.

Greifenhagen, Visitationen, Landgüter, Schulwesen, Bewertungen von Pfarrern und Pfarrpersonal, Ackerland, Wiesen und Gärten, Unterstützungskasse für Pfarrerwitwen, Gemeindeinventare, Gründung von Pfarreien in Kolonistendörfern, 1611–1809, 27 AE.

Cammin i. P., Visitationen, Synodalgüter, Gemeindeinventare, Schulwesen, Seidenraupenzucht, Ackerland, Wiesen, Gärten, Unterstützungskasse, aus den Jahren 1738–1809, 34 AE.

Kolbatz, Synodalgüter, Schulwesen, Bewertungen von Pfarrern, Pfarrei- und Schulpersonal, Gemeindeinventare, Seidenraupenzucht, Gründung von Pfarreien in Kolonistendörfern, aus den Jahren 1739–1809, 30 AE.

Labes, Visitationen, Synodalgüter, Gemeindeinventare, Bewertungen von Pfarrern, Schulwesen, Seidenraupenzucht, aus den Jahren 1739–1809, 34 AE.

Massow, Visitationen, Synodalgüter, Schulwesen, Bewertungen von Pfarrern, Pfarrei- und Schulpersonal, Gemeindeinventare, Unterstützungskasse, Seidenraupenzucht, aus den Jahren 1709–1809, 36 AE.

Naugard, Visitationen, Synodalbesitz, Gemeindeinventare, Schulwesen, Gründung von Pfarreien in Kolonistendörfern, Seidenraupenzucht, aus den Jahren 1738–1809, 31 AE.

Pasewalk, Visitationen, Synodalgüter, Schulorganisation, Gemeindeinventare, Bewertungen von Pfarrern, Unterstützungskasse für Pfarrerwitwen, Seidenraupenzucht, aus den Jahren 1761–1809, 14 AE.

Penkun, Visitationen, Pfarreien und Pfarrer, Synodalgüter, Schulwesen, Seidenraupenzucht, aus den Jahren 1687–1809, 33 AE.

Pyritz, Visitationen, Synodalgüter, Bewertungen von Pfarrern, Gemeindeinventare, Gründung von Pfarreien in Kolonistendörfern, Schulwesen, aus den Jahren 1736–1809, 39 AE.

Regenwalde, Visitationen, Synodalgüter, Bau und Reparatur von Kirchen, Bewertungen von Pfarrern sowie Pfarr- und Schulpersonal, Gemeindeinventare, Schulwesen, Kontributionen, aus den Jahren 1669–1809, 37 AE.

Stargard i. P., Besetzung der Pfarrstellen, Bewertung der Pfarrer, Visitationen, Synodalgüter, Unterstützungskasse für Pfarrerwitwen, Gemeindeinventare, Seidenraupenzucht, aus den Jahren 1736–1809, 39 AE.

Stettin, Visitationen, Synodalgüter, Gründung von Pfarreien in Kolonistendörfern, Bewertungen von Pfarrern, Gemeindeinventare, Unterstützungskasse, Seidenraupenzucht, aus den Jahren 1744–1809, 22 AE.

Treptow a. T. (Altentreptow), Visitationen, Bewertungen von Pfarrern, Synodalgüter, Gemeindeinventare, Schulwesen, Unterstützungskasse, Seidenraupenzucht, aus den Jahren 1740–1809, 36 AE.

Treptow a. R., Visitationen, Synodalgüter, Bewertungen von Pfarrern, Einrichtung einer Unterstützungskasse für Pfarrerwitwen, Gemeindeinventare, Schulwesen, Gründung von Pfarreien in Kolonistendörfern, Seidenraupenzucht, aus den Jahren 1737–1809, 38 AE.

Ueckermünde, Visitationen, Gemeindeinventare, Schulwesen, Gründung von Pfarreien in Kolonistendörfern, Ackerland, Wiesen, Gärten, Seidenraupenzucht aus den Jahren 1616–1844, 23 AE.

Usedom, Visitationen, Synodalgüter, Gemeindeinventare, Gründung von Pfarreien in Kolonistendörfern, Spitäler, Armenhäuser, Schulwesen, aus den Jahren 1631–1809, 29 AE.

Werben, Visitationen, Synodalgüter, Bewertungen von Pfarrern, Pfarrei- und Schulpersonal, Gemeindeinventare, Schulwesen, Seidenraupenzucht, aus den Jahren 1695–1809, 38 AE.

Wollin, Visitationen, Synodalpfarrer, Bewertungen von Pfarrern, Pfarrei- und Schulpersonal, Stiftungen, Armenhäuser, Gemeindeinventare, Seidenraupenzucht, aus den Jahren 1658–1809, 19 AE.

III. Pfarreien und Pfarrer (Specialia)

Pfarreien, 920 Ortschaften alphabetisch geordnet, nach Themen: Pfarrorganisation, Visitationen, Kirchen, Stiftungen, Armenhäuser, Spitäler, Schulwesen, einzelne Schulen; Pädagogium, Jageteuffel-Kolleg, Ratsschule, Lastadische Schule in Stettin, andere Bekenntnisse; Französische reformierte Kirchengemeinde Stettin, aus den Jahren [1570] 1594–1820, 4551 AE.

Pfarrer, alphabetisch geordnet nach Namen und Ortschaften, nach Themen: Streitigkeiten, Kirchenbau, Bau von Pfarrgebäuden, Pachten, aus den Jahren [1554] 1581–1808, 5288 AE.

Evangelisches Konsistorium Köslin, alphabetisch geordnet nach Synoden: Alt Kolziglow, Belgard, Bublitz, Dramburg, Körlin, Köslin, Kolberg, Lauenburg, Neustettin, Ratzebuhr, Rügenwalde, Rummelsburg, Schivelbein, Schlawe, Stolp und Tempelburg, nach Themen: Ernennungen von Pfarrern, Streitigkeiten, Schulwesen, kaschubische Bevölkerung, aus den Jahren 1581–1809, 653 AE.

Varia, Verzeichnisse und Meinungen über Pfarramtskandidaten, Hilfskassen für Pfarrerwitwen, kirchliche Feierlichkeiten, evangelische Missionsgesellschaften, Mischehen, Scheidungen, Vorankündigungen, Kirchengebühren, Seminarien, Verteilung von Bibeln, Katechumenen, Dispense, an die Kämmereikasse gezahlte Kautionen, Visitationen, einzelne Kirchen, ihr Bau und ihre Reparaturen, Schulwesen, Rechnungen, aus den Jahren 1570–1874, 1914–1939, 389 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Heyden, H.: Die Kirchen Stettins und ihre Geschichte, Stettin 1936.

Marszałek, F.: Akta Konsystorza Ewangelickiego w Wojewódzkim Archiwum Państwowym w Gdańsku [Die Akten des Evangelischen Konsistoriums im Staatlichen Woiwodschaftsarchiv in Danzig], in: Archeion 33 (1961).

Salmonowicz, S.: Administracja i prawo w prowincjach pomorskich [Verwaltung und Recht in den pommerschen Provinzen], in: Historia Pomorza [Geschichte Pommerns], Bd. 4, Teil 1 (1850–1918), hg. v. S. Salmonowicz, Toruń 2000.

Salmonowicz, S.: Podziały terytorialne i ustrój polityczny ziem pomorskich w latach 1815–1850 [Die territoriale Gliederung und die politische Verfassung der pommerschen Gebiete in den Jahren 1815 bis 1850], in: Historia Pomorza [Geschichte Pommern], Bd. 3, Teil 1, hg. v. G. Labuda, Poznań 1993.

Wielopolski, A.: Ustrój polityczny Pomorza Zachodniego w XIX wieku [Das politische System Pommerns im 19. Jahrhundert], Poznań 1966.

JP

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0038 Johanniskloster zu Stettin (Rep. 39, Klasztor św. Jana w Szczecinie)

1603–1874; 42 AE, 1,05 lfm.

Die Klosterstiftung St. Johannis entstand nach der Reformation durch die Säkularisierung des in Stettin seit 1240 bestehenden Franziskanerklosters. Der Name der Stiftung hing mit der Johanniskirche zusammen, dem Gotteshaus der Franziskaner. Der Besitz bestand aus einer Schenkung des pommerschen Herzogs Otto I. von 1332 im Dorf Schmelenthin, einer Schenkung von 1343 in Völschendorf sowie einigen Häusern in Stettin. Die Stiftung war Eigentum der Stadt und kümmerte sich vor allem um die Betreuung von Kranken und Armen. Im 19. Jahrhundert wurde der Klosterbesitz von der Johannis-Kloster-Deputation verwaltet.

Der Bestand der Stiftung wurde 1940 aus den nach der Auflösung des Landratsamts Randow nach Stettin gelangten Akten ausgesondert. Ende 1942 wurden die Archivalien der Stiftung wahrscheinlich nach Pansin ausgelagert, von wo aus sie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ins Stettiner Archiv zurückkehrten.

Inhalt

Stiftungseigentum, Pachtung von Land der Kirche in Podejuch, Statistik der Klosterdörfer Schmelenthin und Völschendorf, Bauerlaubnis, Untertanenlisten, Separationen, Steuern, Ausgaben und Einnahmen, aus den Jahren 1603–1874, 42 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Heyden, H.: Die Kirchen Stettins und ihre Geschichte, Stettin 1936.

MSz

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498

0039 Jakobikirche in Stettin (Kościół św. Jakuba w Szczecinie)

[1294–] 1532–1901; 596 AE, 10,95 lfm.

Mit dem Bau der Jakobikirche wurde 1180 begonnen; 1187 wurde sie geweiht. 1189 wurde sie Pfarrkirche mit dem Recht, feierliche Eheschließungen, Taufen und Bestattungen abzuhalten. Noch im 12. Jahrhundert erhielt die Kirche die beiden Dörfer Thänhorst und Klingsdorf, 1200 das Dorf Mandelkow. Papst Gregor IX. führte am 13.9.1233 bei der Kirche ein Ordenskonvent der Bernhardiner ein, das aus zwölf Mitgliedern und einem Vorsteher bestand. Der Jakobikirche unterstanden die Kirchen in Güstow, Scheune und Stettin (die Heilig-Geist-Kirche und die Michaeliskirche) sowie die Spitäler St. Michaelis (später St. Georg) und Hl. Geist. Außerdem erwirkte die Kirche 1277 die Erlaubnis, eine Schule betreiben zu dürfen, die 1311 in eine Stadtschule umgewandelt wurde.

1250 wurde mit dem Umbau der Jakobikirche begonnen, indem an der Stelle der ursprünglich hölzernen Kirche eine dreischiffige Basilika errichtet wurde. Nach einem Brand von Turm und Dach 1370 wurde die Form der Basilika zugunsten einer Hallenkirche aufgegeben. Nach der Reformation wurde die Kirche von den Protestanten übernommen, die einen Teil der alten Einrichtung entfernten. Während der Belagerung Stettins durch die brandenburgischen Truppen 1677 brannte die Kirche völlig nieder. Wiederaufgebaut, diente sie nach dem Brand der Marienkirche 1789 als Hauptkirche der Stadt. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wurde sie mehrmals renoviert. 1944 wurde sie nach der Bombardierung der Altstadt stark beschädigt und erst in den 1970er Jahren erneut wiederaufgebaut.

1881 übergab die Jakobikirche dem Archiv eine Leihgabe von 432 AE. Anschließend gelangten bis 1920 die in der Stadtbibliothek vom Direktor des Städtischen Gymnasiums, Karl Fredrich, gesammelten Materialien in das Archiv, wo sie dem Bestand angegliedert wurden. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Bestand aus Stettin ausgelagert und kehrte 1945 dorthin zurück. 33 AE gingen verloren (ca. 6 % des Bestands).

Inhalt

Edikte, Inventare und Verordnungen, Inventare der Kirchenbibliothek und anderer Bibliotheken, Inventare von Kirchengerät, Verkauf von Schrott (Kupfer, Blei, Eisen und Messing), Gaben für den Bau von Kirchen und anderer wohltätiger Einrichtungen, aus den Jahren 1679–1813, 18 AE.

Kirchenkapital, Eintreibung von Schulden, Verfolgung von Schuldnern, Streitigkeiten um Häuser, Maut, Zinsen und Kredite, aus den Jahren 1674–1800, 200 AE.

Ämterbesetzung, Schulkollegium, Kirchenakten von St. Nikolai, Ernennung von Organisten und Glöcknern an St. Nikolai, Besetzung der Stellen von Küster und Pfarrern in Pommerensdorf, Scheune und Schwarzow, von Katecheten, einem Trompeter, einem Kantor und einem Konrektor in der Stadtschule, aus den Jahren 1678–1801, 17 AE.

Kirchenrechnungen, aus den Jahren 1569–1766, 1 AE.

Beerdigungen, Bestattungsmatrikel, Verordnungen über Bestattungen, Friedhofskapellen, Bestattungszeremonien, Grabsteine und Friedhöfe, Bänke und Sitze in der Jakobi- und der Nikolaikirche, Bau eines Chors in der Jakobikirche, aus den Jahren 1584–1812, 89 AE.

Kirchenbesitz, kirchliches Eigentum in Wussow, Verpachtungen und Verzeichnisse von Gütern, Landvermessungen, Befestigungen auf Kirchenland, Wiesen, Bau eines Hirtenhauses, Grenzstreitigkeiten, aus den Jahren [1294] 1532–1780, 18 AE.

Schenkungen, Silber, Legate, Schulden, Stiftung von Orgeln, aus den Jahren 1675–1786, 23 AE.

Kirchliches Bauwesen, Bau und Reparaturen von Häusern, Kirchen und Schulen, Schäden durch Artilleriebeschuß (1714), Reparatur der Jakobikirche, Verkauf des Altars aus der Nikolaikirche, Bau von Häusern für Organisten und Katecheten, aus den Jahren 1694–1809, 27 AE.

Kirchliche Jurisdiktion, aus dem Jahre 1741, 1 AE.

Außergewöhnliche Einnahmen, aus dem Jahre 1685, 1 AE.

Einquartierung französischer Truppen, aus den Jahren 1757–1806, 2 AE.

Krankheiten, Choleraepidemie in Stettin, Streitfragen und Anklagen, aus den Jahren 1682–1881, 4 AE.

Kirchenmatrikel, Verzeichnisse von Kirchenparzellen, Matrikel und Kirchenbibliothek von St. Jakob und St. Nikolai, aus den Jahren 1588–1881, 4 AE.

Nachlaß Karl Fredrich, Tätigkeit der Pfarrer der Jakobikirche, Ernennung von Friedrich Cramer, Pfarrbezirksgrenzen, Streitigkeiten, Kirchenbauwesen, Visitationen, Abschriften: von Privilegien, dem Vertrag von Osnabrück, den Abkommen des Herzogtums mit Polen, von Landtagsbeschlüssen, politische Situation in Europa und Polen, Beschreibung der Abreise Cramers zum Sejm nach Warschau 1645, Verordnungen, Edikte, Reskripte, Ordnungen, Reglements, Streitigkeiten mit der Stadt und einzelnen Personen, kirchliche Korrespondenz, Protokollbücher, Inhalt der Kirchenbibliothek, Nachlässe von Pfarrern, Schulwesen, Grabsteine, Kartographie, Hochzeitsregister (1746), Schlacht gegen die Türken (1687), aus den Jahren 1645–1901, 111 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Lülmann, Ch.: Bilder aus der Geschichte der St. Jakobikirche in Stettin, Stettin 1911.

Wehrmann, M.: Geschichte der St. Jacobikirche in Stettin bis zur Reformation, in: BSt 37 (1887).

JP

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500

0042 Bugenhagen-Gemeinde in Stettin (Rep. 38c, Gmina Kościoła im. Bugenhagena w Szczecinie)

1869–1912; 24 AE, 0,68 lfm.

Auf Anordnung des Stettiner Konsistoriums vom 26.11.1898 wurde zum 1.1.1899 die Bugenhagen-Gemeinde mit einem Pfarrer und zwei Predigern gebildet. Sie wurde aus der St. Jakobs-Gemeinde ausgegliedert, umfaßte einen großen Teil der Neustadt und zählte 1900 rund 25 000 Gläubige. Erster Pfarrer war Rudolf Springborn (1867–1928), der sich für den Bau einer Kirche für die neue Gemeinde einsetzte. Er kehrte zu älteren Plänen von 1869 zurück, in diesem Stadtteil ein Gotteshaus zu errichten. Damals war ein Komitee für den Bau einer Neustadt-Kirche berufen worden, das als Stiftung unter dem Vorsitz von Generalsuperintendent Jaspis stand. Die Sammlung der nötigen Mittel dauerte Jahre, und erst einige Jahre nach der Bildung der Bugenhagen-Gemeinde wurde am 31.10.1906 am Hohenzollernplatz der Grundstein für eine neue Kirche gelegt. Die fertige Kirche wurde am 12.1.1909 von Generalsuperintendent Büchsel am Jahrestag des Todes Paul von Rodes geweiht, dem Anführer der Reformation in Stettin. Der neugotische, dreischiffige Bau wurde nach einem Plan des Berliner Architekten Jürgen Kröger errichtet. Im Inneren der Kirche wurden nach einem Plan Martin Wehrmanns Gemälde des Berliner Malers Carl Busch aufgehängt, die Episoden aus der Geschichte Stettins darstellten und den hl. Otto von Bamberg, Martin Luther, Paul von Rode sowie den preußischen König Friedrich Wilhelm I. zeigten. Es handelte sich um ein Geschenk Kaiser Wilhelms II. Die steigende Bevölkerungszahl Stettins führte dazu, daß 1913 in der Bugenhagen-Gemeinde eine zweite Pfarrei entstand (Pfarrer Werner Droß) und 1919 schließlich eine dritte (Pfarrer Hellmuth Heyden). Nach Springborns Tod wurde die Gemeinde von Kurt Nicklas übernommen.

Die Akten der Bugenhagen-Gemeinde wurden 1925 als Depositum an das Staatsarchiv Stettin abgegeben (Rep. 38 c). Nach 1942 wurde der Bestand in das Schloß der Familie von Puttkamer in Nippoglense ausgelagert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er kurzzeitig im Staatsarchiv Bromberg aufbewahrt, ehe er 1948 nach Stettin zurückkehrte.

Inhalt

Komitee für den Kirchenbau, Gründung des Komitees, Tätigkeitsberichte, Liste von Auszahlungen, aus den Jahren 1869–1906, 14 AE.

Bau der Kirche, Grundsteinlegung, Weihung der Kirche, Rechnungen, aus den Jahren 1906–1912, 10 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Heyden, H.: Die Bugenhagenkirche, Stettin 1931.

Heyden, H.: Die Kirchen Stettins und ihre Geschichte, Stettin 1936.

Kalita-Skwirzyńska, K.: Architektura sakralna Szczecina w okresie od 1850–1914 roku [Die Sakralarchitektur Stettins zwischen 1850 und 1914], in: Kultura i sztuka Szczecina w latach 1800–1945 [Kultur und Kunst in Stettin zwischen 1800 und 1945], Szczecin 1999.

MSz

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501

0043 Akten evangelischer Kirchen der Kirchenprovinz Pommern – Bestandsreste

1541–1943; 334 AE, 5,45 lfm.

Akten einzelner evangelischer Pfarreien (Gemeinden) übernahm das Stettiner Archiv seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Einige Akten gelangten erst nach dem Zweiten Weltkrieg in die Archivmagazine.

Inhalt

Kirchengemeinden, Matrikel, Bau und Reparaturen von Kirchen, Rechnungen der folgenden Pfarreien: Ahrenshagen, Altenfähre, Altenhagen, Altenkirchen, Amalienhof, Anklam, Bagendorf, Barth, Bauer, Bobbin, Bodfelde, Bodstedt, Boltenhagen, Brandshagen, Brietzig, Brünsow, Brusewitz, Bussdorf, Damgarten, Demmin, Deutsch Krone, Deyelsdorf, Dramburg, Drechow, Dreseckow, Dübzow, Eixen, Fiddichow, Flemendorf, Franzburg, Gartz a. O., Gingst, Glewitz, Gollnow, Görmin, Greifswald, Grimmen, Gristow, Groß Bisdorf, Gülzow, Gumbin, Güstow, Hanshagen, Höhensdorf, Horst, Jacobshagen, Jamund, Jannewitz, Jarmen, Karow, Kasnewitz, Kolbatz, Kolberg, Köslin, Krakow, Krentzmanshagen, Kröslin, Küstrin, Labes, Landow, Langenhaushagen, Lassan, Liebenow, Lübow, Mandelkow, Massow, Messkom, Mönchgut, Naugard, Nemitz, Neukirchen, Neuwarp, Niepars, Nipperwiese, Noshendorf, Ohrnshagen, Paatzig, Pagenkopf, Pantlitz, Pölitz, Pralin, Pritzlow, Rambien, Rappin, Regenwalde, Reinkendorf, Rügenwalde, Rützow, Samters, Sassen, Schlatow, Silligsdorf, Schlawe, Schlochau, Schmolsin, Slemendorf, Staffelde, Stargard i. P., Stepenitz, Stettin, Stolp, Swantow, Treptow a. R., Treptow a. T., Triebsee, Triglaff, Usedom, Valm, Warsow, Werben, Wieck, Wobbermin, Woldenburg, Wolgast, Wollin, Wussecken, Wusterbarth, Zingst, Zizow und Zussow, aus den Jahren 1541–1943, 334 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

MSz

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502

0044 Kirchenbücher (Księgi metrykalne)

1581–1944; 229 AE, 10,2 lfm.

Vor der Einführung von Kirchenbüchern entstanden in den Klöstern Dokumente, in denen die Ordensgeistlichen in chronikalischer Form Geburten, Eheschließungen sowie Tod von Angehörigen von Adelsgeschlechtern ebenso festhielten wie Informationen über Massensterben durch Seuchen, Überschwemmungen oder Feuersbrünste. Dies waren keine Kirchenbücher sensu stricto, d. h. die natürliche Bevölkerungsbewegung wurde hier nicht registriert.

Eigentliche Kirchenbücher wurden in Pommern seit dem Beginn der Reformation geführt; das älteste von ihnen, das Wolgaster Ehebuch, stammt von 1538. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts wurden Kirchenbücher in 18 evangelischen Gemeinden eingeführt. Schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts erkannte der Staat, wie wichtig es ist, die natürliche Bevölkerungsbewegung zu verzeichnen, und verpflichtete durch ein Edikt des pommerschen Herzogs Philipp II. vom 15.12.1617 die Gemeinden dazu, nach bestimmten Prinzipien Kirchenbücher in drei Serien zu führen (Geburten, Eheschließungen, Sterbefälle). Diese Verordnung trat aber nur in Stettin und Umgebung in Kraft. Der Dreißigjährige Krieg und das Durcheinander und die Zerstörungen, die mit ihm einhergingen, führten in Pommern dazu, daß viele Pfarreien ihrer geistlichen Fürsorge beraubt wurden. Erst nach 1640 besserte sich die Lage langsam. Zwischen 1640 und 1649 nahmen 44 evangelische Gemeinden die Führung von Kirchenbüchern wieder auf; zwischen 1650 und 1659 weitere 60 Gemeinden, zwischen 1660 und 1669 49, zwischen 1670 und 1679 48, zwischen 1680 und 1689 51 und zwischen 1690 und 1699 47. Insgesamt hatten am Ende des 17. Jahrhunderts 360 Gemeinden Kirchenbücher eingeführt; bis zum Ende des 18. Jahrhunderts waren es 450.

Die genannten Verordnungen des pommerschen Herzogs von 1617 wurden in der Mitte des 17. Jahrhunderts vom brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm bestätigt, im 18. Jahrhundert dann von den Königen von Preußen. 1758 erließ Friedrich II. ein Edikt, nach dem die Pfarrer auf Begehren der Gerichte Einblick in die Kirchenbücher gewähren mußten. In Schwedisch-Pommern wurde die Führung von Kirchenbüchern durch eine 1791 in Stralsund erlassene Verordnung geregelt. Sie unterschied sich nicht wesentlich von den preußischen Verfügungen.

1794 kam es in Preußen zur Kodifikation des Rechts. Aufgrund des von Friedrich Wilhelm II. erlassenen Landrechts wurden die evangelischen und katholischen Gemeinden dazu verpflichtet, zu Beginn eines jeden Kalenderjahres den zuständigen erstinstanzlichen Gerichten ein Duplikat der Kirchenbücher zu übergeben. Die Pflicht zur Führung doppelter Kirchenbücher durch die Gemeinden erlosch zum 1.10.1874, als in Preußen die Standesämter ihre Arbeit aufnahmen. Die Gerichte der ersten Instanz registrierten bis zum 1.10.1874 direkt die natürliche Bevölkerungsbewegung der Juden und Angehöriger anderer nichtchristlicher Bekenntnisse.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde auf Antrag des Vorstands der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde mit Einverständnis der evangelischen Kirchenbehörden eine Inventarisierung der in den pommerschen Gemeinden existierenden Kirchenbücher durchgeführt. Das Ergebnis dieser Arbeit war ein Katalog der Kirchenbücher, der von Martin Wehrmann erarbeitet wurde und 1892 im Jahrbuch der Gesellschaft erschien, den „Baltischen Studien“. Diese Arbeit ist ein hilfreicher Führer nicht nur für Historiker mit Interesse an demographischen und genealogischen Fragen; ihr Wert wuchs besonders in den 1930er Jahren, als aufgrund der Gesetze des III. Reiches die Rassenforschung ihren Aufschwung nahm. Viele Deutsche, vor allem Staatsdiener, mußten auf der Grundlage von Einträgen in den Kirchenbüchern ihre sog. arische Abstammung nachweisen. In dieser Zeit erkannte man den Wert dieser Quellen für die historische Forschung und begann damit, die Kirchenbücher auf Mikrofilm zu verfilmen; die Amtsgerichte übergaben die Duplikate der Kirchenbücher an die zuständigen Staatsarchive. Die Verfilmung wurde von der Reichsstelle für Sippenforschung durchgeführt. Heute befindet sich der Großteil der Mikrofilmsammlung im Sächsischen Staatsarchiv, Abteilung Deutsche Zentralstelle für Genealogie, in Leipzig.

Der Zweite Weltkrieg verursachte große Schäden bei den in den Pfarreien aufbewahrten Kirchenbüchern und ihren Duplikaten. Ein Teil der Bücher wurde ausgelagert und ist jetzt Bestandteil verschiedener deutscher Archive. Die restlichen Kirchenbücher wurden aufgrund eines Runderlasses des Ministeriums für die Wiedergewonnenen Gebiete vom 16.5.1946 über die von den lokalen Behörden sichergestellten deutschen Archive von den polnischen Staatsarchiven sowie eines Beschlusses des Ministerrats vom 10.6.1947 über die deutschen Archive und Akten von den polnischen Staatsarchiven übernommen.

Heute befinden sich Kirchenbücher aus dem Gebiet Pommerns (in den Grenzen Polens von 1945) in folgenden Archiven: Evangelisches Zentralarchiv Berlin, Landesarchiv Greifswald (hauptsächlich Duplikate), Landeskirchliches Archiv Greifswald (Kirchenbücher), sowie in Polen in den Staatsarchiven Köslin und Stettin.

Im Stettiner Archiv wurde 1964 aus pragmatischen Gründen – auch wenn dies nicht der Archivtheorie entspricht – ein Bestand von Kirchenbüchern gebildet, die aus den einzelnen Beständen der evangelischen Gemeinden ausgegliedert wurden. Dieser Bestand wurde in den folgenden Jahren durch Standesamtsbücher ergänzt. Er besteht vor allem aus Kirchenbüchern evangelisch-lutherischer Gemeinden, später aus solchen der evangelischen Gemeinden der Union, die am 27.9.1817 durch Verordnung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. entstand und die Lutheraner und Calvinisten vereinte. Die vorhandenen Kirchenbücher gehörten Gemeinden, die den Kirchenprovinzen Pommern, Brandenburg und Westpreußen angehörten. Außer ihnen sind auch Kirchenbücher der französisch-reformierten Gemeinde (Hugenotten) in Stettin (4 AE) sowie der katholischen Kirche in Flatow (Erzdiözese Gnesen, 1 AE) vorhanden.

Die Duplikate der Kirchenbücher sind bei den jeweiligen Beständen der Amtsgerichte aufgeführt.

Inhalt (alphabetisch nach Ortschaften geordnet):

Amalienhof, Gem. Gollnow

Geburten (a) – 1816–1866,

Eheschließungen (b) – 1816–1866,

Sterbefälle (c) – 1866–1866.

Arnswalde, Gem. Arnswalde

a – 1835–1841,

b – 1835–1843,

c – 1835–1842.

Battrow, Gem. Grunau

a – 1824–1863,

b – 1824–1863,

c – 1824–1863.

Bergland, Gem. Lübzin

a – 1703–1783, 1806–1816,

b – 1703–1783, 1806–1815,

c – 1703–1783, 1808–1815.

Register:

a – 1840–1893,

c – 1840–1893.

Bernickow, Gem. Königsberg i. Nm.

a – 1653–1797, 1816–1857,

b – 1653–1797, 1816–1857,

c – 1653–1797, 1816–1857.

Blankenfelde, Gem. Lübzin

a – 1806–1816, 1840–1875,

b – 1808–1815, 1840–1875,

c – 1808–1815, 1840–1875,

Konfirmationen (d) – 1806–1815.

Braschendorf, Gem. Schönhagen

a – 1802–1906,

b – 1802–1909,

c – 1802–1909,

d – 1803–1843.

Bublitz, Gem. Bublitz

a – 1657–1696,

b – 1657–1696,

c – 1657–1696.

Buddendorf, Gem. Gollnow

a – 1786–1850,

b – 1786–1854,

c – 1786–1854,

d – 1790–1855.

Register:

a – 1786–1850,

b – 1766–1854,

c – 1766–1854,

d – 1790–1855.

Charbrow, Gem. Charbrow

d – 1766–1804,

Kommunikanten (e) – 1771–1803.

Daarz, Gem. Rosenow

c – 1758–1837.

Damerfitz, Gem. Rosenow

c – 1758–1837.

Eichenwalde, Gem. Pagenkopf

a – 1835–1934,

b – 1842–1934,

c – 1809–1934.

Freiheide, Gem. Massow

a – 1700–1941,

b – 1738–1943,

c – 1704–1712, 1735–1942.

Fürstenflagge, Gem. Langenberg

a – 1806–1886,

b – 1836–1885,

c – 1836–1886,

Konfirmationen (d) – 1845–1874.

Register:

a – 1806–1824.

Gollnow, Gem. Gollnow

a – 1766–1787, 1806–1844, 1905–1911, 1932–1940,

b – 1766–1885,

c – 1832–1847, 1884–1902,

d – 1788–1804, 1825–1844.

Register:

a – 1766–1787, 1806–1844,

b – 1833–1885,

c – 1832–1847, 1884–1902.

Groß Christinenberg, Gem. Rörchen

a – 1806–1816, 1840–1944,

b – 1808–1815, 1840–1944,

c – 1806–1815, 1840–1944,

d – 1806–1815

Groß Peterkau, Gem. Groß Peterkau

a – 1843–1856,

b – 1843–1855,

c – 1843–1855.

Groß Tychow, Gem. Groß Tychow

a – 1799–1826,

b – 1799–1835,

c – 1799–1835,

d – 1801–1838.

Großenhagen, Gem. Speck

a – 1653–1832, 1836–1902,

b – 1653–1832, 1836–1902,

c – 1653–1832.

Grüneberg, Gem. Lippehne

a – 1710–1943,

b – 1819–1939,

c – 1819–1942.

Grabow, Gem. Nahausen

a – 1669, 1671–1693, 1745–1841,

b – 1745–1842,

c – 1745–1841,

d – 1824–1837.

Güstebiese, Gem. Güstebiese

a – 1641–1750,

b – 1641–1750,

c – 1641–1750.

Hackenwalde, Gem. Gollnow

a – 1766–1787, 1806–1824, 1845–1877,

b – 1766–1832, 1845–1877,

c – 1845–1877,

d – 1788–1804, 1845–1877.

Register:

a – 1766–1787, 1806–1824.

Hanseberg, Gem. Hanseberg

a – 1707–1836,

b – 1707–1749, 1752–1836,

c – 1707–1750, 1752–1836,

e – 1766.

Hauswerder, Gem. Lippehne

a – 1775–1864, 1880–1941,

b – 1765–1938,

c – 1775–1942.

Hermelsdorf, Gem. Hermelsdorf

a – 1795–1944,

b – 1795–1867,

c – 1795–1867,

d – 1800–1867.

Hohen Kränig, Gem. Hohen Kränig

a – 1720–1862,

b – 1720–1862,

c – 1720–1862.

Register:

a – 1785–1862,

b – 1785–1862,

c – 1785–1862.

Jasenitz, Gem. Jasenitz

a – 1641–1880,

b – 1641–1894,

c – 1641–1894,

d – 1777–1893,

e – 1776–1779.

Register:

a – 1634–1821, 1863–1880,

b – 1634–1821,

c – 1634–1819.

Kannenberg, Gem. Hermelsdorf

a – 1795–1944,

b – 1795–1867,

c – 1795–1867,

d – 1800–1867.

Karlshöfschen, Gem. Zühlsdorf

a – 1829–1877,

b – 1829–1877,

c – 1829–1877.

Kattenhof, Gem. Gollnow

a – 1766–1787, 1806–1824, 1845–1877,

b – 1766–1832, 1845–1877, 1882,

c – 1845–1877,

d – 1788–1804, 1845–1872.

Register:

a – 1766–1787, 1806–1824.

Klein Christinenberg, Gem. Rörchen

a – 1806–1816, 1840–1944,

b – 1808–1815, 1840–1944,

c – 1808–1815, 1840–1944.

Kölpin, Gem. Zühlsdorf

a – 1829–1877,

b – 1829–1877,

c – 1829–1877.

Kolberg

Gem. St. Marien Domkirche

a – 1633–1676, 1700–1799,

b – 1682–1703, 1706–1822,

c – 1708–1805,

d – 1712–1722, 1724, 1726–1730, 1732–1824.

Register:

c – 1748–1777.

Gem. St. Johanniskirche

a – 1764–1836,

b – 1764–1834,

c – 1764–1858,

d – 1797–1835.

Gem. St. Nikolaikirche

a – 1650–1802,

b – 1678–1767, 1762–1805,

c – 1784–1817,

d – 1751–1757, 1763–1835.

Gem. St. Georgenkirche

a – 1650–1762, 1784–1802,

b – 1678–1757, 1784–1804,

c – 1784–1807,

d – 1751–1757.

Gem. Heiliggeistkirche, St. Gertrud

a – 1680–1796,

b – 1703–1796,

c – 1703–1796,

d – 1722–1724, 1744–1748, 1750, 1786–1796.

Königsberg i. Nm., Gem. Königsberg i. Nm.

a – 1581–1823, 1891–1912,

b – 1631–1730, 1732–1827, 1891–1912,

c – 1581–1827, 1891–1911,

e – 1776–1810.

Register:

a – 1750–1776, 1796–1823,

b – 1796–1827,

c – 1750–1776, 1796–1827.

Korkenhagen, Gem. Schönhagen

a – 1740–1943,

b – 1741–1896, 1898–1942,

c – 1741–1896, 1898–1943,

d – 1796–1843.

Köslin

Gem. St. Marienkirche

a – 1868–1873.

Kratzig, Gem. Kankelfitz

a – 1614–1767,

b – 1614–1766,

c – 1614–1767,

d – 1714–1767.

Langenberg, Gem. Langenberg

a – 1770–1895,

b – 1770–1895,

c – 1770–1895,

d – 1771–1814.

Lenz, Gem. Parlin

a – 1742–1876,

b – 1740–1876,

c – 1739–1876,

d – 1815, 1817–1818.

Lessenthin, Gem. Kankelfitz

a – 1623–1767,

b – 1744–1765,

c – 1623–1767.

Register:

a – 1623–1767 (nur für die Buchstaben A bis H).

Liebenfelde, Gem. Zühlsdorf

a – 1829–1877,

b – 1829–1877,

c – 1829–1877.

Liebenow, Gem. Zühlsdorf

a – 1829–1877,

b – 1829–1877,

c – 1829–1877.

Lippehne, Gem. Lippehne

a – 1750–1893,

b – 1750–1752, 1766–1823,

c – 1750–1842, 1868–1891,

d – 1794–1842, 1864–1914.

Register:

a – 1700–1861.

Lübzin, Gem. Lübzin

a – 1703–1785, 1806–1816, 1869–1898,

b – 1703–1791, 1808–1815, 1863–1898,

c – 1703–1792, 1808–1815, 1868–1898,

d – 1729–1792, 1806–1815.

Massow, Gem. Massow

a – 1651–1731, 1740–1769, 1801–1934,

b – 1676–1731, 1766–1866,

c – 1673–1731, 1768–1909.

Register:

a – 1801–1869,

c – 1835–1909.

Messenthin, Gem. Pölitz

a – 1623–1711, 1734, 1737, 1771–1905,

b – 1622–1687, 1771–1905,

c – 1622–1693, 1738, 1771–1905.

Münchendorf, Gem. Barfußdorf

a – 1862–1943,

b – 1862–1943,

c – 1862–1943.

Mützenow, Gem. Mützenow

a – 1780–1852,

b – 1780–1852,

c – 1780–1852,

d – 1783–1852.

Nahausen, Gem. Nahausen

a – 1669, 1671–1693, 1745–1836,

b – 1745–1836,

c – 1745–1836,

d – 1824–1836.

Nemitz, Gem. Nemitz

a – 1647–1709,

b – 1647–1708,

c – 1647–1709.

Neuendorf, Gem. Schönhagen

a – 1740–1943,

b – 1741–1943,

c – 1741–1909,

d – 1796–1843.

Neuenkirchen, Gem. Neuenkirchen

a – 1678–1749,

b – 1678–1749,

c – 1603–1628, 1678–1749.

Neugolz, Gem. Neugolz

a – 1860–1874,

b – 1860–1874,

c – 1860–1874.

Neu Massow, Gem. Massow

a – 1754–1944,

b – 1754–1941,

c – 1754–1939,

d – 1785–1810.

Nieder Kränig, Gem. Nahausen,

a – 1673–1682, 1695–1800, 1803–1862,

b – 1720–1782, 1785–1862,

c – 1720–1862.

Register:

a – 1673–1682, 1695–1874,

b – 1673–1682, 1695–1874,

c – 1673–1682, 1695–1874.

Nieder Saathen, Gem. Hohen Kränig

a – 1720–1853,

b – 1720–1853,

c – 1720–1853.

Register:

a – 1785–1853,

b – 1785–1853,

c – 1785–1853.

Paetzig a. d. O., Gem. Hansenberg

a – 1683–1837,

b – 1683–1837,

c – 1683–1837,

d – 1785–1799.

Pagenkopf, Gem. Pagenkopf

(a) – 1741–1822,

(b) – 1741–1822,

(c) – 1741–1822.

Parlin, Gem. Parlin

a – 1742–1876,

b – 1740–1876,

c – 1739–1876,

d – 1815, 1817–1818.

Pölitz, Gem. Pölitz

a – 1643–1876,

b – 1643–1899,

c – 1643–1876.

Register:

b – 1643–1800.

Pribbernow, Gem. Pribbernow

a – 1836–1883,

b – 1841–1884,

c – 1843–1884,

d – 1845–1848, 1881, 1883.

Priemhausen, Gem. Priemhausen

a – 1816–1903,

b – 1812–1854, 1858–1906,

c – 1812–1906.

Puddenzig, Gem. Gollnow

a – 1786–1926,

b – 1786–1851,

c – 1786–1851.

Register:

a – 1786–1852,

c – 1786–1851.

Pütt, Gem. Rörchen

a – 1840–1944,

b – 1840–1944,

c – 1840–1944.

Rehdorf, Gem. Hansenberg

a – 1753–1836,

b – 1750–1836,

c – 1753–1836,

d – 1782–1818.

Reichenbach, Gem. Schlagenthin

a – 1678–1854,

b – 1679–1854,

c – 1679–1854.

Reichenfelde, Gem. Nahausen

a – 1669, 1671–1693, 1745–1773,

b – 1745–1773,

c – 1745–1773.

Rensekow, Gem. Rensekow

a – 1833–1861,

b – 1833–1861,

c – 1833–1861,

d – 1835–1849.

Resehl, Gem. Massow

a – 1740–1943,

b – 1741–1942,

c – 1741–1943,

d – 1796–1814, 1934.

Rörchen, Gem. Rörchen

a – 1813–1815, 1856–1944,

b – 1813–1815, 1856–1944,

c – 1813–1815, 1856–1944,

d – 1813–1815, 1871–1944.

Rosenthal, Kreis Lebus

a – 1762–1814,

b – 1762–1814,

c – 1762–1815.

Rosenow, Gem. Rosenow

c – 1758–1837.

Rügenwalde

Gem. Schloßkirche

a – 1665–1805,

b – 1668–1804,

c – 1668–1805,

d – 1794–1805.

Gem. Marienkirche

a – 1672–1679,

b – 1673–1714,

c – 1701–1714.

Schlagenthin, Gem. Schlagenthin

a – 1793–1854,

b – 1795, 1797–1854,

c – 1793–1854,

d – 1816–1826.

Schmolsin, Gem. Schmolsin

a – 1818–1865,

d – 1818–1829, 1831–1847.

Sellnow, Gem. Sellnow

a – 1751–1774, 1781–1845,

b – 1751–1761, 1781–1845,

c – 1751–1775, 1781–1845,

d – 1811–1845.

Silligsdorf, Gem. Silligsdorf

a – 1846–1883,

b – 1847–1882,

c – 1848–1881.

Sophienthal, Gem. Rörchen

a – 1840–1944,

b – 1840–1944,

c – 1840–1944,

d – 1806–1815.

Speck, Gem. Speck

a – 1856–1885, 1927–1944,

b – 1856–1886,

c – 1856–1885,

d – 1926–1942.

Staffelde, Gem. Staffelde

a – 1864–1878.

Stargard i. P.

Gem. Heiligegeistkirche

a – 1719–1773, 1805–1826, 1852–1862, 1876–1911,

b – 1709–1808, 1852–1935,

c – 1719–1932.

Register:

a – 1805–1826, 1852–1862, 1876–1911,

b – 1852–1935,

c – 1852–1932.

Gem. St. Johanniskirche

Register für das Taufbuch aus den Jahren 1694–1852.

Gem. St. Marienkirche

a – 1892–1902.

Stettin

Französisch-Reformierte Gemeinde

a – 1721–1943,

b – 1722–1943,

c – 1721–1871.

Achtung: Diese Kirchenbücher gehören zum Bestand Französische Reformierte Kirche zu Stettin.

Stolpmünde, Gem. Stolpmünde

Register der Beichtenden – 1860–1936.

Treptow a. R., Gem. Treptow a. R.

a – 1603–1668.

Trieglaff, Gem. Trieglaff

a – 1640–1779,

b – 1640–1770,

c – 1640–1779.

Wildenbruch, Gem. Wildenbruch

a – 1786–1830,

b – 1786–1830,

c – 1786–1830,

d – 1818–1830.

Wintershagen, Gem. Stolpmünde

Register der Beichtenden – 1860–1936.

Wittenfelde, Gem. Pagenkopf

a – 1741–1790,

b – 1741–1790,

c – 1741–1790.

Zizow, Gem. Zizow

a – 1724–1835,

b – 1739–1835,

c – 1734–1835,

d – 1785–1835.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei; Grünenberg, G. (Hg.): Kirchenbücher, Kirchenbuch-Duplikate und Standesamtsregister der ehemals brandenburgischen Kreise Königsberg, Soldin, Landsberg, Arnswalde, Friedeberg, Ost- und Weststernberg, Crossen, Züllichau-Schwiebus, Guben, Sorau, Schwerin, Meseritz, Bomst. Bestandsverzeichnis 1998, Lenzen/Elbe 1998; Grzelak, J.: Spis ksiąg metrykalnych i ich duplikatów w zasobie Archiwum Państwowego w Szczecinie [Verzeichnis der Kirchenbücher und ihrer Duplikate im Staatsarchiv Stettin], SIA, Nr. 7, 1992; Księgi metrykalne i stanu cywilnego w archiwach państwowych w Polsce. Informator [Kirchen- und Standesamtsbücher in polnischen Staatsarchiven. Wegweiser], bearb. v. A. Laszuk, Warszawa 2000.

Literatur

Bestandverzeichnis der Deutschen Zentralstelle für Genealogie Leipzig, Teil 1, Kirchenbuchunterlagen der östlichen Provinzen Posen, Ost- und Westpreußen, Pommern und Schlesien, bearbeitet v. M. Wermes, R. Jude, M. Bähr u. H. J. Voigt, Neustadt/Aisch 1991.

Landeskirchliches Archiv. Schnellüberblick. Kirchenbuchbestand, Greifswald 1995.

Rodig, U.: Verzeichnis der pommerschen Kirchenbücher im Vorpommerschen Landesarchiv Greifswald, Rostock u. Bremen 1996.

Szukała, M.: Księgi metrykalne Darłowa w zasobie Archiwum Państwowego w Szczecinie [Die Kirchenbücher von Rügenwalde im Staatsarchiv Stettin], in: Darłowskie Zeszyty Naukowe, Nr. 6 (1995).

Verzeichnis der Kirchenbücher im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin, Teil I, bearbeitet v. Ch. Stache, Berlin 1987.

Wehrmann, M.: Die Kirchenbücher in Pommern, in: BSt, Bd. 42 (1892).

MSz

Zum Anfang

503

0040 Französische Reformierte Kirche zu Stettin (Francuska Gmina Zreformowanego Kościoła w Szczecinie)

1709–1943; 51 AE, 1,5 lfm.

Im Oktober 1685 schloß der französische König Ludwig XIV. in einem in Fontainebleau erlassenen Edikt seine Untertanen mit calvinistischem Bekenntnis (Hugenotten) aus der Rechtsgemeinschaft aus. Damit wurde das Prinzip der religiösen Toleranz für ungültig erklärt, das von Henri IV. im Edikt von Nantes 1598 eingeführt und von Ludwig XIII. im sog. Gnadenedikt von Alais bestätigt worden war. Durch seine Verordnungen von Fontainebleau schloß Ludwig XIV. alle protestantischen Kirchen und Schulen; die Pfarrer standen vor der Wahl, sich entweder von ihrem Glauben loszusagen oder das Land zu verlassen. Für die calvinistischen Kinder wurden katholische Schulen eingerichtet und sie mußten sich taufen lassen. Die Mehrzahl der protestantischen Familien wählte die Emigration. In kurzer Zeit verließen rund 200 000 Menschen aller Gesellschaftsschichten und Berufe Frankreich. Sie gingen vor allem nach Holland, England und Brandenburg. Schon einen knappen Monat nach der Entscheidung Ludwigs XIV. erließ der Kurfürst von Brandenburg, Friedrich Wilhelm, am 29.10.1685 in Potsdam ein Edikt, in dem er die französischen Hugenotten einlud, sich in seinem Land niederzulassen. Der Kurfürst schenkte den Franzosen, den „wegen des heiligen Evangelii und dessen reiner Lehre angefochtenen und bedrengten Glaubens-Genossen“ Ackerland, Stadtrechte, gewährte Handwerkern den Eintritt in die Zünfte, gab den Besitzern von Manufakturen Privilegien, befreite sie für 15 Jahre von den Steuern, verlieh dem Adel Ämter und Würden und allen Hugenotten eine eigene Kirchen- und Gerichtsorganisation. Rund 30 000 Vertriebene kamen nach Brandenburg. Sie siedelten sich vor allem in Berlin an, wo sie bald schon eine wichtige Rolle in Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft spielten. Im brandenburgischen Pommern entstanden erste französische Gemeinden 1687 in Stargard und 1699 in Kolberg und Stolp. Der brandenburgische Kurfürst Friedrich III. setzte einen französischen Consistoire Supérieur als Kirchenbehörde für die Hugenotten des ganzen Landes ein. Nach der Inbesitznahme Stettins durch den preußischen Staat 1721 begannen sich auch hier französische Calvinisten niederzulassen, insbesondere Handwerker. Friedrich Wilhelm I. bestätigte alle ihre Privilegien und berief in Stettin eine eigene französische Kirchenverwaltung, das Französisch-reformierte Consistorium, dem alle Hugenottengemeinden der Provinz Pommern unterstanden. Dem Konsistorium gehörten zwei Pfarrer der Stettiner Gemeinde, sechs Älteste und ein Kämmerer an. Das Konsistorium unterstand dem Oberkonsistorium in Berlin. 1724 gehörten der Stettiner Gemeinde, deren Kirche die St. Otto-Kapelle im Schloß war, rund 700 Personen an. Die Hugenotten spielten im wirtschaftlichen Leben der Stadt eine große Rolle, hauptsächlich im Handel, im Manufakturwesen und im Handwerk. In der Mitte des 19. Jahrhunderts hatten sie sich vollständig an die deutsche Bevölkerung Stettins assimiliert, auch wenn sie bis 1945 ihre kirchliche Sonderstellung behielten.

1953 übernahm das damalige Woiwodschaftsarchiv Stettin die im Gebäude der Polska Kasa Oszczędnościowa (Polnische Sparkasse, PKO) aufgefundenen Archiv-einheiten der französischen Gemeinde. 1960 wurden dem Bestand fünf weitere Faszikel einverleibt, die vom Pariser Nationalarchiv übergeben wurden.

Inhalt

Verordnungen, Edikte, Rechte und Vorschriften, Kirchenorganisation, Verordnungen des Oberkonsistoriums Berlin, aus den Jahren 1709–1937, 4 AE.

Eigentum, Parzellen, Immobilien, Friedhof, aus den Jahren 1850–1943, 4 AE.

Organisation, Verordnungen und Dekrete, Zeremonien, Kirchensteuern, Mieten, Verzeichnisse der Gemeindemitglieder, genealogische Recherchen, aus den Jahren 1716–1940, 19 AE.

Finanzen, Kirchen-, Unterstützungs- und Schulkasse, Rechnungen, Kassenbücher, Hypotheken, aus den Jahren 1723–1935, 15 AE.

Statistik, natürliche Bevölkerungsbewegung, Kirchenbücher (Geburten, Heiraten und Sterbefälle), Berichte, aus den Jahren 1721–1943, 9 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Erbe, H.: Die Hugenotten in Deutschland, Essen 1937.

Richard, M.: Życie codzienne hugonotów od edyktu nantejskiego do Rewolucji Francuskiej [Das Alltagsleben der Hugenotten vom Edikt von Nantes bis zur französischen Revolution], Warszawa 1978.

Salmonowicz, S.: Podziały terytorialne i ustrój polityczny ziem pomorskich w latach 1815–1850 [Die territoriale Gliederung und die politische Verfassung der pommerschen Gebiete in den Jahren 1815 bis 1850], in: Historia Pomorza [Geschichte Pommerns], Bd. 3, Teil 1, hg. v. G. Labuda, Poznań 1993.

Szultka, Z.: Kolonie francuskie na Pomorzu Zachodnim [Französische Kolonien in Pommern], in: RH 53 (1987).

Vinage, H. du: Geschichte der Französischen Kolonie und der Evangelisch-Reformierten Gemeinde zu Pasewalk, in: BSt NF 28 (1926).

Wiśniewski, J.: Początki układu kapitalistycznego 1713–1805 [Die Anfänge des kapitalistischen Systems 1713–1805], in: Dzieje Szczecina [Geschichte Stettins], Bd. 2, hg. v. G. Labuda, Warszawa u. Poznań 1985.

BF

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504

0138 Pommersche Judengemeinden in Baldenburg, Bublitz, Flatow, Kallies, Kolberg, Köslin, Preußisch Friedland, Schlochau, Stargard, Stettin, Swinemünde und Wollin – Bestandsreste

1801–1938; 148 AE, 1,5 lfm.

Erste Hinweise auf in Pommern siedelnde Juden stammen aus dem 13. Jahrhundert, obschon sie als wandernde Händler bereits rund drei Jahrhunderte früher nach Pommern kamen. 1261 verlieh Herzog Barnim I. den in Stettin lebenden Juden die gleichen Rechte wie sie sie in Magdeburg hatten. Dieses Privileg wurden später von den Herzögen Otto I. (1308) sowie Kasimir IV. und Swantibor (1371) bestätigt. Auf der anderen Seite aber wurde den Vertretern der jüdischen Bevölkerung in Pommern der Erwerb von Immobilien erschwert und man erlaubte ihnen nicht, staatliche Funktionen auszuüben. Dennoch siedelten sich im Laufe des 13. und 14. Jahrhunderts mit persönlicher Erlaubnis schrittweise Juden in den pommerschen Städten an. Ein solcher Ansiedler war Jordan, der mit seiner Familie 1325 von den Herzögen Otto I. und Barnim III. das Wohnrecht in Stettin erhielt. Seit dem 15. Jahrhundert wurde den Juden zunehmend der Aufenthalt in bestimmten Stadtteilen der pommerschen Städte auferlegt. 1481 ordnete Herzog Bogislaw X., der den Zustrom jüdischer Bevölkerung einschränken wollte, an, daß sie sich nur in einigen ausgewählten Orten aufhalten dürfe, und zwar höchstens für einige Jahre. Aus dieser Zeit haben sich Hinweise auf Judenverfolgungen erhalten. Die behördlichen Hemmnisse verlangsamten den zahlenmäßigen Anstieg der jüdischen Bevölkerung im 16. und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Eine bessere Zeit kam für sie erst wieder in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, als das kriegsverwüstete und teils von Brandenburg in Besitz genommene Pommern einer demographischen Verstärkung bedurfte. Es wurden nun viele Erschwernisse aufgehoben, die den Zuzug von Juden behinderten; seit 1695 war es ihnen erlaubt, einen relativ freien Handel zu führen. In ihrem Bestreben, die Ansiedlung wohlhabender Vertreter der jüdischen Bevölkerung zu unterstützen, wurde es ihnen verboten, sich in Festungsstädten niederzulassen (z. B. Stettin, Kolberg). 1777 setzte Friedrich II. eigene Konzessionen für die Juden in Kraft und erlaubte ihnen, sich ohne Rücksicht auf den Festungscharakter in den Städten niederzulassen. Dies bedeutete den Beginn der Judengemeinde in Stettin (seit 1816). Aufgrund eines Edikts von 1847 wurden in Preußen die Rechte von Juden und Christen endgültig gleichgestellt. Von nun an stieg die Zahl der jüdischen Bevölkerung, die sich in den pommerschen Städten in Gemeinden organisierte, schrittweise. Ihre relativ ruhige Existenz wurde erst durch die nationalsozialistische Zeit unterbrochen. Die Verfolgungen hatten ihren Höhepunkt in der sog. Kristallnacht (9./10. Oktober 1938), in der die meisten pommerschen Synagogen niedergebrannt wurden. Nach diesen Vorfällen begann die Auflösung der jüdischen Gemeinden in den pommerschen Städten, die vor allem seit 1939 mit der physischen Liquidierung ihrer Mitglieder einherging.

Die Archivalien der jüdischen Gemeinden Pommerns wurden in den Jahren 1938 und 1939 von der Gestapo übernommen. Zugleich wurde Material, das die Polizeibehörden weniger gebrauchen konnte, dem Stettiner Archiv übergeben. Wahrscheinlich blieben diese Akten den ganzen Zweiten Weltkrieg über in den Archivmagazinen.

Inhalt

Baldenburg, Kassenfragen, Einnahmen und Ausgaben, Satzung, Sitzungsprotokolle der Gemeindegremien, Korrespondenz, aus den Jahren 1843–1938, 4 AE.

Bublitz, Sitzungsprotokolle der Gemeindegremien, Finanzfragen, Sozialhilfe, aus den Jahren 1893–1938, 3 AE.

Flatow, Verordnungen, Satzungen, Sitzungsprotokolle der Gemeindegremien, Friedhof, Gesellschaft zur Krankenpflege, Korrespondenz, aus den Jahren 1833–1938, 10 AE.

Kallies, Kassenbücher, aus den Jahren 1856–1898, 2 AE.

Kolberg, Personalakte des Selig Hirsch, aus den Jahren 1803–1806, 1 AE.

Köslin, Hypothekenurkunden, Korrespondenz mit den Behörden, Bau einer Synagoge, rituelles Bad, Streitigkeiten, Prozesse, Wahlen der Gemeindegremien, Haushalte, alte Synagoge, aus den Jahren 1801–1894, 21 AE.

Preußisch Friedland, Bau einer Synagoge, Friedhof, von der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert, 1 AE.

Schlochau, Verordnungen, Korrespondenz mit den Behörden, Haushalt, Sitzungen des Gemeinderats, Sitzungsprotokolle, soziale Aktivitäten, Steuerfragen, Finanzen, Kassenbücher, Bestattungen, Organisation der jüdischen Frauen, Bund der jüdischen Gemeinden Preußens, jüdischer Pfadfinderverband, Bau einer Synagoge, rituelles Schlachten, Armen- und Krankenfürsorge, zionistische Propaganda, aus den Jahren 1856–1938, 47 AE.

Stargard, Satzungen, Sitzungsprotokolle der Gemeindegremien, Armenfürsorge, Kassenbuch der Bestattungsgesellschaft, Beitragsverzeichnisse, aus den Jahren 1870–1873, 7 AE.

Stettin, Auszüge aus den Sitzungsprotokollen der Gemeindegremien, Haushaltspläne, Mitgliederverzeichnisse, aus den Jahren 1919–1930, 9 AE.

Swinemünde, Kassenbücher, Aufrufe, Satzung, Haushalt der Gemeinde, Behördenkorrespondenz, Finanzen, Vorschriften über das rituelle Schlachten, Bau einer Synagoge, Verzeichnisse der Verstorbenen, Gerichtsfragen, Sozialhilfe, Feiertage, Organisation der jüdischen Frauen, aus den Jahren 1847–1936, 38 AE.

Wollin, Gründung einer Gemeinde, Mitgliederverzeichnisse, Kassenbücher, Haushalte, aus den Jahren 1875–1935, 5 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Frankiewicz, B.: Losy ludności żydowskiej na Pomorzu Zachodnim w latach 1933–1940 [Das Schicksal der jüdischen Bevölkerung Pommerns in den Jahren 1933–1940], in: Biuletyn Żydowskiego Instytutu Historycznego w Polsce, Nr. 3-4, 1987.

Frankiewicz, B.: Stettin. Ein polnisches Mahnmal erinnert, in: Deutsch-Jüdische Passagen, hg. v. W. Jasper u. J. Schoeps, Hamburg 1996.

Wilhelms, W.: Juden in Pommern, Schwerin 1996.

BF

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507

1182 Staatliche Höhere Maschinenbau-Schiffsingenieur und Seemaschinistenschule in Stettin (Rep. 62a, Państwowa Wyższa Szkoła Budowy Maszyn w Szczecinie)

1897–1932; 4 AE, 0,1 lfm.

Die Höhere Maschinenbau-Schiffsingenieur und Seemaschinistenschule in Stettin wurde 1900 gegründet. Sie bildete Ingenieure für den Schiffsbau sowie Schiffsmaschinisten aus. Jährlich schlossen hier mehrere Studenten ihre Ausbildung ab. 1911 betrug die Zahl der Studenten 60. Die Schule wurde wahrscheinlich in den 1930er Jahren aufgelöst.

Es haben sich keine Informationen darüber erhalten, wann und unter welchen Umständen die Akten ins Stettiner Archiv gelangten. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 62 c, Staatliche Ingenieurschule Stettin, aus den Jahren 1900–1946, 3,5 lfm.

Inhalt

Plan für den Schulbau, Korrespondenz, Personalakten der Lehrer, Rechnungen, aus den Jahren 1897–1932, 4 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

Literatur

Włodarczyk, E.: Wielkomiejski rozwój Szczecina w latach 1871–1918 [Die großstädtische Entwicklung Stettins in den Jahren 1871–1918], in: Dzieje Szczecina [Geschichte Stettins], Bd. 3, hg. v. B. Wachowiak, Szczecin 1994.

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508

0299 Marienstiftsgymnasium in Stettin (Gimnazjum Mariackie w Szczecinie)

1642–1942; 1014 AE, 20,75 lfm.

1544 nahm in Stettin das Pädagogium seine Tätigkeit auf, das im Jahr zuvor vom Stettiner Herzog Barnim XI. und vom Wolgaster Herzog Philipp I. gegründet worden war. Im Sinne der Stiftungsurkunde sollten in der neuen Schule 24 Jungen in einem Alter von über zwölf Jahren für acht Jahre unterrichtet werden. Die Ausgaben der Lehranstalt wurden aus den Einnahmen des Marienstifts getragen. Die Schule erwarb sich aufgrund ihres akademischen Niveaus rasch Anerkennung. Vom Beginn ihres Bestehens an bis zur Übernahme der Stadt durch die Schweden absolvierten rund 5500 Schüler diese Schule. Die meisten stammten aus Pommern, doch kamen auch Schüler aus Brandenburg, Mecklenburg, Schweden, Ungarn und Polen. Im ersten Zeitraum wurde sie von vielen später bedeutenden Politikern, Geistlichen und Gelehrten besucht, u. a. von Paul Friedeborn, Daniel Cramer und Johann Micraelius. Während des Dreißigjährigen Kriegs kam das Pädagogium herunter; seine Krise drückte sich in einem drastischen Rückgang der Schülerzahl aus, im Verfall der Disziplin und in der schlechten finanziellen Lage. Schweden, dem Stettin schließlich zufiel, entschloß sich 1667 dazu, das Pädagogium aufzulösen und an seiner Stelle eine neue Schule zu gründen, ein Gymnasium, das nach Karl XI. Regnum Gymnasium Carolinum genannt wurde. Bei der Belagerung Stettins durch den Großen Kurfürsten 1676–1677 brannte das Schulgebäude nieder. Die Schule wurde 1687 wiederaufgebaut, doch besuchten sie damals nur 27 Schüler. Nach der Einnahme Stettins durch preußische Truppen bestimmte Friedrich Wilhelm I. schon 1715 für das Marienstift und das Gymnasium, das von nun an „Akademisches Gymnasium“ hieß, vier Kuratoren (zwei Mitglieder der Regierung und zwei, die von den pommerschen Ständen gewählt wurden). Ihnen vorgesetzt wurde das Oberkuratorium, dem der Regierungspräsident vorstand. Trotz der Fürsorge der Behörden und den durchgeführten Reformen ließ der Besuch der Stettiner Schule zu wünschen übrig: 1768 schrieben sich gerade einmal 6 Schüler ein, 1777 17 Schüler. An der Schule unterrichteten viele bekannte Historiker wie Johann Karl Ölrichs, Johann Samuel Hering oder Johann Jacob Sell. Um den Schulbesuch zu erhöhen, vereinte Friedrich Wilhelm III. mit einer Kabinettsordre aus dem Jahre 1805 das Akademische Gymnasium mit dem Ratslyzeum. Das nun entstandene Vereinigte Königliche und Stadt-Gymnasium zählte 178 Schüler. Im 19. Jahrhundert wurde diese Schule zur führenden Schule der Provinz Pommern. Unter Einfluß der von Wilhelm von Humboldt angeregten Reformen wurde das Stettiner Gymnasium wie auch viele andere preußische Schulen dieses Typs zu einer Anstalt, die sich dem Programm des Neuhumanismus verpflichtet fühlte. Der Begriff „Neuhumanismus“ umfaßte vor allem ein Erziehungsideal, dessen oberstes Prinzip nach Humboldt der ethische Wert der Lehre war, da der Weg zur Bildung des Charakters über die geistige Bildung führte. Daher legte man am Stettiner Gymnasium viel Wert auf den Unterricht in den antiken Sprachen (Griechisch, Hebräisch und Latein), der neuen Sprachen (Englisch und Französisch), der Geschichte und Geographie, des Zeichnens und der Kalligraphie. Die Schule wurde vom Bürgertum sehr geschätzt, das seine Söhne gerne hierher schickte. Zwischen 1830 und 1840 betrug die Schülerzahl rund 450, 1863 750 Personen. 1869 wurde die Schule in zwei Gymnasien aufgeteilt, womit der Zustand von vor 1805 wiederhergestellt wurde: das Marienstiftsgymnasium und das Stadtgymnasium. Das Marienstiftsgymnasium besuchten 1879 655 und 1905 725 Schüler. Im 19. Jahrhundert gingen hier zu unterschiedlicher Zeit viele um die Kultur Pommerns verdiente Personen zur Schule, so Heinrich Böhmer, Ludwig Giesebrecht, Hermann Hering, Ferdinand Calo, Hugo Lemcke, Carl Loewe, Adolf und Wilhelm Stahr, Martin Wehrmann und Friedrich Wellmann. Um Lehrer für Grundschulen auszubilden, gab es beim Gymnasium seit 1804 ein Lehrerseminar. Das hohe Unterrichtsniveau des Marienstiftsgymnasiums blieb bis zum Ende seines Bestehens erhalten. Im Herbst 1943 wurden die Schüler aus Furcht vor Luftangriffen ebenso wie jene des Stadtgymnasiums nach Stargard evakuiert, wo sie im Groening-Gymnasium untergebracht wurden. Hier blieben sie bis Mitte 1944, ehe sie ins innere Deutschland gebracht wurden. Damit ging die 400jährige Geschichte der Schule zu Ende.

Das Stettiner Archiv übernahm nach 1874 einen Teil der Schulakten zusammen mit den Archivalien des Marienstifts. Während des Zweiten Weltkriegs wurden sie wahrscheinlich um eine Erwerbung von Akten des 20. Jahrhunderts ergänzt. Die Akten wurden höchstwahrscheinlich nach Nippoglense ausgelagert, von wo aus sie nach 1945 nach Stettin zurückkehrten.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Statuten, Verordnungen der Kuratoren und andere Behörden, Korrespondenz, Tagebücher, Vereinigung der Ratsschule und des Akademischen Gymnasiums, aus den Jahren 1713–1935, 171 AE.

Direktoren, Jahresberichte, Direktorenkonferenzen, Schulprogramme, Feierlichkeiten, Akten des Direktors Bielke, aus den Jahren 1642–1942, 20 AE.

Lehrer, Lehrerkonferenzen, Einstellungen und Entlassungen, Arbeiten der Gymnasialprofessoren, Klagen der Professoren über die Schüler, Hilfspersonal, das Gymnasium während des Ersten Weltkriegs, aus den Jahren 1688–1936, 67 AE.

Schüler, Schülerverzeichnis, Nationalität, Disziplin, Verstöße, Anträge auf Stipendien, Gesundheit, Auslastung, Zulassung zu Prüfungen, Prüfungen, Abiturarbeiten, Zeugnisse, Abiturientenverzeichnisse, Korrespondenz, Klassenarbeiten aus den Fächern Französisch, Griechisch, Hebräisch, Latein, Deutsch und Mathematik, Abiturprotokolle, aus den Jahren 1793–1942, 397 AE.

Unterrichtsfragen, Verordnungen über das Unterrichtsprogramm, Visitationen, Entwürfe, Vorträge, Sammlungen von Klassenarbeiten, Stundenpläne, empfohlene Lektüre, Unterricht in den Fächern Griechisch, Latein, deutsche Literatur, Propädeutik der Philosophie, Physik, Chemie, Geschichte, Geographie, Zeichnen, Kalligraphie, Stenographie, Gesang und Turnen, aus den Jahren 1797–1942, 31 AE.

Prüfungen, Reglement der Prüfungskommissionen, öffentliche Prüfungen, Abiturprüfungen, Unterricht für die Teilnehmer am Ersten Weltkrieg, aus den Jahren 1834–1922, 7 AE.

Ferien, Ferien und Schulfeierlichkeiten, aus den Jahren 1821–1925, 5 AE.

Stipendien und Legate, Haushalt, Rechnungen, Unterstützung von Kindern und Witwen verstorbener Lehrer, finanzielle Hilfe für begabte Schüler, Schulgeld, Ausgaben, Quittungen, von den Professoren Giesebrecht, Hering, Calo, Koch, Grassmann, Hasselbach und Oelrichs gestiftete Stipendien, Bohlendorff-Universitätsstipendium, Legat Walter, Stachel-Stipendium, Anträge auf Stipendien, aus den Jahren 1736–1938, 158 AE.

Gebäude, Errichtung eines neuen Gymnasialgebäudes, Reparaturen und Umbauten, Einrichtung, Turnhalle, Zentralheizung, aus den Jahren 1818–1925, 13 AE.

Bibliothek und Sammlungen, Katalog der Bibliothekssammlungen, Kassenzusammenstellungen der Bibliothek, Sammlung historischer Bücher, Ausleihkartei, Sammlung Hasselbach, Calo und andere Sammlungen, Erwerbungen, den Schülern empfohlene Bücher, Berichte von Professor Schmidt über die Tätigkeit der Bibliothek, Inventar des Gymnasialmuseums, Sammlung von Vögeln und Fischen, physikalisches Kabinett und Kartensammlung, aus den Jahren 1715–1941, 45 AE.

Vereine, Ruderverein am König-Wilhelm-Gymnasim, Ausflug des Rudervereins am Marienstiftsgymnasium nach Cammin, Chronik des Lesevereins am Marienstiftsgymnasium, aus den Jahren 1907–1933, 5 AE.

Vorschule, Verwaltung der Vorschule, Schülerverzeichnisse, Haushalt, Rechnungen, aus den Jahren 1842–1923, 6 AE.

Lehrerseminar, Sitzungen, Tätigkeitsberichte, Mitgliederverzeichnis, Korrespondenz, Arbeiten der Seminaristen, Seminarbibliothek in Stolp, Berichte über die Tätigkeit des Seminars in Stolp, aus den Jahren 1828–1937, 77 AE.

Varia, Stiftungsrechnungen, Bibliothekskataloge, Kontrollprotokolle, freiwillige Landarbeit der Schüler, Schulreglements, Schülerselbstverwaltung, Statistik, Lehrprogramme, Partituren musikalischer Werke, Konferenzprotokolle, aus den Jahren 1750–1935, 12 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

Literatur

Steffen, W.: Das Stettiner Gymnasium um 1848, Marburg/Lahn 1957.

Stępiński, W.: Szczecin w latach 1806–1870. Na drodze do kapitalizmu [Stettin in den Jahren 1806–1870. Auf dem Weg in den Kapitalismus], in: Dzieje Szczecina [Geschichte Stettins], Bd. 3, hg. v. B. Wachowiak, Szczecin 1994.

Stępiński, W.: Szczecińscy filolodzy między państwem a gimnazjum. W kwestii stosunków profesorów Gimnazjum Mariackiego do państwowej polityki edukacyjnej w dobie Restauracji [Die Stettiner Philologen zwischen Staat und Gymnasium. Über die Beziehungen der Professoren des Mariengymnasiums zur staatlichen Bildungspolitik in der Restauration], in: Szczecińskie Studia Historyczne, Nr. 11 (1998).

Wehrmann, W.: Geschichte des Königlichen Marienstifts-Gymnasiums in Stettin (1544–1894), Stettin 1894.

Wiśniewski, J.: Początki układu kapitalistycznego 1713–1805 [Die Anfänge des kapitalistischen Systems 1713–1805], in: Dzieje Szczecina [Geschichte Stettins], Bd. 2, hg. v. G. Labuda, Warszawa u. Poznań 1985.

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514

0302 Segler-Berufsschule in Stettin (Żeglarskie szkoły zawodowe w Szczecinie)

1861–1931; 21 AE, 0,2 lfm.

1856 entstand in Grabow eine Navigationsschule als Filiale der Navigationsschule in Danzig. 1863 erlernten hier 98 Personen den Beruf des Seemanns.

Wahrscheinlich gelangten die Schulakten nach dem Zweiten Weltkrieg an das Staatsarchiv Stettin.

Inhalt

Allgemeine Angelegenheiten, Rechnungen, Inventare der Schule in Grabow, Schülerverzeichnisse, Zeugnisse, aus den Jahren 1861–1931, 21 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

Literatur

Stępiński, W.: Szczecin w latach 1806–1870. Na drodze do kapitalizmu [Stettin in den Jahren 1806–1870. Auf dem Weg in den Kapitalismus], in: Dzieje Szczecina [Geschichte Stettins], Bd. 3, hg. v. B. Wachowiak, Szczecin 1994.

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518

0303 Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde in Stettin (Pomorskie Towarzystwo Historyczno-Archeologiczne w Szczecinie)

[1605–1816] 1821–1942; 194 AE, 5,5 lfm.

Im Juni 1824 gründete Johann August Sack, Oberpräsident der Provinz Pommern, in Stettin die Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde. Ziel der Gesellschaft war es, Denkmäler und Dokumente aus Pommern zu sammeln, archäologische, historische und sprachwissenschaftliche Forschungen zu unternehmen sowie Publikationen herauszugeben. Es wurden zwei Vorstände gebildet, einer in Stettin und die andere in Greifswald. Mit der Zeit erwarb die Greifswalder Abteilung eine große Autonomie, bis sie schließlich zum unabhängigen Rügisch-Pommerschen Geschichtsverein (1899) wurde. Oberste Gewalt für diese Vorstände war von Amts wegen der Oberpräsident der Provinz; die Schirmherrschaft hatte der preußische Thronfolger übernommen. Die Gesellschaft begann als erste mit der systematischen historischen und archäologischen Erforschung Pommerns. Das historische Interesse konzentrierte sich vor allem auf die Edition von Quellen und auf die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten. Die archäologischen Bestrebungen waren zu Beginn kaum mehr als die Sammeltätigkeit von Amateuren, entwickelten sich aber später zu einer modernen Wissenschaft. Die Archäologie fand schließlich eine wichtige Stütze in der Institution des Museums. Die Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde legte eine Bibliothek, archäologische (v. a. numismatische) Sammlungen an und sammelte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auch Archivalien. Später wurden Bibliothek und Akten in die Obhut des Stettiner Archivs gegeben. Von nun an verliefen die Geschicke von Archiv und Gesellschaft gemeinsam. Die meisten Mitglieder waren keine professionellen Historiker und Archäologen, sondern an der Wissenschaft interessierte Beamte, Grundbesitzer, Geistliche, Kaufleute, Industrielle, Advokaten und andere. Von Beginn ihres Bestehens an stieg die Mitgliederzahl rasch und betrug 1826 129 Personen, 1833 233, 1836 349 und 1848 402 Personen. Sie verringerte sich dann und fiel bis 1868 auf 234. Seit den 1870er Jahren begann die Zahl erneut zu steigen: 1877 gab es 396 Mitglieder, 1879 466, 1888 639, 1895 880, 1901 780, 1917 740, 1925 1500 und 1941 1250. Unter ihnen befanden sich viele, die sich um Kultur und Wissenschaft Pommerns verdient machten, so Ludwig Giesebrecht (1792–1873), Johann Gottlieb Kosegarten (1792–1860), Gottlieb Mohnike (1781–1841), Friedrich Wilhelm Barthold (1799–1858), Heinrich Berghaus (1797–1884), Ludwig Most (1807–1883), Robert Klempin (1816–1874), Theodor Pyl (1825–1904), Ulrich Jahn (1861–1900), Hugo Lemcke (1835–1925), Adolf Stubenrauch (1855–1922), Martin Wehrmann (1861–1937), Paul von Niessen (1857–1938), Otto Heinemann (1870–1944), Otto Altenburg (1873–1950), Otto Grotefend (1873–1945) und Otto Kunkel (1895–1984). Die Gesellschaft gab, um ihre wissenschaftlichen und volksbildenden Ziele zu unterstützen, Zeitschriften heraus – die „Baltischen Studien“ (1832–1940) und die „Monatsblätter der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde“ (1887–1942); außerdem organisierte sie wissenschaftliche Versammlungen und landeskundliche Exkursionen. Sie war in Stettin faktisch bis 1943 aktiv, wurde 1954 in Deutschland reaktiviert und legte 1955 ihr Jahrbuch „Baltische Studien“ neu auf.

Die Akten der Gesellschaft wurden die gesamte Zeit über am Vereinssitz aufbewahrt, also im Stettiner Archiv. Zunächst wurden die in den Archivmagazinen deponierten Handschriften geordnet (Handschriften der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde – Rep. 38 f). Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Akten und die Bibliothek der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde nach Bonin, Marthentin, Nippoglense, Schlemmin und Tütz ausgelagert. Nach dem Ende der Kampfhandlungen kehrte nur ein Teil des Bestands und der Bibliothek nach Stettin zurück. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 38 c-f Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde, aus den Jahren 1300–1602, 42 AE (Urkundensammlung).

Inhalt

Allgemeine Abteilung, Satzungen, Protokolle von Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen, Räume für die Sammlungen, Büste Lemckes, kaschubische Sprache, Akten über Assessor Julius Müller, aus den Jahren 1825–1942, 30 AE.

Mitglieder, Mitgliederverzeichnisse und Listen der vergebenen Mitgliedsurkunden, aus den Jahren 1831–1935, 22 AE.

Behördenkontakte, der preußische Thronfolger als Protektor der Gesellschaft, Beziehungen zum Magistrat, aus den Jahren 1834–1911, 10 AE.

Veröffentlichungen, Redaktion und Vertrieb der „Baltischen Studien“ und der „Monatsblätter der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde“, Arbeiten Paul Magunnys für das Inhaltsverzeichnis der „Baltischen Studien“, Korrespondenz mit den Verfassern von Artikeln, Denkmalinventar von Hugo Lemcke, aus den Jahren 1834–1938, 41 AE.

Kontakte mit anderen Gesellschaften, Bibliothek, Schriftenaustausch mit anderen Gesellschaften, Übernahme der Familienbibliothek Adelung, Nachlaß der Familie Steinbrück, Korrespondenz mit verschiedenen Institutionen über Vorträge, Briefe von Ludwig Giesebrecht, Johann A. Sack, Christian Haken, Johannes Voigt und Johann G. Kosegarten, Sitzungen und wissenschaftliche Exkursionen, aus den Jahren 1821–1939, 15 AE.

Sammlungen, Korrespondenz über die Sammlungen, Zeichnungen, Karten, Nachlaß Prof. Alfred Haas, aus den Jahren 1898–1934, 20 AE.

Sammlungen diverser historischer Arbeiten, Referate, Dokumente, Manuskripte von Carl Fredrich und Hugo Lemcke, Repertorium der Akten der Gesellschaft, Zeitungsausschnitte über die Schleifung der Festung Stettin, Hundertjahrfeier des Bestehens der Gesellschaft, handschriftliche Akten aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Bibliothekskatalog, Museum der Gesellschaft im Stettiner Schloß, Übergabe der Bibliothek der Gesellschaft an das Stettiner Archiv, Korrespondenz über die kaschubische Sprache, Zeitungsausschnitte über die Tätigkeit der Gesellschaft, aus den Jahren [1605–1816] 1836–1941, 56 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Alvermann, D.: Hugo Lemcke als Reorganisator der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde, in: BSt NF, Bd. 86 (2000).

Holtz, A.: 150 Jahre Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde, in: BSt NF, Bd. 60 (1974).

Passarge, K. u. Eggers, H. J.: 140 Jahre wissenschaftliche Arbeit an der Ostsee. Zur Geschichte der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde, in: BSt NF, Bd. 51 (1965).

Schmidt, R.: 175 Jahre Gesellschaft für Pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst. Landesgeschichte im Ostseeraum, in: BSt NF, Bd. 86 (2000).

Szukała, M.: Materiały źródłowe do historii Pomorskiego Towarzystwa Historyczno-Archeologicznego w zasobie Archiwum Państwowego w Szczecinie (1824–1942) [Quellenmaterial zur Geschichte der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde im Staatsarchiv Stettin], in: PZP, Bd. 38 (1994), H. 4.

Szukała, M.: Powstanie i działalność Towarzystwa Historii i Starożytności Pomorza w Szczecinie w latach 1824–1918 [Die Entstehung und die Tätigkeit der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde in Stettin zwischen 1824 und 1918], Szczecin 2000.

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519

0306 Pommerscher Verein für Kunst und Kunstgewerbe in Stettin (Pomorskie Towarzystwo Sztuki i Rzemiosła Artystycznego w Szczecinie)

1834–1923; 143 AE, 1,6 lfm.

1834 wurde auf Initiative der Provinzialbehörden und der Professoren am Gymnasium (insbesondere des Malers und Zeichenlehrers Ludwig Most) in Stettin der Kunstverein für Pommern gegründet. Sein Ziel war die Popularisierung der Kunst (vor allem der Malerei), wozu er Ausstellungen organisierte und damit Kunstauktionen verband. Erster und langjähriger Vorsitzender des Vereins war (bis 1865) Carl Friedrich Hasselbach (1781–1864), ein Historiker und Direktor des Königlich-Städtischen Gymnasiums (Mariengymnasium). Er stand einem sieben- bis neunköpfigen Vorstand vor. Schirmherr des Vereins war der preußische Thronfolger. Im ersten Jahr seines Bestehens (1835) zählte der Kunstverein für Pommern 1000 Mitglieder, später war der Zuwachs nicht mehr so dynamisch; 1871 gehörten ihm 1309 Personen an. Unter ihnen machten Kaufleute den größten Anteil aus, gefolgt von Beamten, Gymnasialprofessoren und auch Grundbesitzern. Kunstausstellungen, mit denen ein Verkauf in Form von Lotterien verbunden war, wurden seit April 1835 durchschnittlich alle zwei Jahre organisiert. Seit 1843 wurde damit begonnen, mit Vereinsgeld Kunstwerke zu kaufen, um einen Bestand für ein künftiges Stadtmuseum zu bilden. Der Öffentlichkeit wurden diese Sammlungen erstmals 1857 in den Räumlichkeiten der Friedrich Wilhelms-Schule zugänglich gemacht. Im Oktober 1910 wurde der Name des Vereins in Pommerscher Verein für Kunst und Kunstgewerbe geändert. Seit 1913 organisierte dieser mehrmals Ausstellungen im neueröffneten Städtischen Museum an der Hakenterrasse. Die letzte Ausstellung fand den erhaltenen Katalogen nach zu urteilen 1922 statt. 1924 wurde der Verein aufgelöst; seine Aufgaben übernahmen das Städtischen Museum, der Stettiner Museumsverein sowie die 1923 entstandene Städtische Schule für Kunsthandwerk.

Die Akten des Vereins befanden sich bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Städtischen Museum, von wo 1946 82 AE an das Stettiner Archiv abgegeben wurden. 2001 erhielt das Staatsarchiv Stettin vom Nationalmuseum Stettin weitere 61 AE des Pommerschen Vereins für Kunst und Kunstgewerbe.

Inhalt

Korrespondenz, Korrespondenz über die Gründung der Gesellschaft sowie über die Ausrichtung von Ausstellungen und Auktionen, aus den Jahren 1835–1885, 16 AE.

Tätigkeitsberichte, aus den Jahren 1859–1861, 2 AE.

Ausstellungen und Auktionen, Nachlaß des Gerichtsrats Remy (darin Berichte von den Ausstellungen, Verzeichnisse von Kunstwerken sowie von verkauften Exponaten), Materialien über die Ausstellungen, aus den Jahren 1834–1923, 31 AE.

Mitgliederlisten des Vereins, gedruckte Mitgliederlisten sowie Listen der Käufer von Kunstwerken auf Auktionen, aus den Jahren 1843–1871, 13 AE.

Finanzen, Finanzberichte, Beiträge, Ausstellungskosten, Einnahmen durch Ausstellungen, aus den Jahren 1835–1923, 18 AE.

Druckschriften, Satzungen und verschiedene Druckschriften über den Verein (Veranstaltung von Ausstellungen), aus den Jahren 1834–1881, 2 AE.

Erwerbung 2001, Berichte, Korrespondenz, Mitgliederverzeichnisse, Rechnungen, aus den Jahren 1835–1920, 61 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Stępiński, W.: Szczecin w latach 1806–1870. Na drodze do kapitalizmu [Stettin in den Jahren 1806–1870. Auf dem Weg in den Kapitalismus], in: Dzieje Szczecina [Geschichte Stettins], Bd. 3, hg. v. B. Wachowiak, Szczecin 1994.

Gwiazdowska, E.: Kunstverein für Pommern, in: Encyklopedia Szczecina [Stettin-Lexikon], Bd. 1, hg. v. T. Białecki, Szczecin 1999.

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520

1186 Pommersches Landesmuseum in Stettin (Pomorskie Muzeum Krajowe w Szczecinie)

[1835–1926] 1927–1945; 147 AE, 1,2 lfm.

Das Pommersche Landesmuseum in Stettin entstand aufgrund eines am 21.12.1927 zwischen dem Provinzialverband Pommern und der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde geschlossenen Vertrags. Durch diese Vereinbarung wurde dem Verband rechtlich die Fürsorge für die musealen Sammlungen der Gesellschaft übertragen, die seit 1824 zusammengetragen worden waren und seit 1913 im Städtischen Museum aufbewahrt wurden; für Ausstellungszwecke wurde ein Gebäude an der Luisenstraße übergeben. Am 18.8.1928 erfolgte die feierliche Eröffnung des Regionalmuseums unter dem Namen Provinzialmuseum Pommerscher Altertümer. An der Spitze dieser Institution stand ein Direktor, der von einem beratenden Organ unterstützt wurde, dem Verwaltungsausschuß, dessen Mitglieder Vertreter des Provinzialverbands sowie der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde waren. In 30 Ausstellungssälen wurden die Sehenswürdigkeiten der Gesellschaft in vier thematischen Gruppen gezeigt, die den vier inhaltlichen Abteilungen entsprachen, welche das gesamte Bestehen des Museums über erhalten blieben: Urgeschichte, Volkskunde, kirchliche Kunst sowie Landesgeschichte und Stadtkultur. Es war auch daran gedacht, noch eine Militärabteilung einzurichten. 1933 und 1934 wurde das Museumsinnere modernisiert; die Zahl der Ausstellungsräume vergrößerte sich auf 45. Das Haus wurde am 2.11.1934 wiedereröffnet, nun bereits unter seinem neuen Namen Pommersches Landesmuseum. Führend war jetzt die Abteilung für Urgeschichte, die bis 1945 von Dr. Otto Kunkel (1895–1984) geleitet wurde, der seit der Gründung Museumsdirektor war. Sein engster Mitarbeiter war Dr. Hans Jürgen Eggers (1906–1975), der gemeinsam mit Kunkel zahlreiche Grabungen in ganz Pommern durchführte. Die volkskundliche Abteilung wurde von Dr. Walter Borchers (1906–1980) geleitet, während die Geschichte von Region und Stadt sowie die Abteilung für kirchliche Kunst zunächst kurz von Dr. Franz Balke, später dann von Dr. Helmuth Bethe (1901–1958) geleitet wurden. Insgesamt waren im Museum einschließlich des Direktors acht bis zehn Mitarbeiter beschäftigt, darunter fünf wissenschaftliche. Durchschnittlich kamen jährlich rund 20 000 Personen in die Ausstellungen (ohne Schulklassen). Das Museum war ohne größere Einschränkung bis 1942 geöffnet, als die Bestände aus Angst vor den alliierten Bombenangriffen nach und nach in pommersche Burgen und Schlösser sowie in die Tresore anderer Institutionen ausgelagert wurden. Auf Anweisung von Direktor Kunkel wurden die Exponate aus den Magazinen auf dem Speicher in den Keller gebracht, wo sie in Kisten verpackt wurden. Während dieser Arbeiten wurde bei einem Fliegerangriff am 6.1.1944 ein Teil des Daches mit einer gewissen Zahl von Museumsstücken ein Raub der Flammen. Große Verwüstungen rief auch der Angriff in der Nacht vom 17. auf den 18.8.1944 hervor.

Im Januar 1945 wurde das Museum schließlich endgültig für Besucher geschlossen. Mitte April 1945 wurde wegen der direkten Bedrohung Stettins durch die sich nähernde Front der Direktor wie auch viele andere, die bislang vom Militärdienst verschont geblieben waren, zum Volkssturm einberufen, mit dem er die Stadt am 24.4.1945 verließ. Damit hörte das Pommersche Landesmuseum nach nicht einmal 17 Jahren auf zu bestehen. Nach dem Krieg wurde das Gebäude des einstigen Landesmuseums gemeinsam mit den erhaltenen Musealien vom Pommerschen Museum (Muzeum Pomorza Zachodniego) übernommen, dem heutigen Nationalmuseum (Muzeum Narodowe).

In den Jahren 1934 und 1935 übergab das Museum dem Stettiner Archiv in zwei kleinen Partien einen Teil seiner Dokumente. Wie Hans Jürgen Eggers nach dem Krieg berichtete, wurde der Großteil der wissenschaftlichen Akten der Institution während des Krieges gemeinsam mit den Dokumentationen der einzelnen Abteilungen in den Keller des Gebäudes des Provinzialverbands am Landeshausplatz gebracht und von dort wahrscheinlich 1944 zusammen mit einem Teil der Akten des Staatsarchivs ins Schloß Pansin ausgelagert. Nach dem Krieg gelangten die Museumsakten aus Pansin in das Stettiner Archiv; später übergab das Archiv die Akten aufgrund eines Übergabeprotokolls vom 27.6.1949 gemeinsam mit der Dokumentation der Abteilung für Urgeschichte an das seinerzeitige Pommersche Museum (2889 Faszikel). Im Archiv blieb lediglich ein kleiner Teil des Bestands mit 117 Faszikeln. Im Januar 2001 übergab das Nationalmuseum Stettin dem Staatsarchiv 30 AE aus dem Bestand Pommersches Landesmuseum.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Vertrag zwischen dem Provinzialverband und der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde über die Eröffnung eines Regionalmuseums in Stettin, Projekt für die Satzung des Verwaltungsvorstands, Berichte von den Vorstandssitzungen, Verordnungen der Oberbehörden, Verordnungen über Abrechnungen von Dienstreisen, Mitarbeiter des Museums, Öffnungszeiten und Eintrittspreise, Umbau des Gebäudes (photographische Dokumentation), Führung von Besuchergruppen, insbesondere von Schulklassen, aus den Jahren 1927–1945, 14 AE.

Sammlungen, Übergabe von Sammlungsstücken aufgrund von Testamenten, Angebote und Ankauf sowie Einrichtung der Abteilung für Landesgeschichte und Stadtkultur, Sammlungen zur Militärgeschichte – Angebote und Ankäufe, Vorschlag zur Einrichtung eines Gedenkzimmers zur Erinnerung an die im Krieg gefallenen Soldaten, Gemäldesammlung – Angebote und Ankäufe, Münzkabinett – Angebote und Ankäufe, Abteilung für kirchliche Kunst – Angebote und Ankäufe, Abteilung für Urgeschichte – Informationen über den Bestand, Wappen pommerscher Städte und Adelsfamilien, Instandhaltung, Ankäufe und Austausch wissenschaftlicher Schriften, aus den Jahren [1835–1924] 1928–1945, 58 AE.

Wechselausstellungen, „Der Pommersche Soldat“, „Das geistige Pommern“, „Schöpferische Kräfte – Schaffende Menschen“, „Deutsche Leistung im Ostseeraum“, Ausstellungen außerhalb von Stettin, Vorbereitungen für eine Ausstellung aus Anlaß der 700-Jahr-Feier der Verleihung der Stadtrechte an Stettin im Jahre 1943, aus den Jahren 1938–1943, 9 AE.

Bestandsauslagerung, Verzeichnis der Musealien mit Aufteilung auf die einzelnen Kisten, Auslagerung an ausgewählte Orte, aus den Jahren 1942–1945, 1 AE.

Kontakte mit anderen Institutionen und Privatpersonen, Provinzialkommission zur Erhaltung und Erforschung der Denkmäler, Pommerscher Heimatbund, Stettiner Museumsverein, Römisch-Germanisches Zentralmuseum (Mainz), Pommern-Kontor, Verein für historische Waffenkunde, Hitlerjugend, Städtisches Museum Stettin, Stadtbibliothek Stettin, Deutsche Akademie, Deutscher Verein für Volkskunde, Stettiner Verkehrsverein, Nord- und Ostdeutsche Forschungsgemeinschaft, Kraft durch Freude, Staatsarchiv Stettin, Bund Deutscher Osten, Prof. Habich aus München, Prof. Post aus Berlin, Versand von Museumskatalogen an verschiedene Organisationen und Institutionen, aus den Jahren [1922–1926] 1927–1944, 35 AE.

Erwerbung 2001, Museumsverwaltung, Gewinnung von Ausstellungsobjekten, Versicherungen, Rechnungen, Besucherstatistik, Korrespondenz, Regionalmuseen, Vorträge, aus den Jahren 1925–1945, 30 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Altenburg, O.: Die Einweihung des Provinzialmuseums pommerscher Altertümer in Stettin, Monatsblätter 1928.

Eggers, H. J.: Pommersche Vorgeschichtsforschung im Exil (1945–1960), in: BSt NF, Bd. 48 (1961).

Kunkel, O.: Aus der Geschichte des pommerschen Museumswesens, in: BSt NF, Bd. 58 (1972).

Kunkel, O.: Entstehung, Einrichtung und Aufgaben des Provinzialmuseums Pommerscher Altertümer, Monatsblätter 1928.

MSz

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521

0305 Städtisches Museum Stettin (Muzeum Miasta Szczecina)

[1876–] 1910–1945; 231 AE, 3,4 lfm.

Das Städtische Museum Stettin wurde am 23.6.1913 in einem neuerbauten Gebäude an der Hakenterasse eröffnet. Aufgrund eines am 11.7.1911 zwischen dem Stettiner Magistrat und dem Vorstand der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde abgeschlossenen Vertrags übernahm die Stadt für die neuen Räume an der Hakenterasse die Sammlungen der Gesellschaft, die seit den 1830er Jahren im Stettiner Schloß aufbewahrt wurden und seit 1879 für die Öffentlichkeit zugänglich waren (Antiquarisches Museum). In dem Vertrag verpflichteten sich die städtischen Behörden, die Kosten für den Transport der Sammlungen aus dem Schloß in das neue Gebäude zu tragen, ebenso die Kosten für die Einrichtung der Ausstellung, die Beheizung, die Beleuchtung und die Reparaturen des Gebäudes. Die Gesellschaft für Pommersche Geschichte sollte dagegen die Feuer- und Haftpflichtversicherung der Ausstellungsstücke tragen. Der Magistrat übernahm den Kustos der Sammlungen in ein Beschäftigungsverhältnis. Der Vorstand verpflichtete sich, die wissenschaftliche Betreuung der Sammlungen sicherzustellen sowie einen Katalog herauszugeben. Mit der Unterzeichnung des Vertrags entstand ein Organ, das die Museumsverwaltung unterstützte, vor allem bei der Veranstaltung von Ausstellungen: der Stettiner Museumsverein. Direktor des Museums wurde Walter Riezler (1878–1965), ein Archäologe und Schüler Adolf Furtwänglers in München. Riezler, ein Fürsprecher der modernen Kunst, wurde von den konservativen Kreisen Stettins bekämpft, die völkisch-nationale Kunst bevorzugten. Letztendlich wurde er im Dritten Reich 1934 in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Als Direktor folgte ihm bis 1944 Otto Holtze nach.

Im Gebäude an der Hakenterasse fanden nicht nur die Sammlungen für Archäologie, Münzen und kirchliche Kunst sowie die der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde gehörenden Gemälde Platz, sondern auch die Sammlungen des Entomologischen Vereins sowie die Gemäldesammlung der Frau Woldermann (u. a. Werke von Frans Hals), die 1857 in Stettin eine städtische Gemäldegalerie eingerichtet hatte. Neben der Sammlung Woldermann wurden im Städtischen Museum Stettin 88 französische und deutsche Gemälde gezeigt, die der Berliner Generalkonsul Mauser 1876 der Stadt übergeben hatte. Viel Platz nahm im neueröffneten Museum die Antikensammlung Dohrn ein. Sie war von Heinrich Dohrn angelegt worden, einem Industriellen, Wissenschaftler und langjährigen Vorsitzenden des Entomologischen Vereins. Sein Wunsch war es, daß im geplanten Museum den Tendenzen der Zeit entsprechend eine Sammlung antiker Kunst entstehen sollte. Dohrn entschloß sich, Kopien griechischer Plastiken anzufertigen, und zwar nicht aus Gips, wie seinerzeit üblich, sondern aus Bronze und Marmor, womit er an römische Traditionen anknüpfte. Mit der Hilfe seines Bruders Anton und seiner polnischen Gattin Maria, geb. Baranowska, gelang es Heinrich, rund 100 Kopien von Plastiken aus klassischer und hellenistischer Zeit anfertigen zu lassen. Die Galerie für antike Kunst nahm zwischen 1913 und 1945 2/3 der Ausstellungsfläche im ersten Stock des Museums ein. 1928 wurden die archäologische Abteilung und andere Sammlungen, die der Gesellschaft für Pommersche Geschichte gehörten, in das neugebildete Pommersche Landesmuseum verlegt. Das Städtische Museum Stettin war bis März 1945 in Betrieb, als die kostbarsten Ausstellungsstücke, u. a. die Gemäldesammlung, aus Angst vor der sich nähernden Front nach Westen ausgelagert wurden. Sie kehrten nie mehr nach Stettin zurück und befinden sich heute im Pommerschen Landesmuseum Greifswald. Gegenwärtig gehören ein Teil des Gebäudes und die erhaltenen Sammlungen des alten Städtischen Museums dem Nationalmuseum Stettin.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm das Stettiner Archiv die nur zu einem geringen Teil erhaltenen Akten des Städtischen Museums Stettin sowie die Materialien des Stettiner Museumsvereins. Im Januar 2001 übergab das Nationalmuseum Stettin 48 AE aus der einstigen Registratur des Städtischen Museums.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Vorgeschichte der Museumsgründung, Verordnungen, Sitzungen der Verwaltung, Korrespondenz mit anderen Museen, aus den Jahren [1876] 1911–1945, 38 AE.

Vergrößerung und Bearbeitung der Sammlungen, Abteilungen für Entomologie, Münzen, Volkskunde, Malerei und Plastik, Antikensammlung, Stiftungen Hermann Haken, Keddig, Scharlan, Familie Dohrn und Diederichs, Ankäufe, Ausleihen, Kataloge, aus den Jahren 1892–1943, 92 AE.

Stettiner Museumsverein, Jahresberichte, Veranstaltung von Ausstellungen, u. a.: „Daumier – Gavarni“, „Schweizer Graphik“, „Kunst der Goethezeit“, „Gustav Wimmer“, „Danziger Maler“, „Emil Nolde“, „Die Stettiner Landschaft“, Korrespondenz, aus den Jahren 1910–1944, 52 AE.

Zugang 2001, Errichtung des Gebäudes und Verwaltung des Museums, Schenkungen Dohrn und Pehlke, Dienstreisen, Kontakte mit anderen Museen, Berichte, Ausstellungen: „Gruppe der 6“, „Pommersche Künstler“, „Unter blauem Himmel“, Haushalt, Korrespondenz, Auslagerung der Sammlungen, aus den Jahren 1902–1945, 48 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Altenburg, O.: Die vorgeschichtlichen und kulturgeschichtlichen Sammlungen der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde, in: Monatsblätter 1928.

Lichtnau, B.: Szczeciński spór muzealny z 1913 roku [Der Stettiner Museumsstreit von 1913], in: MZP, Bd. 42 (1996).

Wołągiewicz, R.: Dzieje szczecińskiej kolekcji sztuki antycznej [Die Geschichte der Stettiner Antikensammlung], in: PZP, Bd. 32 (1988), H. 1-2.

MSz

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524

0707 Direktion des Landarmenwesens Pommern in Stettin (Dyrekcja Zakładów Opiekuńczych na Pomorzu Zachodnim w Szczecinie)

1799–1913; 93 AE, 2,4 lfm.

Die Generallandarmenverpflegungs-Direktion wurde durch ein Reglement von 1799 als Ständeinstitution geschaffen; sie sollte die beiden Provinzialarbeitshäuser in Ueckermünde und Neustettin verwalten und damit zur Beseitigung von Bettlerei und Herumtreiberei in Pommern beitragen. Sie unterstand einem Generaldirektorium; an ihrer Spitze stand der Präsident der Pommerschen Kriegs- und Domänenkammer in Stettin. Die sechs Mitglieder der Direktion wurden vom Landtag unter Vertretern von Adel und Städten gewählt. Die Tätigkeit des Direktoriums fand ihr Ende bei der Aufhebung der Ständeordnung. Am 8.1.1811 wurden ihre Aufgaben von der Polizeideputation der Regierung Pommern übernommen, an deren Sitzungen zu Fragen des Landesarmenwesens ständische Deputierte für das Landesarmenwesen teilnahmen. Nach der Erneuerung der Ständeordnung 1823 übernahmen die Kommunallandtage erneut die Armenfragen; mit einem neuen Reglement vom 26.3.1831 wurde die Generallandarmenverpflegungs-Direktion restituiert. Ihre neue Rolle kann man als beratend und meinungsbildend charakterisieren. Die Mitglieder der Direktion wurden vom Kommunallandtag für Hinterpommern und Altvorpommern gewählt; es gab sechs, drei aus dem Adel sowie drei aus Städten und Landgebieten. Die Direktion unterhielt keine laufende Verwaltung; ihre Mitglieder sollten wie früher von der Regierung zu Beratungen einberufen werden. Außerdem hatte ein Mitglied der Direktion die Pflicht, einmal jährlich eine Visitation in beiden Arbeitshäusern durchzuführen. Diese Institution bestand nur bis Ende 1832, als ihre Aufgaben von der Landstube des Kommunallandtags übernommen wurde. Pläne zu einer neuerlichen Einsetzung einer Direktion wurden bei den Arbeiten an einer Revision des Reglements zur Landesarmenpflege ventiliert. Sie rührten aus der Notwendigkeit her, das Reglement an die neuen Gesetze über die Armenhilfe und den Kampf gegen Bettelei und Herumtreiberei von 1842/1843 anzupassen. Dennoch wurde es nicht modifiziert, erst das zu Beginn der 1870er Jahre erlassene Unterstützungswohnsitzgesetz verursachte diesbezügliche Änderungen. Aufgrund einer Verordnung vom 29.7.1871 wurde im folgenden Jahr das Amt des Direktors für das Landarmenwesen geschaffen, das gemeinsam mit dem Kommunallandtag und der Landstube an der Verwaltung und Aufsicht über die Armen im Lande teilhaben sollte. Zu seinen Aufgaben gehörten u. a. die Vertretung der General-Landesarmen-Kasse der Provinz Pommern nach außen, die die Führung seiner laufenden Geschäfte zwischen den Beratungen der Landstube, die Aufsicht über die Armeneinrichtungen, Entscheidungen über die Art und Weise der Aufsicht über einzelne Arme im Land usw. Diese Institution hatte allerdings keinen langen Bestand, da durch die Provinzialordnung vom 29.6.1875 und die königliche Verordnung vom 27.12.1876 die beiden bislang in der Provinz Pommern bestehenden Landesarmenverbände (für die Regierungsbezirke Stettin und Köslin sowie für den Regierungsbezirk Stralsund) zusammengelegt wurden; am 1.1.1877 wurden die Amtsgeschäfte an den Provinzialverband gegeben, genauer gesagt an den Provinzialausschuß, den Landeshauptmann und den Provinziallandtag.

Wann die Akten der Armenanstalten vom Stettiner Archiv übernommen wurden und was mit ihnen während des Zweiten Weltkriegs geschah, ist unbekannt.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Landesarmenreglement, allgemeine staatliche Vorschriften, Berufung von Vertretern der Städte zur Mitarbeit in Armenfragen, Einstellung von Beschäftigten in den Erziehungs- und Armenanstalten, Reform der Sozialfürsorge, Übertragung der Fürsorgerechte für Arme, geistig Behinderte, Taube und Blinde an die Provinzialverwaltung, aus den Jahren 1799–1878, 10 AE.

Finanzen, General-Landesarmen-Kasse der Provinz Pommern, Darlehen für die Armenkasse, Regulierung der Eigentumsfragen an der Armenanstalt Ueckermünde, Rechnungen, Geldsammlungen, aus den Jahren 1813–1873, 21 AE.

Landesarmenanstalt Ueckermünde, Verbesserung der Organisation, Ausbau, Reparaturen der Anstalt, Beschäftigte, Verwaltung, Tätigkeitsberichte und Statistik, Kauf einer Brauerei, einer Brennerei und eines Vorwerks in Neuhof, Haushalt der Anstalt, Grenzstreitigkeiten und Jagdgerechtigkeit in Neuhof, kommunale Fragen des Anstaltsbesitzes Neuhof, Aufhebung des Weideprivilegs, Gipserei, aus den Jahren 1811–1913, 40 AE.

Landesarmenanstalt Neustettin, Dienstanweisung für Beamte, Ordnungsvorschriften, Registratur der Anstalt, Jahresberichte und Statistik, Haushalte, Landkauf, Einrichtung eines Vorwerks, wirtschaftliche Tätigkeit der Anstalt, Bau und Reparatur von Gebäuden, aus den Jahren 1815–1877, 22 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

ACh

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525

0292 Kuratorium der Provinzial-Blindenanstalten zu Stettin (Prowincjonalne Kuratorium Zakładów dla Ociemniałych w Szczecinie)

1841–1930; 40 AE, 0,45 lfm.

Der Gedanke zur Bildung einer Blindenschule entstand am Ende des 18. Jahrhunderts und war stark von den Ansichten des französischen Philosophen Diderot beeinflußt worden, die er in seinen Lettres sur les aveugles niedergelegt hatte. Nach dem Beispiel der 1784 in Paris gegründeten ersten derartigen Anstalt entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts ähnliche, u. a. in Dresden und Berlin. Nach Pommern drang dieser Sonderschultyp recht spät vor, da die erste Blinden-Lehr- und Erziehungsanstalt für Knaben erst 1850 in Neu Torney bei Stettin entstand. Diese Einrichtung, die auf Betreiben des blinden Lehrers Anton Moritz Groepler entstanden war, wurde zwei Jahre später zur Provinzialanstalt erhoben, was nicht nur die teilweise Übernahme der Finanzierung durch die beiden pommerschen Kommunallandtage zur Folge hatte, sondern auch die Einrichtung eines Aufsichtsorgans in Gestalt des Kuratoriums der Provinzial-Blindenanstalten zu Stettin. Die zweite ihm unterstehende Schul- und Erziehungseinrichtung war die 1860 gegründete Victoria-Stiftung für blinde Mädchen für die Provinz Pommern. An der Spitze des vom Provinzial-Schul-Kollegium abhängigen Kuratoriums stand der Oberpräsident der Provinz. Er stand einem siebenköpfigen Gremium vor, das aus Beamten, einem Arzt, einem Geistlichen und einem Vertreter der Handwerkerschaft bestand. Mit Inkrafttreten der neuen Provinzialordnung vom 29.6.1875 änderte sich die Situation des Kuratoriums, da es nach den Bestimmungen der neuen Ordnung spätestens bis zum 1.1.1877 unter die Aufsichtsgewalt des Provinzialverbands übergehen sollte. Außerdem trat am Ende der 1870er Jahre anstelle des Oberpräsidenten der Landeshauptmann an seine Spitze. An der Verwaltung der Anstalten, zu denen 1880 die für erwachsene Blinde bestimmte Wilhelm-Augusta-Stiftung hinzukam, beteiligte sich auch der Provinziallandtag, der sich u. a. mit Änderungen innerer Vorschriften der Anstalten und mit der Bestätigung ihrer Haushalte beschäftigte, sowie der Provinzialausschuß, der u. a. die Mitglieder des Kuratoriums wählte und dessen Vorsitzenden bestätigte.

Die Akten des Kuratoriums der Provinzial-Blindenanstalten zu Stettin gelangten höchstwahrscheinlich nach dem Zweiten Weltkrieg an das Stettiner Archiv.

Inhalt

Blindenanstalt Neu Torney, Aufsicht des Kuratoriums über blinde Kinder, statistische Daten, Revisionen der beaufsichtigten Anstalten, Ernennungen, Vereine zur Unterstützung der Blindenfürsorge, Lehrerstellen und -personalakten, Verzeichnisse der Anstaltszöglinge, Unterricht, Vermächtnisse und Legate zugunsten der Blinden, Bau- und Reparaturfragen, durch Kriegsverletzungen erblindete Menschen, Häuser für blinde Männer und Frauen, Vorbereitung eines Lazaretts, aus den Jahren 1841–1930, 40 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

ACh

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530

0307 Vereine und Organisationen – Bestandsreste

1813–1944; 82 AE, 1,5 lfm.

Diese Sammlung enthält die Archivalien von knapp dreißig Parteien, Organisationen und politischen, gesellschaftlichen sowie kulturellen Vereinigungen, die im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Pommern tätig waren. Es handelt sich um:

– Deutsche Akademie, eine zur Zeit der Weimarer Republik und im Dritten Reich bestehende Organisation, deren Ziel es war, im Ausland für die deutsche Sprache und Kultur zu werben.

– Druidenloge „Wiking zur Guten Fahrt“ (Swinemünde), die seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestand und im Februar 1933 aufgelöst wurde.

– Magdeburger Feuerversicherungs-Gesellschaft, gegründet um die Mitte des 19. Jahrhunderts.

– Deutsche Demokratische Partei, eine 1919 gegründete liberale Partei, die in einigen Regierungen der Weimarer Republik vertreten war und 1933 aufgelöst wurde.

Deutscher Ostmarkenverein, entstanden 1894 in Posen (nach den Nachnamen der Gründer Heinemann, Kennemann und Tiedemann in der Umgangssprache auch „Hakata” genannt). Er besaß zahlreiche Ortsvereine, auch in Pommern. Hauptziel der Organisation war die Unterstützung des Deutschtums in den östlichen Provinzen Preußens. 1933 aufgelöst.

– Vaterländischer Frauenverein in Stettin, ein Zweigverein der 1872 in Deutschland gegründeten Organisation. Ihr Ziel war es, den weiblichen Mitgliedern in Krankenhäusern sowie in Zeiten epidemischer Krankheiten zu helfen.

– Pommersche Bibelgesellschaft, gegründet 1816 in Stettin, um Druck und Verbreitung des Alten und des Neuen Testaments zu unterstützen.

– Pommersche Ökonomische Gesellschaft, entstanden 1810 in Köslin, um die Interessen der Grundbesitzer in Pommern zu vertreten, sich für den landwirtschaftlichen Fortschritt einzusetzen sowie landwirtschaftliche Ausstellungen zu organisieren.

– Sozialdemokratische Partei Deutschlands, entstanden 1875 und nach der Machtergreifung Hitlers verboten.

– Landesgeschichtliche Forschungsstelle der Provinz Pommern, gegründet 1910 unter dem Namen Historische Kommission für Pommern. 1934 wurde der Name geändert in Landesgeschichtliche Forschungsstelle der Provinz Pommern, 1939 erneut in Landeskundliche Forschungsstelle der Provinz Pommern. Sie bestand bis 1945 und wurde 1951 in Hannover unter der ersten Bezeichnung reaktiviert. Wichtigstes Ziel der Kommission waren die Inventarisierung der Bestände der nichtstaatlichen Archive, die Edition von Quellen und Veröffentlichungen.

– Verein für Naturwissenschaftliche Liebhaber Stettin, gegründet am Ende des 19. Jahrhunderts.

– Verein der Freiwilligen von 1813, Stettin, eine Organisation von Kriegsteilnehmern aus dem Jahre 1813, die Mitglieder der für den Krieg gegen Napoleon geschaffenen freiwilligen Einheiten vereinte.

– Verschönerungsverein Rummelsburg, gegründet 1895.

– Verein für Heimatkunde und Heimatschutz in Köslin, entstanden 1910 in Köslin. Sein Ziel war die Unterstützung von pommerscher Landeskunde, Archäologie und Geschichte.

Stettiner Hilfsverein für die Armee im Felde, eine 1866 gegründete Organisation, deren Ziel es war, den Soldaten im preußisch-österreichischen Krieg zu helfen. Sie führte vor allem Spendensammlungen durch und war auch während des deutsch-französischen Kriegs aktiv.

– Entomologischer Verein zu Stettin, gegründet 1837. Es war die dritte derartige Vereinigung in Europa nach Paris (1832) und London (1833). Sie beschäftigte sich mit der Erforschung des Lebens der Insekten und trug eine entomologische Sammlung zusammen. Langjähriger Vorsitzender des Entomologischen Vereins war Heinrich Dohrn, der sich sehr für die Entstehung des Städtischen Museums in Stettin einsetzte (1913), in dem die Sammlungen des Vereins ein Obdach fanden.

– Ornithologischer Verein zu Stettin, entstanden vor dem Ersten Weltkrieg.

– Landwirtschaftlicher Verein Wollin, entstanden nach 1918.

– Gesellschaft für Zeitungskunde und Buchdruck in Pommern, gegründet 1929 in Stettin. Seit 1937 Teil der Landesgeschichtlichen Forschungsstelle der Provinz Pommern.

– Evangelischer Bund in Rummelsburg, entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts.

– Lehrerverein Rummelsburg, Lehrerverein Wollin, gegründet um 1892 (Rummelsburg) und um 1884 (Wollin).

– Verein Deutscher Chemiker, gegründet 1933.

– Reichsbund der deutschen Beamten, gegründet 1933.

– Deutscher Ostbund, entstanden nach dem Ersten Weltkrieg, unterstützte die Tätigkeit des Deutschen Ostmarkenvereins. Sein Ziel war es u. a., deutschen Umsiedlern aus Polen zu helfen. 1934 aufgelöst.

– Reichsluftschutzbund, gegründet 1933. Ziel dieser Organisation war es, die Zivilbevölkerung zur Selbstverteidigung gegen die Folgen von Fliegerangriffen auszubilden, Luftschutzbunker zu bauen und Bombenschäden zu beheben.

– Bund der Technischen Angestellten und Beamten, entstanden in der Weimarer Republik.

Die Sammlung wurde 1988 aus Akten gebildet, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten in das Stettiner Archiv gelangt waren. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 97a-p Sozialdemokratische Partei Deutschlands, Bezirkssekretariat Pommern, 0,01 lfm., aus den Jahren 1932–1933.

Inhalt

Deutsche Akademie, Satzung, Anordnungen, Mitgliederverzeichnisse, Korrespondenz, aus den Jahren 1926–1944, 5 AE.

Druidenloge „Wiking zur Guten Fahrt“ (Swinemünde), Verordnungen der Freimaurer in Deutschland, Sitzungsprotokolle, aus den Jahren 1843–1926, 2 AE.

Magdeburger Feuerversicherungs-Gesellschaft, Tätigkeitsberichte, aus den Jahren 1854–1855, 1 AE.

Deutsche Demokratische Partei (DDP), Korrespondenz, aus dem Jahre 1923, 1 AE.

Deutscher Ostmarkenverein (Zweigverein Rummelsburg), Berichte, Mitgliederverzeichnisse, -beiträge, Korrespondenz, aus den Jahren 1905–1922, 5 AE.

Vaterländischer Frauenverein in Stettin, Satzung, Korrespondenz, aus den Jahren 1874–1877, 1 AE.

Pommersche Bibelgesellschaft, Satzung, Mitgliederverzeichnis, Rechnungen, aus dem Jahre l873, 2 AE.

Pommersche Ökonomische Gesellschaft, über die Zeitschrift der Gesellschaft, landwirtschaftliche Ausstellung, aus den Jahren 1839–1863, 3 AE.

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), Verkauf von Druckmaschinen, aus den Jahren 1933–1934, 1 AE.

Landesgeschichtliche Forschungsstelle der Provinz Pommern, Sitzungsberichte der Historischen Kommission für Pommern, Korrespondenz, aus den Jahren 1901–1939, 4 AE.

Verein für Naturwissenschaftliche Liebhaber Stettin, Sitzungsprotokolle, Kassenbuch, aus den Jahren 1900–1943, 3 AE.

Verein der Freiwilligen von 1813, Stettin, finanzielle Angelegenheiten, aus den Jahren 1813–1884, 6 AE.

Verschönerungsverein Rummelsburg, Satzung, Sitzungsprotokolle, Finanzen, aus den Jahren 1895–1932, 3 AE.

Verein für Heimatkunde und Heimatschutz in Köslin, Korrespondenz, aus den Jahren 1911–1928, 5 AE.

Stettiner Hilfsverein für die Armee im Felde, Versammlungsprotokolle, Verzeichnisse von Spenden für die Armee, Korrespondenz, Lazaretthilfe, Ausgaben, aus den Jahren 1866–1871, 4 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Wollin, Sitzungsprotokolle, aus den Jahren 1920–1933, 1 AE.

Entomologischer Verein zu Stettin, Kontakte mit den Behörden, Korrespondenz, Flugschriften, Mitgliederverzeichnis, aus den Jahren 1838–1941, 6 AE.

Ornithologischer Verein zu Stettin, Satzung, wissenschaftliche Korrespondenz, aus den Jahren 1914–1937, 2 AE.

Gesellschaft für Zeitungskunde und Buchdruck in Pommern, Satzung, Tätigkeitsberichte, Korrespondenz, aus den Jahren 1928–1937, 1 AE.

Evangelischer Bund in Rummelsburg, Korrespondenz, Mitgliedsbeiträge, aus den Jahren 1907–1929, 2 AE.

Lehrerverein Rummelsburg, Tätigkeitsberichte, Mitgliederbeiträge, aus den Jahren 1892–1914, 2 AE.

Lehrerverein Wollin, Tätigkeitsberichte, aus den Jahren 1884–1898, 1 AE.

Verein Deutscher Chemiker, Satzung, Verordnungen, Akten über die chemische Industrie, aus den Jahren 1933–1944, 1 AE.

Reichsbund der deutschen Beamten, Verordnungen aus den Jahren 1933–1937, 1 AE.

Deutscher Ostbund, Korrespondenz, Betreuung von Umsiedlern, Kontakte mit anderen Zweigvereinen des Ostbunds, aus den Jahren 1920–1925, 7 AE.

Reichsluftschutzbund, Verordnungen, Übungen des Selbstschutzes, Bau von Bunkern, aus den Jahren 1937–1943, 9 AE.

Bund der Technischen Angestellten und Beamten, Berichte, aus dem Jahre 1929, 1 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

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531

0308 Landwirtschaftliche Vereine in Pommern – Sammlung von Bestandsresten

1788–1939; 188 AE, 1,9 lfm.

Die Sammlung vereint den aktenmäßigen Nachlaß von 38 Vereinen, die in Pommern im 19. und 20. Jahrhundert bestanden. Die ersten entstanden bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts: 1810 die Pommersche Ökonomische Gesellschaft in Köslin, 1821 der Landwirtschaftliche Verein auf Rügen. Ihre Aufgabe war die wirtschaftliche und nachbarschaftliche Selbsthilfe, die Förderung von landwirtschaftlicher Bildung und Landkultur durch die Veranstaltung von Vorträgen, Kursen, landwirtschaftlichen Ausstellungen sowie die Vorstellung neuer Pflanzen- und Tierarten, aber auch durch die Unterstützung von Versuchs- und Zuchtbetrieben. Den größten Aufschwung nahmen die landwirtschaftlichen Vereine zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als unter den Auspizien der Pommerschen Landwirtschaftskammer in gleich mehreren hundert Orten landwirtschaftliche Vereine mit einer Mustersatzung entstanden. Die Vereine auf unterschiedlichen Gebieten aktiv – in einem Dorf oder einer Gemeinde, einem Kreis oder der ganzen Provinz. Auch die Mitgliederzahl differierte stark und reichte von einem guten Dutzend bis zu mehreren hundert. Die meisten landwirtschaftlichen Vereine wurden 1933/34 aufgelöst, die Akten von der landwirtschaftlichen Organisation der NSDAP übernommen.

Die Sammlung wurde 1940 an das Stettiner Archiv übergeben und als Repositur 171 geführt. Es ist unbekannt, was mit ihr während des Kriegs geschah.

Inhalt

Landwirtschaftlicher Verein Bahn, Satzung, Versammlungsprotokolle, aus den Jahren 1916–1933, 1 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Belkow, Sitzungsprotokolle, Mitgliederverzeichnisse, finanzielle Angelegenheiten, aus den Jahren 1911–1933, 2 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Wilhelmsfelde, Protokollbuch, Korrespondenz, aus den Jahren 1910–1933, 3 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Borntuchen, Versammlungsprotokolle, aus den Jahren 1931–1933, 1 AE.

Verein ehemaliger landwirtschaftlicher Winterschüler Bütow, Ausgabenbuch, Versammlungsprotokolle, aus den Jahren 1921–1933, 2 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Klein Schönfeld, Satzung, Mitgliederverzeichnis, Korrespondenz, aus den Jahren 1929–1932, 1 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Ferdinandstein, Protokoll- und Kassenbücher, Mitgliederverzeichnisse, aus den Jahren 1930–1933, 2 AE.

Baugülde Zunft- und Ackerbürger-Verein in Rügenwalde, Mitgliederverzeichnisse, Kassenfragen, Versammlungsnotizen, aus den Jahren 1788–1908, 1 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Rügenwalde, Protokollbuch, aus den Jahren 1891–1914, 1 AE.

Bauernverein Gülzow, Kassenfragen, Mitgliederverzeichnisse, 1892–1933, 2 AE.

Bienenwirtschaftlicher Verein Gülzow, Protokollbuch, 1914–1933, 1 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Gornow, Kassenbuch, aus den Jahren 1901–1933, 1 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Greifswalder Kreis, Protokollbücher, Vorstandssitzungen, Korrespondenz, aus den Jahren 1875–1939, 11 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Greifenhagen, Satzung, behördliche Vorschriften, Kassen- und Protokollbücher, Korrespondenz, aus den Jahren 1877–1933, 3 AE.

Verein für Landwirte auf Jasmund, Mitgliederverzeichnis, Versammlungsprotokolle, aus den Jahren 1885–1925, 2 AE.

Camminer Bauernverein, Satzung, Protokollbücher, Mitgliederverzeichnisse, Versammlungen und Sitzungsunterlagen, Kassenfragen, 1892–1933, 12 AE.

Cammin-Gülzow Landwirtschaftlicher Zweigverein, Satzung, Kassen- und Protokollbücher, Mitgliederverzeichnisse, aus den Jahren 1895–1933, 4 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Lauenburg, Satzung, Korrespondenz, Protokollbuch, aus den Jahren 1899–1933, 10 AE.

Landwirtschaftlicher Tabakbauverein Nipperwiese, Satzung, Kontakte mit der Landwirtschaftskammer, Kassenbuch, 1931–1934, 2 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Polschen, Versammlungsprotokolle, Mitgliederverzeichnisse, Korrespondenz und Druckschriften, aus den Jahren 1924–1933, 1 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Retzowsfelde, Protokollbuch, aus den Jahren 1913–1932, 1 AE.

Landwirtschaftlicher Verein auf Rügen, Reglement und Satzung des Vereins, Versammlungsprotokolle, Finanzen der Organisation, Rechnungen, Ausstellungen und Zuchtschauen, Statistiken, Viehzuchtstation, Verzeichnisse von Akten und Bibliothekskatalog des Vereins, Vortrag über die Geschichte des Vereins (1846), Mitgliederverzeichnisse, Arbeiterlöhne, aus den Jahren 1821–1885, 98 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Roderbeck, Satzung, Kontakte mit der Landwirtschaftskammer, aus den Jahren 1930–1933, 1 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Woltersdorf, Kassenbücher, aus den Jahren 1930–1934, 2 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Gebersdorf, Kassenbuch, aus den Jahren 1919–1931, 1 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Stargard i. P., Satzung, aus den Jahren 1821–1837, 1 AE.

Landwirtschaftlicher Hausfrauenverein Neumark, Satzung, Kassen- und Protokollbuch, Korrespondenz, aus den Jahren 1922–1934, 3 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Stecklin, Kassen- und Protokollbücher, aus den Jahren 1930–1933, 2 AE.

Stettiner Zweigverein der Pommerschen Oekonomischen Gesellschaft, Kontakte mit dem Hauptvorstand der Gesellschaft, landwirtschaftliche Ausstellung (1852), Versammlungsprotokolle, Mitgliederverzeichnisse, Informationsbroschüren, Vorschriften, aus den Jahren 1850–1889, 5 AE.

Landwirtschaftlicher Verein des Kreises Randow zu Stettin, Satzung, Korrespondenz, Referate, Versammlungsprotokolle, Finanzen, aus den Jahren 1901–1930, 3 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Radensfelde ehemalig Tschebiadkow, Satzung, Mitgliederverzeichnisse, Rechnungen, Korrespondenz, aus den Jahren 1927–1933, 1 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Groß Tuchen, Mitgliederverzeichnis, aus dem Jahr 1933, 1 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Klein Tuchen, Satzung, Versammlungsprotokolle, Informationsschriften der Landwirtschaftskammer, Rechnungen, aus den Jahren 1920–1933, 1 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Woltin, Protokoll- und Kassenbücher, aus den Jahren 1920–1933, 2 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Selchow, Mitgliederverzeichnis, aus den Jahren 1929–1933, 1 AE.

Landwirtschaftlicher Verein Sinzlow-Kortenhagen, Protokollbuch, aus den Jahren 1910–1925, 1 AE.

Hausfrauenverein Sinzlow-Kortenhagen, Kassen- und Protokollbücher, aus den Jahren 1929–1934, 2 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

PG

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532

0314 Generaldirektion der Seehandlungs-Sozietät in Berlin (Generalna Dyrekcja Związku Handlu Morskiego w Berlinie)

1701–1943; 189 AE, 4,65 lfm.

Die Seehandlungs-Sozietät wurde am 14.10.1772 von Friedrich II. in Berlin gegründet. Ihr vorrangiges Ziel war die Unterstützung des Seehandels und die Förderung des Manufakturwesens. An der Spitze der Gesellschaft standen drei Direktoren (einer residierte in Cadix) und ein Hauptkassierer, die alle vom preußischen König ernannt wurden. Im Mai 1775 wurde die Seehandlungs-Sozietät mit der Preußischen Salz-Handlungs-Compagnie vereinigt, deren Ziel es war, in Polen Salz zu vertreiben. Seit ihrer Gründung hatte die Generaldirektion ihren Sitz in Berlin und überwachte die Arbeit der gesamten Organisation sowie der ausgegliederten Salzcompagnie. 1782 arbeiteten in der Berliner Direktion insgesamt 37 Personen. 1783 wurden Auslandsabteilungen in Hamburg und Amsterdam eröffnet. Darüber hinaus verfügte die Salzcompagnie über ein Netz von Salzkontoren in Polen. Zugleich wurden in allen preußischen Provinzhauptstädten Regionalabteilungen der Sozietät gegründet. Trotz diverser finanzieller Probleme war die Institution sehr aktiv – sie überwachte die Gründung neuer Manufakturen und beeinflußte den Ausbau der Flotte und den Anstieg des Überseehandels. 1784 besaß die Gesellschaft eine Handelsflotte von 11 Schiffen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden in Berlin 89 Beamte beschäftigt, 1800 arbeiteten in allen existierenden Kontoren und Außenstellen über 200 Personen. Die Sozietät überdauerte die Krise der napoleonischen Zeit und war Preußen auch im 19. Jahrhundert zu Dienste.

Die Akten der Seehandlungs-Sozietät wurden an der Wende zum 20. Jahrhundert von der Preußischen Staatsbank übernommen. 1920 gaben die Bankbehörden den ältesten Teil der Materialien an das Geheime Staatsarchiv Berlin-Dahlem ab. Diese Akten wurden bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bearbeitet und befinden sich bis heute in Dahlem (HA I, Rep. 109 Seehandlung). Die übrigen Akten der Sozietät (vor allem aus dem 19. Jahrhundert) wurden während des Zweiten Weltkriegs von der Bankdirektion aus Furcht vor Luftangriffen auf Berlin nach Pansin geschickt. 1943 befanden sich hier rund 500 AE der Generaldirektion der Seehandlungs-Sozietät. Während der Kampfhandlungen oder in den ersten Monaten nach Kriegsende verschwand ein Teil der Akten unter bis heute ungeklärten Umständen. Zweihundert von ihnen wurden 1946 von der polnischen Archivverwaltung gesichert, die sie anschließend an das Stettiner Archiv weitergab.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Sitz, Klagen, Abschriften von Lehnsbriefen, Geheimregistratur, Landgüter und Immobilien der Organisation, Provinzial-Steuerdirektion Stettin, Ableben Friedrich Wilhelms III. und Thronbesteigung Friedrich Wilhelms IV., Armenfürsorge, Verwaltung der Preußischen Staatsbank, Konzessionierung von Versicherungsagenten, Umsetzung der Frankreich auferlegten Kontribution (1871–1873), aus den Jahren 1701–1932, 26 AE.

Finanzen, Sparkasse, Lombardkasse, Bilanzen, Kassenbücher, Rechnungen, Bankberichte, Deckung des Defizits der Sozietät und Stärkung ihres Haushalts, Versteigerungstermine, Staatsschulden, private Rechnungen, aus den Jahren 1776–1943, 34 AE.

Industrie, Organisation und Tätigkeit von Maschinenbaufabriken, Gründung einer Eisengießerei, Baumwoll- und Wollspinnereien, Verkauf von Spinnmaschinen, Verwaltung einzelner Betriebe, Papiermühle, Bau von Schiffsdampfmaschinen, Bau von Booten und Schiffen, Walzwerk, Wassermühlen und Aufstauung von Flüssen, Verkauf von Betrieben, Bau und Nutzung einer Dampfmühle, Leinweberei, aus den Jahren 1797–1920, 49 AE.

Handel, Zustand und Entwicklungstendenzen des Seehandels, Kauf von Chemikalien: Salpeter, Soda und Alaun, Verkauf von Salpeter an das Kriegsministerium, Wollhandel, Export von Garn nach Rußland, Wollagenten, Salzhandel und Salzkontor in Königsberg, Kontore in Breslau, Warschau, Fordon und Stettin, Salzmagazine in Stralsund und Stettin, Versorgung der preußischen Untertanen mit Salz, Handel mit Hamburg, Salzhandel mit Spanien, Getreidehandel mit England, Indien, Südamerika, Haiti und China, Handelsagenten in Lima und Chile, Handelshaus Rothschild, Warenaustausch zwischen Europa und den spanischen Kolonien, Leinenhandel und Leinenankauf in Schlesien, Verkauf von Leinenstoffen, Korrespondenz mit dem Elb-Zollkommissariat in Wittenberg, aus den Jahren 1775–1872, 59 AE.

Schiffahrt und Schiffe, Gründung einer Dampfschiffahrt auf der Strecke Stettin–Swinemünde, Personenschiffahrt Berlin–Hamburg, Expeditionen nach Nordamerika, Südamerika und Kanton, Rechnungen für die Nutzung von Schiffen, Berichte von Seereisen, Bedienung von Dampfmaschinen, Reglements für Handelsschiffe, Bewaffnung von Wasserfahrzeugen, Bau von Fluß- und Hochseeschiffen, Kauf fertiger Wasserfahrzeuge, aus den Jahren 1824–1849, 21 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Meuss, J. F.: Friedrich der Grosse und die Gründung der Seehandlung, in: Marine Rundschau 1912.

RG

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534

1191 Landschafts-Bezirks-Direktion in Stolp (Okręgowa Dyrekcja Ziemstwa w Słupsku)

1780–1945; 1904 AE, 36,4 lfm.

Die Pommersche Landschaft wurde 1781 in Stettin gegründet. Es handelte sich um die dritte derartige Institution in der preußischen Monarchie, nach jenen der Provinzen Schlesien (1770) und Brandenburg (1777). Die Landschaften waren Kreditanstalten, zunächst nur für Adelsgüter, die bei wirtschaftlichen Veränderungen unterstützt werden sollten: Meliorationen, Flurbereinigungen, Einführung neuer Feldfrüchte. Handlungsgrundlage für die Landschaften war die Erteilung von Hypothekenkrediten an Großgrundbesitzer aus Fonds, die aus staatlichen Zuschüssen sowie Pfandbriefen stammten, welche von allen Teilhabern der Organisation verbürgt wurden. Die finanziellen Operationen wurden von den bei den Landschaften entstehenden Landschaftlichen Banken durchgeführt. Ausführendes Organ der Pommerschen Landschaft war die Generaldirektion in Stettin mit vier Bezirksdirektionen: in Anklam für die Kreise Demmin, Randow, Ueckermünde, Usedom und Wollin, in Stargard für die Kreise Greifenhagen, Labes, Naugard, Pyritz und Saatzig, in Treptow für die Kreise Belgard, Greifenberg, Cammin, Kolberg, Köslin und Neustettin sowie in Stolp für die Kreise Bütow, Lauenburg, Rummelsburg und Schlawe. Die Bezirksdirektionen beschäftigten sich direkt mit der Kreditabwicklung. Sie unterstanden gemeinsam mit der Stettiner Direktion der Kontrolle gewählter Versammlungen – der General- und Bezirksversammlungen der Landschaft sowie dem sog. Engeren Ausschuß. Dieser bestand aus den Bezirksdirektoren sowie aus Delegierten aus jedem Kreis. Die gewählten Versammlungen wählten die Zentral- und die Bezirksorgane. Zudem befand sich die Landschaft seit 1809 unter der Aufsicht eines königlichen Kommissars in Person des jeweiligen Provinzialoberpräsidenten. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erweiterte sich der Kreis derer, die die Hilfe der Landschaft in Anspruch nahmen, und umfaßte nun auch große Bauernwirtschaften. Für letztere wurde 1871 sogar eine eigene Institution eingerichtet, der Pommersche Landkreditverband, der seit 1896 Neue Pommersche Landschaft für Kleingrundbesitz genannt wurde. Doch nach einigen Jahrzehnten wurden die Angelegenheiten des Kleingrundbesitzes 1934 wieder in den Aufgabenbereich der Landschaft für den Großgrundbesitz eingegliedert. In den 1870er Jahren kam es zu einer Zentralisierung der Provinziallandschaften. 1873 wurde eine gesamtpreußische Central-Landschaft gebildet. In der Zwischenkriegszeit war die Landschaft neben der Kreditvergabe für die bereits bestehenden Güter und Bauernwirtschaften auch für das Siedlungswesen und die Bildung neuer Höfe zuständig, insbesondere in den östlichen Kreisen des Regierungsbezirks Köslin.

Die ersten Akten der Bezirksdirektion der Landschaft in Stolp erwarb das Stettiner Archiv 1932. Über weitere Aktenzugänge sowie über die Geschicke des Bestands während des Zweiten Weltkriegs ist nichts bekannt. Im Staatsarchiv Köslin, Abteilung Stolp: Landschafts-Bezirks-Direktion in Stolp, aus den Jahren 1702–1945, 973 AE, 14,0 lfm.

Inhalt

I. Landschaft:

Direktion und Büroorganisation, Wahlen von Mitgliedern, Syndikus, Sekretär und Direktor des Landschaftsvorstands, Einstellung und Pflichten der Beamten, Satzungen der Landschaft (1871, 1943), Versicherung, Gehälter der Beamten, Personalakten von Direktor Leo von Kathen (1931–1936), aus den Jahren 1781–1944, 17 AE.

Sitzungen von Kollegien und Finanzen, Verzeichnisse von Zinszahlungen auf Pfandbriefe, Revisionen von Stempelgebühren, Sitzungen des Kollegiums, der Syndici und der Bezirksdirektion, Feuerversicherung, Gebühren, Versicherung der Beamten, Behördenformulare, Sitz der Landschaft, Reparaturen, Lebensversicherungen, Gesetze über Ansiedlung und Kredite, Hypotheken, Kredite, aus den Jahren 1832–1945, 38 AE.

Kredite und Hypotheken, Erlaubniserteilungen für die Bezahlungen von Reparaturkosten, Verwaltung des Bezirksfonds, Bankkonten der Landschaft, Verzeichnisse der Pfandbriefe, Zentrallandschaft-Bank, aus den Jahren 1825–1939, 13 AE.

Pachten, Güterverwaltung, Verzinsung, Gesetze und Vorschriften, Korrespondenz zwischen der Bezirks- und der Provinzialdirektion, Fideikommisse, Pfandbriefe, Zwangsverwaltung von Landgütern, Umorganisierung der Landschaft, Ansiedlung, Osthilfe, Erbhöfe, aus den Jahren 1783–1944, 28 AE.

Belastungen und Aufkauf von Pfandbriefen, Umwandlung von Pfandbriefen, Proteste, Information über Pfandbriefe, Berechnungen von Zinsen, aus den Jahren 1811–1928, 12 AE.

Präsidiumssitzungen, Versammlungsberichte, Generalversammlungen der Landschaft, Bilanzen, Wahl der Gremien (Räte, Direktoren) und Delegierten, Entstehung und Sitz der Landschaft in Stettin, Reparaturen, Registratur und Kanzlei der Bezirksdirektion, Rechnungsfragen, Entschädigungen, Proteste gegen die Grundsteuer, aus den Jahren 1780–1934, 121 AE.

Depositen, Stiftungen und Vermögensbelastungen, Organisation der Central-Landschaft für die Preußischen Staaten, Pfandbriefe, Streitfragen und Prozesse, Depositen der Stiftung, Bildung des Landkreditverbands, Berichte und Referate, Stiftungen, Majoratsgüter und Legate der Familien von Osten, Massow, Weiher, Below, Puttkamer, Stojenthin, Krockow und Zitzewitz, Akten von Rittergütern und Gütern in den Kreisen Lauenburg und Stolp, Testamente, Güterverleihungen, aus den Jahren 1795–1944, 98 AE.

II. Neue Pommersche Landschaft für den Kleingrundbesitz

Verwaltung und Vorstand, Beamtengehälter, Wasserversorgung, Informationen der Grundbuchabteilungen über die Preise verkaufter Güter, Banken und Kreditanstalten, Raumfragen der Landschaft, Berechnungen von Verzinsung, Hauptversammlung (1920–1921), aus den Jahren 1901–1936, 8 AE.

Kredite und Pfandbriefe, Darlehen und Pfandbriefe einzelner Höfe, Verleihung von Höfen in den Kreisen Bütow, Lauenburg, Rummelsburg, Schlawe und Stolp, aus den Jahren 1893–1944, 469 AE,

Zwangsverwaltung von Höfen in den Kreisen Bütow, Lauenburg, Schlawe und Stolp, aus den Jahren 1915–1939, 41 AE.

Schätzung von Landgütern, Darlehnserteilung, Pfändung, Zwangsverwaltung und -versteigerung, Kauf- und Verkaufsverträge, Verleihungen von Gütern und Höfen in den Kreisen Bütow, Lauenburg, Rummelsburg, Schlawe und Stolp, aus den Jahren 1781–1944, 1059 AE.

Archivalische Hilfsmittel: Findbuch.

Literatur:

Stępiński, W.: Przemysł rolny, spółdzielczość i finanse rolnictwa [Landindustrie, Genossenschaftswesen und ländliche Finanzen], in: Historia Pomorza [Geschichte Pommerns], Bd. 4, Teil 1 (1850–1918), hg. v. S. Salmonowicz, Toruń 2000.

Stępiński, W.: Własność junkierska na Pomorzu Zachodnim w latach 1807–1914 [Das Junker-Eigentum in Pommern zwischen 1807 und 1914], 2 Bde., Szczecin 1989.

BF

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536

0296 Industrie- und Handelsunternehmen in Stettin – Sammlung von Bestandsresten

1831–1940; 23 AE, 0,3 lfm.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich im Stettiner Archiv einzelne Akten pommerscher Industrie- und Handelsunternehmen. Aus den erhaltenen Materialien wurde eine eigene Sammlung von Bestandsresten gebildet.

Inhalt

Werften: Stettiner Maschinenbau A. G. „Vulcan“, Stettiner Oderwerke AG zu Stettin, Pläne für Wasserbauprojekte, Maschinenbau, Bau von Motorbooten und Dampfschiffen, aus den Jahren 1886–1934, 12 AE.

Zementwerke: „Stern AG“, Pommersche Portland Cement Fabrik und Pommersche Kalksteinwerke GmbH Zarnglaff, Kreidelieferung, Schlußbilanz und Tätigkeitsberichte, Landbesitz in Liebeseele, aus den Jahren 1864–1940, 3 AE.

Papiermühle: „Feldmühle“ Papier- und Zellstoffwerke AG, Streitfragen zwischen Einwohnern und Fabrik, aus den Jahren 1928–1929, 1 AE.

Zuckerraffinerien: Pommersche Provinzial-Zuckersiederei und Zuckerfabrik Greifenberg GmbH, Protokolle von Versammlungen und Auftritten der Direktion, Kontrollberichte, aus den Jahren 1831–1939, 3 AE.

Büromaterial und Schulartikel: Carl Fr. Bauer GmbH, Streitfragen, aus den Jahren 1938–1939, 1 AE.

Reichsverband der Deutschen Stärke-Industrie e. V., Rundschreiben und Berichte, aus den Jahren 1933–1934, 1 AE.

Kommunale Wirtschaft: Konzentration A. G. in Ligni, Verwaltung der Unternehmen und der Grundstücke, aus den Jahren 1935–1936, 1 AE.

Industrie- und Handelskammer, Berichte, aus den Jahren 1931–1934, 1 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

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537

0313 Kreis- und Stadtsparkassen in Anklam, Bergen, Damgarten, Demmin, Franzburg-Barth, Greifswald, Jarmen, Naugard, Pyritz, Swinemünde, Stralsund, Torgelow, Treptow a. R., Usedom, Treptow a. T., Stettin und Zanow – Sammlung von Bestandsresten

1929–1940; 34 AE, 0,5 lfm.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich im Stettiner Archiv fragmentarische Aktenbestände von Kreis-, Stadt- und Gemeindesparkassen, aus denen eine Sammlung von Bestandsresten gebildet wurde.

Inhalt

Kreisparkasse Anklam, Schließung des Bilanzjahrs, Jahresberichte, aus den Jahren 1933–1940, 2 AE.

Kreissparkasse Bergen, außergewöhnlicher Revisionsbericht, aus dem Jahre 1931, 1 AE.

Kreissparkasse Demmin, außergewöhnliche Revisionsberichte, aus den Jahren 1932–1933, 2 AE.

Kreissparkasse Franzburg-Barth, außergewöhnlicher Revisionsbericht, aus dem Jahre 1929, 1 AE.

Kreissparkasse Naugard, Revisionsberichte, aus dem Jahre 1933, 4 AE.

Städtische Sparkasse Damgarten, Bericht über die Jahresbilanz, aus dem Jahre 1933, 1 AE.

Städtische Sparkasse Greifswald, außergewöhnliche Revisionsberichte, aus den Jahren 1930–1932, 2 AE.

Städtische Sparkasse Jarmen, Schließung des Bilanzjahrs, Revisionsbericht, aus den Jahren 1931–1933, 2 AE.

Städtische Sparkasse Pyritz, Revisionsbericht, aus dem Jahre 1933, 1 AE.

Städtische Sparkasse Stettin, Tätigkeitsberichte, Schließung des Bilanzjahrs, aus den Jahren 1936–1937, 3 AE.

Städtische Sparkasse Stralsund, außergewöhnlicher Revisionsbericht, aus dem Jahre 1932, 1 AE.

Städtische Sparkasse Swinemünde, außergewöhnlicher Revisionsbericht, aus dem Jahre 1933, 1 AE.

Gemeindesparkasse zu Torgelow, Revisionsbericht, aus dem Jahre 1932, 1 AE.

Städtische Sparkasse Treptow a. R., außergewöhnliche Revisionsberichte, aus den Jahren 1934–1939, 2 AE.

Städtische Sparkasse Treptow a. T., außergewöhnlicher Revisionsbericht, aus dem Jahre 1934, 1 AE.

Städtische Sparkasse Usedom, außergewöhnlicher Revisionsbericht, aus dem Jahre 1933, 1 AE.

Städtische Sparkasse Wangerin, Revisionsbericht, aus dem Jahre 1933, 1 AE.

Städtische Sparkasse Zanow, Jahresbilanzen, Anträge auf angenommene und abgezahlte Kredite sowie auf Beihilfen, aus den Jahren 1929–1940, 6 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

RP

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548

0030 Familienarchiv von Enckevort-Vogelsang (Rep. 38d, Archiwum rodu Enckevort-Vogelsang)

[1200–] 1647–1925; 278 AE, 2,25 lfm.

Erstmals erwähnt wird das Dorf Vogelsang, das einige Kilometer östlich von Ueckermünde in der Nähe von Altwarp liegt, im 13. Jahrhundert. Eigentümer war damals der Ritter Vidante. Die Güter der Familie Vidante gingen zu Beginn des 14. Jahrhunderts in den Besitz der Familie von Muckerwitz über, anschließend dann an die von Broeckens. Gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs kaufte die Familie Lilienström Gut Vogelsang den von Broecken ab, 1705 wurde es von der Familie von Mayher übernommen. 1711 heiratete die Erbin, Helene Elisabeth von Mayher, Berd Friedrich von Enckevort, der durch Tausch und Kauf seine Güter zusammenfaßte, die von nun an Enckevort-Vogelsang hießen und aus den Dörfern Vogelsang, Warsin, Bellin, Albrechtsdorf, Mönkenberg und Christianenberg bestanden. Die Familie Enckevort besaß diese Güter bis 1945.

Die Familienakten wurden in zwei Partien 1933 und 1935 an das Stettiner Archiv abgegeben (Rep. 39 Kleine Accessionen). Die Sammlung von Karten und Plänen der Enckevort-Güter wurde aus dem Bestand ausgegliedert und der kartographischen Sammlung beigefügt (Rep. 44 Karten). 1943 wurde der Bestand nach Tütz evakuiert, von wo aus er nach dem Zweiten Weltkrieg nach Stettin zurückkehrte. Alle Akten haben sich erhalten, mit Ausnahme von 29 Karten und Plänen.

Inhalt

Materialien über die Schöpfer des Bestands, Genealogie, Geschichte (ab 1200) und Familienarchiv derer von Enckevort, aus dem 18. und 19. Jahrhundert, 8 AE.

Einzelne Familienmitglieder, persönliche Dokumente, Tauf-, Konfirmations-, Heiratsakten, Diplome, Schulzeugnisse, öffentliche Tätigkeit, Nachlässe, Besitzteilung, Pfandbriefe, Testamente, Erbverfahren, aus den Jahren 1647–1917, 23 AE.

Besitztümer der Familie, Lehnshuldigungen, Eigentumstitel, Grundstücksverzeichnisse, Kauf- und Verkaufsverträge, Parzellierungen, Auseinandersetzungen und Gerichtsprozesse, Strafsachen, Beschwerden, Schulwesen, Reparatur der Kirche, Kätner, Gutsverwaltung, Finanzen und Buchhaltung, Steuern, Belastungen der Güter, Pachten, Versicherung, Holzverkauf, Melioration, Reparatur von Brücken und Wegen, Bau einer Eisenbahn von Stettin nach Ueckermünde, aus den Jahren 1705–1925, 235 AE.

Varia, Landtag, Provinzialsynode, Landratsamt in Ueckermünde, Kreistage in Ueckermünde, Abteilung der Pommerschen Ökonomischen Gesellschaft, Stiftung von Enckevort, aus den Jahren 1840–1878, 12 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

MSz

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558

0012 Nachlaß Martin Wehrmann (Rep. 42, Spuścizna Martina Wehrmanna)

1880–1937; 159 AE, 2,55 lfm.

Martin Wehrmann wurde am 16.6.1861 in Stettin geboren. Nach dem Studium in Halle, Berlin und Göttingen übernahm er eine Lehrerstelle am Stettiner Mariengymnasium. 1886 wurde er zum Vorstandsmitglied der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde gewählt, eines Vereins, der sich um die Geschichte und Archäologie der Region verdient machte und 1824 vom Stettiner Oberpräsidenten Johann August Sack gegründet worden war. Zwischen 1887 und 1912 redigierte er gemeinsam mit Emil Walter das Jahrbuch der Gesellschaft, die „Baltischen Studien“; gleichzeitig war er Chefredakteur der Vereinseigenen „Monatsblätter der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde“. Außerdem wurde Wehrmann als eifriger Fürsprecher für die Einrichtung einer Historischen Kommission für Pommern bekannt, deren Ziel es vor allem war, die nichtstaatlichen Archivbestände zu inventarisieren und zu bearbeiten. Nach vielen Schwierigkeiten wurde diese Kommission 1910 von den Provinzialbehörden eingesetzt. Im April 1912 wurde Wehrmann als Gymnasialdirektor nach Greifenberg versetzt. Einige Jahre später, im Oktober 1921, wurde er Direktor des Gymnasiums in Stargard. 1926 ging er in den Ruhestand; er starb am 9.9.1937.

Martin Wehrmann gilt als einer der hervorragendsten Historiker Pommerns. Von Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere an verteidigte er die Wissenschaftlichkeit der Landesgeschichte und polemisierte gegen Universitätshistoriker, welche den Landeshistorikern vorwarfen, zu keinem umfassenden Blick in der Lage zu sein. Wehrmann aber war zutiefst von der Gleichrangigkeit von Landesgeschichte und allgemeiner Geschichte Deutschlands überzeugt. Dieser Überzeugung verlieh er in seinen wissenschaftlichen Werken Ausdruck, die für die Zeit zwischen 1886 und 1937 rund 950 Titel umfassen. Dieses Schaffen läßt sich in vier prinzipielle Gruppen unterteilen. Zur ersten gehören Synthesen zur allgemeinen Geschichte Pommerns (1904), zur Geschichte der Städte Stettin (1911), Greifenberg und des Greifenberger Landes (1921) sowie der Insel Rügen (1927). Eine zweite Gruppe besteht aus Arbeiten zur pommerschen Schulgeschichte, u. a. des Mariengymnasiums (1894) und seiner Bibliothek (1894). Zur dritten Gruppe gehören Veröffentlichungen zur Kirchengeschichte, der Wehrmann rund 180 größere oder kleinere Artikel und Miszellen widmete. Schon 1887 erschien seine umfangreiche Geschichte der Stettiner Kirche St. Jacob bis zur Reformation. Einige Jahre später legte er eine Arbeit zur Marienkirche vor (1891). Er schrieb auch zahlreiche Beiträge zum Bistum Cammin. Die letzte Werkgruppe Wehrmanns gilt der Geschichte des Greifenhauses. Hier ist von größeren Arbeiten die 1937 erschienene Genealogie der pommerschen Herzöge zu nennen sowie ein im selben Jahr publizierter Artikel über die Herzogsgräber.

Der größere Teil der Handschriften Martin Wehrmanns wurde aufgrund seines Testaments der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde übergeben, während ein Teil der Materialien – seine Karteikarten mit der Regestensammlung – in den Jahren 1938 und 1939 direkt an das Statsarchiv Stettin überwiesen wurde. Insgesamt zählte die Sammlung Wehrmann 1939 259 AE (Rep. 38f). Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Sammlung wahrscheinlich nach Pansin ausgelagert. Nach dem Krieg kehrte nur ein Teil des Nachlasses Wehrmann ins Archiv zurück.

Inhalt

Allgemeine Geschichte und Quellen zur Geschichte Pommerns, allgemeine Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit, Geschichte Pommerns: Mittelalter – Chroniken, Neuzeit, Beschreibung der Reise von Ludwiga Gonzaga, Königin von Polen, durch Pommern (1646), Karl XII., Friedrich II., 18 AE.

Geschichte der französischen Besatzung im 19. Jahrhundert, preußische Militärreformen, Pommern zur napoleonischen Zeit, Blücher in Pommern, Materialien zur Geschichte der Niederlande und Englands, 9 AE.

Das pommersche Herrscherhaus, Genealogie und Chronologie des Greifenhauses, Literatur und Quellen zum pommerschen Herrscherhaus, Regesten von Urkunden des 14. Jahrhunderts, Reisen der pommerschen Herzöge, die Herzöge auf den Universitäten, Hofordnungen, Bestattungsplätze der pommerschen Herrscher, 14 AE.

Einzelne pommersche Herzöge, Bogislav X., Quellen und Literatur, Außenpolitik, Kirche, Städte und Handel, Verwaltung, Gerichtswesen, Stände, Reise des Herzogs nach Palästina und Rom, Philip Julius, Reise des Herzogs 1602 nach Italien, 9 AE.

Kirchengeschichte, Inventare der pommerschen Klöster, Pilgerfahrten, wiederholte Taufen, 4 AE.

Bistum Cammin, Materialien zur Geschichte des Bistums, Synoden des Camminer Domkapitels, Geschichte einzelner Bischöfe, Kanoniker, Archidiakone von Cammin, 9 AE.

Reformation, die pommersche Kirche vor der Reformation, Geschichte der Reformation, Johann Bugenhagen, die Reformation in Stettin, Kolberg und Stolp, 11 AE.

Materialien zur Geschichte einzelner Lande und Ortschaften, Freienwalde, Rügen, Stralsund und Zachan, 4 AE.

Materialien zur Geschichte des Kreises Greifenberg, Kirchen und Ortschaften, 5 AE.

Materialien zur Geschichte des Kreises Stargard, Kirchen und Ortschaften, 2 AE.

Allgemeine Materialien zu pommerschen Städten, die Städte im Mittelalter, mittelalterliche Wehrmauern, Stadtansichten, Gilden, 8 AE.

Materialien zur Geschichte von Stargard, Geschichte der Stadt (allgemein), Geschichte zwischen 1535 und 1636, Geistesleben, Daniel Hebron, Peter Groening (Gründer des Gymnasiums), 10 AE.

Materialien zur Geschichte von Stettin, Verfassung und Verwaltung im 15. Jahrhundert, Stadtansichten und -pläne, Schloß und Schloßkirche, Stettiner Kirchen: St. Marien, St. Georg, St. Gertrude, St. Jacob, St. Peter und Paul, der Stettiner Handel, Familie Loitz, Seemannshaus, Handelskrieg zwischen Stettin und Frankfurt/Oder, die Stettiner Schiffahrt, Industrie und Handwerk, Jageteuffel-Kolleg, Pädagogium, französische Besatzung, Belagerung der Stadt (1813), Polizei, Kirchenbücher, 34 AE.

Materialien zur Kunstgeschichte, Büßerkreuze, pommersche Gobelins, 2 AE.

Zeitschriften, Stettiner Zeitungen, 1 AE.

Persönlichkeiten, David Herlicius, 1 AE.

Archivalische Hilfsmittel und Bibliographien, Materialien über Archive, Verzeichnis der alten Drucke in der Stadtbibliothek, 3 AE.

Verschiedene Sammlungen, Landwirtschaft und Siedlungswesen in Pommern, Ärzte und Apotheken, Juden, die niederdeutsche Sprache, regionale Literatur, Geschichte des Kreises Cammin, 15 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch; Engel, F.: Rep. 38f Wehrmann (Inventar der Sammlung M. Wehrmann).

Literatur

Belleé, H.: Die Arbeiten Martin Wehrmanns in zeitlicher Folge, in: BSt NF, Bd. 33 (1931).

Braun, W.: Die Arbeiten Martin Wehrmanns der Jahre 1931 bis 1936 in zeitlicher Folge, in: BSt NF, Bd. 38 (1936).

Kausche, D.: Gedenkworte zum 100. Geburtstag Martin Wehrmanns, in: BSt NF, Bd. 48 (1961).

Randt, E.: Martin Wehrmann als Geschichtsforscher Pommerns, in: Pommersche Heimatpflege 2 (1931), H. 2.

Unterstell, R.: Martin Wehrmann (1861–1937) als Historiograph Pommerns, in: Zeitschrift für Ostmitteleuropaforschung 44 (1995).

MSz

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559

0010 Bohlensche Sammlung (Rep. 41, Zbiór Juliusza Bohlena)

[1193–] 1482–1864; 275 AE, 1,5 lfm.

Casimir Johann Ludwig Julius von Bohlen (1820–1882), Besitzer von Landgütern in Bohlendorf und Streu auf Rügen, war Amateurhistoriker und nutzte seine zahlreichen Kontakte unter Sammlern und Beamten des Regierungsbezirks dazu, um in Bohlendorf Archivalien zusammenzutragen, die meistenteils aus sog. alten Archiven sowie aus Nachlässen stammten.

Nach Bohlens Tod kaufte das Stettiner Archiv 1883 einen Teil der Sammlung. Weitere Ankäufe erfolgten 1887 und 1890. 1899 übernahm das Archiv Bohlens Kartensammlung, die bis dahin im Besitz der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde gewesen war. Seit 1900 wurde die Sammlung geordnet, indem Akten ausgesondert wurden, die zuvor anderen Beständen angehört hatten. Diese Bearbeitung wurde 1937 beendet, als ein Repertorium der Sammlung sowie ein Personen- und Sachverzeichnis angefertigt wurden.

1943 wurde die Sammlung Bohlen nach Martenthin ausgelagert. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten die stark dezimierten Akten ins Stettiner Archiv zurück. Heute beträgt ihr Erhaltungszustand lediglich rund 10 %. Aus der Sammlung wurden die Stiche Pfuffendorfs in der Ausführung von Dahlberg ausgegliedert, die ein eigenes Inventar besitzen.

Inhalt

Außenpolitische Fragen

Kaiser und Reich, Einladungen zu Reichstagen, kaiserliche Privilegien für Pommern, Privilegium de non appellando, kaiserlicher Lehnsbrief für Herzog Philip I., Briefe Kaisers Maximilians an Bogislav XIII., satirische Schreiben über die Katholiken, Berichte der schwedischen Gesandten, aus den Jahren 1522–1683, 33 AE.

Brandenburg-Preußen, Korrespondenz zwischen den Kurfürsten von Brandenburg und den pommerschen Herzögen, Brief von Kaiser Maximilian wegen der Auseinandersetzungen zwischen Stettin und Frankfurt/Oder über die Oderschiffahrt, Grenzziehung zwischen den Besitzungen von Schwedt und Pommern, aus den Jahren 1573–1766, 10 AE.

Mecklenburg, Abschriften von Urkunden über Mecklenburg, Genealogie der Herzöge von Mecklenburg, Grenzstreitigkeiten zwischen Pommern und Mecklenburg, Übereinkunft zwischen Braunschweig, Pommern und Mecklenburg, Korrespondenz der pommerschen Herzöge mit den Herrschern von Mecklenburg, Inventar des Zeughauses in Wismar, Beschreibung der Grenze zwischen Pommern und Mecklenburg, Durchzug schwedischer Truppen durch Mecklenburg, aus den Jahren 1482–1680, 19 AE.

Innenpolitische Fragen

Edikte und Patente, Verordnungen der schwedischen Könige, aus den Jahren 1681–1700, 2 AE.

Landesfragen

Ständetage, Protokolle von den Sitzungen des vorpommerschen Adels, Landtagsberichte, aus den Jahren 1721–1864, 7 AE.

Militaria

Generalia, Kriegshandlungen Gustav II. Adolfs in Deutschland, Berichte vom polnisch-schwedischen Krieg, Einquartierung schwedischer Truppen in Pommern, schwedisch-brandenburgischer Krieg in Pommern, Brief des Generals Bielke, Pläne für eine Befestigung in der Nähe von Heidelberg, Denkschrift Vaubans über die Befestigungen in Breisach, Tagebuch der Belagerung von Lille, aus den Jahren 1630–1709, 32 AE.

Einzelne Gegenden Pommerns

Rügen, Abschriften von Dokumenten zur Geschichte und Statistik der Insel Rügen (aus den Jahren 1193–1688, in der Mehrzahl Manuskripte Bohlens), aus dem 19. Jahrhundert, 22 AE.

Ortschaften

Eldena, Stargard, Abschriften von Urkunden des Klosters Eldena (1305–1514), Prozesse des Hofgerichts Stargard, aus dem 18. und 19. Jahrhundert, 2 AE.

Familien und Personen

Nachlässe, Materialien über die Familie von Flemming, Geschichte der Familie von Gagern, Prozeß von Güntersberg, Brief an Philipp Hainhofer in Augsburg, Nachlaß Jürgen von Heyden, Abschriften von Urkunden über die Familie von Hoben, Geschichte der Familie von Jasmund, Stammbaum der Familie von Herne, Geschichte der Familien von Kahlden und Kampze, Genealogie der Familie von Kleist, Testament des Grafen Konrad von Königsmark, Geschichte der Familie von Krackewitz, Familie von Krassow, aus den Jahren 1605–1853, 30 AE.

Varia Pommeranica

Gelegenheitsdrucke, Gedichte aus Anlaß von Hochzeiten, Brief des Bogislav von Croy an die Universität in Greifswald, aus dem 17. Jahrhundert, 1 AE.

Autographen

Notizen, Briefe und Testamente, Notizen Bohlens über Autographensammlungen, Verzeichnisse der Autographen, Briefe an den Syndikus Fabricius aus Stralsund, Testamente der Johanna Dorothee, geb. Duncken, und des Philipp G. Ludecus, aus den Jahren 1633–19. Jahrhundert, 12 AE.

Pfuffendorf-Stiche, einfarbige Kupferstiche mit Darstellungen der Kampfhandlungen Karls X. Gustav während des Großen Nordischen Kriegs, beschrieben vom zeitgenössischen Historiker Samuel Pfuffendorf in seinem umfangreichen Werk „De rebus a Carolo Gustavo Sueciae Rege gestis“, Nürnberg 1696. Die von Dahlberg angefertigten Stiche sind mit einer Fülle von Schlachtenszenen, Architekturzeichnungen und Landschaften ausgeschmückt, die ein außergewöhnlich genaues und detailliertes Bild der Städte aus der Mitte des 17. Jahrhunderts bieten (einschließlich Burgen, Befestigungen und strategisch wichtigen Punkten). Teil der Sammlung sind auch Stiche, die verschiedene historische Geschehnisse aus dem Nordischen Krieg zeigen: Schlachten, Belagerungen, Kapitulationen, Begegnungen von Truppen, naturgetreu und genau gezeichnete Personen, Einzelteile von Waffen, polnischer und schwedischer, russischer, ungarischer, kossakischer und tatarischer Kleidungsstücke, Kriegsgerät (Geschütze, Trommeln, Trompeten, Zelte, Standarten, Wagen, Lager), Kampfplätze mit Häusern, Kirchen, Wäldern, Flüssen, Anhöhen, Brücken sowie der charakteristischen Schlachtordnung der beiden kämpfenden Seiten, aus den Jahren 1655–1669, 101 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch; Verzeichnis (Pfuffendorf-Stiche).

ED/MSz

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561

0011 Loepersche Sammlung (Rep. 38f, Zbiór Samuela Gottlieba Loepera)

[1128] 1606–1790; 182 AE, 12 lfm.

Der Kösliner Gerichtsbeamte Samuel Gottlieb Loeper (1712–1778) hatte breite wissenschaftliche Interessen und sammelte viel. Er hatte von seinem Vater Johann Loeper eine Sammlung von Manuskripten und alten Drucken geerbt, die er erheblich vergrößerte. Nach Samuel Gottliebs Tod kam die Sammlung an dessen Cousin. 1828 traten dessen Erben Johann Georg und Johann Ludwig Loeper an die Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde heran, um die Archivalien ordnen zu lassen. Die Arbeit kam nur langsam voran; 1834 übergaben die Brüder Loeper den Nachlaß ihres Großvaters der Gesellschaft als Depositum; sie bestand aus Manuskripten sowie rund tausend Drucken, Karten, Graphiken und Bildern. Die Sammlung enthielt viel Quellenmaterial zur Geschichte Pommerns, u. a. Handschriften Thomas Kantzows und den Codex Friedrich Dregers. Dem am 3.8.1834 zwischen den Spendern und der Gesellschaft geschlossenen Vertrag zufolge sollte der Nachlaß Loeper im Falle einer Auflösung der Gesellschaft oder bei einer Verlegung ihres Sitzes aus Stettin in eine andere Stadt in das Eigentum des Mariengymnasiums übergehen. Dem Vertrag wurde in drei Abschriften ein Verzeichnis der Gegenstände beigefügt. Eine Kopie wurde in den Akten der Gesellschaft aufbewahrt, eine zweite im Gymnasium, eine dritte am Wohnort eines der Brüder Loeper, in Meesow, Kreis Regenwalde. Bald stellte sich heraus, daß das Depositum der Gesellschaft nicht aus der gesamten Sammlung bestand. 1836 wurde im Berliner Antiquariat Friedländler ein Pergamentmeßbuch zum Verkauf angeboten, das von Loeper signiert worden war. Der preußische Thronfolger Prinz Friedrich Wilhelm kaufte es und übergab es der historischen Gesellschaft zu Stettin.

Nach 1855 nahm auf Anordnung des preußischen Premierministers Otto von Manteuffel das Provinzialarchiv Stettin den Akten- und Bibliotheksbestand der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde unter seine Obhut, darunter auch die Sammlung Loeper. Bei den Ordnungsarbeiten wurden die Handschriften aus dem Bestand ausgegliedert und aus ihnen die „Sammlung Samuel Gottlieb Loeper“ geschaffen (Rep. 38f), während die Bücher an die Bibliothek gingen, die Karten an die kartographische Abteilung. 1942 wurde bei der Auslagerung des Stettiner Archivs die Sammlung Loeper nach Martenthin, Kreis Friedeberg, gebracht, anschließend dann ins westliche Deutschland. Erst 1948 wurde sie von den englischen Besatzungsbehörden nach Stettin zurückgegeben.

Inhalt

Verschiedene Schriftstücke, Repertorien der alten Archive (ab 1128) – abgeschrieben und geordnet von Friedrich Dreger, Registratur des Familienarchivs Eberstein, Informationen über die von Emmanuel Wendtland gesammelten Urkunden, aus dem 17. und 18. Jahrhundert.,18 AE.

Natur, Manuskript Dregers, von Elihard Lubinus angefertigte Beschreibung Pommerns, aus dem 17. und 18. Jahrhundert, 1 AE.

Ethnographie, Geographie, Topographie und Statistik, Beschreibung Pommerns von M. Adam Gerschorium aus Danzig, aus dem Jahre 1670, 1 AE.

Geschichte Pommerns, Handschrift der Kantzow-Chronik, Genealogie pommerscher Geschlechter, biographische Daten der pommerschen Herzöge, Beschreibung der Kirchen in der Superintendantur Wolgast, Adelssiegel und -wappen, Matrikel der Herzöge von Rügen für die Jahre 1257–1326, bearbeitet von Dreger, aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, 32 AE.

Länder und Ereignisse, Abschriften von Urkunden aus den Jahren 1390–1742 über die Beziehungen Pommerns zu Polen, Dänemark, Schweden, Brandenburg, Mecklenburg und Sizilien, Beziehungen der pommerschen Herrscher zu Kaiser Karl V., Dokumente aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, Kapitulation Bogislavs XIV. vor den Schweden, Frieden von Osnabrück, Bestätigung der Ständeprivilegien durch die Kurfürsten von Brandenburg, aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, 20 AE.

Verfassung und Verwaltung, Ordnungen, Privilegien, Einberufung der Landtage, Beschlüsse, Resolutionen der Städte, Verordnungen der schwedischen Behörden in Pommern, Satzungen, Zölle, Akzise, Matrikel, Hufentabelle für einzelne pommersche Kreise, aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, 40 AE.

Herzogliches Haus, Genealogie der pommerschen Herzöge und Bischöfe von Cammin, Erläuterungen zu den pommerschen Wappen, Teilung des Herzogtums, Erbverträge, Krönung Friedrichs I. zum König in Preußen, Tod der Kaiser Leopold und Josef I., aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, 4 AE.

Adelsstand, Geschichte des adligen Standes, pommersche Lehnsfragen, Mecklenburgisches Lehnsrecht, Lehnsverfassung von 1569, Steuern, Güterschätzungen, aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, 11 AE.

Städte, Geschichte pommerscher Städte: Bärwalde, Demmin, Daber, Greifswald, Greifenhagen, Kolberg, Köslin, Rummelsburg, Pollnow, Pyritz, Stolp, Stargard, Stettin und Schivelbein, Abschriften von Lokationsurkunden und Privilegien, aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, 19 AE.

Adels- und Bürgergeschlechter, Genealogie von Familien, Lehnsbriefe, Pfarrer aus Kolberg, Nachlaß Johann Mikraelius, aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, 7 AE.

Recht, Gewohnheitsrecht, slawisches Recht, das Recht einzelner Städte, Klöster und Kapiteln, aus dem 17. und 18. Jahrhundert, 4 AE.

Kirche, Geschichte der Kirche in Pommern in allgemeiner Beziehung, Statuten des Camminer Domkapitels, Matrikel von Kolbatz, Matrikel der Kollegiatskirche von Kolberg (Abschriften F. Dregers), Klostermatrikel (Abschriften F. Dregers), Schulakten, aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, 10 AE.

Varia, Katalog der Brüggemann-Bibliothek (später General-Landschafts-Bibliothek), Juristisches, Verordnungen von 1529 bis 1712, Edikte, herzogliche und königliche Privilegien, Instruktionen für Beamte, Erläuterungen und Rechtsprechung höherer Instanzen, Rechtsprechung über Soldaten, Beschlüsse des Stettiner Landtags, Kirchen- und Schulfragen, Abkommen zwischen Schweden und Preußen über die Küstenschiffahrt (1723), aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, 14 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Turek-Kwiatkowska, L.: Z dziejów służby archiwalnej. Archiwa na Pomorzu Zachodnim w latach 1808–1914 [Aus der Geschichte des Archivdienstes. Die Archive in Pommern zwischen 1808 und 1914], Warszawa 1968.

Stelmach, M.: Losy archiwaliów szczecińskich w okresie II wojny światowej [Das Schicksal der Stettiner Archivalien während des Zweiten Weltkriegs], SIA, Nr. 9 (1995).

Szukała, M.: Działalność Towarzystwa Historii Pomorza i Starożytności w dobie tworzenia niemieckiej jedności państwowej (do 1871 r.) [Die Aktivitäten der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde während der staatlichen Einigung Deutschlands], in: PZP 43 (1999), H. 3.

MSz

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562

0016 Manuskripte und Nachlässe (Rep. 38f, 42 Rękopisy i spuścizny)

[1140–] 16. Jh.–1943; 1570 AE, 29,4 lfm.

Die Aktensammlung „Manuskripte und Nachlässe“ wurde aus fragmentarischen Nachlässen von Personen gebildet, die in der Geschichte Pommerns eine wichtige Rolle spielten. Sie besteht aus Handschriften, Typoskripten und Drucken. Die Mehrzahl der genannten Materialien gehörte einst der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde. Die wichtigsten Nachlässe in dieser Sammlung sind der archivalische Nachlaß des Stettiner Gerichtsrats Wilhelm Friedrich Adelung (1741–1810), seines Bruders Johann Christoph Adelung (1732–1806), des Betreuers der kurfürstlich sächsischen Bibliothek in Dresden, sowie dessen Erben Friedrich Koch (1769–1849). Von Bedeutung sind auch die Nachlässe von Historikern, die Mitglieder der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde waren: Otto Blümcke (1844–1919), Wilhelm Boehmer (1791–1842), Ludwig Giesebrecht (1792–1873), Alfred Haas (1860–1950), Hugo Lemcke (1835–1925), Paul von Niessen (1857–1938) und Friedrich Salis (1886–1914). In der Sammlung befinden sich auch der relativ gut erhaltene Nachlaß Julius Müllers (1819–1892), eines Gerichtsassessors und Sammlers aus Wiesbaden, der zu den Gönnern der Stettiner historischen Gesellschaft zählte, die Archivalien des bekannten Historikers und Sammlers Joachim Bernhard Steinbrück (1725–1789), Probst an der St. Peter- und Paul-Kirche in Stettin, Quellenabschriften von der Hand Carl Rittershausens, ein umfangreicher Nachlaß des Historikers und Genealogen Wilhelm Biereye, gedruckte Partituren des Komponisten Karl Bernhard Bischoff (1807–1884) sowie genealogische Materialien der von Köllers. Bei einigen Akten handelt es sich um die Nachlässe von Mitarbeitern des Staatsarchivs Stettin: Robert Klempin (1816–1874), Gustav Kratz (1829–1864), Georg Kupke (1866–1950), Otto Heinemann (1870–1944), Hermann Hoogeweg (1857–1930), Erich Sandow (1905–1983) und Roland Seeberg-Elverfeldt (1909–1993). Von einer bis zu einigen Archiveinheiten zählen folgende Nachlässe bzw. Manuskripte: Barfknecht, Bauersch, Bruchwitz, Domitzlaff, Dudy, Eicksted, Falck, Giese, Glasenapp, Gudschmidt, Gülzow, Haber, Hille, Hübner, Kaselow, Kasiski, Kruse, Langner, Lange, Levezow, Lips, Ludewig, Marwitz, Pooth, Porath, Pütter, Raasch, Rüts, Scholz, Schöning, Spiegel, Stelter, Stock, Stöhr, Stork, Thummel, Wiesener, Wilhelmi, Zernickow und Zöllner. Ein Teil der Archivalien stammt aus den kulturellen und wissenschaftlichen Organisationen der Deutschbalten aus Riga, von den Regionalmuseen in Schlawe und Stargard, vom Geheimen Staatsarchiv Berlin-Dahlem, vom Regierungsarchiv Stade sowie vom Stadtarchiv Pillau. Eine große Gruppe von Materialien (237 AE) gehörte zur Bibliothek des bedeutenden Historikers und Pfarrers Ludwig Wilhelm Brüggemann (1743–1817), die später von der General-Landschafts-Direktion übernommen wurde.

Die Sammlung von Manuskripten und Nachlässen wurde seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1940 schrittweise im Archiv hinterlegt und als Rep. 38f Deponierte Handschriften bezeichnet. Anfangs gehörten der Sammlung außerdem die heute ausgegliederten und als eigene Nachlässe geordneten Nachlässe und Archivalien Loeper, Lutsch und Loewe an. Dagegen bildeten die Materialien von Koller, Klempin, Kratz, von Niessen und Wehrmann die eigene Sammlung Rep. 42 Nachlässe. Von diesen letzteren ist heute nur der Nachlaß Wehrmann eine eigene Sammlung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden jene Akten der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde, die sich auf die Tätigkeit der Gesellschaft bezogen, ähnlich behandelt, indem daraus ein eigener Bestand gebildet wurde, der früher Teil von Rep. 38f. war. Gleichzeitig wurden der Sammlung von Manuskripten und Nachlässen Akten angegliedert, die früher der Rep. 39 Kleine Accessionen zugehört hatten, darunter einige vom Regierungsarchiv Stade und vom Berliner Archiv überwiesene Materialien. Die Sammlung Rep. 38f. wurde während des Zweiten Weltkriegs nach Spantekow und Goslar ausgelagert. Nach dem Krieg konnte nur ein Teil zurückgewonnen werden. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 38c-f Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde, 42 AE, aus den Jahren 1300–1602.

Inhalt

Adelung, Verordnungen der schwedischen Verwaltung in Pommern, Jubiläumsfeierlichkeiten zur Einführung der Reformation in Greifswald, Arbeit Gadebuschs über Treptow, Gadebuschs Abschriften von Privilegien der Stadt Werben, Carots Verfassung von Schwedisch-Pommern, Verzeichnisse des mecklenburgischen Adels, Besuch von Minister Grumbkow in Köslin, Geschichte und Wörterbuch der deutschen Sprache, aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, 20 AE.

A. Barfknecht, Geschichte des Dorfes Wittenfelde bei Massow, aus dem Jahre 1922, 1 AE.

Bauersch, Abschriften von Urkunden aus dem 13. bis 16. Jahrhundert über Rostock, aus dem 18. Jahrhundert, 1 AE.

W. Biereye, Korrespondenz über genealogische Fragen, Abschriften aus Stadt- und Schöffenbüchern von Liegnitz, Überlieferungen und Märchen aus Schleswig-Holstein, Genealogie von Familien aus Lauenburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg (18. bis 19. Jahrhundert), aus den Jahren 1919–1940, 59 AE.

K. Bischoff, Partituren musikalischer Werke aus dem 19. Jahrhundert, 9 AE.

O. Blümcke, Hanseatica – Abschriften von Dokumenten aus den Archiven der Herzöge von Stettin und Wolgast sowie der Städte Stettin, Stralsund (Stralsunder Ratsarchiv) und Braunschweig (Braunschweiger Stadtarchiv), Auszüge aus den Zollbüchern Stettins (1564–1675), aus der Zeit um 1900, 19 AE.

W. Boehmer, persönliche Korrespondenz, Notizen über die St. Peter- und Paul-Kirche in Stettin, Bericht von einer Reise nach Berlin und Swinemünde, pommersche Legenden, aus den Jahren 1811–1825, 4 AE.

O. Bruchwitz, Kolonisierung (1730–1740) von Gebieten in der Gegend von Torgelow (Amt Königsholland), aus dem Jahre 1934, 1 AE.

G. Domizlaff, Jomsburg – Wollin, aus dem Jahre 1928, 1 AE.

Dudy, Genealogie der Familie Dudy in Stralsund, aus dem Jahre 1942, 1 AE.

W. Eicksted, Geschichte von Wolgast und Peenemünde, aus dem 19. Jahrhundert, 1 AE.

Falck, Verzeichnis von Leinwebern, aus dem Jahre 1933, 1 AE.

Pommersche General-Landschafts-Bibliothek – Nachlaß Brüggemann, Katalog der Bibliothek von Pfarrer Brüggemann, politische, wirtschaftliche, finanzielle Beziehungen sowie Schiffahrtskontakte zwischen Pommern und Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen, Schweden, Dänemark, England und Holland sowie mit einzelnen preußischen Städten und Städten anderer deutscher Staaten, Ansiedlungspatente in Preußen, Abschriften von Dokumenten über die Beziehungen Pommerns zum Reich, Abschriften von Grenzrezessen zwischen Pommern und der Neumark, Werbungen in Preußen, Kontakte Pommerns zum Johanniterorden, Eigentumsfragen des Ordens, Verfassung und pommersches Recht in der Zusammenstellung von Julius von Massow, genealogische Materialien pommerscher Geschlechter, Privilegien und andere Materialien zur Geschichte der Städte Bahn, Belgard, Cammin, Fiddichow, Greifenberg, Greifenhagen, Körlin, Köslin, Kolberg, Labes, Leba, Pasewalk, Penkun, Pölitz, Pyritz, Schlawe, Stargard, Stolp, Treptow a. d. R., Ueckermünde, Usedom, Wollin und Zachan, Verfassung, Gerichtswesen und Finanzwesen von Kolberg, Geschichte der Kolberger Saline, Armenhilfe in Stargard, Beiträge zur Geschichte Stettiner Kirchen: St. Otto, St. Marien, St. Jacob, St. Nikolai, St. Johannis und St. Gertrude, Gefängnisse in Stettin, Ordnungen der Stadt Stettin, Tabellen der Abgaben auf Waren und Dienstleistungen in Stettin, aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, 237 AE.

F. Giese, pommersche Orgeln (17. Jahrhundert), von der Wende zum 20. Jahrhundert, 1 AE.

L. Giesebrecht, Stammbaum Familie Giesebrecht, Korrespondenz mit der Schwester Ernestine, Schriftstücke und Gedichte, aus den Jahren 1812–1868, 4 AE.

G. von Glasenapp, Materialien zum Buch „Die Generäle der Deutschen Armee“, um 1880, 5 AE.

J. Gudschmidt, Ansicht von Stettin (1677) auf dem Sarkophag des Großen Kurfürsten, aus dem Jahre 1934, 1 AE.

E. Gülzow, Tod des Majors Schill (1809), aus dem Jahre 1933, 1 AE.

A. Haas, Literatur über pommersche Hexenprozesse, aus dem Jahre 1933, 1 AE.

Haber, Notizen eines Schullehrers aus Lauenburg, um 1875, 1 AE.

O. Heinemann, Manuskript von Band 5 und teilweise Band 6 des „Pommerschen Urkundenbuchs“, aus dem Jahre 1905, 6 AE.

Hille, Chronik der Kolberger Medizinischen Gesellschaft, aus dem Jahre 1936, 2 AE.

Hübner, Die Kirche in Pommern im Mittelalter, aus dem Jahre 1933, 1 AE.

K. Hüseler, Verwaltung in Anklam (17. Jahrhundert), aus dem Jahre 1922, 1 AE.

H. Hoogeweg, Manuskript der Arbeit „Die Stifter und Klöster der Provinz Pommern“, aus dem Jahre 1924, 3 AE.

A. Kaselow, Presseausschnitte zur Geschichte von Stettin und Pyritz, ihre Bau- und Naturdenkmäler, aus den Jahren 1896–1937, 8 AE.

E. Kasiski, slawische Gräberfelder bei Neustettin, aus dem Jahre 1867, 1 AE.

R. Klempin, Notizen und genealogische Tabellen pommerscher Geschlechter, um 1865, 1 AE.

von Köller, genealogische Tabellen von Adelsfamilien, aus den Jahren (1819) 1882–1930, 44 AE.

G. Kratz, Abschriften von Quellen und Arbeiten zur Geschichte und Literatur von Pommern, kaschubisches Wörterbuch, Manuskript einer Arbeit über die pommerschen Städte, Regesten (bis 1550) aus dem Stadtarchiv Stolp, Abschriften von Dokumenten über Pommerellen im 14. Jahrhundert, Eigentumsveränderungen in den östlichen Kreisen Pommerns, Geschichte der Lande Bütow und Lauenburg, genealogisches Material pommerscher Familien, aus den Jahren 1855–1864, 30 AE.

A. Kruse, Tabellen Stralsunder Bürgermeister, aus den Jahren 1851–1864, 1 AE.

G. Kupke, Geschichte der Stadt Pölitz, aus dem 20. Jahrhundert, 2 AE.

J. Langner, Geschichte von Vorpommern, um 1815, 2 AE.

Lange, Dorf- und Schulchronik von Köselitz im ehemaligen Kreis Cammin, aus den Jahren 1897–1942, 1 AE.

H. Lemcke, Notizen aus den Schöffenbüchern von Freienwalde sowie zur Baugeschichte des Stettiner Schlosses, um 1886, 2 AE.

M. Lesko, Genealogie der Familie von Ploetz (1648–1804), aus dem Jahre 1941, 1 AE.

J. Levezow, Geographie und Geschichte von Pommern, aus dem Jahre 1791, 1 AE.

K. Lips, Regulierung von Steuerfragen in Hinterpommern, Pfarrei Hoff, Karten von Pommern (15. bis 20. Jahrhundert), aus den Jahren 1934–1935, 4 AE.

M. Ludewig, Geburtsurkunden, militärische Dokumente, Eigentumsurkunden, aus den Jahren 1868–1919, 1 AE.

J. Mueller, Auszüge und Notizen zur Geschichte und Heraldik von Pommern sowie aus der schönen Literatur, aus den Jahren 1840–1885, 91 AE.

P. v. Niessen, Manuskripte von Arbeiten zur Bevölkerungsgeschichte von Stettin, zur Geschichte der Neumark, Presseausschnitte, aus den Jahren 1888–1929, 7 AE.

P. Pooth, Abschrift eines Briefs von Franz Joel, Arzt und Apotheker aus Stralsund (1543), aus dem Jahre 1933, 1 AE.

K. Porath, Korrespondenz, aus den Jahren 1936–1941, 1 AE.

B. Pütter, Materialien zur Geschichte der Stadt Loitz (Vorpommern), aus dem 18. Jahrhundert, 7 AE.

C. Rittershausen, Abschriften Stettiner Bürgerbücher (für die Jahre 1603–1833), aus den Jahren 1942–1943, 9 AE.

L. Rüts, Genealogie der Familie von Lucowitz, aus dem Jahre 1928, 1 AE.

O. Thummel, Notizen aus dem Jurastudium, aus dem 20. Jahrhundert, 1 AE.

F. Salis, Briefe, Artikel, Abschriften päpstlicher Dokumente zu Pommern, ungedruckte Quellen aus Marburg und Köln, Geschichte Pommerns und Mecklenburgs, Kirchengeschichte (ab 1140), aus den Jahren 1906–1914, 18 AE.

E. Sandow, Handschrift von Band 7 des „Pommerschen Urkundenbuchs“, aus den Jahren 1930–1940, 4 AE.

Scholz, St. Johanniskirche in Stettin, aus dem Jahre 1930, 1 AE.

H. Schöning, Lebensbild Wilhelm August Wildes (1798–1853), aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, 1 AE.

Schultz-Frenzel-Schröder, Korrespondenz, aus den Jahren 1940–1941, 1 AE.

R. Seeberg-Elversfeldt, Beziehungen Polens zu den Ständen des Herzoglichen Preußen von der Regierungseit des Kurfürsten Georg Wilhelm I. bis zum Tode Zygmunt III. Wasas, aus dem Jahre 1934, 1 AE.

J. B. Steinbrück, Korrespondenz, Materialien zur Geschichte der Marienkirche und der Kirche St. Jacob in Stettin, Genealogie von 45 pommerschen Familien, Notizen über Penkun, Überlegungen zur Entstehung der slawischen Stämme, aus dem 18. Jahrhundert, 7 AE.

M. Stelter, Genealogie der Familie Stelter, aus dem Jahre 1943, 1 AE.

O. Stock, Presseausschnitte zur Lage der pommerschen Emigranten in den Vereinigten Staaten, aus den Jahren 1920–1939, 1 AE.

K. Stork, der „Totentanz“ in der Kirche zu Wolgast, aus dem Jahre 1928, 1 AE.

G. Stör, Chronik der Stadt Lippehne, aus dem Jahre 1841, 1 AE.

Rigaische Gesellschaften, Familienlegat Elias von Kobbersche, Sammlung Dr. Alex Friedenstein, Tagebuch der Gesellschaft der Musen, Inventar der numismatischen Abteilung im Museum der Gesellschaft für Geschichte und Altertum des Ostsee-Gouvernements, Protokolle der Gesellschaft praktischer Ärzte zu Riga, Rechnungsbücher aus Riga, Klassenbücher, St. Petri-Kirche zu Riga, genealogische Materialien, Verzeichnisse der 1940 aus Riga nach Deutschland übersiedelnden Deutschen, Chronik der Stadt Pillau, Korrespondenz über die Baltische Monatsschrift aus Riga, Korrespondenz Prof. Paul v. Sokolowski, aus den Jahren 1795–1940, 54 AE.

W. Wiesener, Abschriften von Quellen zur Geschichte der mittelalterlichen Kirche in Pommern, von der Wende zum 20. Jahrhundert, 12 AE.

B. Wilhelmi, Statistiken und Berichte über die Taubstummenanstalten in Pommern sowie über die Städte Erfurt und Magdeburg, aus den Jahren 1863–1877, 6 AE.

Zernickow, Auszüge aus den Akten des Stadtgerichs Wangerin, aus dem Jahre 1933, 1 AE.

A. Zöllner, Literatur zu Vineta/Jomsburg – Wollin, Projekt einer Wasserstraße Stettin–Ostsee von 1729, aus den Jahren 1932–1933, 2 AE.

Varia, Landtage (16. Jh.), Sammlung von Verordnungen des Königreichs Preußen, pommersches Kirchenrecht, Statistik pommerscher Städte, Abschriften von Dokumenten zur Geschichte Stettins, städtische Ordnungen Stettins, schwedische und brandenburgische Herrschaftsfolge in Pommern, Grenzfragen mit Polen und Brandenburg, Baufragen in Stettin, Provinzialrecht, genealogische Materialien, Stadtbuch von Stargard, Eigentumsakten aus Scholwin, Privilegien der Stadt Rügenwalde, Partituren musikalischer Werke von Lamprecht, Harttung, Berling, Graunn und anderer, polnisches Konsulat in Stettin, Edikte und Resolutionen der brandenburgischen Kurfürsten und preußischen Könige, Herrscher von Schweden und Sachsen, Kabinettsordres Friedrichs II., aus dem 16. bis 20. Jahrhundert, 860 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

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564

001 Geistliche und herzogliche Urkunden (Rep. 1, Rep. 2 Zbiór dokumentów: cesarskich, królewskich, książęcych, władz administracyjnych, stanów szlacheckich, miejskich, kościelnych)

1293–1959, 294 AE.

Vor dem Zweiten Weltkrieg zählte die Sammlung der im Staatsarchiv Stettin vorhandenen Urkunden rund 10 000 AE. Sie bestand aus zwei großen Gruppen, nämlich den geistlichen Urkunden (Rep. 1) und den herzoglichen Urkunden (Rep. 2). Nach den erhaltenen Daten besaß das Stettiner Archiv 1939 7436 Urkunden von Kirchen und Klöstern (Rep. 1) sowie 1537 herzogliche Urkunden und 594 private Urkunden (Rep. 2). Außerdem existierten außerhalb der Sammlung städtische Urkunden, die in den Beständen der jeweiligen Städte aufbewahrt wurden.

1942 wurden die Urkunden als wertvollste Archivalien des Stettiner Archivs ins Schloß Pansin ausgelagert. Wahrscheinlich wurde Anfang 1945 unter nicht vollends aufgeklärten Umständen die Mehrzahl von ihnen auf die andere Oderseite gebracht. Heute befinden sie sich im Landesarchiv Greifswald: Rep. 1, 2, 10 200 AE (zusammen mit den städtischen Urkunden). Ins Stettiner Archiv kehrten nach dem Zweiten Weltkrieg nur einige Dutzend Pergamente zurück, die aus den Vorkriegsbeständen stammten (hauptsächlich städtische Urkunden, die in den Akten der Städte Preußisch Friedland, Greifenhagen und Jastrow aufbewahrt wurden). Sie wurden durch Urkunden aus unterschiedlichen Kanzleien und Beständen ergänzt, die von polnischen Archivaren in Pommern sichergestellt wurden. Heute besteht die Urkundensammlung (Kaiser, Könige, Herzöge, Verwaltungsbehörden, Adel, Bürgerstand, Klerus) aus 289 Pergament- und Papierurkunden der Jahre 1293–1959. Außerdem gehören der Sammlung sieben Wachstäfelchen aus dem 15. Jahrhundert an. Die Mehrzahl der genannten Diplome wurde dem Archiv von verschiedenen Institutionen und Privatpersonen übergeben.

Inhalt

Rechtliche Lage der pommerschen Herzogtümer, Ständeprivilegien, aus den Jahren 1612–1806, 27 AE.

Lehen, Lehnsbriefe, Verleihungen und Bestätigungen von Gütern (einige Dokumente wurden von den polnischen Königen ausgestellt), aus den Jahren 1376–1812, 44 AE.

Nobilitierungen, Verleihung des Titels eines Barons und Grafen durch den polnischen König Stanisław August Poniatowski, Verleihung von Adelstiteln, aus den Jahren 1698–1812, 10 AE.

Verleihung von Orden und Auszeichnungen (darunter des Ordens des Weißen Adlers), aus den Jahren 1728–1790, 7 AE.

Aufnahmen in den Orden, Auswahl von Beichtvätern und Aussteuer der Prinzessinnen, aus den Jahren 1484–1626, 4 AE.

Einquartierung von Truppen, Desertion, aus dem Jahre 1631, 2 AE.

Bauernfragen, aus den Jahren 1542–1754, 4 AE.

Privilegien einzelner Städte, hier auch die Bestätigung des Lokationsprivilegs für die Stadt Stettin, aus den Jahren 1293–1830, 27 AE.

Verleihung des städtischen Bürgerrechts, aus den Jahren 1819–1959, 7 AE.

Zunftprivilegien, aus den Jahren 1507–1830, 50 AE.

Kaufleute und Krämer, aus den Jahren 1660–1845, 6 AE.

Bestellung eines Henkers, aus den Jahren 1788–1798, 2 AE.

Städtischer Brunnen, aus dem Jahre 1778, 1 AE.

Kauf- und Verkaufsverträge, aus den Jahren 1391–1631, 7 AE.

Auseinandersetzung über den Handel zwischen Stettin und Stargard, aus dem Jahre 1459, 1 AE.

Schänken, aus dem Jahre 1660, 1 AE.

Jahrmärkte, aus den Jahren 1731–1771, 1 AE.

Schulzenämter (Verleihung, Privilegien), aus den Jahren 1628–1766, 16 AE.

Mühlen und Müller, aus den Jahren 1623–1746, 6 AE.

Zeugnisse der Beendigung der Lehrzeit bei Handwerkern, Zeugnisse der guten Herkunft und Geburt, aus den Jahren 1622–1838, 38 AE.

Brandschutz, aus den Jahren 1623–1778, 2 AE.

Schuldbriefe und Schulden, aus den Jahren 1496–1833, 15 AE.

Fischfang, aus dem Jahre 1552, 1 AE.

Bauerlaubniserteilungen, aus den Jahren 1686–1799, 3 AE.

Gedicht auf den preußischen König, aus dem Jahre 1786, 1 AE.

Schiffsatteste, aus den Jahren 1832–1845, 2 AE.

Urkunden in hebräischer und arabischer Sprache, Beginn des 20. Jahrhunderts, 2 AE.

In dieser Sammlung befinden sich auch Wachstafeln, die Notizen über Einnahmen der Stadt Leipzig enthalten, aus dem Jahre 1416, 7 AE.,

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

Literatur

Gaziński, R.: Information über die Abschriften mittelalterlicher Urkunden in Aktenbeständen des Staatsarchiv Stettin/Szczecin, in: Stand, Aufgaben und Perspektiven territorialer Urkundenbücher im östlichen Mitteleuropa, hg. v. W. Irgang u. N. Kersken, Marburg 1998.

Schmidt, R.: Geschichte des Pommerschen Urkundenbuches, in: Stand, Aufgaben und Perspektiven territorialer Urkundenbücher im östlichen Mitteleuropa, hg. v. W. Irgang u. N. Kersken, Marburg 1998.

Schoebel, M.: Überlieferung spätmittelalterlicher Urkunden aus Pommern im Landesarchiv Greifswald. Probleme und Perspektiven einer Edition, in: Stand, Aufgaben und Perspektiven territorialer Urkundenbücher im östlichen Mitteleuropa, hg. v. W. Irgang u. N. Kersken, Marburg 1998.

JP

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565

0045 Siegel und Stempel (Rep. 46, Zbiory pieczęci i tłoków pieczętnych)

1293–20. Jh.; 2803 AE.

Die frühesten Hinweise auf den Gebrauch von Siegeln in Pommern stammen aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Ihre Verwendung hängt aufs engste mit dem Eintritt des Herzogtums in die kulturelle Welt der Schrift sowie mit sozioökonomischen und verfassungsrechtlichen Veränderungen zusammen. Als Ergebnis dieser Prozesse wurden Urkunden im Laufe des 13. Jahrhunderts mit beglaubigenden Zeichen versehen, u. a. wurde ein anhängendes Siegel zur rechtlichen Grundlage im wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und verfassungsrechtlichen Leben. Zudem konnte das Siegel anfangs als Eigentums- und Erkennungszeichen auch die Rolle eines eigenständigen Rechtsmittels spielen. Wir wissen, daß der erste pommersche Bischof Albert (gest. um 1160) das älteste Siegel besaß. Um 1170 verwendeten die lokalen Greifenherrscher Siegel: der Usedomer Herzog Bogislav I. und der Herzog von Demmin, Kasimir I. Während des 13. Jahrhunderts vergrößerte sich der Kreis derer, die ein eigenes beglaubigendes Zeichen besaßen, erheblich. Neben den Herrschern und Vertretern der Herzogsfamilie (darunter auch die Prinzessinen) sowie den Bischöfen von Cammin benutzten kirchliche Institutionen und Würdenträger eigene Siegel: das Camminer Domkapitel (1216), der Prior von Cammin, Konrad (1214), die Klöster zu Kolbatz, Eldena und See Buckow, aber auch der niedrigere Klerus und Pfarrherren (zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts). In diesem Jahrhundert kamen auch Rittersiegel auf (der Camminer Kastellan Stoislav, um 1227), vor allem aber städtische Siegel. Die ältesten von ihnen gehören Greifswald (1248), Stettin (1250) und Stralsund (1256). Außerdem begannen im 14. Jahrhundert Bürger und verschiedene Korporationen wie Zünfte und Gilden, eigene Siegel zu verwenden. In den folgenden Jahrhunderten, vor allem im 18. und 19. Jahrhundert, stieg die Zahl von Institutionen und Personen, die Siegel benutzte, sprunghaft an. Zugleich verstärkte sich die Tendenz, daß einzelne juristische Personen mehr als nur ein Siegel zugleich verwendeten. Die von Institutionen und Personen benutzten Siegel unterschieden sich nicht nur durch Aussehen und Aufschrift, sondern auch durch Größe, Form, Farbe und Material (Wachssiegel, Oblatensiegel, Lacksiegel, Bullen).

Die Sammlung entstand aus der dezimierten Siegelsammlung, die vor 1945 im Stettiner Archiv aufbewahrt wurde. Sie wurde ergänzt durch Siegelprägungen, die von polnischen Archivaren nach 1945 in den Registraturen pommerscher Behörden sichergestellt wurden.

Inhalt

Originalsiegel, Siegel von Kaisern, Königen, Herzögen, Bischöfen, Domkapiteln, Städten, Zünften und Adelsfamilien, aus den Jahren 1293–1842, 328 AE, darunter 128 an Urkunden.

Reproduktionen von Siegeln aus dem 19. und 20. Jahrhundert, häufig von verlorengegangenen Originalsiegeln aus dem 12. bis 19. Jahrhundert: Siegel von Herzögen (von Wolgast, Stettin und Rügen sowie von Pommerellen), Camminer Bischöfen, dem Camminer Domkapitel, den Klöstern in See Buckow, Dargun, Stolp und Kolberg, von pommerschen Rittern und Adligen, zudem aus dem ganzen Reich, aus Frankreich, Schweden, Ungarn und Italien, von Zünften aus Anklam und Stettin, von Städten (Stadt-, Schöffensiegel und kleinere Geheimsiegel) aus ganz Pommern, Gerichtssiegel (Patrimonial-, Stadt- und Hofgerichte, Appelationsgericht, Fürsorgekollegium Kolberg, Siegel von Staatsanwaltschaften), 1647 AE.

Siegel verschiedener staatlicher, gerichtlicher und kommunaler (Städte und Zünfte) Stempel, aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, 828 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

Literatur

Bobowski, K.: Dawne pieczęcie na Pomorzu Zachodnim [Alte Siegel in Hinterpommern], Szczecin 1989.

Gaziński, R.: Grzelak, J.: Heraldyka miejska na Pomorzu Zachodnim w okresie pruskim (XVIII–XIX w.) na przykładzie herbów miast Rejencji Szczecińskiej [Die städtische Heraldik in Hinterpommern zur preußischen Zeit (18.–20. Jh.) am Beispiel der Wappen der Städte im Regierungsbezirk Stettin], in: Herby miast polskich w okresie zaborów (1772–1918) [Die Wappen der polnischen Städte in der Teilungszeit (1772–1918)], hg. v. S. K. Kuczyński, Włocławek 1999.

Grotefend, O.: Die Embleme der Siegel, Wappen und Helmzieren des pommerschen Adels, BSt NF, Bd. 19 (1916).

Grotefend, O.: Die Siegel der Bischöfe von Kammin und ihres Domkapitels, BSt NF, Bd. 26 (1924).

Gumowski, M.: Handbuch der polnischen Siegelkunde, Graz 1966.

Gumowski, M.: Najstarsze pieczęcie miast polskich XIII i XIV wieku [Die ältesten Siegel polnischer Städte des 13. und 14. Jahrhunderts], Toruń 1960.

Gumowski, M.: Pieczęcie i herby niektórych miast pomorskich [Siegel und Wappen einiger pommerscher Städte], PZP, Bd. 15 (1971), H. 3.

Gumowski, M.: Pieczęcie książąt pomorskich [Die Siegel der pommerschen Herzöge], Zapiski TNT, Bd. 14 (1950).

Gumowski, M., Haisig, M. (u. a.): Sfragistyka [Sphragistik], Warszawa 1960.

Hupp, O.: Wappen und Siegel der deutschen Städte, Flecken und Dörfer, Königreich Preußen, Bd. 1, H. 2: Pommern, Posen und Schlesien, Frankfurt a. M. 1898.

Strzyżewski, W.: Treści symboliczne herbów miejskich na Śląsku, Ziemi Lubuskiej i Pomorzu Zachodnim do końca XVIII wieku [Die symbolischen Inhalte der Stadtwappen in Schlesien, dem Land Lebus und in Hinterpommern bis zum Ende des 18. Jahrhunderts], Zielona Góra 1999.

PG

Kartographische Sammlungen

Die kartographischen Sammlungen im Staatsarchiv Stettin bestehen aus Karten, die vor dem Zweiten Weltkrieg im damaligen Archiv aufbewahrt wurden, sowie aus solchen, die der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde gehörten. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Karten aus Stettin an mehrere Orte ausgelagert: Martenthin, Pansin, Schlemin und Spantekow. Was mit den in Martenthin und Pansin gelagerten Karten geschah, ist bis heute ein Rätsel. Die Karten aus Schlemin und Spantekow wurden dagegen nach dem Krieg in Greifswald zusammengefaßt, wo sie die Grundlage der kartographischen Sammlung des Archivs bilden. Heute besitzt das Stettiner Archiv lediglich einige hundert Stücke, die von polnischen Archivaren in den genannten Ortschaften sichergestellt werden konnten. Ein weiterer Teil der heutigen Sammlung besteht aus Materialien, die durch Kauf oder Schenkungen in den Besitz des Archivs gelangten oder aber von Institutionen und Privatpersonen übernommen wurden. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 44 Kartensammlung, 30 000 AE, aus dem 18. bis 20. Jahrhundert.

Literatur

Altenburg, O.: Der älteste Stadtplan von Stettin, Monatsblätter 1913.

Brüggemann, L. W.: Ausführliche Beschreibung des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinterpommern, T. 1, Stettin 1779.

Curschmann, F.: Die schwedischen Matrikelkarten von Vorpommern und ihre wissenschaftliche Auswertung, Imago Mundi 1935.

Curschmann, F.: Matrikelkarten von Vorpommern 1692–1698, Rostock 1948.

Drolshagen, C.: Neuvorpommern und Rügen im Rahmen der älteren Kartographie und Landesaufnahme, in: Pommersche Jahrbücher, Bd. 10.

Frankiewicz, B.: Kartografia zachodniopomorska od wieku XVI do początków XIX [Die pommersche Kartographie vom 16. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts], in: Archeion, Bd. 61 (1974).

Frankiewicz, B.: Stare plany i widoki Kamienia [Alte Pläne und Ansichten von Cammin], in: Szczecin, 1958, H. 4-5.

Frankiewicz, B.: Zbiory kartograficzne Wojewódzkiego Archiwum Państwowego w Szczecinie [Die kartographischen Sammlungen des Staatlichen Woiwod-schaftsarchivs Stettin], in: Szczecin (1957), H. 3.

Fredrich, C.: Die beiden ältesten Karten der Umgebung Stettins, BSt NF, Bd. 29 (1926).

Hartnack, W.: Beiträge zu einer Entwicklungsgeschichte der Kartographie Pommerns, Greifswald 1926.

Orlińska, H.: Materiały kartograficzne starego Szczecina (1570–1913) [Kartographische Materialien des alten Stettin (1570–1913)], in: Szczecin (1962), H. 5-6.

Rubow-Kalähne, M.: Matrikelkarten von Vorpommern 1692–1698 nach der schwedischen Landesaufnahme. Eine kurze Erläuterung zu den Kartenblättern Neuenkirchen, Greifswald, Wusterhausen und Hanshagen. Wissenschaftliche Veröffentlichungen des Instituts für Länderkunde Neue Folge 17/18, Leipzig 1960.

Viergutz, P. H.: Pommersche Stadt- und Festungspläne im Kriegsarchiv zu Stockholm, BSt NF, Bd. 41 (1939).

Stelmach, M.: Historia kartografii Pomorza Zachodniego do końca XVIII wieku [Die Geschichte der Kartographie in Pommern bis zum Ende des 18. Jahrhunderts], Szczecin 1991.

Stelmach, M.: Katalog planów miast i wsi Pomorza Zachodniego z XVII–XIX wieku w zbiorach Wojewódzkiego Archiwum Państwowego w Szczecinie [Katalog der Stadt- und Dorfpläne aus Pommern aus dem 17. bis 19. Jahrhundert in den Sammlungen des Staatlichen Woiwodschaftsarchivs Stettin], Szczecin 1980.

Stelmach, M.: Zarys dziejów kartografii pomorskiej XVI–XVIII wiek [Überblick über die Geschichte der pommerschen Kartographie des 16. bis 18. Jahrhunderts], in: Z dziejów kartografii, t. IX Mapy południowego Bałtyku [Aus der Geschichte der Kartographie. Bd. IX: Karten des südlichen Ostseeraums], hg. v. M. Stelmach, Szczecin 1997.

Szukała, M.: Mapy morskie (przed 1945 roku) w zasobie Archiwum Państwowego w Szczecinie [Seekarten (vor 1945) im Bestand des Staatsarchivs Stettin], in: Z dziejów kartografii, t. IX Mapy południowego Bałtyku [Aus der Geschichte der Kartographie. Bd. IX: Karten des südlichen Ostseeraums], hg. v. M. Stelmach, Szczecin 1997.

ED

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566

0046 Kartensammlung (Rep. 44, Zbiór kartograficzny)

1544–1945 [1945–1997]; 1910 AE.

Kartensammlung, 1544–1945 [1945–1997], 1777 AE.

Die Kartensammlung besteht aus handschriftlichen, in Kupfer gestochenen und gedruckten Karten, Reprints und Kopien der ganzen Welt, von Kontinente, Staaten, Landschaften und Regionen, Städten und Dörfern. Sie beziehen sich hauptsächlich auf das Gebiet Hinterpommerns, obwohl viele von ihnen auch Deutschland, Polen und andere Ostseeländer betreffen. Die zahlenstärkste Gruppe der Sammlung sind die Stadt- und Dorfpläne – rund 500 Einheiten in einem Maßstab von 1:200 bis 1:25 000. Ein großer Teil sind Pläne von Stettin seit dem Anfang des 17. Jahrhunderts (in der Mehrzahl aus der Zwischenkriegszeit) sowie aus wichtigen Städten Europas (oft mit einem Panorama der Stadt) seit der Mitte des 18. Jahrhunderts: Amsterdam, Kopenhagen, Lissabon, London, Madrid, Paris, Prag, Rom, Stockholm und Wien. Erhalten haben sich auch zwei Kopien von Plänen aus dem schwedischen Kataster: Prielipp und Pommerensdorf. Die Sammlung enthält auch Karten und Pläne, die nach 1945 entstanden sind und die ebenfalls allgemein charakterisiert werden.

Inhalt

Thematische Karten, Karten der Kriegszerstörungen in den Kreisen Hinterpommerns, Grenzziehungskarten, ethnographische, touristische Karten, Wirtschaftskarten, Karten des Eisenbahnnetzes.

Karten zu Verwaltung und Verkehr, hauptsächlich Karten zur Verwaltungaufteilung des Deutschen Reiches und Polens, aber auch deutsche und polnische Kreiskarten, meist im Maßstab 1:75 000, aus dem Osten des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie aus der ehemaligen Woiwodschaft Stettin, teilweise auch aus den ehemaligen Woiwodschaften Köslin, Stolp, Landsberg und Schneidemühl.

Physische Karten, Karten Polens vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gegenwart.

Historische Karten, in Kupfer gestochene Überblickskarten über Staaten, Herzogtümer, Landschaften und Regionen Europas, von der Wende des 17. zum 18. Jahrhundert.

Politische Karten, Karten der politischen Aufteilung Europas und der europäischen Staaten zu unterschiedlichen Zeiten.

Seekarten, englische, deutsche, polnische und schwedische Karten der Ostsee, ihrer Buchten und Meerengen, mit Hafenplänen (im Maßstab 1:10 000), zudem Karten des Schwarzen und des Roten Meeres sowie der Nordsee, gedruckt am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Topographische Karten, deutsche (aus den Jahren 1880–1894) und polnische (aus den Jahren 1969–1987) Karten in den Maßstäben 1:25 000, 1:100 000, 1:200 000 und 1:300 000; die deutschen topographischen Karten im Maßstab 1:25 000 umfassen den ganzen Regierungsbezirk Stettin, Teile der Regierungsbezirke Köslin und Schneidemühl, den Nordosten von Mecklenburg-Vorpommern, einzelne Exemplare aus den Provinzen Schleswig-Holstein, Brandenburg und Schlesien; die Karten im Maßstab 1:100 000 decken das ganze Deutsche Reich ab, einzelne Exemplare aus Bayern, Sachsen und Württemberg; Karten im Maßstab 1:200 000 – einzelne Exemplare aus dem Gebiet der Regierungsbezirke Stettin, Köslin, Frankfurt, Posen, Ostpreußen, Mecklenburg und Brandenburg; Karten im Maßstab 1:300 000 – einzelne Exemplare aus Hinterpommern und Ostpreußen; polnische topographische Karten in den Maßstäben 1:10 000, 1:50 000 und 1:100 000 – sie decken die ehemaligen Woiwodschaften Köslin, Stolp und Stettin vollständig ab, die Karten im Maßstab 1:25 000 umfassen die ehemaligen Woiwodschaften Stettin und Köslin; topographische Karte der polnischen Tatra im Maßstab 1:10 000 aus dem Jahre 1984 (15 Sektionen).

Geodätische Karten, Lage- und Höhenkarten im Maßstab 1:500 sowie Grundkarten im Maßstab 1:1000, zudem Erfassungskarten im Maßstab 1:2000 und 1:5000; Sektionen des Plans von Stettin im Maßstab 1:500 aus den Jahren 1954–1983, im Maßstab 1:1000 aus den Jahren 1959–1976, Sektionen des Plans von Plölitz im Maßstab 1:500 aus den Jahren 1959–1973, Lage- und Höhenpläne von Labes, Misdroy, Plathe, Stargard und Swinemünde aus den Jahren 1967–1979, Grundkarten von Freienwalde, Greifenberg, Nörenberg, Cammin und Labes aus den Jahren 1957–1986, zudem Sektionen von Landregulierungskarten aus Stargard im Maßstab 1:2000 aus den Jahren 1965–1966 und 1:5000 aus dem Jahre 1972.

Es haben sich auch zwei Kopien von Karten aus dem schwedischen Kataster erhalten: Prilipp (Sign. 817), Original um 1693, und Pommerensdorf, Original von 1693 (Sign. 80).

Archivalische Hilfsmittel Findkartei; Computerdatenbank.

ED

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Stand: 30.11.2004

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