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Archivführer Stettin

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Begriff: Preußisch Friedland

3 Bestände:

316

0195 Magistrat Preußisch Friedland (Rep. 38b, Akta miasta Debrzno)

1712–1937; 653 AE, 11,8 lfm.

Die Anfänge von Preußisch Friedland gehen bis ins frühe Mittelalter zurück, als hier eine kleine Siedlung und eine pommersche Grenzburg bestanden. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde das Gebiet Teil des Deutschordensstaates. Stadtrechte erhielt die Siedlung im Jahre 1354 aus den Händen des Hochmeisters Winrich von Kniprode. Die Ordensritter machten Preußisch Friedland zu einem Befestigungspunkt für die Südgrenze ihres Staates. Entgegen seiner ursprünglichen Anlage wurde Preußisch Friedland an der Wende zum 15. Jahrhundert zu einem bedeutenden Zentrum für Tuchmacherei und Weberei. Die hier hergestellten Produkte wurden hauptsächlich nach Konitz gebracht. Während des Dreizehnjährigen Kriegs wurde die Stadt zerstört und fiel nach dem Thorner Frieden (1466) an die polnische Krone (Starostei Schlochau, Woiwodschaft Pommerellen). Die Steuererhebung von 1564 weist das damalige Preußisch Friedland als Landstädtchen aus, das 115 Häuser zählte. Es arbeiteten hier lediglich zwölf Bauern – vier Schuhmacher, drei Schmiede, drei Ofensetzer sowie je ein Tuchmacher und Fleischer. Den Registern der Jahre 1570–71 zufolge lebten in der Stadt 942 Einwohner in 127 Häusern. In der Mitte des 17. Jahrhunderts erlebte Preußisch Friedland einen wirtschaftlichen Niedergang. 1627 wurde es von den Schweden geplündert und 1659 von einer Seuche heimgesucht; 1696 brach eine Feuersbrunst aus, die nur drei Häuser verschonte. Durch die erste Teilung Polens fiel Preußisch Friedland an Preußen. Die Preußen führten im Städtchen eine gründliche Verwaltungsreform durch. Die bisherige Selbstverwaltung wurde durch einen ernannten Magistrat ersetzt. Grundlage für den Lebensunterhalt war im 18. Jahrhundert weiterhin die Landwirtschaft, doch daneben entwickelten sich das Handwerk und der Kleinhandel. 1783 zählte die Stadt 1138 Einwohner. Die Reformen vom Anfang des 19. Jahrhunderts (1808) gaben den Bürgern ihre Selbstverwaltung wieder zurück. An der Spitze der Stadt stand eine aus Wahlen hervorgegangene Stadtverordnetenversammlung, die den Magistrat bestimmte. Die Arbeit des Magistrats wurde von Deputationen unterstützt, die sich mit konkreten Fragen befaßten. 1853 zählte die Stadtverordnetenversammlung von Preußisch Friedland 18 Mitglieder (Legislative), der Magistrat einige Personen (Exekutive). Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Preußisch-Friedland zur Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen, 1938 kam es an Pommern (Regierungsbezirk Schneidemühl). Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Einwohnerzahl folgendermaßen: 1800 – ca. 2000, 1900 – 3758, 1925 – 3549, 1939 – 3842.

1904 kamen die städtischen Akten an das Archiv in Danzig, von wo sie nach dem Ersten Weltkrieg an das Geheime Staatsarchiv in Berlin übergeben wurden. 1939 wurde der Bestand in das Stettiner Archiv gebracht. Während des Zweiten Weltkriegs wurden sie nach Ralswick und Schlemmin evakuiert. Von letzterem Ort wurden sie nach Goslar gebracht und kehrten 1947 im Rahmen der Rückführung an das Stettiner Archiv zurück. Die Archivalien aus Ralswick kamen zunächst an das Archiv in Greifswald, von wo sie 1961 auf der Grundlage des Vertrags über den Archivalienaustausch nach Stettin geschickt wurden. Im Landesarchiv Greifswald: Rep. 38b Preußisch Friedland, 7 AE, aus den Jahren 1776–1920.

Inhalt

Pergamenturkunden, Privilegien für die Stadt, Schenkungen, von den Königen Zygmunt August und Stefan Bathory verliehene Steuerbefreiungen, Grenzstreitigkeiten der Stadt und ihrer Bürger, aus dem 14.–17. Jahrhundert, 52 AE.

Landes- und Stadtverfassung, königliche Edikte, Verordnungen der vorgesetzten Behörden, Bekanntmachungen des Magistrats, Trennung der Provinzen West- und Ostpreußen, Reisen hochgestellter Persönlichkeiten, Verleihung des Stadtrechts, Wahlen zum Kreis- und Reichstag, aus den Jahren 1772–1931, 38 AE.

Allgemeine Verwaltung, Instruktionen und Verordnungen über die Arbeit des Magistrats, Registratur, Einführung von städtischen Ordnungen, aus den Jahren 1772–1932, 11 AE.

Bürgermeister und Beamte, Beamteneide, Wahlen in die Stadtverordnetenversammlung, Wahlen von Magistratsmitgliedern und Bürgermeistern, Einstellung einzelner Beamter, aus den Jahren 1783–1926, 25 AE.

Tätigkeit des Magistrats, Versammlungen, Sitzungsprotokolle von Stadtverordnetenversammlung und Magistrat, Wahlen zu den städtischen Gremien und Ämtern, darunter auch der Bürgermeister, aus den Jahren 1810–1933, 36 AE.

Gerichtswesen, Urteile des Schöffengerichts, Prozeßakten, aus den Jahren 1747–1861, 11 AE.

Auseinandersetzungen der Bürger mit dem Magistrat, Regulierung von Grundeigentum, Beschwerden über den Magistrat, Akten der Prozesse zwischen den Bürgern und der Stadt, aus den Jahren 1719–1931, 9 AE.

Allgemeine Statistik, statistische Tabellen, polizeiliche Daten über die Stadt, Tabellen zum ökonomischen Potential der Stadt, aus den Jahren 1773–1854, 7 AE.

Statistik der Bevölkerungsbewegung, Verzeichnisse der sich in der Stadt ansiedelnden und die Stadt verlassenden Bürger, natürliche Bevölkerungsbewegung, Meldefragen, Angaben zur Einwohnerzahl, Reisende in der Stadt, aus den Jahren 1773–1923, 14 AE.

Siedlungswesen, Kolonisierung, Ansetzung von Kolonisten auf städtischen Gütern, Tabellen der von ihnen gezahlten Steuern, aus den Jahren 1782–1900, 12 AE.

Jüdische Bevölkerung, Beseitigung der jüdischen Bevölkerung, Gründung einer Schule, Finanzen der Gemeinde, aus den Jahren 1772–1926, 10 AE.

Grenzen, Regulierungen von Grenzen und Pachten für städtisches Land, Grenzstreitigkeiten mit benachbarten Dörfern, Verpachtungen von Anbaufläche, Wiesen, Wäldern, Seen und Flüssen, des Armenhauses, der Mühle, der Ziegelei, des Brückenzolls sowie des städtischen Lazaretts, Regulierung der Hypothekensachen der Schule, Stelle zur Torfgewinnung, Forstverwaltung, Feuerversicherung, aus den Jahren 1717–1931, 51 AE.

Finanzen, Steuern, Kassenbücher, Akzise, Zölle, städtischer Haushalt, Schulden, Personal der Kämmereikasse, Schäden, die von der Stadtgemeinde übernommen werden, aus den Jahren 1772–1930, 30 AE.

Einwohnersteuern, Gebäudekataster, Einkommensteuer, Gebäudesteuer, aus den Jahren 1851–1935, 6 AE.

Handwerkersteuern, Höhe der Steuern, Befreiungen, Veränderungen, Zusammenstellung der Verbindlichkeiten, aus den Jahren 1824–1921, 9 AE.

Grundsteuer, Grundkataster, jährliche Zusammenstellungen der Verbindlichkeiten, Vorschriften über die Eintreibung der Grundsteuer, aus den Jahren 1812–1925, 11 AE.

Bevölkerungs- und Handwerksstatistik, Volkszählungen, Berufe der Einwohner, Handwerksstatistik, aus den Jahren 1831–1928, 5 AE.

Kommunales Bauwesen, Bauerlaubniserteilung, Straßenschilder und Hausnummern, Reparatur kommunaler Einrichtungen, Bau und Renovierungen von Wohngebäuden sowie öffentlichen Gebäuden: Rathaus, Post, Krankenhaus, Armenhaus, Schlachthof und Mühle, Erhaltung der Stadtmauern, städtische Brunnen, Entwässerung des Torfmoores, aus den Jahren 1775–1936, 55 AE.

Kommunikation, Wege, Brücken, Kanalisation, Bau und Reparatur von Wegen, Straßen, Gehwegen, Brücken, Kanalisation, Wasserleitungen, Straßenbeleuchtung, Bau der Eisenbahn Schneidemühl–Konitz, Postverkehr, aus den Jahren 1782–1935, 44 AE.

Brandschutz, Katastrophen, Brandschutzvorschriften, Schätzung der Schäden, aus den Jahren 1739–1928, 10 AE.

Öffentliche Gebäude, Bibliothek, Stadtbad, Krankenkasse, Ressource, Gaswerk, Stadtsparkasse, aus den Jahren 1851–1928, 8 AE.

Handwerk, Handwerkerkammer, Streitigkeiten zwischen den Handwerkern, Zünfte: Maurer, Schmiede, Schneider, Schornsteinfeger, Schuhmacher und Tuchmacher, Hebammen, Beschäftigung beim Bau der Festung Graudenz, Gesellen, aus den Jahren 1774–1936, 28 AE.

Handel, Taxen von Gebühren für den Handel mit Lebensmitteln, Wein, Bier und Tabak, Umschlag von Holz und Salz, Münzfragen, Märkte und Jahrmärkte, Schankkonzessionen, aus den Jahren 1772–1934, 32 AE.

Land- und Forstwirtschaft, Tabakanbau, Leinsamen, Anlage von Gemüsegärten, Imkerei, Zucht, Wolfsjagden, aus den Jahren 1772–1927, 19 AE.

Städtisches Schulwesen, Elementar-, Handwerker-, Handelsschulen, Lehrerseminar, Privatschulen, Lehrpläne, Einstellung von Lehrern, Beschwerden, aus den Jahren 1772–1937, 71 AE.

Kirchen, protestantische und katholische Kirche, Kirchenverwaltung und Besetzung kirchlicher Ämter, Bau und Umbau von kirchlichen Gebäuden, religiöse Fragen, aus den Jahren 1712–1929, 22 AE.

Gesundheit und Sozialfürsorge, Sanitärkommissionen, Seuchen, Nüchternheitsvereine, tabellarische Informationen über den Gesundheitsdienst, aus den Jahren 1775–1924, 11 AE.

Militaria, Einquartierungen, Rekrutenaushebung, Grenztruppen, Kriegervereine, Hilfe für Soldatenwitwen, Mobilmachung, Reklamationen, Kriegswirtschaft, aus den Jahren 1772–1928, 40 AE.

Versorgung der Armee, Soldfragen, Fourage für die Napoleonischen Einheiten, Pferde für die Armee, aus den Jahren 1786–1814, 5 AE.

Bürgerwehr, Schützenbruderschaft, Organisation der Bürgerwehr, aus den Jahren 1818–1848, 2 AE.

Polizeiliche Aufsicht, Sicherheitsvorschriften, Sanitäraufsicht, Umtriebe, Arbeiterräte, Zensur, Feiertage und Feierlichkeiten, Wilderei, illegaler Fischfang, aus den Jahren 1774–1935, 21 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Barkowski, A.: Zur Feier des 550jährigen Bestehens der Stadt Preußisch Friedland, Preußisch Friedland 1904.

Deutsches Städtebuch, hg. v. E. Keyser, Bd. 1, Stuttgart u. Berlin 1939.

Miasta polskie w tysiącleciu [Polnische Städte im Millenium], Bd. 1, Wrocław u. a. 1965.

Z dziejów ziemi człuchowskiej [Aus der Geschichte des Schlochauer Landes], hg. v. K. Ślaski, Poznań 1967.

RG

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437

1172 Land und Stadtgericht Preußisch Friedland (Sąd Ziemski i Miejski w Debrznie)

1801–1844; 4 AE, 0,1 lfm.

Die Akten des Bestands befanden sich vor dem Ersten Weltkrieg im Staatsarchiv Danzig (Abt. 97 Pr. Friedland), von wo sie in der Zwischenkriegszeit an das Geheime Staatsarchiv in Berlin abgegeben wurden. 1939 wurden diese Akten wegen der Angliederung der Grenzmark Posen-Westpreußen an die Provinz Pommern vom Berliner Archiv nach Stettin gegeben.

Inhalt

Allgemeine Verwaltung, Übernahme der Jurisdiktion vom Patrimonialgericht in Platendienst, aus dem Jahre 1838, 1 AE.

Zivilprozeß, Auseinandersetzung zwischen dem Pfarrer in Kamin und einem Pfarrbauern über Pacht und Pachtzins, aus den Jahren 1842–1844, 1 AE.

Hypothek, Regulierungen von Eigentum und Grenzen der Forstreviere und Felder in Kamin, aus den Jahren 1801–1807, 2 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

PG

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447

1165 Amtsgericht Preußisch Friedland (Rep. 77, Sąd Obwodowy w Debrznie)

1776–1852; 10 AE, 0,4 lfm.

Der Bestand ist fragmentarisch erhalten. Im Staatsarchiv Köslin, Abteilung Neustettin: Amtsgericht Preußisch Friedland, 12 AE, 0,23 lfm., aus den Jahren 1890–1944.

Inhalt

Hypotheken, Hypotheken- und Grundakten von Adelsgütern, aus den Jahren 1776–1852, 10 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

PG

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Stand: 30.11.2004

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