Inhalt

Sie sind hier: BKGE » Onlinepublikationen » Archivführer » Staatsarchiv Stettin » Inhalt

Archivführer Stettin

Wählen Sie aus den möglichen Suchwegen

Begriff: Nachlaß Hans Lutsch

557

0013 Nachlaß Hans Lutsch (Rep. 42, Spuścizna Hansa Lutscha)

1876–1918; 168 AE, 1,66 lfm.

Hans Lutsch wurde am 13.2.1854 in Naugard als Pfarrersohn geboren. Nach dem Abitur am Groening-Gymnasium in Stargard studierte er an der Bauakademie in Berlin. Seit 1880 arbeitete er am Staatlichen Hochbauamt in Cammin, wo er sich vor allem um die Renovierung der dortigen Kathedrale kümmerte. 1881 wurde er Mitglied der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde in Stettin und erstellte für diese einen Katalog der Baudenkmäler im Regierungsbezirk Stettin. Diese von Lutsch begonnene Arbeit wurde später von Hugo Lemcke fortgeführt, dem langjährigen Vorsitzenden der Gesellschaft. 1884 bestand Lutsch die Prüfung für den Regierungsbaumeister und zog kurz darauf nach Breslau, wo er sich auf Anweisung des Ministerims sowie des Provinzialverbands Schlesien und Oberlausitz mit der Erarbeitung eines Katalogs der Baudenkmäler der Provinz Schlesien befaßte. Nach einigen Jahren erschienen die Kataloge für die Stadt Breslau (1886), den Regierungsbezirk Breslau (1889), den Regierungsbezirk Liegnitz (1891) sowie den Regierungsbezirk Oppeln (1894). 1891 wurde Lutsch Provinzialkonservator für Schlesien, womit er das erste derartige Amt in Preußen innehatte. 1920 trat Lutsch in den Ruhestand. Er schrieb rund 40 Bücher und Aufsätze über Denkmäler. Er starb am 24.5.1922 in Bad Nauheim an einem Herzschlag.

Der Nachlaß Lutsch (Handschriften und maschinenschriftliche Manuskripte) gehörte anfangs der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde und wurde anschließend als Depositum an das Staatsarchiv Stettin überwiesen. 1925 ordnete der Archivar Friedrich Granier den Bestand und fertigte ein Repertorium an (Depositum Nachlaß Lutsch, Rep. 38f). 1943 wurde der Bestand Lutsch wahrscheinlich nach Nippoglense ausgelagert. Nach dem Krieg kehrte der Bestand teilweise unvollständig (es fehlen ca. 30 % der vor dem Krieg vorhandenen Akten) wieder in das Stettiner Archiv zurück.

Inhalt

Tagebücher, Reisetagebücher, Skizzenhefte, Notizbücher und Baukalender, Notizbücher über technische Fragen, aus den Jahren 1877–1912, 39 AE.

Notizen über den Denkmalschutz, Ausarbeitungen über den Bau von Dächern, Wänden, Speichern, Mauern, Gewölben, Böden und Heizung großer Gebäude, Stadtansichten, Informationen über Baumaterialien: Goldschmiedekunst, Metallplastik, Keramik, Glasur, Maurerei, Holzschnitzerei, Grafik, Architektur und Malerei, o. J., 48 AE.

Sakrale Steinbauten, Manuskripte über die Kirchen in Magdeburg, Paderborn, Hildesheim, Bamberg, Bergen auf Rügen, Rostock, Stralsund, Chorin und Doberan, über bayrische Kirchen und Klöster in München, Kempten, Ettal, Diessen und Oppenheim, o. J., 20 AE.

Andere Schriften, Notizbücher über die Theorie des Denkmalschutzes, Kunsthandwerk und Kunst, Malerei in Schlesien, schlesische Volkskunst, Reisenotizen aus Thüringen, Hessen, Bayern, Schwaben und aus Tirol, Beschreibung von Baudenkmälern am Bodensee, Verbesserungen, Ergänzungen und Verzeichnisse, aus den Jahren 1895–1899, 30 AE.

Akademische Hefte, Notizen über Philosophie, Mathematik und Bauwesen, aus den Jahren 1876–1883, 10 AE.

Fremde Arbeiten, Verzeichnis von Werken verschiedener Autoren über die Kunstgeschichte, o. J., 3 AE.

Denkmalschutz, Ministerialkonferenzen, Verordnungen, Bibliothek des Kultusministeriums, Technische Hochschulen, aus den Jahren 1884–1918, 9 AE.

Varia, Zeitungsausschnitte, Zeichnungen von Kirchen u. a. Wies (Oberbayern), Fritzlar, Heina und Sponheim, Geschichte der ägyptischen, assyrischen und persischen Kunst, aus den Jahren 1907–1908, 9 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Kothe, J.: Hans Lutsch, eine Würdigung seines Lebenswerkes, Monatsblätter 1937.

MSz

Zum Anfang

Stand: 30.11.2004

BKGE-Flyer als herunterladbare PDF-Datei