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Begriff: Jageteufel Familienstiftung in Stettin

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0290 Jageteufel Familienstiftung in Stettin, Bestandsreste (Rep. 38, Fundacje rodziny Jageteufel)

1613–1892; 5 AE, 0,05 lfm.

1399 bestimmte der Stettiner Bürgermeister Otto Jageteufel testamentarisch den Großteil seines Besitzes für die Einrichtung eines Kollegiums, das als Internat und Schule für 24 Knaben aus armen Familien dienen sollte. Verwirklicht wurde der Wunsch des Bürgermeisters erst 1412. Testamentsvollstrecker war der städtische Syndikus, als Vorsteher des Kollegiums wurde ein Beamter bzw. Präceptor benannt, um den Unterricht kümmerte sich der Vikar der Marienkirche. Die Gesamtkontrolle hatten sowohl in finanziellen wie auch in Unterrichtsfragen die sog. Provisoren. Die Schule erhielt zahlreiche Legate und wurde damit rasch zu einer wohlhabenden Anstalt, die für die Stettiner auch als Bankhaus Bedeutung gewann. Während der Reformation aber verschlechterte sich die finanzielle Lage des Kollegiums. Der Schulunterricht wurde nun von der Ratsschule übernommen. Diese Tätigkeit der Stiftung dauerte das ganze 17. und 18. Jahrhundert an. 1805 mußte die Anstalt nach der Vereinigung des Ratslyzeums mit dem Marienstiftsgymnasium Schüler beider Schulen annehmen. 1869 wurde die Stiftung nach der Teilung der Schule dem Stadtgymnasium angegliedert. Nach den Vorschriften von 1870 mußten alle Ernennungen von Beamten in der Stiftung vom Stettiner Magistrat bestätigt werden. Der Vorstand bestand aus sechs Provisoren und einem Inspektor, der zugleich städtischer Syndikus war. Auch weiterhin, bis zum Ende des Ersten Weltkriegs, wurden aus armen Familien stammende Schüler des Stadtgymnasiums in die Anstalt aufgenommen. Ihnen wurde hier Wohnung und Verpflegung geboten. Nach 1919 wurden keine neuen Schüler mehr angenommen, dennoch bestand die Stiftung bis zur Mitte der 1940er Jahre.

Die Akten der Stiftung wurden vom Stettiner Archiv vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs übernommen (Rep. 38e). Es ist unbekannt, wohin sie ausgelagert wurden. Der Bestand ist nur fragmentarisch erhalten.

Inhalt

Geschichte des Kollegiums, Legate, Verordnungen zur Schülerdisziplin, Schulmeister, Korrespondenz, aus den Jahren 1613–1892, 5 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findkartei.

Literatur

Chlebowska, A.: Początki Fundacji Ottona Jageteufla w Szczecinie 1399–1554 [Die Anfänge der Otto Jageteufel-Stiftung in Stettin 1399–1554], in: Szcze-cińskie Studia Historyczne, Nr. 11 (1998).

Chlebowska, A.: Dzieje Kolegium Ottona Jageteufla w Szczecinie w latach 1534–1914 [Die Geschichte des Otto Jageteufel-Kollegiums in Stettin in den Jahren 1534–1914], in: PZP, Bd. 42 (1998), H. 4.

Hasselbach, K. F.: Das Jageteufelsche Kollegium zu Stettin, Stettin 1852.

Wehrmann, M.: Geschichte des Jageteufelschen Kollegiums, in: BSt NF, Bd. 3 (1899).

MSz

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Stand: 30.11.2004

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