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Archivführer Stettin

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Begriff: Flemming (Familie)

2 Bestände:

549

0022 Familienarchiv von Flemming (Rep. 39, Archiwum rodu Flemmingów)

1688–1898; 63 AE, 0,6 lfm.

Erstmals werden die Flemmings in Pommern 1225 erwähnt (Nennung des Ritters Nikolaus Flemming). Die nächste Information ist auf 1281 datiert, als Adam Flemming aus Flandern nach Böck bei Cammin kam. Seine Söhne Kurt und Erdmann gründeten die beiden Linien, die in Böck und Martenthin beheimatet waren. Die Linie aus Böck teilte sich zwischen 1350 und 1450 in die beiden Seitenlinien in Schwirsen und Paatzig auf, außerdem in Matzdorf und Pribbernow. In den folgenden Jahrhunderten übernahmen die Flemmings viele Güter in der Umgebung von Cammin, weshalb diese Gegend im 18. Jahrhundert „Flemmingscher Kreis“ genannt wurde. Die Familiendomäne bestand aus den Dörfern Batzlaff, Benz, Bewerdick, Bosenthin, Bresow, Böck, Zarnglaff, Drammin, Groß Justin, Jassow, Klötzin, Kretlow, Klaushagen, Holzhagen, Lanke, Langendorf, Martenthin, Moratz, Harmsdorf, Wustermitz, Pemplow, Paatzig, Rönz, Ribbertow, Zebbin, Schwirsen, Tessin, Trebenow, Baumgarten, Wietstock und Sager. Im Kreis Naugard gehörten der Familie Burow, Groß Leistikow, Matzdorf, Speck und Schönhagen, im Kreis Greifenberg Koldemanz, Pustichow, Rensin, Schruptow und Hoff. Die Flemmings waren außerdem in den Kreisen Rummelsburg, Wollin-Usedom, Regenwalde und Pyritz begütert.

Von der Linie der Herren auf Nemitz und Schwirsen trennte sich im 17. Jahrhundert die Linie der Flemmings aus Iven ab, eines bei Anklam liegenden Guts, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts über 1200 ha groß war. Einige Linien des ausgedehnten Geschlechts derer von Flemming besaßen im 18. und 19. Jahrhundert auch Güter in der Mark Brandenburg, im preußischen Teil Sachsens, in Thüringen, Galizien, Schlesien und Rußland, in Schweden, Finnland, Schottland und auch in Italien.

Die Akten der pommerschen Linien der Flemmings gelangten in zwei Partien im Juni und November 1941 an das Stettiner Archiv und waren teilweise vom Staatsarchiv Magdeburg überwiesen worden. Zu diesem Zeitpunkt wurde ein Inventar angefertigt, das mit Sach- und Ortsverzeichnissen ergänzt wurde (Rep. 39). Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bestand nach Pansin ausgelagert und kehrte nach dem Krieg ohne Verluste nach Stettin zurück.

Inhalt

Allgemeine Fragen, Familiengüter, Familienstipendien, Güter in Vorpommern, aus den Jahren 1708–1884, 5 AE.

Güter Iven, Beamte, Wirtschaftsgebäude, Vorwerke, Wälder, Schäden in den Napoleonischen Kriegen, Pachten, Schule und Kirche, Steuern, aus den Jahren 1708–1870, 14 AE.

Güter östlich der Oder (Hinterpommern), Gutsakten-Verzeichnisse von Martenthin und Schrubtow, Lehnsfragen, Güter in Borntin, Koldemanz, Klaushagen, Harmsdorf, Schönhagen, Pemplow, Rensin und Hoff, aus den Jahren 1688–1885, 4 AE.

Güter Martenthin, Rezesse, Baufragen, Beamte, Wald, Grundakten, Kirche und Schule, Schenke und Mühle, Pacht und Pächter, Verträge, Hypothekenschulden, Separationen, Steuern, Unterstützungen, aus den Jahren 1821–1898, 20 AE.

Teilung der Güter in Martenthin, Verkaufverträge des Guts in Kretlow, Schulen in Kretlow und Wustermitz, Verkauf von Bauernhöfen in Zanglaff sowie der Fall des Müllers Poppe, aus den Jahren 1758–1885, 10 AE.

Güter Schruptow, Separationsrezeß, Baufragen, Pachten, Schule und Kirche, aus den Jahren 1777–1860, 6 AE.

Varia, Güter in Brandenburg, Thüringen und Galizien, aus den Jahren 1688–1885, 4 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch.

Literatur

Klempin, R., Kratz, G.: Matrikeln und Verzeichnisse der pommerschen Ritterschaft vom XIV. bis in das XIX. Jh., Berlin 1869.

Sieben Jahrhunderte Flemmingscher Chronik, Bd. 1 Personengeschichte, Bd. 2 Gütergeschichte, hg. v. H. Flemming, Görlitz 1909–1911.

MSz

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559

0010 Bohlensche Sammlung (Rep. 41, Zbiór Juliusza Bohlena)

[1193–] 1482–1864; 275 AE, 1,5 lfm.

Casimir Johann Ludwig Julius von Bohlen (1820–1882), Besitzer von Landgütern in Bohlendorf und Streu auf Rügen, war Amateurhistoriker und nutzte seine zahlreichen Kontakte unter Sammlern und Beamten des Regierungsbezirks dazu, um in Bohlendorf Archivalien zusammenzutragen, die meistenteils aus sog. alten Archiven sowie aus Nachlässen stammten.

Nach Bohlens Tod kaufte das Stettiner Archiv 1883 einen Teil der Sammlung. Weitere Ankäufe erfolgten 1887 und 1890. 1899 übernahm das Archiv Bohlens Kartensammlung, die bis dahin im Besitz der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde gewesen war. Seit 1900 wurde die Sammlung geordnet, indem Akten ausgesondert wurden, die zuvor anderen Beständen angehört hatten. Diese Bearbeitung wurde 1937 beendet, als ein Repertorium der Sammlung sowie ein Personen- und Sachverzeichnis angefertigt wurden.

1943 wurde die Sammlung Bohlen nach Martenthin ausgelagert. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten die stark dezimierten Akten ins Stettiner Archiv zurück. Heute beträgt ihr Erhaltungszustand lediglich rund 10 %. Aus der Sammlung wurden die Stiche Pfuffendorfs in der Ausführung von Dahlberg ausgegliedert, die ein eigenes Inventar besitzen.

Inhalt

Außenpolitische Fragen

Kaiser und Reich, Einladungen zu Reichstagen, kaiserliche Privilegien für Pommern, Privilegium de non appellando, kaiserlicher Lehnsbrief für Herzog Philip I., Briefe Kaisers Maximilians an Bogislav XIII., satirische Schreiben über die Katholiken, Berichte der schwedischen Gesandten, aus den Jahren 1522–1683, 33 AE.

Brandenburg-Preußen, Korrespondenz zwischen den Kurfürsten von Brandenburg und den pommerschen Herzögen, Brief von Kaiser Maximilian wegen der Auseinandersetzungen zwischen Stettin und Frankfurt/Oder über die Oderschiffahrt, Grenzziehung zwischen den Besitzungen von Schwedt und Pommern, aus den Jahren 1573–1766, 10 AE.

Mecklenburg, Abschriften von Urkunden über Mecklenburg, Genealogie der Herzöge von Mecklenburg, Grenzstreitigkeiten zwischen Pommern und Mecklenburg, Übereinkunft zwischen Braunschweig, Pommern und Mecklenburg, Korrespondenz der pommerschen Herzöge mit den Herrschern von Mecklenburg, Inventar des Zeughauses in Wismar, Beschreibung der Grenze zwischen Pommern und Mecklenburg, Durchzug schwedischer Truppen durch Mecklenburg, aus den Jahren 1482–1680, 19 AE.

Innenpolitische Fragen

Edikte und Patente, Verordnungen der schwedischen Könige, aus den Jahren 1681–1700, 2 AE.

Landesfragen

Ständetage, Protokolle von den Sitzungen des vorpommerschen Adels, Landtagsberichte, aus den Jahren 1721–1864, 7 AE.

Militaria

Generalia, Kriegshandlungen Gustav II. Adolfs in Deutschland, Berichte vom polnisch-schwedischen Krieg, Einquartierung schwedischer Truppen in Pommern, schwedisch-brandenburgischer Krieg in Pommern, Brief des Generals Bielke, Pläne für eine Befestigung in der Nähe von Heidelberg, Denkschrift Vaubans über die Befestigungen in Breisach, Tagebuch der Belagerung von Lille, aus den Jahren 1630–1709, 32 AE.

Einzelne Gegenden Pommerns

Rügen, Abschriften von Dokumenten zur Geschichte und Statistik der Insel Rügen (aus den Jahren 1193–1688, in der Mehrzahl Manuskripte Bohlens), aus dem 19. Jahrhundert, 22 AE.

Ortschaften

Eldena, Stargard, Abschriften von Urkunden des Klosters Eldena (1305–1514), Prozesse des Hofgerichts Stargard, aus dem 18. und 19. Jahrhundert, 2 AE.

Familien und Personen

Nachlässe, Materialien über die Familie von Flemming, Geschichte der Familie von Gagern, Prozeß von Güntersberg, Brief an Philipp Hainhofer in Augsburg, Nachlaß Jürgen von Heyden, Abschriften von Urkunden über die Familie von Hoben, Geschichte der Familie von Jasmund, Stammbaum der Familie von Herne, Geschichte der Familien von Kahlden und Kampze, Genealogie der Familie von Kleist, Testament des Grafen Konrad von Königsmark, Geschichte der Familie von Krackewitz, Familie von Krassow, aus den Jahren 1605–1853, 30 AE.

Varia Pommeranica

Gelegenheitsdrucke, Gedichte aus Anlaß von Hochzeiten, Brief des Bogislav von Croy an die Universität in Greifswald, aus dem 17. Jahrhundert, 1 AE.

Autographen

Notizen, Briefe und Testamente, Notizen Bohlens über Autographensammlungen, Verzeichnisse der Autographen, Briefe an den Syndikus Fabricius aus Stralsund, Testamente der Johanna Dorothee, geb. Duncken, und des Philipp G. Ludecus, aus den Jahren 1633–19. Jahrhundert, 12 AE.

Pfuffendorf-Stiche, einfarbige Kupferstiche mit Darstellungen der Kampfhandlungen Karls X. Gustav während des Großen Nordischen Kriegs, beschrieben vom zeitgenössischen Historiker Samuel Pfuffendorf in seinem umfangreichen Werk „De rebus a Carolo Gustavo Sueciae Rege gestis“, Nürnberg 1696. Die von Dahlberg angefertigten Stiche sind mit einer Fülle von Schlachtenszenen, Architekturzeichnungen und Landschaften ausgeschmückt, die ein außergewöhnlich genaues und detailliertes Bild der Städte aus der Mitte des 17. Jahrhunderts bieten (einschließlich Burgen, Befestigungen und strategisch wichtigen Punkten). Teil der Sammlung sind auch Stiche, die verschiedene historische Geschehnisse aus dem Nordischen Krieg zeigen: Schlachten, Belagerungen, Kapitulationen, Begegnungen von Truppen, naturgetreu und genau gezeichnete Personen, Einzelteile von Waffen, polnischer und schwedischer, russischer, ungarischer, kossakischer und tatarischer Kleidungsstücke, Kriegsgerät (Geschütze, Trommeln, Trompeten, Zelte, Standarten, Wagen, Lager), Kampfplätze mit Häusern, Kirchen, Wäldern, Flüssen, Anhöhen, Brücken sowie der charakteristischen Schlachtordnung der beiden kämpfenden Seiten, aus den Jahren 1655–1669, 101 AE.

Archivalische Hilfsmittel Findbuch; Verzeichnis (Pfuffendorf-Stiche).

ED/MSz

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Stand: 30.11.2004

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