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Jahrbuch des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Nach dem Großen Krieg: 1918-1923. Band 25, 2017

2017. 372. S. ISBN 978-3-11-052695-0. ISSN 1865-5696. € 39,95

Der Erste Weltkrieg ist allgemein vor allem durch die Schlachten in Nordfrankreich sowie durch die Pariser Friedenskonferenz und ihre Auswirkungen auf Mitteleuropa präsent. Wie sich die Situation dagegen im östlichen Europa darstellte, ist weit weniger bekannt.

Thematisiert wird hier die unmittelbare Nachkriegszeit, die das östliche Europa zwischen 1918 und 1923 grundlegend veränderte. Bereits 1917 war das Russländische Reich durch Februar- und Oktoberrevolution in seinen Grundfesten erschüttert worden. Im Herbst 1918 brachen das Deutsche Reich und die Habsburgermonarchie zusammen. In ihren ehemaligen Machtbereichen entstanden neue Staaten wie die baltischen Republiken oder die Tschechoslowakei. Während Polen zu seiner Staatlichkeit zurückfand, mussten sich etwa Ungarn und das Osmanische Reich mit starken Gebietsverlusten abfinden. Die Friedensverträge von Versailles, Saint-Germain-en-Laye, Neuilly-sur-Seine, Trianon und Sèvres (1919/1920) schufen die völkerrechtlichen Voraussetzungen für die neue Ordnung.

Diese Veränderungen betrafen auch die in diesem Raum lebenden Deutschen unmittelbar – nicht nur in politischer, sondern auch in sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht.

 

Inhalt

Matthias Weber: Vorwort

Sabine Bamberger-Stemmann: Grenzsicherung  oder Integration? Das „Bollwerk Ostpreußen“ und die Planungen für ein Reichsminderheitengesetz in den 1920er Jahren

Włodzimierz Borodziej / Maciej Górny: Konfliktfelder im Osten: Politisierung  sozialer Konflikte in Ostmitteleuropa 1917–1923

Frank Grelka: Gegen altes Unrecht in neuen Staaten: Nationaljüdische Akteure in Polen und Litauen nach dem Großen Krieg

Dirk Hainbuch: Die gescheiterte Entschädigung der Auslandsdeutschen für erlittene Schäden an Eigentum  und Gesundheit nach dem Ersten Weltkrieg

Emilia Kiecko: Die Jahre 1918 bis 1923 in der polnischen Städteplanung und Architektur – Ein aufgeschobener Durchbruch

Olga Kurilo: Zwischen Krieg und Reform: Die „Nachkriegszeit“ aus Sicht des deutschbaltischen Adels

Beata Mache: Jüdische Positionen  in der wieder polnisch gewordenen Provinz Posen 1918‒1923

Dmytro Myeshkov: Der ukrainische Staat und seine nationalen Minderheiten 1917‒1920

Hans-Christian Petersen / Tobias Weger: Neue Begriffe, alte Eindeutigkeiten? Zur Konstruktion von ‚deutschen Volksgruppen‘  im östlichen Europa

Peter Polak-Springer:  Census or Plebiscite? Census Taking at the Grassroots of German and Polish Upper Silesia, 1918‒1939

Lena Radauer: Seite an Seite mit dem Feind – Deutsche Kriegsgefangene in Russland vor und nach 1917/1918

Martin Schieck: Eine Stadt orientiert sich um. Frankfurt an der Oder nach dem Ersten Weltkrieg

Maik Schmerbauch: „Omnia acta et documenta“  – Der Transfer von Akten des Bistums Breslau in die neue kirchliche Verwaltung Kattowitz nach 1922. Ein Beitrag zur kirchlichen Archiv- und Registraturgeschichte

Stephan Scholz: Griechisch-türkischer Präzedenzfall? Die deutsche Haltung zum Bevölkerungsaustausch von Lausanne 1923

Florian J. Schreiner: Von Langemarck  zum Annaberg.  Das Verhältnis akademischer und militärischer  Akteure in der Nachkriegszeit 1918–1921

Philipp Strobl: Die Erschaffung einer neuen Identität – Die deutsch- sprachigen Gebiete Westungarns im Spannungsfeld zwischen Österreich und Ungarn 1918‒1922

Boldizsár Vörös: „Es kommt ein Zeitalter, das allen Wohlstand und volle Freiheit sichern wird“. Utopistische Zukunftsvorstellungen in der Ungarländischen Räterepublik 1919

Autorinnen und Autoren

Bundesinstitut für Kultur und Geschichte des östlichen Europa
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