Lexika und Dokumentationen

Zeitzeugenrepertorium Regionen

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Bestände in der Region "Krim"

3 Bestände:
Institut für Volkskunde der Deutschen im östlichen Europa (vorm.: Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde)

Einsendungsarchiv

Regionen: Baltikum, Banat, Batschka, Bessarabien, Böhmen, Bukowina, Dobrudscha, Gottschee, Karpatenukraine, Krim, Mähren, Niederschlesien, Oberschlesien, Ostpreußen, Polen (Wartheland), Pommern, Sathmar, Siebenbürgen, Slawonien, Slowakei, Ungarn, Westpreußen, Wolhynien

Signatur: E

Art: Erlebnisberichte, Liederbücher, Familiengeschichten, Familiendokumente u.a. (Umfang: ca. 3000 Dokumente)

Laufzeit: -

Findmittel: Datenbank im Aufbau

Entstehung: Johannes Künzig startete 1951 und 1956 Aufrufe in Heimatblättern, volkskundliche Überlieferungen von Heimatvertriebenen an die damalige Zentralstelle für Volkskunde der Heimatvertriebenen zu übersenden. Gesammelt werden sollten Schilderungen des heimatlichen Lebens, der Ausweisung, der Flucht und der Schicksale im Westen, Berichte zum Jahres-, Lebens- und Berufsbrauchtum, religiösem Brauchtum, Tracht und Volkskunst, Volkslieder, -musik, Kinderreime und -spiele, alte Volksschauspiele, -erzählungen, Volks- und Aberglaube, Volksmedizin, Wetterkunde (Wetterregeln), Rätsel, Sprichwörter, Ortsneckereien, Volkssprache, landschaftseigene Namengebung, Hausnamen, Personen-, Tier- und Pflanzennamen und Bilder/Fotografien.

Entstehungszeit: ab 1950 fortlaufend

Themen: Alltagsleben, Familie, Arbeit, Bräuche, Lieder, Flucht, Vertreibung, Aussiedlung, Ankunft in Westdeutschland.

Sonstiges/Beschreibung: Das Archiv der Einsendungen des Johannes-Künzig-Instituts umfasst neben Sammlungen von Liederbüchern, Zeitungsartikeln, Broschüren, Familiendokumenten, Fragebögen etc. zahlreiche Zeitzeugenberichte in Form von Erlebnisberichten und Berichten über lokale und regionale Besonderheiten, insbesondere von Vertriebenen, die von der alten Heimat erzählen.

Bemerkungen: Interessenten können gerne eine Anfrage per E-Mail schicken. Vor einem persönlichen Besuch sollte man sich mit dem Institut in Verbindung setzen und einen Besuchstermin vereinbaren.

Literatur zum Bestand
  • Johannes Künzig: Die Ostdeutschen in ihrer alten und neuen Umwelt – Aus der Arbeit der Zentralstelle für Volkskunde der Heimatvertriebenen bis Ostern 1956, in: Jahrbuch für Volkskunde der Heimatvertriebenen, 2 (1956), S. 170.

Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

Erinnerungen

Regionen: Kasachstan, Krim, Polen (Warthegau), Wolga--Schwarzmeergebiet

Signatur: -

Art: Erinnerungsberichte, Tagebücher, Familienchroniken, Gedichte (Umfang: 45)

Laufzeit: -

Findmittel: Titelliste

Entstehung: Es handelt sich um unaufgefordert eingesandte Schriftstücke.

Entstehungszeit: 19. u. 20 Jhd.

Themen: Persönliche Erinnerungen, Alltagsleben und Anekdoten; Beschreibung der Repressionen, denen die Russlanddeutschen insbesondere in der Zwischenkriegszeit, während des Zweiten Weltkriegs und den Nachkriegsjahren bis zum Ende des Stalinismus ausgesetzt waren. Verhaftung, Verbannung, Zwangsarbeit und die Erlebnisse in der Trudarmee gehören zu weiteren Themenfeldern. Über die Hälfte der Erinnerungsberichte stammt von Mennoniten, die Abrisse der Geschichte der Mennoniten, ihrer Siedlungen und der Migrationsbewegungen, welche die jeweilige Familie oder Gemeinschaft erlebte, beifügen. Unter diesen Berichten finden sich einige Familienchroniken, die auf genealogischen Recherchen beruhen und/oder vorgefundene Erinnerungsberichte zusammenstellen. Sie reichen mit einzelnen Angaben bis ins 17. Jahrhundert zurück, der Schwerpunkt der Darstellung liegt allerdings auch hier auf dem späten 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In den meisten Schilderungen von Mennoniten nimmt der Glaube einen breiten Raum ein, hier werden auch häufig Gebete zitiert. In einigen Berichten, meist von Mennoniten, wird die Auswanderung nach Deutschland sowie nach Nord- und Südamerika thematisiert.

Sonstiges/Beschreibung: Es handelt sich um unaufgefordert eingesandte Einheiten, die keiner Sammlungssystematik folgen und inhaltlich stark divergieren.

Bemerkungen: Weitere Erinnerungsberichte, insbesondere anderweitig bereits gedruckte und veröffentlichte, wurden in die Bibliothek des Museums aufgenommen und sind über dessen Katalogsystem erschlossen.


Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

Mündliche Geschichtsüberlieferung

Regionen: Kasachstan, Krim, Polen (Warthegau), Ukraine, Wolga--Schwarzmeergebiet

Signatur: -

Art: Audio- und Videointerviews (Umfang: 62 Interviews)

Laufzeit: 1900 bis 2006

Findmittel: Findbuch

Entstehung: Die Interviews entstanden im Rahmen eines BKM-geförderten Projekts. Befragt wurden Personen, die zum Zeitpunkt der Projektdurchführung überwiegend im Raum Detmold ansässig waren, aus unterschiedlichen Regionen der ehem. Sowjetunion stammten und meist zwischen 1920 und 1936 geboren waren.

Entstehungszeit: 2006

Themen: Häufigstes Thema der Interviews bilden die Repressalien gegen Russlanddeutsche in der Sowjetunion, Erlebnisse in der Trudarmee (Arbeitsarmee im Zweiten Weltkrieg), in Gefangenschaft und Verbannung, das Schicksal Familienangehöriger, die Entkulakisierung (Aktion gegen wohlhabendere Bauern 1929-1932), die Diskriminierung als Angehörige der deutschen Minderheit und aufgrund der deutschen Sprache. In diesem Zusammenhang wird häufig auf das Schicksal der zur Wehrmacht einberufenen Russlanddeutschen hingewiesen. Ähnlich häufig wird das Alltagsleben geschildert, insbesondere die Arbeitswelt, Essgewohnheiten und die Selbstversorgung mit Lebensmitteln. Feste (Hochzeiten, Beerdigungen, religiöse Feste) sowie der Glaube und das kirchliche Leben bilden einen weiteren Schwerpunkt. Wohnverhältnisse und Landbesitz werden oft ausführlich geschildert, häufig wurden erläuternde Skizzen beigefügt. Bei der Beschreibung von Kleidung wird oft die Herstellung der Fufaika als Arbeitskleidung in der Trudarmee erwähnt. In vielen Berichten wird die Integration in Deutschland beschrieben.

Sonstiges/Beschreibung: Zahlreiche Interviews wurden durch Dokumente, Fotos, Skizzen und ähnliches ergänzt, die zusammen mit den Bild- bzw. Tonträgern archiviert wurden und zugänglich sind.

Bemerkungen: Die Interviewsprache ist deutsch; teilweise sprechen die Befragten Plattdeutsch bzw. Plautdietsch, auch russische Wörter werden häufig benutzt.

Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa
Johann-Justus-Weg 147a | 26127 Oldenburg
Telefon: +49 441 96 19 5-0 | Fax: +49 441 96 19 5-33 | E-Mail: bkge@bkge.bund.de