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BKGE | Projekte | Die Dobrudscha – ethnische Vielfalt im südöstlichen Europa

Karamurat/Mihail Kogălniceanu. Friedhof – Grabstein-Doppelbild (Porzellan) des Ehepaares Anton Fähnrich (1855–1916, ursprünglich aus Bessarabien) und Rosina Fähnrich, geb. Anton (1862–1938), © Tobias Weger, September 2018

Im Rahmen dieses Projekts soll eine Monographie zur Kultur und Geschichte der Schwarzmeeranrainerregion Dobrudscha (rum. Dobrogea, bulg. Dobrudža) entstehen. Diese Region verteilt sich territorial auf die Staaten Rumänien und Bulgarien. Sie soll sich vor allem den deutschen Siedlern zuwenden, die im Laufe des 19. Jahrhunderts durch Sekundärmigration aus dem Russländischen Reich dorthin gelangten oder aus anderen Teilen des deutschen Sprachraums einwanderten. Diese Siedler – selbst unterschiedlichen Konfessionen, dialektalen und Berufsgruppen zugehörig – trafen in den Steppen der Dobrudscha eine ausdifferenzierte ethnische, religiöse und kulturelle Vielfalt an. Sie wurden 1940 zu Objekten der NS-Volkstumspolitik, als sie umgesiedelt und zum Teil im besetzten Polen oder im „Protektorat Böhmen und Mähren“ neu angesiedelt wurden, von wo aus sie 1945 erneut vertrieben wurden oder fliehen mussten. Einige „Dobrudschadeutsche“ kehrten nach 1945 wieder in die Region zurück, andere wanderten nach Übersee aus, die meisten Nachkommen leben allerdings heute in der Bundesrepublik. Diese komplexe Migrationsgeschichte erfordert transnationale ebenso wie mikrohistorische Untersuchungsmethoden.

Projektbearbeiter: PD Dr. Tobias Weger

Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa
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