Sammlungen nach Herkunftsgebieten

Wolhynier Umsiedlermuseum

Wolhynier Umsiedlermuseum

Bild Umsiedlerhaus

Hofstraße 6
18292 Linstow / Meckl.
Tel.: +49 (0)38457 51963


Träger

Heimatverein Linstow e.V.


Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag: 13:00 Uhr - 16:00 Uhr
von Mai bis September auch
Samstag und Sonntag: 14:00 Uhr - 16:00 Uhr


Das Wolhynier Umsiedler-Museum in Linstow (Meckl.) wurde 1993 eröffnet. Es befindet sich in der Nähe des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide auf einem 3000 qm großen Gelände, welches als Freilichtmuseum gestaltet wurde. Neben einem rekonstruierten Umsiedlerhaus, das 1947 in Mecklenburg entstanden war und in dessen Räumlichkeiten die Heimatsammlung präsentiert ist, befinden sich auf dem Freigelände eine Bildungs- und Museumsscheune sowie weitere Wirtschaftsgebäude, in denen auch Archiv- und Dokumentationsmaterial bewahrt wird. Zudem sind ein wolhynischer Erdkeller ("Kriechkeit"), ein überdachter Backofen und ein Ziehbrunnen zu besichtigen; auch landwirtschaftliche Großgeräte und ein Grabstein aus Wolhynien gehören zu dem Ensemble.


Bild Keller
Erdkeller "Kriechkeit"

Das wolhynische Wohnhaus mit Stallteil war nach dem 2. Weltkrieg in traditioneller Bauweise errichtet worden und noch bis 1987 bewohnt. Im Zeitraum von 1991 bis 1993 wurde es auf Initiative des Bürgermeisters Johannes Herbst restauriert und im Rahmen von Fördermaßnahmen zum Museum und Heimathaus umgebaut. Es steht unter Denkmalschutz. Auf zwei Etagen sind darin verschiedenste haus- und landwirtschaftliche Geräte ausgestellt, die seit 1990 gesammelt und unter anderem von Zeitzeugen, den in Linstow angesiedelten Wolhyniendeutschen, ausgewählt wurden. Daneben enthält die Sammlung einige Bücher, Erinnerungsstücke und Dokumente. Außergewöhnlich sind die selbst hergestellten Balalaikas und die Zimmerdekorationen aus Papierschmuck. Eine einfache nachgestaltete Küche, ein Dorfschulzimmer und eine Stube als Inszenierung ergänzen die Ausstellung. Während des Rundgangs durch das Haus, das selbst Ausstellungsgegenstand ist, kann man an Stellen, die freigelegt und nur durch Glas verdeckt wurden, die Wandbauweise des Gebäudes erkennen. Das gesamte Haus hat den Charakter eines dörflichen Heimatmuseums, jedoch liegt hier ein besonderer Schwerpunkt auf der Alltagskultur der Wolhyniendeutschen, da 73 Familien aus dieser historischen Landschaft in der heutigen Ukraine, an der Grenze zu Weißrussland und Polen sich nach dem 2. Weltkrieg zunächst in Linstow niederließen.


Bild Papierblumen
Blumen als Papierschmuck

Instrumente
Balalaikas (Eigenbau)

Das Museum widmet sich daher auch der Migrations- und Siedlungsgeschichte der Wolhyniendeutschen. Bis zum Jahr 2009 wurden im Dachgeschoss der eingangs erwähnten Bildungsscheune Sonderausstellungen gezeigt, zuletzt eine Ausstellung des Historischen Vereins Wolhynien aus Wiesentheid (http://www.historischerverein.wolhynien.de/) über die Geschichte des historischen Siedlungsgebietes. Die Bildungsscheune selbst dient als moderne Begegnungsstätte und wird für diverse Veranstaltungen und Bildungsarbeit (Schulprojekte) genutzt.

Jeden ersten Samstag im September findet das Wolhynier-Museumsfest statt.


Bild Küche Bild Ausstellung






Quellen:

  • Wolhynier Umsiedlermuseum. Online in Internet: URL: http://www.umsiedlermuseum.wolhynien.de [Stand: 16.11.2009].
  • Historischer Verein Wolhynien e.V. Online in Internet:URL: http://www.historischerverein.wolhynien.de/ [Stand: 16.11.2009].
  • Dokumentation der Heimatsammlungen in Deutschland. Ein Projekt am Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg, 2008-2012.
  • Erhard Betker: Eine Erinnerungsstätte gegen das Vergessen. Das wolhynische Umsiedler-Museum in Linstow (Mecklenburg). In: Jahrbuch Weichsel-Warthe 1995, S. 35-39.

Fotografien:

  • Dokumentation der Heimatsammlungen in Deutschland. Ein Projekt am Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg, 2008-2012.


HINWEIS

Das BKGE verfügt nicht über ein Archiv oder personenbezogene Dokumente. Für konkrete Anfragen, etwa zu bestimmten Personen und ihren Biographien oder zu Dokumenten wie Ortsplänen, Kirchenbüchern und historischen Fotografien, möchten wir Sie bitten, sich direkt an die Betreuer/innen der jeweiligen Heimatsammlungen zu wenden.
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