Sammlungen nach Herkunftsgebieten

Allenstein - Heimatmuseum "Der Treudank"

Allenstein - Heimatmuseum "Der Treudank"

Blick in das Heimatmuseum Treudank

Dreikronenhaus
Vattmannstr. 11
45879 Gelsenkirchen / Nordrhein-Westfalen
Tel.: 0209/29 131
Fax: 0209/40 84 891
E-Mail: stadtallenstein(Klammeraffe)t-online.de
Internet: http://www.stadtallenstein.de


Öffnungszeiten

Dienstag von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr


Nachdem Gelsenkirchen 1953 die Patenschaft über Allenstein übernommen hatte, wurden die ehemaligen Bewohner der ostpreußischen Stadt aufgerufen, Erinnerungsstücke wie beispielsweise Zeitungsausschnitte, Bücher, Pläne, Familiendokumente, Fotografien und Abbildungen zusammenzutragen.[1] Diese dienten der Ausstattung eines Gedenkraumes im Rathaus von Gelsenkirchen, den die Patenstadt zur Verfügung stellte und der den Namen „Treudankstube“ erhielt. Die Bezeichnung erfolgte in Anlehnung an das Landestheater „Der Treudank“, das nach der Volksabstimmung in Süd-Ostpreußen in den 1920er Jahren für die „dem Reich bewiesene Treue“[2] in Allenstein mit der finanziellen Unterstützung des Deutschen Reiches errichtet worden war.

Für die Heimatstube konnten die Initiatoren vielfältige Materialien zusammentragen, sodass um 1960 bereits größere Räumlichkeiten benötigt wurden, die ihnen wiederum die Stadt Gelsenkirchen in einem kommunalen Gebäude zur Verfügung stellte. Darin präsentierten die Betreuer die Stadt Allenstein und die Provinz Ostpreußen anhand großformatiger Fotografien („einst und jetzt“); Persönlichkeiten wurden vorgestellt und eine Ehrennische mit den Porträts von Ehrenbürgern, Bürgermeistern und dem Goldenen Buch der Stadt (1910) sowie der Patenschaftsurkunde eingerichtet. Der Abstimmungszeit im Jahr 1920 widmete man einen großen Bereich und stellte verschiedenste Erinnerungsstücke, Briefmarken, Notgeld und Fotografien des Abstimmungsdenkmals in Allenstein aus. Daneben fanden sich Informationen zum Schulwesen und eine „Allensteiner Künstlerecke“, in der Gemälde und Skulpturen lokal bedeutsamer Künstler ausgestellt sind. Diese Aufteilung hat sich bislang grundsätzlich erhalten. Ein Plakat von Erich Mendelsohn zur Gewerbeausstellung von 1910 wurde allerdings im Jahr 1998 als Dauerleihgabe in das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Museen zu Berlin gegeben.


Blick in das Heimatmuseum Treudank

Heute ist das Treudankmuseum mit Archiv- und Bibliotheksbereich in mehreren Räumen des Dreikronenhauses untergebracht. Ein langer Flur ist mit zahlreichen historischen wie zeitgenössischen Fotografien sowie einigen Wappen ausgestattet. Erinnerungsstücke, Heimaterde, Bernsteinschmuck, Münzen, Dokumente und Urkunden zur Stadtgeschichte sind geschützt in Vitrinen ausgestellt. Dort befindet sich auch auch das Goldene Buch der Stadt, das unter anderem Einträge von Paul von Hindenburg und Heinrich Brüning enthält und unter dem Motto „Allenstein im Exil“ in Gelsenkirchen weitergeführt wurde.

Im Archiv befindet sich die Heimatortskartei der Stadt Allenstein mit 5000 Einträgen und auf Mikrofilm ist die Allensteiner Zeitung bis 1945 zugänglich. Etwa 200 Bücher über Allenstein, Ostpreußen und Nikolaus Kopernikus, der zeitweise in Allenstein lebte, enthält die Bibliothek. Ein Teil der Sammlungsbestände ist inventarisiert.

Seit den 1990er Jahren bestehen Kontakte zu Museen in Olsztyn (Polen) sowie zum dortigen Haus Kopernikus, dem Sitz der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit.


Quellen:

  • Dokumentation der Heimatsammlungen in Deutschland. Ein Projekt am Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg, 2008-2012.
  • Projekt "Dokumentation der Heimatstuben" am Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf, in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft "Ostdeutscher Museen, Heimatstuben und Sammlungen", gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen 2009.
  • Ostpreußische Landsmannschaft: Gesamtverzeichnis der ostpreußischen Heimatstuben vom 23.04.2009. Hamburg 2009.
  • Walter Engel und Hans-Jürgen Schuch: Ostdeutsches Kulturerbe. Museen - Heimatstuben - Sammlungen in Nordrhein-Westfalen. Bad Münstereifel 2001, S. 66f.
  • M.G.M. Antoni: Ostdeutsche Museen und Sammlungen in der Bundesrepublik Deutschland und Österreich. Hg. Vom Bundesministerium des Innern. Bonn o.J. [1990], S. 113.
  • Wolfgang Kessler: Ostdeutsches Kulturgut in der Bundesrepublik Deutschland. Ein Handbuch der Sammlungen, Vereinigungen und Einrichtungen mit ihren Beständen. Hg. von der Stiftung Ostdeutscher Kulturrat (OKR). München 1989, S. 105.
  • Kreisgemeinschaft Stadt Allenstein (Hg.): Allenstein in Gelsenkirchen. Chronik einer Patenschaft. Troisdorf 1978, S. 12-15.
  • Alfons Perlick: Die Ostdeutschen Heimatstuben und Heimatsammlungen in Nordrhein-Westfalen. Geschichte - Aufgaben - Berichte. Im Auftrage des Arbeits- und Sozialministeriums. Düsseldorf 1964, S. 86-94.

Fotografien:

  • Projekt "Dokumentation der Heimatstuben" am Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf, in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft "Ostdeutscher Museen, Heimatstuben und Sammlungen", gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen 2009.


[1] Hans Ludwig Loeffke: Allensteiner Heimatstube. Dokumente und Photographien für ein Archiv. In: Das Ostpreußenblatt vom 27.03.1954, S. 6.

[2] Heinz-Jörn Zülch: Die Allensteiner Treudankstube in der Patenstadt Gelsenkirchen. In: Alfons Perlick (Hg.): Die Ostdeutschen Heimatstuben und Heimatsammlungen in Nordrhein-Westfalen. Geschichte, Aufgaben, Berichte. Im Auftrage des Arbeits- und Sozialministeriums. Düsseldorf 1964, S. 86-94, hier S. 86.
Das Theater besteht heute weiterhin in Olsztyn.



Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa
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