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Tagung: Russlanddeutsche in einem vergleichenden Kontext: Neue Perspektiven der Forschung

18.11.2015 - 00:00 Uhr

Tagung: Russlanddeutsche in einem vergleichenden Kontext: Neue Perspektiven der Forschung

Berlin, 18./19. November 2015


Foto: Torsten Heitmann für die Landesvertretung Niedersachsen


Das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) an der Universität Osnabrück, das Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa (IKGN), Lüneburg, und das BKGE Oldenburg veranstalteten eine internationale Tagung unter dem Titel: "Russlanddeutsche in einem vergleichenden Kontext: Neue Perspektiven der Forschung". Über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie weitere Interessierte waren zusammengekommen, um sich über verschiedene Zugänge zur wechselvollen und komplexen russlanddeutschen Geschichte und deren weitere Bezüge auszutauschen.

Ein Anliegen der Veranstalter war es, die Geschichtsforschung über die Russlanddeutschen um neue und aktuelle Perspektiven zu erweitern und sie beispielsweise mit der Historie anderer Minderheiten bzw. Diaspora- und Einwanderergruppen zu vergleichen und in Beziehung zu setzen. Entsprechend gliederte sich die Tagung in drei Sektionen: Überlegungen zu russlanddeutschen Identitätsbildungen wurden Perspektiven der Migrationsforschung sowie vergleichende Forschungsfragen zur Seite gestellt. Referentinnen und Referenten aus Deutschland, Russland, Frankreich, den USA und Kanada präsentierten ihre aktuellen Analysen und stellten sich den anschließenden wissenschaftlichen Kommentaren.

Unter dem Titel „Normalfall Migration?" fand am Abend eine durch ein Grußwort von Staatssekretär Michael Rüter, des Bevollmächtigten des Landes Niedersachsen beim Bund, eröffnete Diskussionsveranstaltung statt. Moderiert wurde sie von der Journalistin und Autorin Ulla Lachauer, Lüneburg, auf dem Podium waren die Schriftstellerin Alina Bronsky, Berlin, der Historiker Viktor Krieger, Heidelberg, sowie der Migrationsforscher Jochen Oltmer, Osnabrück. Die Diskutanten gingen unter anderem der durchaus unterschiedlich beurteilten Frage nach, inwieweit sich die russlanddeutsche Geschichte auch als Migrationsgeschichte erzählen lässt.

Das Ende der Konferenz bildeten wissenschaftliche Analysen, in welchen die Referate und Diskussionen zusammengefasst und zum bisherigen Stand der Forschung in Bezug gesetzt wurden. Dabei wurde herausgearbeitet, dass die Russlanddeutschen traditionell oft als eine relativ abgeschlossene und einheitliche ,Volksgruppe' betrachtet wurden. Vor diesem Hintergrund wurde deutlich, dass die Anwendung einer vergleichenden, verflechtungsgeschichtlich ausgerichteten Perspektive zusätzliche Erkenntnisse und Einsichten erbringt, die der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen eine neue Aktualität im internationalen Kontext verleihen kann. Die Analyse der gegenwartsbezogenen Relevanz russlanddeutscher Vergangenheit birgt ein Erkenntnispotential, das es künftig noch genauer zu erschließen gilt.

Die Tagung wurde von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags gefördert. 

Programmm der Tagung

Podiumsdiskussion am 18. November 2015

Ort: Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund
In den Ministergärten 10
10117 Berlin

Den "Call for Papers"finden Sie hier.

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