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BKGE | Projekte | Die Förderung nationaler Minderheiten im östlichen Europa durch auswärtige Staaten im Vergleich

In Polen, Rumänien, Ungarn oder Russland leben bis heute Deutsche als nationale Minderheiten, gegenüber denen sich Deutschland als Staat verpflichtet fühlt. Sie werden im Einvernehmen mit dem jeweiligen Land, in dem sie leben, von der Bundesrepublik Deutschland gefördert und unterstützt. In vergleichbarer Weise betrachten sich auch Polen, die Slowakei, Ungarn, Rumänien und andere Staaten Europas gegenüber im Ausland lebenden nationalen Minderheiten als zuständig. Trotz zahlreicher nationaler und internationaler Normen zum Minderheitenschutz gibt es keine einheitlichen Richtlinien in der Förderpolitik europäischer Staaten zugunsten im Ausland lebender nationaler Minderheiten. Im Rahmen eines vergleichend angelegten, auf Mittel-, Ost- und Südosteuropa bezogenen Forschungsvorhabens soll die diesbezügliche Politik der Staaten gegenüber nationalen Minderheiten unter Einbeziehung der jeweiligen historischen Hintergründe untersucht werden.

Die seit dem politischen Umbruch von 1989 verfolgten Ziele, entwickelten Konzeptionen und Maßnahmen zur Unterstützung der Minderheiten sollen analysiert und miteinander verglichen werden. Dabei sollen nicht nur Gemeinsamkeiten, Parallelen und Unterschiede, sondern auch mögliche Diskrepanzen zwischen den verfolgten Zielen und der tatsächlich erzielten Wirkung der kultur-, bildungs-, wirtschafts-, sozial-, rechts- oder verbandspolitischen Maßnahmen herausgearbeitet werden. Darüber hinaus werden die Auswirkungen dieser Politik auf das Dreiecksverhältnis zwischen dem fördernden Staat, der geförderten Minderheit und dem Staat, in dem die jeweilige Minderheit lebt, sowie auf die politische, rechtliche, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Lage der Minderheiten untersucht. Einbezogen wird auch der Einfluss der im jeweiligen Staats- sowie im Völker- und Europarecht geltenden und seit 1989 weiterentwickelten Normen des Minderheitenschutzes. Ein im Oktober 2014 an der Universität Bamberg durchgeführter Workshop mit Experten und Einrichtungen aus sieben Ländern hat ergeben, dass zunächst eine internationale wissenschaftliche Konferenz durchgeführt werden soll, auf der die von den Staaten praktizierte Minderheitenförderung analysiert, Kriterien für deren Vergleich herausgearbeitet und Perspektiven für künftige Entwicklungen und weitere Forschungen eröffnet werden sollen.

Die Konferenz, die im November 2016 in Berlin stattfinden soll, wird vom BKGE, dem Europäischen Netzwerk Erinnerung und Solidarität (Warschau) und dem Institut für Auslandsbeziehungen (Stuttgart) in Kooperation mit Partnern in Deutschland und dem östlichen Europa durchgeführt. Konkrete Vorschläge für die Struktur und den Ablauf der Konferenz wurden auf einem Treffen der Veranstalter und Partner ausgearbeitet, das am 22. September 2015 an der Universität Hamburg stattfand. Darauf aufbauend wurde im Oktober mit der Umsetzung des Konzepts begonnen.

 

Workshop

Am 9. und 10. Oktober 2015 fand an der Universität Bamberg ein Workshop unter dem Titel: "Staatliche Politik gegenüber den 'eigenen' nationalen Minderheiten im Ausland in vergleichender Perspektive" statt, der vom BKGE, dem Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart, und dem Europäischen Netzwerk Erinnerung und Solidarität veranstaltet wurde.

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