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Samuel von Brukenthal-Stipendien

Academia Română, Filiala Cluj, Institutul de Istorie George Bariţiu, Cluj-Napoca (Rumänische Akademie, Filiale Klausenburg, Geschichtsinstitut „George Bariţiu“) Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg

Thema des Projektes

Das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa an der Universität Oldenburg, eine Ressortforschungseinrichtung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, und das George Bariţiu-Institut für Geschichte der Rumänischen Akademie in Klausenburg/Cluj-Napoca vergeben im Rahmen des EU-Projektes „Sozial-humanistische Wissenschaften im Kontext der Globalisierung: Entwicklung und Implementierung des Programms für postdoktorale Studien und Forschungen”, ID 61104, das

„Samuel von Brukenthal”-Stipendium für postdoktorale Studien und Forschungen zur Kultur und Geschichte der Deutschen in Rumänien

Das Post-Dok-Stipendium soll Forschungen in den Bereichen Geschichte, Kunst- und Literaturgeschichte, Ethnologie oder Soziologie anregen und fördern, die sich mit der Kultur und Geschichte der Deutschen in Rumänien in ihren Wechselwirkungen mit den anderen Ethnien und Kulturen des Landes auf komparatistische und interdisziplinäre Weise auseinandersetzen.
Die historischen Erfahrungen der Siebenbürger Sachsen, der Banater und der Sathmarschwaben, der Bukowina-, Dobrudscha- und Bessarabiendeutschen sollen dabei im Kontext der wechselvollen politischen Zugehörigkeiten ihrer jeweiligen Region, des Mit- und Gegeneinanders mit den benachbarten Rumänen, Ungarn, Juden, Roma und anderen Völkern in einem multikonfessionellen und pluriethnischen Raum untersucht werden. Die Position von zahlenmäßig vergleichsweise geringen, aber privilegierten Gruppen innerhalb des mittelalterlich-frühneuzeitlichen ständischen Gefüges kann innovative Ansätze zu sozial- und mentalitätsgeschichtlichen Fragestellungen liefern, die sich dann in der Neuzeit und Zeitgeschichte mit Blick auf die Situation als Minderheit in einem Nationalstaat ergeben. Das Verhältnis von Konfession und Nation, die künstlerische und kulturelle Entfaltung, der Wandel der Gruppenidentitäten, die Etablierung und Positionierung von Eliten sind weitere Themen, die durch ver- gleichende Forschungen untersucht werden können, die Bezüge und Beziehungen zu ganz Europa berücksichtigen und aus dem engen nationalgeschichtlichen Diskurs hinausführen.
Die Stipendien werden an herausragende junge Wissenschaftler/ -innen aus dem Bereich der Geschichte des östlichen Europas und benachbarter Fächer vergeben, die bereits promoviert sind.
Das Stipendium ist nach dem Gouverneur Samuel von Brukenthal (1721-1803) benannt, der als Politiker und vielseitiger Gelehrter, als Kunstsammler und Mäzen, nicht zuletzt als Stifter des nach ihm benannten Museums in Hermannstadt dazu beigetragen hat, dass Siebenbürgen im Zeitalter des Barocks und der Aufklärung eine europäische Kulturlandschaft von europäischem Rang geworden ist.

 

Projektbeschreibung

In den letzten Jahren wurden kaum große Investitionen in den öffentlichen und akademischen Unterricht getätigt. Noch viel weniger gründeten diese auf einer Partnerschaft repräsentativer akademischer Einrichtungen mit NGOs oder Stiftungen. Mit Hilfe der sozialen Strukturfonds der EU zur Unterstützung und Weiterentwicklung des Hochschulunterrichts hat die Rumänische Akademie eine Reihe von Projekten initiiert, um diese Lücken zu schließen. Rund um das Projekt EU-POS-DRU, ID 61104, „Sozial-humanistische Wissenschaften im Kontext der Globali- sierung: Entwicklung und Implementierung des Programms für postdoktorale Studien und Forschungen”, das von der Europäischen Gemeinschaft und von der Regierung Rumäniens finanziert wird, beabsichtigt die Rumänische Akademie, eine soziale und akademische Plattform zu schaffen, welche die Begriffspaare „Zivilisation – Gesellschaft – Tradition“ sowie „Kulturerbe – Globalisierung“ aufgreift und sich gleichzeitig auf die Traditionspflege und moderne Kreativität stützt. In institutioneller Partnerschaft mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Wien), dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (Oldenburg), der Deutschen Denkmalakademie (Frankfurt am Main-Romrod-Görlitz), der Babeş-Bolyai-Universität (Klausenburg/Cluj-Napoca), dem Kollegium Neues Europa (Bukarest/Bucureşti) und dem Institut für die Erforschung von Fragen der nationalen Minderheiten (Klausenburg/Cluj-Napoca) sowie in öffentlich-rechtlicher Partnerschaft mit dem Mihai-Eminescu-Trust (London-Schäßburg/Sighişoara-Deutsch- weißkirch/Viscri), dem Freedom House (Washington-Bukarest/ Bucureşti) und mit Patrimonium Transsylvanicum (Klausenburg/ Cluj-Napoca) soll die institutionelle Weiterentwicklung von „Advanced Studies“ im Bereich der humanistischen und sozialen Wissenschaften sowie des kulturellen Erbes gefördert werden. Das Projekt wird von der Rumänischen Akademie durchgeführt und aktiv begleitet von herausragenden rumänischen und europäischen Wissenschaftlern wie: Ionel Haiduc, Peter Schreiner, Paolo Odorico, Gilles Veinstein, Matthias Weber, Thomas Wünsch, Konrad Gündisch, Ulrich Andreas Wien, Harald Roth, Alexandru Vulpe, Şerban Papacostea, Victor Spinei, Andrei Pleşu, Vasile Puşcaş, Vintilă Mihăilescu, István Horváth, Nicolae Edroiu, Ioan-Aurel Pop oder Marius Porumb.

Das erste Bewerbungs- und Auswahlverfahren (01.07.2010 -20.09.2010) wurde hauptverantwortlich vom Geschichtsinstitut „George Bariţiu“ Klausenburg der Rumänischen Akademie (Institutul de istorie „George Bariţiu“ Cluj-Napoca al Academiei Române) ausgeschrieben, vergleiche http://www.history-cluj.ro/Istorie/Ro/startIstorie_burse_post_ doctorale.htm

Das zweite Bewerbungs- und Auswahlverfahren (25.09.2010 -15.12.2010) wird hauptverantwortlich vom Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg ausgeschrieben.

 

Ergebnisse des Auswahlverfahrens

(Stand 15. November 2010)

Im Rahmen eines ersten Auswahlverfahrens wurden - beginnend mit dem 1. Oktober 2010 - drei Stipendien vergeben:

  • Dr. Adinel Dincă zum Thema „Formen und Funktionen der Schriftlichkeit im spätmittelalterlichen Hermannstadt - Zum Schriftgebrauch in einer vormodernen Rechtsgemeinschaft”;
  • Dr. Ottmar Traşcă zum Thema „Die Deutsche Volksgruppe in Rumänien, 1940-1944” (18 Monate);
  • Dr. Zsolt Simon zum Thema „Die Finanzen der siebenbürgisch-sächsischen Städte im Spätmittelalter” (12 Monate).


Im Rahmen des zweiten Auswahlverfahrens wurden – beginnend mit dem 1. Januar 2011 – weitere drei Stipendien vergeben:

  1. Dr. Attila Verok zum Thema „Buch- und Lesekultur der Siebenbürger Sachsen in der Frühen Neuzeit” (24 Monate);
  2. Dr. Marco Bogade zum Thema „Repräsentationsstrategien des städtischen Patriziats in Siebenbürgen vom 14. bis zum 16. Jahrhundert” (8 Monate);
  3. Dr. András Balógh zum Thema „Die interkulturelle Geschichte der deutschen Literatur aus Südosteuropa in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts” (12 Monate).

 

Reglement

Rahmenvorgaben

  • 1. Bewerben können sich jene Personen, die Ihr Doktorat nach dem 1. Januar 1999 verteidigt haben. Personen, die ihre Dissertation verteidigt haben, deren Doktortitel aber bis zum Einsendedatum der Bewerbung noch nicht durch Ministererlass bestätigt wurde, können nicht kandidieren. Die Antragstellerinnen und Antragsteller, die ihre Dissertation außerhalb Rumäniens verteidigt haben, müssen durch Vorlage des Diploms die Bestätigung der Promotion nachweisen.
  • 2. Die Stipendienvergabe erfolgt nach einem Zeitplan, der einvernehmlich von allen beteiligten Institutionen erstellt wird und unabhängig ist von der jeweiligen Thematik oder koordinierenden Institution. Bei verwandten Themen kann die letzte Phase der Auswahl (das Interview) gemeinschaftlich durchgeführt werden.
  • 3. Jede Antragstellerin/jeder Antragsteller muss vorab folgende Ausschlusskriterien erfüllen:
    • 3.1 Kenntnis von wenigstens zwei Weltsprachen (Englisch, Französisch, Deutsch), von denen wenigstens eine während des Interviews geprüft wird.
    • 3.2 Die Antragstellerin/der Antragsteller muss wenigstens einen Aufsatz verfasst haben, der in einer prestigevollen Fachzeitschrift erschienen ist.
  • 4. Eine Antragstellerin/ein Antragsteller darf die Bewerbungs- unterlagen nur einer einzigen unter den themenkoordinierenden Institutionen vorlegen.
  • 5. Um eine Doppelfinanzierung zu vermeiden, dürfen wissen- schaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die als Voll- oder Teilzeitkraft bei einer Forschungseinrichtung der Rumänischen Akademie tätig sind, nur mit einem Thema kandidieren, das sich von der Arbeit unterscheidet, die sie/ihn im Rahmen ihres/seines Arbeitsplans aufgrund der Stellenbeschreibung der eingenommenen Stelle ausübt.
  • 6. Die Beurteilung der Bewerbungen erfolgt nach folgendem Modell:
    • 6.1 Beurteilung der Antragstellerin/des Antragstellers durch die themenkoordinierende Institution, wobei das Dossier über die wissenschaftliche Tätigkeit einen Anteil von 30% und das eigentliche Projekt einen Anteil von 70% der Gesamtpunktezahl haben wird.
    • 6.2 Die Unterlagen der Antragstellerinnen/der Antragsteller, die seitens der themenkoordinierenden Institution die geringste Punktezahl erreichen, werden an ausländische Fach-Evaluatoren versandt, die die externe Analyse und Bewertung des Projektes vornehmen.
    • 6.3 Die ausgewählten Antragstellerinnen/Antragsteller werden zu einem Abschlussinterview eingeladen. Das Ergebnis ihrer Bewerbung wird ihnen spätestens fünf Tage nach dem Tag des Interviews schriftlich mitgeteilt. Die angenommenen Antrag- stellerinnen/Antragsteller werden im Rahmen des Projekts aktive associated researchers der Rumänischen Akademie und der Partnerinstitutionen, beginnend mit dem 1. Oktober 2010, 1. Januar 2011 oder 1. März 2011, je nach dem wissenschaftlichen Plan und der Strategie der themenkoordinierenden Institution.
  • 7. Jede themenkoordinierende Institution kann durch eine Reihe eigener Anforderungen die Vorgaben dieses allgemeinen Rahmens an das Spezifikum der Einrichtung und die Eigenheiten des koordinierten Themas anpassen. Dieser eigene Anforderungskatalog wird auch bei der Bewertung des Bewerbungsdossiers und der Analyse des Abschlussinterviews berücksichtigt.

 

Termine

Termine des zweiten Bewerbungs- und Auswahlverfahrens

  • 25. September 2010 - 15. Oktober 2010: Einreichen der Bewerbungsmappen in elektronischer Form sowohl an die elektronische Adresse des Projektes (postdoc61104management@gmail.com) als auch an jene der themenkoordinierenden Institution (bkge@bkge.uni-oldenburg.de) jenes Themas, das die Antragstellerin/der Antragsteller für ihre/seine Bewerbung ausgewählt hat, sowie in ausgedruckter Form, in zweifacher Ausfertigung an die Postanschriften des Projektes (Academia Română, Filiala Cluj, str. Str. Mihail Kogălniceanu, nr. 12-14, et. 5, camera 507, RO-400084 Cluj-Napoca, Rumänien) und der themenkoordinierenden Institution (Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Johann-Justus-Weg 147 A, D-26127 Oldenburg, Deutschland)
  • 15. Oktober 2010 - 15. November 2010: Evaluation und Bewertung der Bewerbungsmappen durch die in- und ausländischen Fachgutachter. Danach werden die Bewerbungsmappen von der Projektkoordinatorin/dem Projektkoordinator Forschung sowie von der Projektkoordinatorin/dem Projektkoordinator Ausbildung geprüft und genehmigt, die den gesamten Evaluationsprozess begleiten. Die vorläufigen Ergebnisse werden am 16. November 2010 veröffentlicht.
  • 17. - 24. November 2010: Abgabe (innerhalb von drei Tagen) eines Widerspruchs und Beantwortung desselben (innerhalb von vier Tagen). Am 25. November 2010 werden die endgültigen Ergebnisse der Bewertung veröffentlicht. Die zugelassenenen Bewerberinnen und Bewerber werden offiziell zum Interview eingeladen; gleichzeitig werden das genaue Datum und der Ort mitgeteilt, an denen das Interview stattfindet. Die in dieser Phase des Wettbewerbs abgelehnten Antragstellerinnen und Antragsteller können sich nicht erneut bewerben.
  • 24. November 2010 - 1. Dezember 2010: Interview am Sitz der themenkoordinierenden Institution. Die Endergebnisse werden innerhalb von höchstens fünf Tagen nach dem Tag des Interviews bekannt gegeben.

Die angenommenen Antragstellerinnen/Antragsteller werden ab 1. Januar 2011 im Rahmen des Projekts aktive associated researchers der Rumänischen Akademie und/oder der Partnerinstitutionen.

 

Dauer der Stipendien und Beurteilung der Stipendiatinnen und Stipendiaten

 

  1. In Abhängigkeit von der Komplexität des Forschungsprojektes entscheiden die Kommissionen, ob das Projekt eines 12monatigen  (davon bis zu drei Forschungsmonate in einem der Mitgliedsländer der Europäischen Union) oder eines 18monatigen (davon bis zu vier Forschungsmonate in einem der Mitgliedsländer der Europäischen Union) Stipendiums  bedarf. 24monatige Stipendien (davon bis zu sechs Forschungsmonate in einem der Mitgliedsländer der Europäischen Union) werden nur jenen Antragstellerinnen/ Antragstellern gewährt, die vorher herausragende Forschungsergebnisse (Forschungsaufenthalte bei prestigereichen Institutionen, herausragende Forschungsstipendien, Veröffentlichungen in referierten Publikationen oder relevante Preise im Fachbereich) erzielt haben.
  2. Die monatliche Höhe des Stipendiums beträgt 4.000 RON, die nicht zu versteuern sind, dazu der Gegenwert von bis zu 500 Euro in RON monatlich  während der Forschungsaufenthalte in einem der Mitgliedsländer der Europäischen Union.
  3. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden über ihre Tätigkeit Vierteljahresberichte abgeben und halbjährlich von der themenkoordinierenden Institution evaluiert. Die Nichtbeachtung der im Stipendienvertrag festgesetzten Verpflichtungen hat die Rücknahme des Stipendiums und die Rückzahlung der bis zu dem Zeitpunkt erhaltenen Gelder zur Folge.

 

Spezifische Anforderungen für dieses Thema

 

  1. Diese Anforderungen orientieren sich am allgemeinen Reglement für das Projekt POS DRU, 61104 Die sozial-humanistischen Wissenschaften im Kontext der globalisierten Entwicklung – Entwicklung und Implementierung des Programms für postdoktorale Studien und Forschungen.
  2. Die spezifischen Anforderungen betreffen insbesondere die Punktevergabe bei der Evaluation der Bewerbungsmappen und der Interviews. Die Abweichungen gegenüber dem allgemeinen Reglement sind fett gedruckt.


Das geltende Reglement samt themenspezifischen Änderungen finden Sie hier als WordDatei.

Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa
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Telefon: +49 441 96 19 5-0 | Fax: +49 441 96 19 5-33 | E-Mail: bkge@bkge.uni-oldenburg.de