Aufgaben und Arbeitsbereiche

BKGE | Aufgaben und Arbeitsbereiche | Regionale Schwerpunkte | Wolga-/Schwarzmeergebiet

Wolga- / Schwarzmeergebiet

Gebiete im Süden von Russland, an der unteren Wolga und am Schwarzen Meer, die insbesondere unter Katharina II. (1762-1796) und Alexander I. (1801-1825) vom Zarenreich wirtschaftlich erschlossen und militärisch gesichert worden sind. In diesem Kontext wurden ab 1762/1763 vorwiegend Siedler aus Südwestdeutschland geworben, um Landwirtschaft im fruchtbaren Gebiet der unteren Wolga zu betreiben. Die Wolgadeutschen wurden vor allem in den Gouvernements Saratow und Samara ansässig und gründeten bis 1864 über 300 Ortschaften. Beim Ausbau der Häfen Cherson, Odessa und Sewastopol wurden deutsche Handwerker eingesetzt, die zum Teil vor Ort geblieben sind. Während und nach den napoleonischen Kriegen entstanden in Bessarabien, bei Odessa, auf der Krim und im Kaukasus zahlreiche Siedlungen der Schwarzmeerdeutschen. Ab 1881 entstanden die Siedlungen der Russlanddeutschen im Südural, in Sibirien (Sibiriendeutsche) und in Turkestan. Auf eine Blütezeit der zusammen als Russlanddeutsche bezeichneten Gruppen folgten Entrechtungen und Verfolgungen sowie dadurch bedingte Abwanderungen vor und während des Ersten Weltkriegs. 1918 wurde das autonome Gebiet der Wolgadeutschen (1924 ASSR) gebildet. Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion 1941 wurden die Russlanddeutschen kollektiv der Kollaboration beschuldigt und nach Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan umgesiedelt (seitdem bis 1991 auch Sowjetdeutsche genannt). Die Schwarzmeerdeutschen wurden von den deutschen Besatzern 1943/44 ins sog. Wartheland umgesiedelt. Ab Mitte der 1980er Jahre erfolgte eine sich verstärkende Aussiedlung von Russlanddeutschen in die Bundesrepublik. Maßnahmen zur Stabilisierung vor Ort führten zur Bildung deutscher „Nationalrayons“ in Westsibirien (Gebiet Omsk), im Altai- und im Wolgagebiet sowie zur Förderung der Integration in Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan.

Wichtigste Städte

Engels (bis 1932 Pokrowsk), Odessa, Saratow, Sewastopol

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