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Donau

In den Gebieten an der mittleren und unteren Donau haben sich im Mittelalter und in der Neuzeit mehrere aus verschiedenen Gebieten des Deutschen Reiches stammende Gruppen niedergelassen: die Deutschen im Ofener Bergland, in der Schwäbischen Türkei, in Syrmien und Slawonien, in der Batschka, im Banat und im Sathmargebiet.

Für die vor allem im 18. Jahrhundert beiderseits der Mittleren Donau angesiedelten Gruppen hat sich seit 1922 die Bezeichnung Donauschwaben eingebürgert. In vielen Städten des mittelalterlichen Ungarn lebten Bürger deutscher Herkunft, u.a. in Ödenburg, Ofen und Pest. Nach der Vertreibung der Osmanen Ende des 17./ Anfang des 18. Jahrhunderts haben der habsburgische Staat und einige Großgrundbesitzer die Besiedlung der neu erworbenen Gebiete betrieben.

Das fruchtbare Hügelland zwischen Donau und unterer Drau, die sog. Schwäbische Türkei (vorwiegend mit Schwaben besiedelte, ehemals zum Osmanischen Reich gehörende Gebiete) wurde nach dem Vertrag von Trianon (1920) zwischen Ungarn (Komitate Baranya und Tolna) und Jugoslawien (Baranja im kroatischen Ostslawonien) geteilt. Die Batschka (serbisch Bačka, ungarisch Bácska) zwischen unterer Theiß und Donau kam 1920 größtenteils an Jugoslawien (Vojvodina). In Syrmien (serb. Srem) zwischen Donau und Save wurden deutsche Wehrbauern an der österreichischen Militärgrenze zusammen mit Serben und anderen Gruppen angesiedelt. Im Banat, zwischen Südkarpaten, Mieresch, Theiß und Donau gelegen, erfolgte die Besiedlung durch drei staatlich gelenkte sog. Schwabenzüge. Das Gebiet wurde 1920 zwischen Rumänien (größter Teil), Jugoslawien und Ungarn geteilt. Die um Großkarol/Carei im Komitat Sathmar lebenden Sathmarschwaben wurden von den Grafen Károlyi ins Land gerufen; das Gebiet gehört seit 1920 zu Rumänien.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Deutschen in Jugoslawien weitgehend im Zuge von Racheakten gegen die Wehrmacht vernichtet oder vertrieben. Die Ungarndeutschen wurden zum Teil vertrieben, zum Teil leben sie heute noch dort, insbesondere in der Baranya. Die Rumäniendeutschen wurden nicht vertrieben, die arbeitsfähige Bevölkerung allerdings zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert. Ein großer Teil ist - insbesondere nach 1989/1990 - in die Bundesrepublik ausgesiedelt.

Wichtigste Städte

Essek (kroatisch Osijek, ungarisch Eszék), Fünfkirchen (ung. Pécs), Großkarol (rumänisch Carei, ung. Nagykároly), Ödenburg (ung. Sopron), Ofen (ung. Buda), Neusatz (serbisch Novi Sad, ung. Újvidék), Reschitza (rum. Reşiţa), Pest, Sathmar (rum. Satu Mare, ung. Szatmár), Temeswar (rum. Timişoara, ung. Temesvár), Warasdin (kroat. Varaždin, ung. Varasd), Wukowar (serb. Vukovar)

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