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Bessarabien

Historische Landschaft (rumänisch Basarabia) zwischen Pruth/Prut, Dnjestr/Nistru, Donau/Dunărea und Schwarzem Meer; gehörte bis zum Mongoleneinfall von 1241 zur Kiewer Rus, danach der Süden zum Khanat der Goldenen Horde, der größte Teil seit dem 14. Jahrhundert zum Fürstentum Moldau, das Ende des 15. Jahrhunderts in türkische Abhängigkeit geriet. Im Frieden von Bukarest (1812) musste das Osmanische Reich das Gebiet an Russland abtreten. Ab 1813 (Manifest Zar Alexanders II.) Einwanderung deutscher, vorwiegend protestantischer Siedler aus Südwestdeutschland; die bis 1817 vor allem im Süden gegründeten Orte tragen Namen napoleonischer Schlachtfelder (Arcis, Beresina, Borodino, Leipzig u.ä.). Die wirtschaftlich-demographische Entwicklung der Bessarabiendeutschen hatte bis zum Ersten Weltkrieg die Bildung von zahlreichen Tochtersiedlungen zur Folge. 1918 schloss sich Bessarabien an Rumänien an, 1940 musste es an die UdSSR abgetreten werden. Aufgrund des deutsch-sowjetischen Vertrags vom 5.9.1940 wurden die Bessarabiendeutschen überwiegend ins sog. Wartheland und nach Danzig-Westpreußen umgesiedelt, von dort 1945 vertrieben. 1941-1944 von rumänischen Truppen besetzt, fiel das Gebiet 1944 an die UdSSR. Der größte Teil bildete die Moldauische SSR, die seit 1990 als Republik Moldova unabhängig ist, der Süden entlang der Donau und am Schwarzen Meer fiel an die Ukraine.

Wichtigste Städte

Bender (rumänisch Tighina, russisch Bendery), Kischinew (rum. Chişinău, ukrainisch Kisineu), Tiraspol (ukr. Tiraspil)

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