Das Staatsarchiv Stettin besitzt Bestände des pommerschen Staatswesens, der pommerschen Provinzverwaltungen Schwedens, Brandenburgs und Preußens sowie der polnischen Behörden Hinterpommerns.
Die dieses Gebiet betreffende archivalische Überlieferung bis zum Jahr 1945 befindet sich, abgesehen von jenem Teil, der während des Zweiten Weltkriegs vernichtet wurde, derzeit im Staatsarchiv Stettin, im Landesarchiv Greifswald, im Staatsarchiv Koszalin/Köslin sowie in anderen historischen Archiven in Deutschland.
Der vorliegende Archivführer, der für Forscher und andere Nutzer unserer Bestände erarbeitet wurde und nunmehr auch in deutscher Übersetzung vorliegt, erscheint zu einer Zeit deutlicher Liberalisierung der rechtlichen Zugangsbestimmungen. Er erleichtert sicherlich die Nutzung unserer Bestände und ist zugleich ein Wegweiser hinsichtlich des Schicksals der zwischen Deutschland und Polen geteilten Bestände.
Wegen der besonderen Geschichte der Region und des Archivs, bei der die Zäsur von 1945 eine herausragende Rolle spielt, beinhaltet dieser Wegweiser, der in der polnischen Ausgabe den ersten von drei Bänden ausmacht, die Akten bis 1945. Er ist nicht der erste Archivführer, den unsere Institution zusammengestellt hat. Schon 1964 erschien ein Bestandsführer unter dem Titel Wojewódzkie Archiwum Państwowe w Szczecinie. Przewodnik [Staatliches Woiwodschaftsarchiv in Stettin. Führer], herausgegeben von Prof. Henryk Lesiński, dem herausragenden Archivar und Historiker, der zwischen 1956 und 1969 Direktor des Archivs war. Die mit diesem Wegweiser gemachten Erfahrungen waren unter anderem auch für die Autoren des vorliegenden, neuen Bestandsführers wichtig. Es handelt sich dabei um Prof. Dr. Radosław Gaziński, Dr. Paweł Gut und Dr. Maciej Szukała. Zu ihren Mitarbeitern zählten die Autoren einzelner Einträge: Dr. Agnieszka Chlebowska, Ewa Domańska, Dr. Bogdan Frankiewicz (†), Anna Łazarek, Witold Mijal, Romuald Piotrkiewicz und Dr. Jerzy Podralski (†).
Der Tätigkeitsbereich des Staatsarchivs Stettin umfaßt nicht nur das Gebiet der ehemaligen Woiwodschaft Stettin (heute ein Teil der Woiwodschaft Hinterpommern [Zachodniopomorskie]), sondern seit 1977 auch die ehemalige Woiwodschaft Landsberg a. d. W. (heute ein Teil der Woiwodschaft Lebuser Land [Lubuskie]). Deshalb wird das in der Landsberger Abteilung des Archivs gesammelte Material, das in den Jahren 1998 bis 2001 von Dr. Dariusz A. Rymar zu einem eigenen Wegweiser bearbeitet worden ist, demnächst ebenfalls in deutscher Übersetzung erscheinen (Akten vom 13. Jahrhundert, die bis 1945 hauptsächlich die Gebiete des ehemaligen Regierungsbezirks Frankfurt/O. betreffen, der den Ostteil der Provinz Brandenburg bildete).
Wir danken dem Gutachter dieses Wegweisers, Prof. Dr. Czesław Biernat, herzlich für seine wertvollen Hinweise. Ebenso bedanken wir uns bei unseren Beratern Dr. Jacek Krochmal, dem Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung für Archivwesen bei der Generaldirektion der Staatlichen Archive Polens, sowie bei Jerzy Grzelak M.A., dem Oberkustos des Staatsarchivs Stettin.
Kazimierz Kozłowski
Direktor des Staatsarchivs Stettin
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